Alpenhauptkamm

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Hauptkamm und weitere wichtige Wasserscheiden in den Alpen

Alpenhauptkamm bezeichnet eine gedachte Linie entlang eines Gipfelkamms der Alpen, die von West nach Ost verläuft und die zentralen Gipfel der Alpen verbindet. Vom Ligurischen Meer bis zum Wiener Becken hat er eine Länge von etwa 1600 km,[1] und ist damit eine der wichtigsten geomorphologischen Großstrukturen Zentraleuropas.

Grundlagen[Bearbeiten]

Trotz der für Europa allgemeingeographisch prägenden Bedeutung der Alpen als Wetterscheide und Grenze der mediterranen und mitteleuropäischen Kulturräume[1] bildet der Alpenhauptkamm keine grundlegende Zentralwasserscheide Europas. Die Ostalpen entwässern an Nord- wie Südabdachung weitgehend zu Donau und zum Schwarzen Meer, nur die Südabdachung der Südlichen Kalkalpen zur Adria. Die Westalpen entwässern gänzlich zum Mittelmeer, hier bildet der Alpenhauptkamm die Wasserscheide zwischen westlichem Mittelmeer (Rhône zum Golfe du Lion, und zum Ligurischen Meer), und dem östlichen (Po zur Adria). Nur in den Zentralalpen, dem Mittelabschnitt, stellt er die Europäische Hauptwasserscheide zwischen Mittelmeer und Atlantik dar (ausgenommen Val Cadlimo südlich, zum Rhein).

Mit dem Engadin (über den Inn zur Donau) teilt der Alpenhauptkamm die charakteristische mittlere Südverwerfung mit den ganzen Alpen, in den Westalpen wechselt er durch eingreifende Großtäler mehrmals von der französischen Westabdachung in die Flanke zum italienischen Piemont (Wallis/Rhône, Aostatal/Po, die Iseretäler Tarentaise und Maurienne zur Rhône, die Doratäler zum Po und Durancetal zur Rhône), und läuft dann ostwärts in die Zentralwasserscheide des Apennin. In den Ostalpen folgt er streng der dort vorherrschenden West–Ost-streifenden Zugrichtung, verläuft aber über fast 200 Kilometer nur mehr in Bergland von Mittelgebirgscharakter.

Verlauf[Bearbeiten]

Der Alpenhauptkamm in den Hohen Tauern, im Bereich des Fuscherkarkopfes

Besonders im Schweizerischen und Westösterreichischen Mittelabschnitt umfasst der Alpenhauptkamm einige der prominentesten Berge und Pässe der Alpen, insbesondere den höchsten Berg Europas, Frankreichs, Italiens und der Schweiz, den Mont Blanc, und den höchsten Berg Österreichs, den Großglockner.

Vom Colle di Cadibona über Ligurische Alpen und Meeralpen kommend – der französisch-italienischen Grenze folgend über Cottische Alpen und Grajische Alpen zum Mont BlancGrosser Sankt BernhardMatterhorn – vom Monte Rosa zum Simplonpass – weiter über Nufenenpass zum GotthardRheinwaldhornSplügenpassMalojapassPiz BerninaOfenpassReschenpass – der tirolerisch-südtirolerischen Grenze folgend über die Ötztaler Alpen (Weißkugel) und das Timmelsjoch in die Stubaier AlpenBrennerpassZillertaler Alpen bis zur Dreiherrnspitze − in die Hohen Tauern (salzburgisch-osttirolerischer Grenzverlauf) – Niedere TauernSchoberpassEisenerzer HauptkammPräbichlHochschwabSeebergHohe VeitschNiederalplLahnsattelGöllerKalte KuchlUnterbergGerichtsbergSchöpflHermannskogel.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Ernst Heer, Jakob Maurer, Bernd Scholl, Rolf Signer (Hrsg.): Aspekte der Raumplanung in Europa. Band 42 von Schriftenreihe zur Orts-, Regional- und Landesplanung/Collection des documents pour l'aménagement national, régional et local. vdf Hochschulverlag, 1990, ISBN 978-372811744-1 (837-281-1744-7), Fundstelle Länge S. 182 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)