Aias der Telamonier

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Aias tötet einen Widder, den er unter Halluzinationen für Odysseus hält
Der von Hermes und Athene beschützte Aias bringt den toten Achill zurück ins Lager der Griechen. Halsamphora des Antimenes-Malers, um 520–510 v. Chr.

Aias der Telamonier (griechisch Αἴας, auch Ajax) ist in der griechischen Mythologie einer der griechischen Haupthelden des Trojanischen Krieges.

Leben[Bearbeiten]

Als Sohn des salamischen Königs Telamon und der Periboia wurde er „der Telamonier“ genannt. Aias war ein mächtiger griechischer Kämpfer vor Troja, nur Achilleus übertraf ihn.[1] Nach Homers Ilias war Aias riesig, viel größer als andere Männer, fast gleich einer Mauer. Die Quelle betont einen – unter den ruhmsüchtigen und beutegierigen Helden – ungewöhnlichen Zug an ihm, nämlich, dass ihn mit seiner Beutesklavin Tekmessa eine starke gegenseitige Liebe verband, aus der auch ein Sohn, Eurysakes, hervorging. Als Achilleus sich vom Kampf zurückzog, wurde Aias ausgelost,[2] um Hektor, dem stärksten Trojaner, im Zweikampf gegenüberzutreten. Der Kampf dauerte den ganzen Tag, Hektor wurde leicht verletzt, woraufhin sich die Helden in hoher wechselseitiger Achtung trennten.

Nach dem späteren Tode von Achilleus schützte Aias Menelaos, den Mitkämpfer des Odysseus, sodass der Leichnam Achilleus’ ohne weitere griechische Verluste geborgen werden konnte. Bei der Totenfeier war es Brauch, dass diejenigen, die die meisten Verdienste um die Rettung eines Leichnams beanspruchen, ein Rededuell um die Hinterlassenschaft des Gefallenen austrugen. Aias und Odysseus traten gegeneinander an, um sich Achilleus’ Rüstung zu erstreiten. Odysseus war jedoch redegewandter, und der Preis wurde ihm zuerkannt. Aias schwieg zwar, hatte die Niederlage jedoch nicht verwunden. In derselben Nacht fuhr er aus unruhigem Schlaf in einem Anfall von Raserei auf und tötete Odysseus’ Schafherde, die er für die Griechen hielt; den Bock, in dem er Odysseus sah, peitschte er zu Tode. Als er sich wieder besann, stürzte er sich aus Scham über seine unwürdige Tat in sein Schwert. Sein Halbbruder Teukros sorgte für ein ehrenvolles Begräbnis.

Im elften Gesang der Odyssee wird Aias von Odysseus aufgesucht, doch er zürnt seinem früheren Feind. Als der listige Ithaker Aias ehrt und um das Vergessen des Streites bittet, wendet sich Aias wortlos von ihm ab und verschwindet im Dunkel.

Rezeption[Bearbeiten]

Selbstmord des Ajax. Umzeichnung des Vasenbildes auf dem sogenannten Eurytios-Krater. Es ist die älteste bekannte Darstellung dieses Motivs (um 600 v. Chr.).

Raserei und Tod des Aias sind Gegenstand der Tragödie Aias des Sophokles. Darin wird Aias von Athene mit Wahnsinn geschlagen, damit sich dieser nicht direkt an ihrem Schützling Odysseus vergeht. Außerdem kommt die Figur in Hartmut Langes Die Ermordung des Aias oder ein Diskurs über das Holzhacken vor. Weiterhin ist die Tragödie Ajace von Ugo Foscolo zu nennen. Der Dramatiker Heiner Müller verfasste 1994 das Gedicht Ajax zum Beispiel. Von Sophokles Tragödie abgesehen, fanden alle sonstigen Werke keine große Resonanz.

Sonstiges[Bearbeiten]

Der Torso vom Belvedere wird als Darstellung des Ajax angesehen.[3]

Der Niederländische Fußballverein Ajax Amsterdam, gegründet am 18. März 1900, benannte sich nach dem antiken griechischen Helden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Aias der Lokrer

Belege[Bearbeiten]

  1. Hellmut Flashar: Sophokles. Dichter im demokratischen Athen. 2. Auflage. Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-60913-8, S. 42 (online auf: books.google.de)
  2. Ilias, 7.181
  3. Raimund Wünsche: Der Torso vom Belvedere, Denkmal des sinnenden Aias. In: Münchner Jahrbuch der bildenden Kunst. 44, 1993, S. 7–46.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Aias – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien