Heiner Müller

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Dieser Artikel handelt von dem Dramatiker. Weitere Bedeutungen finden sich unter Heiner Müller (Begriffsklärung).

Heiner Müller (* 9. Januar 1929 in Eppendorf, Sachsen als Reimund Heiner Müller; † 30. Dezember 1995 in Berlin) gilt als einer der wichtigsten deutschsprachigen Dramatiker der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Bedeutung erlangte er außerdem als Lyriker, Prosa-Autor und Essayist, Interviewpartner sowie als Regisseur, Dramaturg, Intendant und Präsident der Akademie der Künste Berlin (Ost).

Leben[Bearbeiten]

Müller spricht bei der Berliner Großdemonstration am 4. November 1989

Müller lebte von 1939 bis 1947 mit seinen Eltern in Waren (Müritz); hier ging er auch zur Schule. Kurz vor Kriegsende wurde er noch zum Volkssturm eingezogen. Müllers Vater, der als Sozialdemokrat 1933 zeitweilig verhaftet worden war, wurde nach 1946 SED-Mitglied und Funktionär, verließ die DDR jedoch 1951 aus Protest zusammen mit seiner Frau und dem jüngeren Sohn[1]Wolfgang (1941–2013).

Nach Kriegsende holte Müller das Abitur nach[1] und arbeitete in Waren in einer Bibliothek und am Landratsamt. 1946 trat er in die SPD ein, die kurz darauf auf sowjetischen Druck hin mit der KPD zur SED zwangsvereinigt wurde, wurde aber wegen fehlenden Engagements und nicht gezahlter Mitgliederbeiträge bald wieder ausgeschlossen. Ab 1950 schrieb er Literaturkritiken für den Sonntag und die kulturpolitische Monatsschrift Aufbau, ab 1953 für die Neue deutsche Literatur. 1954 wurde Müller Mitglied des Deutschen Schriftstellerverbandes (DSV), wo er ab 1957 die Funktion eines wissenschaftlichen Mitarbeiters der Abteilung Drama bekleidete. In dieser Zeit erfolgte die Erstaufführung seines Stückes Zehn Tage, die die Welt erschütterten. 1957/58 betätigte er sich als Redakteur der FDJ-Zeitschrift Junge Kunst, wurde 1958 Mitarbeiter am Maxim-Gorki-Theater in Berlin und freischaffender Autor. Im gleichen Jahr erfolgten die Erstaufführungen der Stücke Die Korrektur und Der Lohndrücker.

Das Stück Die Umsiedlerin wurde 1961 nach der Uraufführung abgesetzt, Müller wurde aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen, was einem Berufsverbot gleichkam. Der Regisseur B. K. Tragelehn musste zur Bewährung in die Produktion. Unterstützung erhielt Müller dagegen von Peter Hacks, Hanns Eisler und Hans Mayer. Es folgten Arbeiten für Rundfunk, DEFA und Fernsehen, meist unter Pseudonym. 1965 wurde Müller erneut von der SED kritisiert. Die Partei ließ die Aufführung von Der Bau absetzen. Müller schrieb die Stücke Philoktet (Uraufführung München 1968) und übersetzte für Benno Besson Sophokles‘ Ödipus Tyrann (Uraufführung am Deutschen Theater Berlin 1967). Das in der DDR verbotene Stück Mauser wurde 1975 in den USA uraufgeführt, 1980 in Köln. Germania Tod in Berlin wurde 1978 an den Münchner Kammerspielen uraufgeführt, Die Hamletmaschine 1979 in Paris (St. Denis). 1982 wurde Der Auftrag in Bochum inszeniert. 1984 wurde Müller Mitglied der Akademie der Künste der DDR. 1988 wurde Müller dann wieder in den DDR-Schriftstellerverband aufgenommen.

Grab von Heiner Müller auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin

Nachdem er zweimal dieselbe Frau geehelicht hatte, heiratete Müller 1955 in dritter Ehe die Schriftstellerin Ingeborg Schwenkner, die im Jahr 1966 durch Suizid ihr Leben beendete. Die Aufführung seiner Stücke verdankte er vor allen Dingen Benno Besson, dem Leiter der Berliner Volksbühne in den 60er Jahren, dem Regietandem Matthias Langhoff und Manfred Karge sowie Ruth Berghaus, der Intendantin des Berliner Ensembles (BE). Mit seiner dritten Frau, der bulgarischen Regisseurin Ginka Tscholakowa, ließ er sich 1970 trauen. Im gleichen Jahr wurde er festangestellter Dramaturg am BE, was der verspäteten Erfüllung seines Lebenstraums gleichkam. Die Rehabilitierung Müllers in der DDR geht wesentlich auf das rigorose Engagement der Regisseurin Berghaus zurück, sein Stück Zement gegen große Widerstände in der SED am Berliner Ensemble uraufgeführt zu haben. In den 80er Jahren galt seine große Liebe der Schauspielerin Margarita Broich. 1991 lernte Müller die Fotografin Brigitte Maria Mayer kennen, seine vierte Gattin, mit der er eine Tochter hat.

Ab Mitte der 1980er Jahre arbeitete er in mehreren Projekten mit Robert Wilson zusammen, den er 1977 kennengelernt hatte. Beide beeinflussten die Arbeit des jeweils anderen nachhaltig.

Seit Ende der 1980er Jahre profilierte sich Müller auch als Regisseur. Bei seiner achtstündigen Hamlet-Inszenierung am Deutschen Theater in Berlin 1990 integrierte er die Hamletmaschine in die Aufführung als Hamlet/Maschine mit Ulrich Mühe in der Hauptrolle. Im selben Jahr gestaltete er ein raumplastisches Environment innerhalb der urbanistischen Identitätskampagne Marking the City Boundaries (Masterplan: Daniel Libeskind) in Groningen, das er seinem Freund Luigi Nono widmete. 1992 übernahm er gemeinsam mit Peter Zadek, Matthias Langhoff, Peter Palitzsch und Fritz Marquardt die Leitung des Berliner Ensembles. 1993 inszenierte er in Bayreuth die Oper Tristan und Isolde. Seine letzte Inszenierung, Brechts Arturo Ui, die im Juni 1995 mit Martin Wuttke in der Hauptrolle Premiere im Theater am Schiffbauerdamm (Berliner Ensemble) hatte, läuft dort bis heute (über 385[2] Vorstellungen).

Als letzter Präsident der Akademie der Künste Berlin (Ost) war Müller bestrebt, dieser ein europäisches Gesicht zu verleihen.

1990 veranstaltete die Stadt Frankfurt am Main das Festival Experimenta zu Ehren Heiner Müllers mit zahlreichen Gast-Produktionen seiner Stücke aus dem In- und Ausland..

Am 30. Dezember 1995 verstarb Heiner Müller in Berlin an den Folgen einer Speiseröhrenkrebs-Operation.[3]

Erinnerungsstätten[Bearbeiten]

Gedenktafel am Wohnblock in Berlin-Friedrichsfelde

Heiner Müllers Grab befindet sich auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin-Mitte.

Zu seinem 75. Geburtstag im Jahr 2004 hat die Howoge Wohnungsbaugesellschaft an seinem Wohnblock in Berlin-Friedrichsfelde eine Gedenktafel enthüllt.

Im Juli 2013 wurde an dem Haus, in dem Müller mit seinen Eltern in Waren lebte, ebenfalls eine Gedenktafel angebracht.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Rezeption[Bearbeiten]

Die Rezeption Heiner Müllers ist geprägt von (politischen) Grenzen und durch Brüche gekennzeichnet. Bedingt durch Publikations- und Aufführungsverbote in der DDR wurden viele Texte Müllers zuerst in der Bundesrepublik rezipiert. Seine Sicht auf die Dinge war im eigenen Land unerwünscht, seine Stücke tauchten im Schnitt erst fünfzehn Jahre nach ihrer Entstehung auf den Bühnen der DDR auf. Während in der Bundesrepublik die bis heute beste, weil am genauesten Müllers Textverständnis entsprechende elfbändige Edition (Rotbuchverlag, 1974–1989) entstand, blieben viele Texte einem breiteren Publikum in der DDR bis zu ihrem Zusammenbruch verschlossen. Aufgrund der Affäre um Müllers/Tragelehns Umsiedlerin im Jahr des Mauerbaus 1961 kam es zur systematischen Ausgrenzung Heiner Müllers aus dem literarischen Leben der DDR. Mit dem Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR war Müller stigmatisiert und den staatlichen Zensurbehörden fortan suspekt.

Erst ab Mitte der siebziger Jahre erschienen mit großer Verspätung ausgewählte Stücke Müllers: 1975 erschien in Berlin ein Band Stücke, der Der Lohndrücker, Die Bauern, Der Bau, Herakles 5, Philoktet, Der Horatier, Weiberkomödie, Macbeth und Zement enthält; zwei Jahre später folgten in einem weiteren Band Die Schlacht, Traktor und Leben Gundlings Friedrich von Preußen Lessings Schlaf Traum Schrei. Die späte Rehabilitierung – die Verleihung des Nationalpreises Erster Klasse der DDR durch Erich Honecker 1986 – sah Müller selbst als Zeichen nahenden Untergangs des Staates, in dem zu leben ihm so wichtig, weil für sein Schreiben Bedingung war: „Die DDR ist mir wichtig, weil alle Trennlinien der Welt durch dieses Land gehen. Das ist der wirkliche Zustand der Welt, und der wird ganz konkret in der Berliner Mauer.“[4] Eine Kompilation mit Stücken, die erstmals auch diejenigen Dramen enthielt, die Müllers internationalen Ruhm begründet hatten, erschien in der DDR erst 1988 (herausgegeben von dem Theaterwissenschaftler Joachim Fiebach).

Im Jahr des Mauerfalls, 1989, gab Frank Hörnigk eine Sammlung mit Texten Heiner Müllers heraus (Heiner Müller Material), die neben seinem dramatischen Schaffen entstanden waren und dennoch in ihrer poetischen Sprengkraft seinen Stücken in nichts nachstehen. Die in diesem heterogenen Material-Band versammelten Prosatexte, Essays, Briefe, Gedichte und Reden zeigen die Gestaltungsvielfalt müllerschen Schreibens und spiegeln zugleich seine Tendenz zur Zertrümmerung der traditionellen Gattungsnormen unter Beibehaltung absoluter Genauigkeit in der Formulierung wider. In der von Frank Hörnigk bei Suhrkamp herausgegebenen zwölfbändigen Werkausgabe sind neben den bereits bekannten auch viele neue, an entlegenen Orten veröffentlichte oder im Nachlass aufgefundene Texte publiziert worden. Zugleich wurde nun aber Müllers Arbeit wieder entsprechend der von ihm ad acta gelegten Kategorien „Gedichte“, „Stücke“, „Prosa“, „Schriften“ usw. separiert, weshalb diese Ausgabe in puncto Originalität weit hinter die bei Rotbuch verlegte Edition zurückfällt. Werk- und Auswahlausgaben erschienen darüber hinaus in vierzehn europäischen Ländern sowie in Israel, Japan, Brasilien, den USA und andernorts.

Seine Stücke sind auf den Bühnen der ganzen Welt zu Hause. Besonders intensiv werden sie nach wie vor in Frankreich wahrgenommen, wo auch erstmals ein Band mit Manuskripten Müllers verlegt wurde – eine von Jean Jourdheuil herausgegebene Auswahl von Blättern zur Hamletmaschine. Eine kritische Ausgabe seiner Texte, die Müllers Bedeutung entspricht, gibt es noch nicht. Die Sekundärliteratur zu Heiner Müller ist umfangreich, doch fehlt es noch immer an genauen Auseinandersetzungen mit seinen Texten, die nicht von dem vermeintlichen Wissen um „das, was er wollte“ getrübt sind. Seit der ersten deutschsprachigen Überblicksdarstellung zum Werk Heiner Müllers von Genia Schulz 1980 ist die Zahl der Exegeten und damit der Publikationen stark gewachsen.

Dramen[Bearbeiten]

Probe zu Ödipus, Tyrann, 1967
  • 1951: Das Laken
  • 1956/57: Der Lohndrücker
  • 1957: Die Korrektur I
  • 1958: Die Korrektur II
  • 1957/58: Klettwitzer Bericht 1958 – Eine Hörfolge
  • 1958: Glücksgott
  • 1961: Die Umsiedlerin oder Das Leben auf dem Lande
  • 1958/1964: Philoktet
  • 1963/64: Der Bau
  • 1966/67: Sophokles/Ödipus, Tyrann
  • 1968: Der Horatier
  • 1970: Mauser
  • 1971: Macbeth
  • 1956/71: Germania Tod in Berlin
  • 1972: Zement
  • 1951/74: Die Schlacht
  • 1955/61/74: Traktor
  • 1976: Leben Gundlings Friedrich von Preußen Lessings Schlaf Traum Schrei. Ein Greuelmärchen
  • 1977: Die Hamletmaschine
  • 1978: Bertolt Brecht/Der Untergang des Egoisten Johann Fatzer[5]
  • 1979: Der Auftrag
  • 1980/81: Quartett
  • 1982: Verkommenes Ufer Medeamaterial Landschaft mit Argonauten
  • 1984: Wolokolamsker Chaussee I: Russische Eröffnung
  • 1984: Anatomie Titus Fall of Rome Ein Shakespearekommentar
  • 1984: Bildbeschreibung
  • 1985/86: Wolokolamsker Chaussee II: Wald bei Moskau
  • 1985/86: Wolokolamsker Chaussee III: Das Duell
  • Wolokolamsker Chaussee IV: Kentauren
  • Wolokolamsker Chaussee V: Der Findling
  • 1995: Germania 3 Gespenster am toten Mann

Hörspiele[Bearbeiten]

  • Die Morgendämmerung löst die Ungeheuer auf, Einreich. z. Hörspielwettbewerb d. Berliner Rundfunks (Ende 40er/ Anfang 50er), Lobende Erwähnung, Manuskript verschollen
  • Der Lohndrücker, als dokumenatarisches Hörspiel verfasster Stücktext,(Anfang 50er Jahre), Manuskript verschollen
  • Die Korrektur - ein Bericht über den Aufbau des Kombinats Schwarze Pumpe 1957 - 1. Fassung, (zusammen mit Inge Müller), Dramaturgie: Christa Vetter, Regie: Wolfgang Schonendorf; sollte am 26. März 1958 auf Radio DDR urgesendet werden, wurde damals aber abgesetzt, Ursendung: 4. Januar 1997, MDR Kultur
  • Die Brücke, Dokumentarhörspiel, (zusammen mit Inge Müller), Komposition: Rolf Kuhl, Regie: Wolfgang Schonendorf, Ursendung: 13. Oktober 1958.
  • Die Korrektur - ein Bericht über den Aufbau des Kombinats Schwarze Pumpe 1957 - 2. Fassung, (zusammen mit Inge Müller), Dramaturgie: Christa Vetter, Regie: Wolfgang Schonendorf, Ursendung: 13. November 1958
  • Der Tod ist kein Geschäft, Kriminalhörspiel unter dem Pseudonym Max Messer, Dramaturgie: Gerhard Rentzsch, Regie: Hans Knötzsch, Ursendung: 1. November 1962, s. CD, ISBN 978-3-937815-62-6.
  • Aljoschas Herz, Kinderhörspiel nach Michail Scholochow, Dramaturgie: Alfred Schrader, Musik: Siegfried Matthus, Regie: Fritz Göhler, Ursendung: 10. Dezember 1962
  • Winterschlacht '63, Radiopoem über die Rettung des Kraftwerks Elbe, nur als honoriertes Manuskript vorhanden, Produktion und Sendung nicht verifizierbar
  • Der Kamelaugebrunnen, Kinderhörspiel, Dramaturgie: Alfred Schrader, Musik: Siegfried Matthus, Regie: Fritz Göhler, Ursendung: 18. Dezember 1963
  • Sierra an Merdian, Utopisches Kinderhörspiel (zusammen mit Carlos Rasch), Regie: Werner Grunow, Ursendung: 3. Dezember 1964
  • Prometheus, deutsche Übersetzung nach Aischylos, Dramaturgie Siegfried Pfaff, Regie: Walter Niklaus, Erstsendung: 1. Februar 1970[6]
  • Ajax zum Beispiel, Regie: Wolfgang Rindfleisch (DLF/MDR) 1996

Lyrik[Bearbeiten]

  • um 1950: [Auf Wiesen grün …]
  • um 1950: Der Vater
  • um 1950: Der glücklose Engel
  • 1963: Neujahrsbrief 1963
  • um 1963: Kindheit
  • 1968: Lied vom CIA[7]
  • 1970: Leninlied
  • 1986: Phönix (für Udo Lindenberg)[8]
  • um 1989: Fernsehen
  • um 1990: Leere Zeit (Nachlass)
  • 1992: Selbstkritik 2 Zerbrochener Schlüssel
  • 1992: Herakles 13
  • 1993: Mommsens Block
  • 1993: Senecas Tod
  • 1993: Seife in Bayreuth
  • 1994: Ajax zum Beispiel
  • 1995: Vampir

Prosa[Bearbeiten]

  • 1951: Bericht vom Großvater
  • 1951: Der Bankrott des großen Sargverkäufers
  • 1958: Der Vater
  • 50er Jahre: [Ich hatte gerade Dostojewskis ...] (Nachlass)
  • 1972: Herakles 2 oder die Hydra
  • 1975/76: Todesanzeige
  • 1987: MAeLSTROMSÜDPOL
  • nach 1992: [Im Herbst 197.. starb ...] (Nachlass)
  • 1995: Traumtext Oktober 1995

Schriften, Reden, Essays[Bearbeiten]

  • 1951: Das Volk ist in Bewegung
  • 1954: Nicht für Eisenbahner. Kritische Bemerkungen zu einem Heimatbuch
  • 1961: Selbstkritik Heiner Müllers
  • 1961: Grußadresse an eine Akademie
  • 1979: Fatzer ± Keuner
  • 1985: Die Wunde Woyzeck
  • 1987: New York oder Das eiserne Gesicht der Freiheit
  • 1988: Shakespeare Eine Differenz
  • 1989: 4. November 1989 Alexanderplatz Berlin/DDR
  • 1990: Deutschland ortlos. Anmerkung zu Kleist

Bildende Kunst[Bearbeiten]

  • Die Endlichkeit der Freiheit. Ein Ausstellungsprojekt in Ost und West, AK hrsg. v. Wulf Herzogenrath, Joachim Sartorius und Christian Tannert, Edition Hentrich, Berlin 1990, ISBN 3-926175-86-9. (Kuratoren: Heiner Müller, Rebecca Horn und Jannis Kounellis).
  • Heiner Müller Bildbeschreibung. Ende der Vorstellung, hrsg. v. Ulrike Haß, Theater der Zeit, Berlin 2005, ISBN 3-934344-60-7.
  • Mark Rabe: Besiegte durch Schmerzerfahrung. Heiner Müllers Gedenkort für Luigi Nono in Groningen. Die Blaue Eule, Essen 2012, ISBN 978-3-89924-354-3.
  • Internationale Tagung: Heiner Müllers Poetik der Bildlichkeit. Intermediale Dispositive zwischen Drama, Bild und Musik. Haus der Geschichte des Ruhrgebiets Bochum, Nov. 2012.

Autobiografie[Bearbeiten]

  • Krieg ohne Schlacht. Leben in zwei Diktaturen. Eine Autobiographie. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1992, ISBN 3-462-02172-9.
  • Krieg ohne Schlacht. Leben in zwei Diktaturen. Eine Autobiographie. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1994, ISBN 3-462-02320-9. (erweitert um ein Dossier mit Stasi-Unterlagen und Texten zu Stasivorwürfen gegen Heiner Müller)

Interviews/Gespräche[Bearbeiten]

  • Rotwelsch. Merve, Berlin 1982, ISBN 3-88396-024-1.
  • Gesammelte Irrtümer 1. Interviews und Gespräche. Verlag der Autoren, Frankfurt am Main 1986, ISBN 3-88661-072-1.
  • Gesammelte Irrtümer 2. Interviews und Gespräche. Verlag der Autoren, Frankfurt am Main 1990, ISBN 3-88661-103-5.
  • Gesammelte Irrtümer 3. Texte und Gespräche. Verlag der Autoren, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-88661-150-7.
  • Heiner Müller, Frank M. Raddatz u. a.: Zur Lage der Nation. Rotbuch, Berlin 1990, ISBN 3-88022-023-9.
  • Heiner Müller, Frank M. Raddatz u. a.: Jenseits der Nation. Rotbuch, Berlin 1991, ISBN 3-88022-059-X.
  • Ich bin ein Neger. Eine Diskussion mit Heiner Müller. Haeusser, Darmstadt 1994, ISBN 3-927902-94-2.
  • Alexander Kluge, Heiner Müller: Ich schulde der Welt einen Toten. Gespräche, Rotbuch, Hamburg 1996, ISBN 3-88022-512-5.
  • Alexander Kluge, Heiner Müller: Ich bin ein Landvermesser. Gespräche mit Heiner Müller. Neue Folge, Rotbuch, Hamburg 1996, ISBN 3-88022-512-5.

Werkausgabe[Bearbeiten]

  • Heiner Müller Gedichte 1949-89. Der Dichter selbst besorgte 1992 die Zusammenstellung und Redaktion dieser ersten Buchausgabe seiner Gedichte. Alexander Verlag, Berlin.

Seit 1998 gibt Frank Hörnigk die Werke Heiner Müllers unter Berücksichtigung des Bestandes der Stiftung Archiv der Akademie der Künste Berlin (Nachlass Heiner Müllers) bei Suhrkamp heraus.

Bildbände[Bearbeiten]

CDs[Bearbeiten]

  • Heiner Müller liest Heiner Müller (CD), Alexander Verlag, Berlin 2004.
  • Heiner Müller – Die Hamletmaschine, Musik: Einstürzende Neubauten (CD), EGO Berlin und FREIBANK Hamburg, Textrechte: Henschel-Schauspieltheaterverlag Berlin, Reihe EGO Nr.111, Rough Trade Records Herne 1991.
  • Heiner Müller – Die Hamletmaschine, Musik: Wolfgang Rihm (CD), Wergo, Chor und Orchester des Nationaltheaters Mannheim
  • Der Tod ist kein Geschäft (CD), Kriminalhörspiel von Max Messer d.i. Heiner Müller, Regie: Hans Knötzsch, Ursendung: 1. November 1962, Berliner Rundfunk, Hoerwerk Leipzig 2004, ISBN 3-937815-62-7.
  • „Ajax zum Beispiel“ (CD in Zigarrenbox), Egobar mit Blixa Bargeld, Sibylle Berg, Gregor Gysi, Günter „Baby“ Sommer, Joachim Witt, Egobar Recordings 2007.
  • in: Dichtung des 20. Jahrhunderts: Meine 24 sächsischen Dichter. Hrsg. Gerhard Pötzsch, (2 CDs), Militzke Verlag, Leipzig 2009, ISBN 978-3-86189-935-8.
  • MÜLLER MP3. Tondokumente 1972–1995. 36 Stunden größten Teils unveröffentlichte Tonaufnahmen (4 CDs im MP3-Format mit ausführlichem Begleitbuch). Alexander Verlag, Berlin/ Köln 2011, ISBN 978-3-89581-129-6.

Verfilmungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerda Baumbach: Dramatische Poesie für Theater. Heiner Müllers "Bau" als Theatertext. Phil. Diss. Leipzig 1978, DNB 801176298.
  • Norbert Otto Eke: Heiner Müller. Reclam, Stuttgart 1999, ISBN 3-15-017615-8.
  • Joachim Fiebach: Inseln der Unordnung. Fünf Versuche zu Heiner Müllers Theatertexten. Henschel Verlag, Berlin 1990, ISBN 3-362-00438-5.
  • Gottfried Fischborn: Stückeschreiben. Claus Hammel, Heiner Müller, Armin Stolper. Akademie-Verlag, Berlin (DDR) 1981, DNB 810655187, S. 43–126.
  • Gottfried Fischborn: Peter Hacks und Heiner Müller. Essay. Verlag André Thiele, Mainz 2012, ISBN 978-3-940884-72-5.
  • Theo Girshausen: Die Hamletmaschine. Heiner Müllers Endspiel. Prometh Verlag, Köln 1978, ISBN 3-922009-4 (formal falsche ISBN).
  • Theo Girshausen: Realismus und Utopie. Die frühen Stücke Heiner Müllers. Prometh Verlag, Köln 1981, ISBN 3-922009-36-0.
  • Heiner Goebbels, Nikolaus Müller-Schöll (Hrsg.): Heiner Müller sprechen. Inkl. Audio-CD: Josef Bierbichler liest Heiner Müller. theater der zeit, Berlin 2009, ISBN 978-3-940737-38-0.
  • Jan-Christoph Hauschild: Heiner Müller oder das Prinzip Zweifel. Eine Biographie. Aufbau, Berlin 2001, ISBN 3-351-02516-5.
  • Günther Heeg, Theo Girshausen (Hrsg.): Theatrographie. Heiner Müllers Theater der Schrift. Verlag Vorwerk 8, Berlin 2009, ISBN 978-3-930916-89-4.
  • Frank Hörnigk: Kalkfell für Heiner Müller. Theater der Zeit, DNB 94740953X.
  • Frank Hörnigk: Geschichte im Drama. Phil Diss. B (Habil.schrift). Humboldt-Universität, Berlin 1981, DNB 820098957.
  • Frank Hörnigk (Hrsg.): Heiner-Müller-Material. Reclam, Leipzig 1990, ISBN 3-379-00453-7.
  • Eva C. Huller: Griechisches Theater in Deutschland: Mythos und Tragödie bei Heiner Müller und Botho Strauß. Böhlau, Weimar/ Köln 2007, ISBN 978-3-412-20041-1.
  • Hans-Thies Lehmann, Patrick Primavesi (Hrsg.): Heiner-Müller-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. Metzler, Stuttgart 2003, ISBN 3-476-01807-5.
  • Helmut Kreuzer, Karl-Wilhelm Schmidt (Hrsg.): Dramaturgie in der DDR (1945–1990). Band 2 (1970–1990). Universitätsverlag C. Winter Heidelberg 1998, ISBN 3-8253-0742-5, S. 240–265, zu Müllers Macbeth siehe S. 22–71, 415–449.
  • Jan Linders (Hrsg.): Nahaufnahme Robert Wilson. Alexander Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-89581-165-4.
  • Janine Ludwig: Heiner Müller, Ikone West. Das dramatische Werk Heiner Müllers in der Bundesrepublik - Rezeption und Wirkung. Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main u.a. 2009, ISBN 978-3-631-58854-3.
  • Janine Ludwig: Macht und Ohnmacht des Schreibens. Späte Texte Heiner Müllers. Kadmos Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-86599-085-3.
  • Frank Raddatz: Der Demetriusplan oder wie sich Heiner Müller den Brechtthron erschlich. Theater der Zeit, Berlin 2010, ISBN 978-3-940737-70-0.
  • Frank Raddatz: Dämonen unterm roten Stern: Zur Geschichtsphilosophie und Ästhetik Heiner Müllers. Metzler-Verlag, Stuttgart 1991, ISBN 3-476-00752-9.
  • Wolfgang Schivelbusch: Sozialistisches Drama nach Brecht. Drei Modelle: Peter Hacks - Heiner Müller - Hartmut Lange. Luchterhand, Darmstadt/ Neuwied 1974, ISBN 3-472-61139-1.
  • Marc Silberman: Heiner Müller. Rodopi Verlag, Amsterdam 1980, ISBN 90-6203-603-1.
  • Genia Schulz: Müller, Heiner. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 18, Duncker & Humblot, Berlin 1997, ISBN 3-428-00199-0, S. 403–405 (Digitalisat).
  • Ingo Schmidt, Florian Vaßen: Bibliographie Heiner Müller 1948–1992. Aisthesis, Bielefeld 1993, ISBN 3-925670-48-3.
  • Ingo Schmidt, Florian Vaßen: Bibliographie Heiner Müller 1993–1995. Aisthesis, Bielefeld 1996, ISBN 3-89528-151-4.
  • Christian Schulte, Brigitte Maria Mayer (Hrsg.): Der Text ist der Coyote. Heiner Müller Bestandsaufnahme. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-518-12367-X.
  • Kristin Schulz: Attentate auf die Geometrie. Heiner Müllers Schriften der „Ausschweifung und Disziplinierung“. Alexander Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-89581-203-3.
  • Genia Schulz: Heiner Müller. Metzler, Stuttgart 1980, ISBN 3-476-10197-5-.
  • Wolfgang Storch (Hrsg.): Explosion of a memory. Heiner Müller, DDR. Ein Arbeitsbuch. Ed. Hentrich, Berlin 1988, ISBN 3-926175-57-5.
  • Wolfgang Storch, Klaudia Ruschkowski (Hrsg.): Die Lücke im System. Philoktet. Heiner Müller. Werkbuch. theater der zeit, Berlin 2005, ISBN 3-934344-45-3.
  • Wolfgang Storch, Klaudia Ruschkowski (Hrsg.): Sire, das war ich. Leben Gundlings Friedrich von Preußen Lessings Schlaf Traum Schrei Heiner Müller Werkbuch. theater der zeit, Berlin 2007, ISBN 978-3-934344-91-4.
  • Wolfgang Storch, Klaudia Ruschkowski, Peter Kammerer (Hrsg.): Working for Paradise. Der Lohndrücker. Heiner Müller Werkbuch. theater der zeit, Berlin 2011, ISBN 978-3-942449-07-6.
  • Stephan Suschke: Müller macht Theater. Zehn Inszenierungen und ein Epilog. theater der zeit, Berlin 2003, ISBN 3-934344-31-3.
  • Falk Strehlow: Balke – Heiner Müllers „Der Lohndrücker“ und seine intertextuellen Verwandtschaftsverhältnisse. Ibidem-Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-89821-235-1.
  • Arlene Akiko Teraoka: The Silence of Entropy or Universal Discourse. The Postmodernist Poetics of Heiner Müller. Verlag Peter Lang, New York/ Bern/ Frankfurt am Main 1985, ISBN 0-8204-0190-0.
  • Theodoros Terzopoulos: Im Labyrinth: Theodoros Terzopoulos begegnet Heiner Müller. Theater der Zeit, Berlin 2009, ISBN 978-3-940737-35-9.
  • Matthias Thalheim: Fatzer im Radio – Heiner Müller inszeniert Brechts Dramenfragment als Hörspiel. Theater der Zeit 1/1997
  • Miodrag Vukčević: Die Morgenröte der Geschichte ; Das Thema 'Gewalt' in Heiner Müllers „Der Lohndrücker“, „Philoktet“, „Mauser“ und „Der Auftrag“. (Bochumer Germanistik, Bd. Nr. 7). Bochum 2006, ISBN 3-89966-142-7.
  • Georg Wieghaus: Zwischen Auftrag und Verrat. Werk und Ästhetik Heiner Müllers. Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main/ Bern/ New York/ Nancy 1984, ISBN 3-8204-5308-3.
  • Kurzbiografie zu: Müller, Heiner. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band 2, Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.

Fremdsprachige Ausgaben[Bearbeiten]

  • Russisch

Х. Мюллер, П. Хакс, Позтическая драма (Heiner Müller, Peter Hacks, Poetisches Drama), Moskau: Raduga Verlag, 1983 (Philoktet, Herakles 5, Der Horatier, zweisprachige Ausgabe Deutsch/Russisch)

Гамлет-машина / Мюнхенская свобода и другие пьесы. ('Hamletmaschine', in: Münchener Freiheit und andere Stücke) / Moskau: Новое литературное обозрение, 2004, S. 161–170.

  • Englisch

Hamletmachine and Other Texts for the Stage, New York: Performing Arts Journal Publications, 1984, ISBN 0-933826-45-1.

A Heiner Müller Reader: Plays.Poetry.Prose, Baltimore and London: The Johns Hopkins University Press, 2001, ISBN 0-8018-6578-6.

  • Finnisch

Hamletinkone. Suom. Outi Nyytäjä. Helsinki: Yleisradio, 1988

Germania kuolema Berliinissä. Helsinki, 1992

  • Französisch

Hamlet-machine (précédé de Mauser, Horace, Herakles 5, le Père, Deux lettres, Avis de décès, Adieu à la pièce didactique, Autoportrait deux heures du matin le 20 aout 1959, Projection 1975), Minuit, 1979

  • Türkisch

Hamlet Makinesi (Hamlet Makinesi, Philoktetes, Horatialı, Mavzer, Germania Berlin'de Ölüm, Savaş, Görev, Kuartet, Resim Tasviri), Çev. Zehra Aksu Yılmazer, de ki Yayınevi, Ankara, 2008

  • Albanisch

Filokteti. Pristina, 1982

Filme[Bearbeiten]

  • Der Terror von dem ich schreibe, kommt aus Deutschland Dokumentation, Deutschland 1989, Regie: Susanne Müller-Hanpft, Martin Bosboom. Ansehen Fokusfilm Frankfurt am Main
  • Die Zeit ist aus den Fugen Dokumentation, Deutschland, 1990, 100 Min., Regie: Christoph Rüter. Inhaltsangabe bei Christoph Rüter Filmproduktion
  • Deutsche Lebensläufe: Kommt Zeit, kommt Tod – Der Dichter Heiner Müller. Dokumentarfilm, Deutschland, 2001, 60 Min., Buch und Regie: Gabriele Conrad und Gabriele Denecke, Produktion: rbb (SFB, ORB), SWR, Inhaltsangabe vom rbb
  • Anatomie Titus Fall of Rome – Ein Shakespearekommentar. Theater-Inszenierung der Münchner Kammerspiele aus dem Haus der Berliner Festspiele, Berlin 2004, Inszenierung: Johan Simons, Produktion: ZDFtheaterkanal, 3sat, 105 Min., Inhaltsangabe von 3sat
  • Ich will nicht wissen, wer ich bin – Heiner Müller. Dokumentation, Deutschland, 2009, 60 Min., Buch: Thomas Irmer, Regie: Christoph Rüter, Produktion: ZDFtheaterkanal, 3sat, Erstausstrahlung: 10. Januar 2009, Inhaltsangabe bei Christoph Rüter Filmproduktion
  • Müllers Nachbarn. Dokumentar-Video, Deutschland, 2009, 45 Min., Regie: Anja Quickert, Kamera: Jens Crull, Andreas Deinert, Produktion: Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Hinweis:[9]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heiner Müller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellenangaben[Bearbeiten]

  1. a b Bengt Algot Sørensen: Geschichte der deutschen Literatur 2: Vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart, C.H. Beck, München, 2010, S. 427.
  2. Über 385 Vorstellungen der Inszenierung von Heiner Müller Repertoire des BE, abgerufen am 15. Juli 2013.
  3. Peter Laudenbach: Das Orakel spricht. Der Tagesspiegel, 9. Januar 2009, abgerufen am 15. Mai 2013.
  4. Gesammelte Irrtümer 1, S. 135.
  5. Heiner Müller inszenierte das Stück 1987/ 1998 als Hörspiel für den Rundfunk der DDR, s.a. Aufstellung: Inge und Heiner Müller: Rundfunkarbeiten
  6. Heiner und Inge Müller - Rundfunkarbeiten (u.a.). henschel SCHAUSPIEL, 25. Mai 2007, abgerufen am 2. April 2014 (PDF).
  7. zur Musik von Robert M. Lumer, Rundfunkproduktion, auch auf AMIGA – 8 50 153, Oktober-Klub Berlin: Unterm Arm die Gitarre erschienen, Text in Werke 1 - Die Gedichte nicht enthalten
  8. auf dem LP-Album Udo Lindenberg Phönix, Polydor 1986, in Werke 1 - Die Gedichte nicht enthalten
  9. Gedenkfeiern zum 80. von Heiner Müller. In: Berliner Morgenpost. 4. Januar 2009.