Alašija

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Alašija in Hieroglyphen
M17 O35 M17 M17 N25

Asija
Jsjj / Jsy[1]
Zypern
M17 A2 r
Z1
Aa18 Z1 N25

Alasiya
Jrs3
Zypern

Alašija (auch Alašia, Alaschia, Alasia, Alasya, Asija; mykenisch a-ra-si) war in der späten Bronzezeit der akkadische Name für Zypern oder ein Stadtkönigreich auf Zypern. Er ist nur aus Texten aus der Levante (Ugarit, Alalach), aus dem Amarna-Archiv, der Siegeshymne des Thutmosis III., der Ortsnamenliste von Ramses II. und dem Reisebericht des Wenamun sowie dem hethitischen Reich bekannt.

Lage[Bearbeiten]

Die genaue Lage von Alašija und dessen Hauptstadt ist umstritten. H. R. Hall und R. S. Merrilees[2] wollten Alašija in Kilikien, Wainright in Nordsyrien oder Karkemisch lokalisieren. Oft wurde sie auch mit Enkomi gleichgesetzt.

In einem Projekt zu der Petrographie der Amarna-Briefe der Universität Tel Aviv[3] von Yuval Goren, Israel Finkelstein und Nadav Na'aman wurde der Ton einiger „Alašija-Briefe“ (EA 33, 34, 37, 38, RS L.1, RS 20.18) petrographisch und chemisch untersucht, die eingeschlossenen Foraminiferen identifiziert und mit Tontafeln und Scherben von bekannten Fundorten verglichen. Ophiolithreste sprechen für eine Herkunft des Tons aus der Moni-Formation am südöstlichen Rand des Troodos-Gebirges auf Zypern. Goren und andere[4] halten Kalavasos-Ayios Dhimitrios im Vasiliskos-Tal oder Alassa (Palaiotaverna) im Südwesten für die wahrscheinlichsten Herkunftsorte der Tafeln. In der Nähe von Kalavassos liegen reiche Kupfervorkommen, was diese Lokalisierung stützt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ersten Erwähnungen von Alašija finden sich in syrischen und babylonischen Texten des späten 19. Jahrhunderts v. Chr. Hethitische Texte wie die Anklage des Madduwatta vom Ende des 15. Jahrhunderts berichten von räuberischen Überfällen aus Kilikien auf Alašija. Auch die Lukka plünderten die Küste von Alašija und nahmen Geiseln, was Anlass zu Beschwerden des Königs bei dem hethitischen Großkönig gab.

In den Briefen aus dem Amarna-Archiv nennt der König von Alašija den Pharao „Bruder“, was anzeigt, dass er sich als gleichgestellt betrachtete. Er berichtet, sein Land liege unter der Hand des Nergal, was die Kupferproduktion beeinträchtige („… sie hat alle Männer meines Landes getötet, kein einziger Kupferschmelzer ist übrig …“). Das deutet auf eine Seuche hin, der vielleicht auch der Sohn des Königs zum Opfer fiel.

Handelsbeziehungen[Bearbeiten]

Das Königreich von Alašija hatte mindestens vom 15. bis zum 13. Jahrhundert v. Chr. (Late Cypriot LC IIB–LC C) lebhafte Handelskontakte mit Syrien und Ägypten. Die Amarna-Briefe stammen von den Königen von Alašija, ein Brief von dem Präfekten von Alašija. Alašija exportierte vor allem Kupfer und Holz, die gegen Silber und „süßes Öl“ eingetauscht wurden (EA 35).

Zu Ugarit bestanden freundschaftliche Beziehungen. Während der Regierungszeit von Niqmaddu III. von Ugarit ist ein Brief bezeugt, der von Kušmešuša, dem König von Alašija, gesandt wurde und die Lieferung von 33 Barren (~950 Kilogramm) Kupfer dokumentiert.[5] Kurz vor dem Fall Ugarits sandte Ešuwara, der Präfekt von Alašija, einen Brief an den König von Ugarit, in dem er diesen vor feindlichen Schiffen warnt, die kurz zuvor in Alašija angelandet und dann weitergezogen waren (RS 20.18).

Herrscher[Bearbeiten]

Andere Bewohner[Bearbeiten]

Die Amarna-Briefe überliefern auch die Namen der Boten von Alašija, dies sind Paštummē, Kunea, Etilluna, Usbarra und Belšamma[6]. Der Präfekt von Alašija trug den Namen Ešuwara.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • R. Cohen, R. Westbrook (Hrsg.): Amarna Diplomacy. Johns Hopkins University Press, Maryland 2000, S. 1–12 (Introduction: The Amarna System. S. 7–8), 2002, ISBN 0-8018-6199-3.
  • Yuval Goren: The location of Alashiya – new evidence from petrographic investigations of Alashiyan tablets from El-Amarna and Ugarit. In: American Journal of Archaeology. 107, Boston 2003, Nr. 2, S. 233–256, ISSN 0002-9114.
  • Wolfgang Helck: Zur Keftiu-, Alasia- und Ahhijawa-Frage. In: Hans-Günter Buchholz (Hrsg.), Ägäische Bronzezeit. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1987, ISBN 3-534-07028-3, S. 218–226.
  • L. Hellbing: Alasia Problems. In: Studies in Mediterranean Archaeology, LVII. Paul Aström, Göteborg 1979.
  • A. Bernard Knapp: Alashiya, Caphtor/Keftiu, and Eastern Mediterranean Trade – Recent Studies in Cypriote Archaeology and History. In: Journal of Field Archaeology. Boston 1985, Nr. 12, S. 231–250, ISSN 0093-4690.
  • Y. L. Holms: The Location of Alashiya. In: Journal of the American Oriental Society. Nr. 91, 1971, S. 426–429.
  • R. S. Merrilees: Alashiya revisited. In: Cahiers de la Revue Biblique. Nr. 22, Gabalda, Paris 1987. ISSN 0575-0741
  • Sibylle von Reden: Die Insel der Aphrodite. Vergangenheit und Gegenwart Zyperns. DuMont Schauberg, Köln 1969; Titel der 2. Aufl.: Zypern : Vergangenheit u. Gegenwart; 8000 Jahre Geschichte im Schnittpunkt dreier Kontinente. DuMont Schauberg, Köln 1974, ISBN 3-7701-0797-7.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Diese Schreibung ist in der Siegeshymne des Thutmosis III. und der Ortsnamenliste von Ramses II. belegt.
  2. R. S. Merrilees: Alashiya revisited. Cahiers de la Revue Biblique 22, 1987
  3. http://www.tau.ac.il/humanities/archaeology/projects/proj_amarna.html
  4. Yuval Goren: The location of Alashiya – new evidence from petrographic investigations of Alashiyan tablets from El-Amarna and Ugarit. In: American Journal of Archaeology. 107, Boston 2003,2, p.233–256
  5. Es handelt sich um RS 94.2475 aus dem Urtenu Archiv in Ugarit, vgl. dazu Itamar Singer: Ships Bound for Lukka: A New Interpretation of the Companion Letters RS 94.2530 and RS 94.2523. In: Altorientalische Forschungen. Band 33, 2006, S. 255.
  6. Y. Lynn Holmes: The Messengers of the Amarna Letters. In: Journal of the American Oriental Society 95/3, 1975, p.376