Alas
| Subdistrikt Alas | ||
|
|
||
| Hauptstadt | Alas | |
| Fläche | 406,96 km²[1] | |
| Einwohnerzahl | 7.179 (2010)[1] | |
| Sucos | Einwohner (2010)[2] | |
| Aituha | 702 | |
| Dotik | 1.697 | |
| Mahaquidan | 1.897 | |
| Taitudac | 1.496 | |
| Uma Berloic | 1.387 | |
| Übersichtskarte | ||
Alas (Allas, auch Cnua Alas oder Onuaalas) ist der Hauptort des osttimoresischen Subdistrikts Alas im Distrikt Manufahi.
Inhaltsverzeichnis |
Der Ort [Bearbeiten]
Der Ort Alas liegt im Inselinneren in Luftlinie, 56 km südöstlich von der Landeshauptstadt Dili und 7 km östlich von Same in einer Meereshöhe von 294 m. Er befindet sich im Norden des Sucos Mahaquidan (Malaquidan, Malagidan). Die Vororte Uma Mean (Umanican, Umamean) und Beremanek liegen ebenfalls in Mahaquidan. Die Vororte Lurin und Ailora liegen im Suco Taitudac (Taitudak, Taitudac, Taitudal). In Alas gibt es eine medizinische Station, ein Hubschrauber, eine Grundschule (Escola primaria Alas Vila) und eine Prä-Sekundärschule.[3]
Der Subdistrikt [Bearbeiten]
Alas teilt sich in fünf Sucos: Aituha, Dotik (Dotic), Mahaquidan , Taitudac und Uma Berloic (Uma Berloik). Der Südliche Lacló, der durch die Ebene von Alas fließt und hier in die Timorsee mündet, ist der größte Fluss von Manufahi. Im Zentrum von Alas, östlich des Ortes Alas, bildet er bei einem Zufluss einen großen See mit mehreren Inseln. Einen Großteil der Ostgrenze zum Subdistrikt Fatuberlio, der sich bis nördlich von Alas ausdehnt, folgt der Clerec. Kurz vor seiner Mündung bildet er die Lagoa Mapliu. Beidseitig von Lacló und Clerec finden sich im Mündungsgebiet eine Vielzahl weiterer Lagunen. Etwas östlich von der Mündung des Quelan, von dem westlich der Subdistrikt Same liegt, befindet sich das Kap Ponta Metibot, der südlichste Punkt von Alas.[4]
Der Subdistrikt Alas hat 7.179 Einwohner (2010,[1] 2004: 6.485[5]). Die größte Sprachgruppe bilden die Sprecher des Tetum Terik, eines Dialekts der Amtssprache Tetum. Der Altersdurchschnitt beträgt 17,5 Jahre (2010,[1] 2004: 17,4 Jahre[6]).
53 % der Haushalte in Alas verfügen über Kokospalmen, 49 % bauen Maniok an, 51 % Mais, 48 % Gemüse, 43 % Reis und 27 % Kaffee.[6]
Geschichte [Bearbeiten]
Alas war eines der traditionellen Reiche Timors, die von einem Liurai regiert wurden. Es erscheint auf einer Liste von Afonso de Castro, einem ehemaligen Gouverneur von Portugiesisch-Timor, der im Jahre 1868 47 Reiche aufführte.[7][8] Dem Dominikaner Manuel de Santo António gelang um 1700 die Bekehrung vom Liurai von Alas.[9] 1761/62 war Dom José, der Liurai von Alas Teil des Regierungsrats der Kolonie, der nach der Vertreibung von Gouverneur Sebastião de Azevedo e Brito die Geschicke Portugiesisch-Timors lenkte. Allerdings kam Dom José dabei ums Leben.[10]
Während der Rebellion in Cová (1868 bis 1871) unterstützte Alas die portugiesische Kolonialmacht mit eigenen Kriegern. Bei der Rebellion von Manufahi (1911/1912) stand Alas aber auf Seiten der Aufständischen.[11]
Am 27. August 1975 töteten während des Bürgerkrieges Kämpfer der UDT elf FRETILIN-Unterstützer am Strand von Meti Oan bei Wedauberek (Suco Mahaquidan). Die FRETILIN-Anhänger waren am 11. August gefangengenommen worden, einige gehörten der FRETILIN-Jugendorganisation UNETIM an. Als man erfuhr, dass Kämpfer der FRETILIN anrückten, brachte man die Gefangenen von Same zum Meti Oan und brachte sie dort um. Ein Opfer war Domingos Lobato, Präsident der UNETIM und Bruder von Nicolau und Rogerio Lobato.[12]
Alas war 1976 ein Rückzugsgebiet der FALINTIL, die gegen die indonesischen Invasoren kämpfte. Hier gründete sie die base de apoio Centro Sul, eine Widerstandsbasis, die Zuflucht für Flüchtlinge aus Manatuto, Same, Dili, Liquiçá, Ermera, Aileu und Ainaro bot. 1978 kamen weitere Flüchtlinge aus Turiscai dazu. Im August 1978 wurde die Basis von den Indonesiern angegriffen. Im Laufe der dreimonatigen Belagerung starben auch viele Zivilisten durch die Kampfhandlungen und durch Hunger. Tausende Ostimoresen mussten sich ergeben oder wurden gefangen genommen und wurden in Militärcamps in Betano, Selihassan, Same, Uma Metan (deutsch Schwarzes Haus, ein temporäres Lager 400 Meter südlich von Alas) und Lebos (einem temporären Lager zwei Kilometer südwestlich von Alas) interniert. Sie stammten auch aus anderen Regionen Osttimors, wie Same, Fatuberlio, Turiscai, Maubisse, Aileu, Soibada und Natarbora. Allein in Uma Metan lebten zeitweise 8000 Menschen. Die einzige Wasserstelle war 500 Meter entfernt und für jede Person gab es nur eine kleine Dose Mais pro Woche zum essen. Das Camp zu verlassen, um nach Nahrung zu suchen oder Gärten anzulegen, war verboten. Fünf bis sechs Menschen starben pro Tag an Hunger, so eine Zeugenaussage. Andere litten an Krankheiten, wie Tuberkulose, Beri-Beri oder Durchfallerkrankungen. Medizinische Versorgung gab es nicht. Auch Exekutionen von am Widerstand Beteiligten waren üblich. Die Kranken starben. Auf Befehl der Soldaten bauten die Internierten eine Dorfhalle und eine Schule. In der Schule unterrichteten die Soldaten die indonesische Sprache. Allerdings war die Schule im Grunde nur für junge Frauen, so dass sie in der Realität schnell zu einem Zentrum der Vergewaltigung durch Armeeangehörige wurde. Nach Angaben Einheimischer sollen in Uma Metan etwa 2.000 Menschen in Massengräbern beerdigt sein. Ein weiteres „Umsiedlungslager“ befand sich in Besusu (Suco Uma Berloic). Uma Metan und Lebos waren auch wichtige Militärstützpunkte der Indonesier im Kampf gegen den Widerstand in den Bergen von Manufahi. Unter anderem waren hier Einheiten des Luftlandebataillon 700, der Bataillone 745 und 310 und der Spezialeinheit Kopassandha stationiert. Außerdem war Alas das Hauptquartier des Subdistrikt-Territorialkommandos (Koramil) und der Zivilverteidigung (Hansip).[13]
1979 flohen die Menschen aus den noch unbesetzten Gebieten vor Angriffen der indonesischen Armee nach Sarin oder Turiscai, das sich nun schon in indonesischer Hand befand.[13]
Zwischen 1970 und 1980 sank die Bevölkerungszahl in Alas von 5.034 auf 3.574 Einwohner um 29,0 %.[13]
1981 wurden die Einwohner von Bubussuso und Fahinehan (Subdistrikt Fatuberlio) von den indonesischen Besatzern nach Dotik zwangsumgesiedelt. Für sie wurde der neue Ort Weberec gegründet. Die Menschen standen in Verdacht, die Widerstandskämpfer der FALINTIL mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Da die Menschen aus Fatuberlio als Bergbewohner nur ihre fruchtbaren Felder gewohnt waren, hatten sie Schwierigkeiten im heißen, sumpfigen Flachland, was zu vielen Todesfällen führte.[13]
Zwischen dem 10. und 16. November 1998 führten die Streitkräfte Indonesiens eine Militäraktion im Subdistrikt Alas durch. Sie war die Reaktion auf einen Angriff der FALINTIL auf das indonesische Militär am 9. November 1998. Dabei waren drei indonesische Soldaten getötet und 13 gefangen genommen worden. Elf Soldaten wurden später freigelassen. Auch neun FALINTIL-Kämpfer kamen ums Leben. Am 13. November griff das indonesische Militär den Suco Taitudac an und nahm Vicente Xavier, den Dorfchef und vier weitere Personen fest. Sie wurden nach Barique gebracht und dort hingerichtet. Der Kommandeur der indonesischen Truppen in Osttimor erklärte, der Dorfchef sei der führende Kopf hinter der FALINTIL-Aktion gewesen. Am 15. November wurde das Dorf Turin und erneut Taitudac vom indonesischen Militär angegriffen. Zwei Nichten von Vicente Xavier, beides Teenager, wurden festgenommen und im militärischen Hauptquartier des Distrikts in Same in Einzelhaft arrestiert. Elf weitere Menschen wurden am 16. November von Kopassus in den Sucos Taitudac und Betano verhaftet. Auch in Aituha wurden Häuser niedergebrannt. Viele Bewohner der angegriffenen Dörfer flohen in die Wälder oder suchten Zuflucht in katholischen Gemeindehäusern. Die Zurückgebliebenen mussten mit Nahrungs- und Wasserknappheit kämpfen, da die Indonesier die Wasserleitung zerstört hatten. Insgesamt wurden etwa 50 Einwohner des Subdistrikts exekutiert und 30 weitere verhaftet.[13][14]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ a b c d Direcção Nacional de Estatística: 2010 Census Wall Chart (English) (PDF; 2,7 MB)
- ↑ Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 (englisch) (PDF; 9,8 MB)
- ↑ UNMIT-Landkarte von Manufahi, August 2008 (PDF; 523 kB)
- ↑ UNMIT-Landkarte vom August 2008 (PDF; 523 kB)
- ↑ Direcção Nacional de Estatística Census 2004
- ↑ a b Direcção Nacional de Estatística: Census of Population and Housing Atlas 2004 (PDF; 14,0 MB)
- ↑ TIMOR LORO SAE, Um pouco de história
- ↑ East Timor - PORTUGUESE DEPENDENCY OF EAST TIMOR
- ↑ Artur Teodoro de Matos: D. Frei Manuel de Santo António: missionário e primeiro bispo residente em Timor. Elementos para a sua biografia (1660-1733) (portugiesisch)
- ↑ Forum Hakesuk: 1769: O onze de agosto na história de Timor-Leste
- ↑ History of Timor – Technische Universität Lissabon (PDF; 824 kB)
- ↑ „Chapter 7.2 Unlawful Killings and Enforced Disappearances“ (PDF; 2,5 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
- ↑ a b c d e „Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (PDF; 1,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
- ↑ ETAN: Killings, Arrests, Disappearances in Alas, East Timor , 23. November 1998
-9.0166666666667125.8Koordinaten: 9° 1′ S, 125° 48′ O