Barique

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Barique (Begriffsklärung) aufgeführt.
Suco Barique
Der Suco Barique liegt im Norden des Subdistrikts Barique. Der Ort Barique liegt im Süden des Sucos
Daten
Fläche 114,22 km²[1]
Einwohnerzahl 478 (2010)[2]
Chefe de Suco Alexandrino Soares
(Wahl 2009)
Orte Position[3] Höhe
Barique 8° 50′ S, 126° 4′ O-8.8333333333333126.06666666667301 301 m
Caunua 8° 51′ S, 126° 4′ O-8.8469444444444126.065303 303 m
Weubani 8° 51′ S, 126° 4′ O-8.8477777777778126.06388888889303 303 m
Barique (Osttimor)
Barique
Barique

Barique ist der Hauptort des osttimoresischen Subdistrikts Barique (ehemals Barique/Natarbora) und des Sucos Barique im Distrikt Manatuto. Der Ortsname leitet sich aus dem malaiischen Wort „Perigi“ ab, was „Quelle“ bedeutet.[4]

Der Ort[Bearbeiten]

Der Ort Barique liegt im Nordosten des Distrikts Manatuto

Barique liegt im Landesinneren Timors im Suco Barique, etwa 66 km in Luftlinie südöstlich von der Landeshauptstadt Dili und knapp 37 km südlich der Distriktshauptstadt Manatuto. Der Ort liegt auf einer Meereshöhe von 301 m. Nur etwas weiter südlich liegen die Dörfer Caunua und Weubani (Webani). Die einzige Straße des Sucos verbindet Barique mit der südlichen Küstenstraße, einer der Hauptverkehrswege Osttimors. Allerdings ist diese immer wieder unterbrochen. Für die Parlamentswahlen in Osttimor 2007 mussten die Wahlurnen mit Trägern und Pferden nach Barique gebracht und wieder abgeholt werden.[5] In Barique gibt es eine Grundschule (Escola Primaria Barique),[5] einen Gesundheitsposten und einen Hubschrauberlandeplatz.[6]

Der Suco[Bearbeiten]

Der Suco bildet den Norden des Subdistrikts und hat eine Fläche von 114,22 km².[1] Er reicht hier bis an die Subdistrikte Laleia (Suco Cairui) und Manatuto (Suco Cribas). Im Westen liegen die Subdistrikte Laclubar (Sucos Fatumaquerec und Orlalan) und Soibada (Suco Samoro und Leo-Hat), weiter südlich der Suco Manehat und im Südwesten grenzt Barique an den Suco Fatuwaque. Im Osten liegt der Subdistrikt Lacluta (Distrikt Viqueque) mit seinen Sucos Ahic und Laline. Fast auf der gesamten Länge wird die Grenze vom Rio Dilor gebildet, dem wichtigsten Fluss der Region. Der Melac und Leci, Quellflüsse des Dilor, entspringen im Norden von Barique. Der Melac bildet die Grenze zu Laline. Der Leci verlässt Barique nach Laline und fließt dort in den Leec, der zusammen mit dem Melac den Dilor bildet. Kurz darauf trifft der Fluss Buco, der im Suco Orlalan entspringt, auf den Dilor. Ein linker Nebenfluss des Buco ist der Nabaonada. Er fließt entlang der Grenze zwischen den Sucos Leo-Hat und Barique. Der Tacabucan entspringt in Barique und fließt in den Dilor. Der Ribeira Culacao entspringt im Nordosten von Manehat und folgt dann grob der Grenze zwischen den Sucos Fatuwaque und Barique bis zu seiner Mündung in den Dilor. Ein rechter Nebenfluss des Culacao ist der Motobeca. Der Dilor bildet an der Grenze zu Viqueque an einer Stelle einen größeren See mit mehreren kleinen Inseln. Im Nordwesten von Barique entspringt der Haeraun, ein Nebenfluss des Laleias. Der Haeraun fließt nach Norden in den Suco Cribas. Die Landschaft des Sucos ist größtenteils bergig. Im Norden erreichen die Berge Höhen von über 1100 m.

Im Suco befinden sich die zwei Aldeias Caunua und Weubani.[7]

Im Suco Barique leben insgesamt 478 Menschen (2010,[2] 2004: 578[8]). Fast 45 % der Einwohner geben Tetum Terik als ihre Muttersprache an. Über 34 % sprechen Habun, 8,5 % Midiki, über 8 % Idaté, 2,5 % Tetum Prasa, Minderheiten Galoli, Mambai oder Lolein.[9]

Geschichte[Bearbeiten]

Barique war eines der traditionellen Reiche Timors, die von einem Liurai regiert wurden. Es erscheint auf einer Liste von Afonso de Castro, einem ehemaligen Gouverneur von Portugiesisch-Timor, die 47 Reiche im Jahre 1868 aufführt.[10][11] Während der Rebellion in Cowa leistete Barique der portugiesischen Kolonialmacht Waffenhilfe.[12]

Im Zweiten Weltkrieg bombardierte die australische Luftwaffe am 17. Mai 1943 den Ort Barique mit B-25-Bombern im Kampf gegen die Japaner.

1976 war Barique ein Rückzugsgebiet der FALINTIL, die gegen die indonesischen Invasoren kämpfte. Hier gründeten sie eine base de apoio, eine Widerstandsbasis, die Zuflucht für Flüchtlinge aus Natarbora, Laclubar, Barique und Same bot. Später wurde die Basis von den Indonesiern zerstört.[13]

1981 sollten 700 Familien aus Barique und dem ganzen Distrikt Viqueque nach Atauro deportiert werden. Das Eingreifen des Administrators von Lacluta verhinderte letztlich, dass Familien aus seinem Subdistrikt auf die Insel gehen mussten. Von den anderen starben viele an Hunger, Krankheiten und den Klimawechsel. Erst 1985/1986 kehrten einige Deportierte wieder in ihre alte Heimat zurück.[13]

Politik[Bearbeiten]

Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde Estevão dos Anjos zum Chefe de Suco gewählt.[14] Bei den Wahlen 2009 gewann Alexandrino Soares.[15]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Direcção Nacional de Estatística: Population Distribution by Administrative Areas Volume 2 English (Zensus 2010)
  2. a b Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 (englisch) (PDF-Datei; 9,35 MB)
  3. Fallingrain.com: Directory of Cities, Towns, and Regions in East Timor
  4. Geoffrey Hull: The placenames of East Timor. In: Placenames Australia (ANPS): Newsletter of the Australian National Placenames Survey, Juni 2006, S. 6 & 7, abgerufen am 28. September 2014.
  5. a b Liste der Wahllokale zu den Parlamentswahlen in Osttimor 2007 (PDF-Datei; 118 kB)
  6. UNMIT-Karte des Distrikts Manatuto, August 2008 (PDF-Datei; 567 kB)
  7. Jornal da Républica mit dem Diploma Ministerial n.° 199/09 (Portugiesisch; PDF; 323 kB)
  8. Direcção Nacional de Estatística Census 2004
  9. Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Barique (Tetum; PDF-Datei; 7,94 MB)
  10. TIMOR LORO SAE, Um pouco de história
  11. East Timor - PORTUGUESE DEPENDENCY OF EAST TIMOR (Memento vom 21. Februar 2004 im Internet Archive)
  12. History of Timor – Technische Universität Lissabon (PDF-Datei; 805 kB)
  13. a b „Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (PDF-Datei; 1,22 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  14. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2004/2005 - Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  15. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2009 - Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)

-8.8333333333333126.06666666667Koordinaten: 8° 50′ S, 126° 4′ O