All in the Family

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Seriendaten
Originaltitel All in the Family
Produktionsland Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Jahr(e) 1971–1979
Produktions-
unternehmen
Bud Yorkin Productions
CBS
Norman Lear/Tandem Productions
Länge 30 Minuten
Episoden 212
Genre Sitcom
Erstausstrahlung 12. Januar 1971 (USA) auf CBS
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
15. Juni 1974 auf III. Fernsehprogramm der Nordkette
Besetzung

Siehe: Darstellerliste

All in the Family ist eine populäre US-Sitcom der 1970er Jahre, die im New Yorker Stadtteil Queens spielt. Sie wurde vom 12. Januar 1971 bis zum 16. September 1979 auf CBS gesendet. Ihr Produzent war Norman Lear. Die Sitcom behandelte Themen, die bis dahin - abgesehen von Nachrichten und politischen Magazinen - nicht im Vorabendfernsehen vorgekommen waren, wie Rassismus, Homosexualität, Emanzipation, Vergewaltigung, Brustkrebs und Impotenz. Sie basiert auf der britischen Serie Till Death Us Do Part. Neben M*A*S*H und Mary Tyler Moore gilt All in the Family als eine das US-Fernsehen revolutionierende Comedyserie der 1970er Jahre, die die heutige TV-Landschaft erst mit ermöglichte.[1]

In Deutschland entstand mit Ein Herz und eine Seele von Wolfgang Menge etwa zeitgleich eine sehr erfolgreiche deutsche Adaption der englischen Vorlage; darum wurde All in the Family erst drei Jahre später synchronisiert und gesendet.

Hauptpersonen und Handlung[Bearbeiten]

Die brisante, kontroverse Serie handelt von einer Familie, den Bunkers aus Queens, einem Arbeiterviertel von New York City. Archie Bunker (dargestellt von Carroll O'Connor) ist Dockarbeiter. Er ist im mittleren Alter, etwas dick, ungebildet, schlecht gelaunt und grob; er hasst erbarmungslos fast jede Minderheit, seien es Schwarze, Mexikaner, Juden, Asiaten oder Katholiken. Selbst Engländer betrachtete er als schwach und homosexuell („English fags“), obwohl er selbst vermutlich englischer Herkunft ist. Er hat im Zweiten Weltkrieg gekämpft (den er immer „the big one“, den Großen, nennt) und schimpft über Franzosen wie Deutsche („frogs“ und „krauts“). Er glaubt jedes vorurteilhafte Klischee, das er je gehört hat. Selbstverständlich unterstützt er den Vietnamkrieg und den damaligen US-Präsidenten, Richard M. Nixon, den er immer fälschlicherweise „Richard E. Nixon“ nennt. Er hasst die Kriegsgegner, alle Linken und auch die Feministinnen, denn er glaubt, dass eine Frau ausschließlich zu Hause und stumm bleiben soll. Deswegen sagt er immer seiner häuslichen und netten, aber etwas simplen und unvorteilhaft gekleideten Ehefrau Edith (Jean Stapleton) „Stifle yourself!“ (ungefähr: „Würg' dich ab!“) Seine schöne Tochter Gloria (Sally Struthers) und ihr Ehemann, Michael Stivic (Rob Reiner), wohnen bei Archie und Edith, weil Michael das College besucht. Da Michaels Meinungen meist Archies widersprechen, zanken sie ständig miteinander über Politik, Frauenrecht, den Vietnamkrieg, Minderheiten und zahllose andere Themen. Archie betrachtet Mike als einen wertlosen Drückeberger und Kommunisten („pinko“, rot), der gerne schmarotzt und seine Tochter, sein liebes „little girl“, korrumpiere. Archie nennt Mike immer „Meathead" („Kloßkopf“) und wegen seiner Herkunft „dummen Polack“ (ein Schimpfwort für Polen). Hingegen ist Archie für Mike der Inbegriff jeder schlechten Eigenschaft der amerikanischen Gesellschaft: Archie ist gierig, selbstgerecht, scheinheilig, frömmlerisch, engstirnig und rassistisch. Mikes Schwiegervater symbolisiert für ihn das unerbittliche Sprichwort der 1960er, „Wenn du kein Teil der Lösung bist, bist du ein Teil des Problems“ („If you're not a part of the solution, you're a part of the problem“).

Bedeutung[Bearbeiten]

Das Konzept von All in the Family erwies sich als bahnbrechend. Bislang wäre es unfassbar gewesen, solch heikle Themen im Fernsehen darzustellen, geschweige denn rassistische Schimpfwörter wie „Coloreds“ (Farbige) für Schwarze (dieser Begriff war schon längst überholt), „Hebe“ für Juden, „Greaser“ (Fettige) für Mexikaner und andere zu äußern. Norman Lear sagte, er habe den Charakter Archies nach seinem eigenen Vater geformt, der sehr engstirnig gewesen sei. Lears Vater hatte seinem Sohn einst gesagt, Norman sei „der faulste Weiße, den ich je gekannt habe“. Lear und Carroll O'Connor waren in ihrer politischen Haltung linksgerichtet, und es war ihre Hoffnung, dass der groteske, lächerliche Archie die Absurdität und Ungerechtigkeit von Vorurteilen, Krieg und Hass beweisen würde. Beide wurden enttäuscht und ihre wohlgemeinten Pläne schlugen fehl: Es erwies sich, dass eine deutliche Mehrheit der Fernsehzuschauer die Serie liebte, gerade weil man sich mit Archie identifizierte und ihm zustimmte. Die Serie war neben dem englischen Original eines der Vorbilder für die deutsche Fernsehserie Ein Herz und eine Seele.

Darsteller[Bearbeiten]

Rolle Schauspieler
Archie Bunker Carroll O'Connor
Edith Bunker Jean Stapleton
Michael Stivic Rob Reiner
Gloria Stivic Sally Struthers
Frank Lorenzo Vincent Gardenia

Ableger[Bearbeiten]

Die Serie hat zahlreiche Ableger hervorgebracht.

DVD[Bearbeiten]

Die ersten sieben Staffeln sind bereits im Regionalcode 1 erschienen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mary Tyler Moore

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: All in the Family – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien