Alois Bröder

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Alois Bröder (* 20. Januar 1961 in Darmstadt) ist ein deutscher Komponist.

Werdegang[Bearbeiten]

Ersten Gitarrenunterricht hatte er seit 1977 bei Cord Meijering, bei dem er 1983 bis 1985 auch seinen ersten Kompositionsunterricht erhielt. Während er diesen Unterricht gleichzeitig bei Dietrich Boekle vertiefte, begann er 1982 an der Darmstädter Akademie für Tonkunst sein Gitarrenstudium bei Olaf Van Gonnissen. Noch bevor er dieses 1986 abschloss, fing er 1985 ebenfalls in Darmstadt bei Toni Völker ein Kompositionsstudium an, welches er 1989 beendete. 1993 wechselte er an die Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf, um seine Kompositionsstudien bei Manfred Trojahn fortzusetzen. Elektronische Komposition studierte er schließlich 1995 bis 1999 bei Hans Ulrich Humpert an der Hochschule für Musik in Köln. Seine Werkliste umfasst gegenwärtig etwa 90 Arbeiten für verschiedenste instrumentale und vokale Besetzungen, wobei Kompositionen für Orchester und Kammermusik für Gitarre sich als Schwerpunkte seiner Tätigkeit herausbildeten.

Interpreten seiner Orchestermusik waren unter anderem das Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra (Dirigent Michiyoshi Inoue), die Radiophilharmonie Hannover des NDR (Dirigent Johannes Kalitzke), das RTV Slovenija Symphony Orchestra Ljubljana (Dirigent Lior Shambadal), die Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz (Dirigent Ari Rasilainen) oder die Bielefelder Philharmoniker (Dirigent Peter Kuhn). Interpreten seiner Gitarrenmusik waren unter anderem Olaf Van Gonnissen, Tilman Hoppstock, Jürgen Ruck, Christoph Jäggin, Christopher Brandt oder Maximilian Mangold.

1998 erhielt er ein Stipendium für die Cité Internationale des Arts in Paris, 2003 das Moldau-Stipendium für einen Aufenthalt im Egon Schiele Art Centrum in Český Krumlov und 2011 das Stipendium für das Deutsche Studienzentrum in Venedig. Für seine Kompositionen wurde er unter anderem 1993 beim „Contest for orchestra works to commemorate the semicentennial of the Tokyo Metropolitan Government“ für „Îsôt als blansche mains” und 1992 beim „1. internationalen Kompositionswettbewerb für Gitarre und Streicher Berlin“ für „Sprünge“ ausgezeichnet.

Zahlreiche seiner Werke wurden unter anderem bei folgenden Verlagen veröffentlicht: Edition Gravis Berlin, Verlag Neue Musik Berlin, Heinrichshofen’s Verlag Wilhelmshaven und Edition Tonger Köln/Karlsruhe. 2000 erschien beim Label Melisma Wiesbaden eine Portrait-CD, 2008 bei Dreyer.Gaido die CD "Kammermusik mit Gitarre".

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Oper[Bearbeiten]

Orchestermusik[Bearbeiten]

  • Îsôt als blansche mains (1989/90) für großes Orchester (ad lib. mit Frauenchor)
  • Left Silence (1996/97) für Mezzosopran und großes Orchester, nach Texten von Richard Exner
  • Sept Variations (1998/99) für Orchester
  • Sredi Polnoči/Mitten um Mitternacht (2000/01) für großes Orchester, Sopran, Mezzosopran und Männerchor, Text: Srečko Kosovel
  • Lachen. Weinen. Blühen. Vergehen. (2003) Musik für Mezzosopran und großes Orchester nach Texten von Rainer Maria Rilke
  • Vingt Moments (2003) für Orchester
  • 1. Symphonie (2005/06) für großes Orchester
  • 18 Signale (2008) für Orchester
  • 20 Signale (2010) für Orchester
  • Sept Nouvelles Variations (2012) für Orchester
  • ADAGIO (2013/14) für Orchester

Musik für Ensemble[Bearbeiten]

Kammermusik[Bearbeiten]

Musik für Gitarre[Bearbeiten]

  • Erdferne (1987/88) für Gitarre solo
  • Kern.Spalte. (1991/92) für Altblockflöte und Gitarre
  • Sprünge (1992) für Violoncello und Gitarre
  • …keine Fährte zurückbleibt (1994) für zwei Gitarren, mit einem Text von Sami no Mansei
  • 14 Haiku (1994) für Gesang und Gitarre
  • Abbozzi (1995) für Gitarre und Klavier
  • Drei Spiele (1996) für Baritonsaxophon, Gitarre, Violoncello und Klavier
  • Circulations (2003) für Flöte, Viola und Gitarre
  • 14 neue Haiku (2005) für Gesang und Gitarre
  • Rondes (2007) für Gitarre und Harfe
  • 33 Gesten (2010) für Gitarre und Harfe
  • Strahlen. Licht. (2011) für Gitarre solo

Elektronische Musik[Bearbeiten]

  • Pizzflaggliss (1995) für Violoncello und Zuspielband
  • Im Irrenhaus (1996/98) für Tonband, nach einem Text von Heinar Kipphardt
  • Traumgefieder (1999/2000) für Tonband, mit einem Text von Friedrich Rückert
  • La Donna (2005) Hörstück in sieben Teilen nach einem Satz von Francesco Maria Piave
  • Der geweckte Tiger (2010) für Tenorblockflöte, Kontrabaß und Zuspielband, mit neun anonymen Drohanrufen und einem Text von Adalbert Stifter
  • Das schöne Gegengewicht der Welt (2013) eine Hörfahrt durch Venedig mit Texten von Rainer Maria Rilke

Musik für Kinder und Jugendliche[Bearbeiten]

  • Schattenlicht (1992) sechs „viel zu schwere“ Stücke für einen jungen Pianisten
  • …keine Stille… (1998) für vier Gitarrenorchester und Zuspielband
  • Fünf Haiku (1998) für einen jungen Chor mit einem Klarinettisten
  • Fünf Verse (2002) für Gitarre solo
  • Jouer ↔ Parler ↔ Ecouter (2003) 13 sehr leichte Trios für junge Gitarristen
  • Fische haben nie kein Knie (2007/08) Erstes Musizieren auf der Gitarre in Gruppen oder Klassen mit Texten von Joachim Ringelnatz; Gemeinschaftsarbeit mit Martin Schumacher
  • Connexions (2009) für vier Trompeten in B, vier Posaunen und einen Schlagzeuger (3 Tomtoms, 1 Tamtam)
  • Cycles (2009/10) für Gitarren-, Streicher- und Holzbläserensembles mit 1 Tamtam
  • Wie der Elefant seinen Rüssel bekam (2011), eine musikalische Geschichte von Alois Bröder nach einer Erzählung von Rudyard Kipling für Sprecherin oder Sprecher und kleines Orchester
  • Fünf neue Verse (2012) für Gitarre solo

Orgelmusik[Bearbeiten]

  • Triptychon (2008) für Orgel

Weblinks[Bearbeiten]