Alte Akademie

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Die Alte Akademie von der Neuhauser Straße gesehen
Das Wilhelminum um 1700 nach Michael Wening

Die Alte Akademie, auch Wilhelminum genannt, ist ein großes Gebäude in München aus dem 16. Jahrhundert mit einer Renaissance-Fassade. Es beherbergte ursprünglich das Münchner Jesuitenkolleg. Das teils sechsstöckige Gebäude mit vier Innenhöfen befindet sich in der Altstadt.

Geschichte[Bearbeiten]

Ursprünglich wurde hier in den Jahren 1574 bis 1576 ein Jesuitengymnasium erbaut unter Herzog Albrecht V vom niederländischen Baumeister Friedrich Sustris unter Mitwirkung des Augsburgers Wendl Dietrich und des Münchners Wolfgang Mueller.[1]

1583 bis 1590 errichteten die Jesuiten mit Unterstützung Herzog Wilhelms V., genannt der Fromme, die Michaelskirche und ein Kollegiengebäude, das Wilhelminum. Architekt war vermutlich Friedrich Sustris (1540-1599).[2] Nach dem Verbot 1773 zog das Bayerische Kadettenkorps in das Gebäude ein.

Nach der Aufhebung des Jesuitenordens beherbergte das Gebäude die Polizeidirektion (1773), die Bayerische Staatsbibliothek (1774) und den Malteserorden (1781). Ab 1783 war dann die Bayerische Akademie der Wissenschaften im Wilhelminum untergebracht, sowie ab 1807 die Akademie der Bildenden Künste mit einer Kurfürstlichen Maler-, Bildhauer- und Zeichenschule. Im Jahr 1826 wurde die Ludwig-Maximilians-Universität von Landshut nach München verlegt und blieb bis 1840 im Gebäude der Akademie beheimatet. Das Wilhelminum fiel im April 1944 Fliegerbomben zum Opfer, nachdem bereits 1943 Sammlungskataloge und wertvolles Archivmaterial vernichtet wurden.[3] Die Originalfunde der von Ernst Stromer von Reichenbach in Ägypten entdeckten Dinosaurier wurden während dieses Bombenangriff der Alliierten auf München zerstört. Hans Krieg - Leiter des Museums Alte Akademie, in dem diese bedeutenden Fossilien aufbewahrt wurden - hatte Stromers Wunsch, diese Dinosaurier an einem sicheren Platz aufzubewahren, ignoriert. Das Gebäude wurde von Josef Wiedemann wieder aufgebaut, die Akademie im Nordostflügel der Münchner Residenz untergebracht.

Nutzung[Bearbeiten]

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Zuletzt befanden sich im Wilhelminum das Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, die Landesbodenkreditanstalt sowie das (personell und räumlich stark reduzierte) Jesuitenkolleg mit Unterkünften, in denen derzeit zehn Patres wohnen. 2006 zog die Landesbodenkreditanstalt aus, nachdem die katholische Kirche den rückwärtigen (nördlichen) Teil des Gebäudekomplexes kaufte. Im Mai 2012 schloss das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung seinen Umzug in die St.-Martin-Straße ab.

Das Gebäude wird folgendermaßen genutzt:

  • Maxburgstraße 1: Jesuiten in St. Michael[4], in diesem Bauteil befindet sich ein Turmstumpf.
  • Neuhauser Straße 6: Kirchengebäude St. Michael (Michaelskirche) – an der Fußgängerzone (nördlich)
  • Neuhauser Straße 8: bis Mai 2012 Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, seither leerstehend – an der Fußgängerzone (nördlich)
  • Neuhauser Straße 10: Kaufhaus Hettlage [2]

Bis Ende März 2012 verließ das Kaufhaus Hettlage den Gebäudekomplex, bis Ende Mai 2012 folgte zudem der Umzug des Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung in den Stadtteil Obergiesing. Zur künftigen Nutzung des vorderen Gebäudekomplexes an der Fußgängerzone neben der Michaelskirche wurden noch keine Pläne bekanntgegeben.[5]

Am 17. Dezember 2013 wurde die Liegenschaft mit einer Größe von ca. 6.055 m² im Erbbaurecht auf 65 Jahre an die Signa Holding vergeben.[6]

Am 7. November 2014 eröffnet der Bekleidungskonzern Urban Outfitters aus Philadelphia auf 300 Quadratmetern seine achte Filiale in Deutschland als Zwischennutzer. Zielgruppe dieses Geschäfts sind Hipster.[7]

Richard-Strauss-Brunnen[Bearbeiten]

Direkt vor dem Gebäude an der Neuhauser Straße befindet sich der Richard-Strauss-Brunnen.

Sonstiges[Bearbeiten]

Es gibt folgende Innenhöfe: Zierhof, Klosterhof, Schmuckhof und den Wirtschaftshof des Landesamtes.

Eigentümer ist der Freistaat Bayern, verwaltet wird das Gebäude vom Bayerischen Staatsministerium der Finanzen. Seit Frühjahr 2007 war eine Veräußerung im Gespräch, dass der Freistaat das Gebäude mit Ausnahme des verbliebenen Kollegs an einen institutionellen Investor verkaufen möchte. Im Juli 2012 hat man dann mit der Ausschreibung zur Vergabe des Erbbaurechtes begonnen. Als externer Dienstleister zur Projektpräsentation vor Ort wurde die IBB München GmbH (www.ibbmuenchen.de)beauftragt .[8]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alte Akademie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. Hildegard Lorenz: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung. Der Amtssitz in München - Bau- und Kunstgeschichtliches. München, Mai 2001
  2. a b Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege – Alte Akademie
  3. E.J. Fittkau - Zur Geschichte der Zoologischen Staatssammlung München
  4. Offizielle Homepage der Jesuiten in Zentraleuropa (Jesuitenorden) – Niederlassungen
  5. Alfred Dürr: Die große Leere in der Alten Akademie. Süddeutsche Zeitung Nr. 38, 15. Februar 2012, Seite R 4
  6. [1], IBB München GmbH vom 7. Januar 2014; Abgerufen am 8. Januar 2014.
  7. Linda Jessen: Pop-up in der Akademie. Abendzeitung, 24. Oktober 2014, S. 9
  8. [2], IBB München GmbH vom 7 Januar 2014; Abgerufen am 8. Januar 2014.

48.13888888888911.569722222222Koordinaten: 48° 8′ 20″ N, 11° 34′ 11″ O