Aluminium Rheinfelden

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Aluminium Rheinfelden Group
Logo von Aluminium Rheinfelden
Rechtsform GmbH
Gründung 1898
Sitz Rheinfelden (Baden)
Leitung Alois Franke
Mitarbeiter rund 200
Umsatz rund 165 Mio. Euro
Branche Metallindustrie
Website http://www.alurheinfelden.com/
http://www.rheinfelden-semis.eu/
http://www.rheinfelden-carbon.com

Die Aluminium Rheinfelden Group ist ein deutscher Hersteller von Aluminiumerzeugnissen. Der Sitz des Unternehmens ist Rheinfelden (Baden).

Geschichte[Bearbeiten]

Werkshalle in Rheinfelden

Die „Alu“ wurde 1898 von der Schweizer Aluminium Industrie Aktiengesellschaft (kurz AIAG, später Alusuisse) als erste Aluminiumhütte Deutschlands gegründet. Am 31. Mai des Jahres, zehn Jahre nachdem die AIAG in Neuhausen am Rheinfall die erste Aluminiumhütte Europas in Betrieb genommen hatte, gingen in Rheinfelden zehn Elektrolyseöfen in Betrieb. Grund und Voraussetzung für die Ansiedlung dieser energieintensiven Industrie war der erst drei Jahre zuvor erfolgte Bau des ersten Flusskraftwerkes Europas an dieser Stelle des hier zuvor praktisch unbebauten deutschen Hochrheinufers. Damit einher ging auch der rasante Zuzug vieler Arbeiter, der erst zur Entstehung und späteren Entwicklung der jungen Stadt Rheinfelden (Baden) führte.

1964 begann man mit dem Bau des Butzenbetriebs, damals LMG (Leichtmetallguß) genannt. Die maximale Kapazität lag in Spitzenzeiten bei bis zu 62.000 Tonnen/Jahr. Aufgrund des Anstiegs der Strompreise seit etwa 1970 stieg die Aluminium Rheinfelden bis 1991 nach und nach aus der stromkostenintensiven Elektrolyseproduktion von Rohmetall aus. 1993 wurde die Alu in einem Management-buy-out aus der Muttergesellschaft Alusuisse herausgelöst. Die Butzenproduktion lag damals bei etwa 13.000 Tonnen/Jahr. Durch Modernisierungen und Erweiterungen konnte die Kapazität bis heute (2010) auf rund 25.000 Tonnen gesteigert werden.

Die Betriebskrankenkasse der Aluminium Rheinfelden war 1996 eine der Gründerkassen der ehemaligen BKK Hochrhein-Wiesental (2007 mit der mhplus BKK fusioniert).

Struktur[Bearbeiten]

Die Produktion ist den drei Geschäftsbereichen Alloys, Semis und Carbon zugeordnet. Diese werden seit 1. Oktober 2008 jeweils als selbstständige GmbH & Co. KG geführt (Rheinfelden Alloys GmbH & Co. KG, Rheinfelden Semis GmbH & Co. KG, Rheinfelden Carbon GmbH & Co. KG). Deren Komplementärin ist jeweils eine eigens gegründete Verwaltungs-GmbH (bei der Alloys die Rheinfelden Alloys Verwaltungs GmbH, bei der Semis die Rheinfelden Semis Verwaltungs GmbH und bei der Carbon die Rheinfelden Carbon Verwaltungs GmbH).

Gedenkstein zum hundertjährigen Jubiläum

Die von Geschäftsführer Alois Franke geleitete Aluminium Rheinfelden GmbH fungiert seit dem 1. Oktober 2008 nur noch als Holding-Gesellschaft und Kommanditistin der Verwaltungsgesellschaften der drei operativen Unternehmensbereiche. Die Holding ist außerdem für die Infrastruktur der Gruppe zuständig (z.B. Strom-, Gas- und Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung, Werkfeuerwehr, Werkschutz, Finanz- und Rechnungswesen, Informationstechnik).

  • Rheinfelden Alloys: Primär-Aluminium-Gusslegierungen für die Automobilindustrie. Rheinfelden Alloys ist Weltmarktführer bei Alu-Gusslegierungen für crashrelevante Automobilstrukturteile. Die von der „Alu“ entwickelten Legierungen werden für den außereuropäischen Markt von anderen Unternehmen in Lizenz hergestellt (von der zu Apollo Management gehörenden Noranda Aluminium Inc. in Missouri/USA, von der Vale-Tochtergesellschaft Valesul Aluminio SA in Rio de Janeiro/Brasilien und von der staatseigenen Dubai Aluminium/Dubal in Dubai/Vereinigte Arabische Emirate) bzw. vertrieben (Itochu Corp. in Tokio). Die Produkte für den europäischen Markt stammen aus der eigenen Produktion in Rheinfelden.
  • Rheinfelden Semis: Halbzeuge (Butzen), gestanzt aus Reinaluminium; verwendet z.B. für Aerosoldosen, Tuben, Autofeuerlöscher, Kondensatorenbecher, Kfz-Filtergehäuse oder Thermoböden von Edelstahl-Kochtöpfen. Mit einer Fertigung von 22.000 Tonnen pro Jahr ist die Alu auch hier Weltmarktführer (Exportanteil 80 %).
  • Rheinfelden Carbon: Elektroden und Spezialkohlemassen (sog. Söderberg-Pasten) für die elektrometallurgische Industrie (Aluminiumschmelzen, Produzenten von Silizium, Eisen-Alu-Legierungen und andere). Rheinfelden Carbon stellt pro Jahr rund 50.000 Tonnen Carbonprodukte her.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Aluminium Rheinfelden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

47.5729947.80801Koordinaten: 47° 34′ 23″ N, 7° 48′ 29″ O