Ame & Yuki – Die Wolfskinder

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Anime-Film
Titel Ame & Yuki – Die Wolfskinder
Originaltitel おおかみこどもの雨と雪
Transkription Ōkami Kodomo no Ame to Yuki
Okami Kodomo no Ame to Yuki (Logo).svg
Logo des Films
Produktionsland JapanJapan Japan
Originalsprache Japanisch
Erscheinungsjahr 2012
Studio Studio Chizu
Länge 117 Minuten
Stab
Regie Mamoru Hosoda
Drehbuch Mamoru Hosoda, Satoko Okudera
Produktion Takuya Itō, Yuichiro Saito, Takafumi Watanabe
Musik Takagi Masakatsu
Synchronisation

Ame & Yuki – Die Wolfskinder (jap. おおかみこどもの雨と雪, Ōkami Kodomo no Ame to Yuki, dt. „Die Wolfskinder Ame und Yuki“) ist ein Anime-Spielfilm des japanischen Regisseurs Mamoru Hosoda. Er feierte am 25. Juni 2012 Weltpremiere im UGC Ciné Cité Les Halles in Paris und kam am 21. Juli 2012 in die japanischen Kinos. In Deutschland sicherte sich die Viz-Media-Europe-Tochter Kazé Anime die Rechte des Films.[1][2] Die Deutschlandpremiere fand am 24. April 2013 im Zuge des 20. Internationalen Trickfilmfestivals in Stuttgart statt. Der Film spielte innerhalb von Monaten nach seiner Japanpremiere 4 Milliarden Yen (39 Mio. €) ein und wurde in 43 Ländern lizenziert, davon 34 vor seiner Premiere.[3] Zum Film erschien auch ein Manga, der im Oktober bei Tokyopop auch auf Deutsch herauskam.

Handlung[Bearbeiten]

Die Geschichte spielt über dreizehn Jahre hinweg und erzählt von der 19-jährigen Studentin Hana, die in einer Stadt lebt und sich in einen Wolfsmenschen verliebt. Sie bringt daraufhin zwei Kinder zur Welt, die die Namen „Yuki“ und „Ame“ tragen, was übersetzt „Schnee“ und „Regen“ bedeutet und auf die Wetterlage hinweist, in der sie geboren wurden.[4] Die ältere Yuki ist neugierig und aufgeweckt, während ihr jüngerer Bruder Ame eher schüchtern ist. Beide Elternteile versuchen, das Geheimnis ihrer „Wolfskinder“ zu verbergen und leben unscheinbar in einem Haus am Stadtrand, geschützt vor den Blicken der Öffentlichkeit. Nachdem Hanas Mann überraschend verstorben ist, entschließt sie sich, ihren Kindern ein normaleres, freieres Leben zu ermöglichen und zieht mit ihnen weg von den Menschen, in eine entfernte ländliche Gegend, die vollkommen anders ist als ihre bisherige Welt.[1][5]

Charaktere[Bearbeiten]

Die folgende Auflistung stellt die Haupt- und Nebenfiguren mit kurzen Charakterbeschreibungen dar.[6]

Hauptcharaktere[Bearbeiten]

Hana (, Hana)
Hana ist eine zu Beginn der Handlung 19-jährige Studentin, die eine Universität besucht. Dort lernt sie ihren späteren Ehemann, einen „Wolfsmenschen“, kennen und verliebt sich augenblicklich in ihn.
Sie hat mit ihm zwei Kinder, Yuki und Ame, und zieht im weiteren Handlungsverlauf mit diesen aufs Land, wo sie sich um sie kümmert. Sie lernt über die Jahre hinweg immer mehr über den Anbau von Gemüse. Hana bedeutet übersetzt Blume.
Wolfsmann (おおかみおとこ, Ōkami-Otoko, das verwendete Schriftzeichen bedeutet „Er“)
Sein echter Name bleibt unbekannt. Er ist ein Wolfsmensch, der vom Honshū-Wolf abstammt. Des Weiteren besuchte er dieselbe Universität wie Hana und heiratet sie später. Er war stets um Hana besorgt was aber zu seinem frühzeitigen Tode führte.
Yuki (, Yuki)
Yuki ist die Tochter von Hana und dem Wolfsmensch und die große Schwester von Ame. Sie wurde an einem verschneiten Tag geboren und erhielt deshalb den Namen „Yuki“ (dt. „Schnee“). Yuki ist sehr aktiv und neugierig. Sie lernt im Laufe der Zeit, dass sie das Leben als Mensch verbringen möchte.
Ame (, Ame)
Ame ist der kleine Bruder von Yuki. Er ist schüchtern, zurückhaltend und eher introvertiert. Er wurde an einem regnerischen Tag geboren und erhielt deshalb den Namen „Ame“ (dt. „Regen“). Nach und nach wird in ihm der Instinkt eines Wolfes geweckt. Er lernt von einem Fuchs in den Wäldern und nimmt seinen Platz ein.

Nebencharaktere[Bearbeiten]

Sōhei (草平)
Er ist geht mit Yuki in die vierte Klasse der Grundschule und weiß von ihrem Geheimnis, hütet es aber, so dass es kein anderer erfährt.
Hosokawa (細川)
Herr Hosokawa ist einer der Bauern, die in der neuen Nachbarschaft von Hana, Yuki und Ame wohnen.
Yamaoka (山岡)
Herr Yamaoka ist ein weiterer Bauer in der neuen Nachbarschaft. Er hat eine andere Meinung zum Anbau von Gemüse als Herr Hosokawa, versteht sich aber dennoch mit ihm.
Tante Nirasaki (Nirasakis Tochter) (韮崎のおばさん, Nirasaki no Obasan)
Sie ist eine Dame mittleren Alters und die Tochter von Nirasaki. Im Gegensatz zu ihm ist sie warmherzig und freundlich.
Tanabe-sensei (田辺先生)
Herr Tanabe ist der Grundschullehrer von Yuki.
Dois Frau (土肥の奥さん, Doi no Okusan)
Sie ist die Ehefrau von Doi und wohnt ebenfalls in der Nachbarschaft von Hana. Sie arbeitet als Kinderpflegerin und schlägt Hana eine Kinderbetreuung vor.
Horitas Frau (堀田の奥さん, Horita no Okusan)
Auch sie wohnt mit in der Nachbarschaft von Hana. Sie denkt zunächst schlecht über sie, allerdings beruht dies nur auf einem Missverständnis.
Nirasaki (韮崎, Nirasaki)
Herr Nirasaki ist ein älterer Bauer aus der Nachbarschaft Hanas, der grimmig aussieht, aber einen guten Kern hat und ihr viel über den Anbau von Gemüse beibringt.

Produktion[Bearbeiten]

Studio Chizu produzierte den Film gemeinsam mit Madhouse. Wie beim vorherigen Film Summer Wars stammt das Drehbuch von Satoko Okudera, das Charakterdesign wurde von Yoshiyuki Sadamoto entworfen.[2] Dieser wirkte auch bereits bei Summer Wars, Das Mädchen, das durch die Zeit sprang und Neon Genesis Evangelion mit.

Konzeption[Bearbeiten]

Die Hitotsubashi-Universität diente als Vorlage.
Der im Film zu sehende Uhrturm der Universität.

Bei einigen gezeigten Szenen greift der Film reale Motive auf. So diente beispielsweise die Hitotsubashi-Universität als Vorbild für die zu Beginn des Films gezeigte Universität. Ebenso entstanden die Szenenbilder der Stadt auf Grundlage des Geburtsorts des Regisseurs Mamoru Hosoda, der in der Präfektur Toyama liegt.

Synchronisation[Bearbeiten]

Die deutsche Fassung wurde von TV+Synchron Berlin produziert. Im Folgenden findet sich eine Auflistung der Synchronisation der Hauptcharaktere:[6]

Rolle japanischer Sprecher (Seiyū) deutsche Sprecher
Hana Aoi Miyazaki Gundi Eberhard
Wolfsvater Takao Ōsawa Peter Lontzek
Yuki Momoka Ōno (Kind), Haru Kuroki (Jugendlich) Sarah Kunze (Kind), Julia Meynen (Jugendlich)
Ame Amon Kabe (Kind), Yukito Nishii (Jugendlich) Jaron Müller (Kind), Christian Zeiger (Jugendlich)
Sōhei Takuma Hiraoka Jan Makino
Herr Hosokawa Tadashi Nakamura
Herr Yamaoka Tamio Ōki Frank Ciazynski
Tante Nirasaki Tomio Kataoka Iris Artajo
Tanabe-sensei Shota Sometani
Dois Frau Mitsuki Tanemura
Horitas Frau Kumiko Asō
Großvater Nirasaki Bunta Sugawara Reinhard Scheunemann

Musik[Bearbeiten]

Das Titellied „Okaa-san no Uta“ (おかあさんの唄, dt. „Das Lied der Mutter“) wurde von Ann Sally, einer japanischen Singer-Songwriterin, gesungen. Es wurde von Takagi Masakatsu komponiert. Der Text stammt von Regisseur Mamoru Hosoda.

Rezeption[Bearbeiten]

Kritik[Bearbeiten]

„[Der Film ist] ein modernes Märchen über die Liebe innerhalb einer Familie, den Platz in der Gesellschaft, die Natur des Menschen und über die Ängste einer Mutter, die sich um ihre Kinder sorgt. Meisterhaft versteht es Hosoda, in seinem ruhig und bedächtig erzählten Anime durch stimmungsvolle Bilder zu berühren und Mitgefühl für seine drei Protagonisten zu wecken. Dabei wechselt die Perspektive fließend von Hana zu Yuki und Ame und bietet viele Anknüpfungspunkte für jüngere und ältere Zuschauer. Aus einer ungewöhnlichen Liebesgeschichte wird so bald ein Coming-of-Age-Film, der neue Bilder für die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität findet und dabei trotz der fantastischen Handlungselemente niemals lächerlich wird.“

Top-Videonews[7]

„Jeder Film ein kleines Meisterwerk: Mit Wolf Children gelingt Regisseur Mamoru Hosoda nach ‚Das Mädchen, das durch die Zeit sprang‘ und ‚Summer Wars‘ erneut eine mitreißende Animationsperle!“

Internationales Trickfilmfestival Stuttgart[8]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Beim 45. Sitges Festival Internacional de Cinema Fantàstic de Catalunya wurde der Film am 12. Oktober 2012 als Bester animierter Film ausgezeichnet. Nach Das Mädchen, das durch die Zeit sprang im Jahr 2006 und Summer Wars im Jahr 2009 ist es der dritte Film von Mamoru Hosoda, der diese Auszeichnung gewann.[9][10]

2013 wurde er beim Mainichi Eiga Concours und bei den Japanese Academy Awards als Bester Animationsfilm ausgezeichnet.[11]

Bei den Tokyo Anime Awards erhielt der Film den Hauptpreis, sowie den Preis für den Besten Animationsfilm, während Mamoru Hosoda für die Beste Regie und gemeinsam mit Satoko Okudera für das Beste Drehbuch, Hiroshi Ōno für die Beste künstlerische Leitung und Yoshiyuki Sadamoto für das Beste Character Design ausgezeichnet wurde.[12]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Allgemeine Fakten zum Film. In: Anime News Network. Abgerufen am 26. Juli 2012.
  2. a b Kazé lizenziert „Wolfskinder“. In: Otaku Times. 16. Juli 2012. Abgerufen am 26. Juli 2012.
  3. Wolf Children Earns 4 Billion Yen, Licensed in 43 Territories. In: Anime News Network. 18. September 2012, abgerufen am 19. September 2012 (englisch).
  4. Mamoru Hosoda's Ame & Yuki Film Inspires Manga. In: Anime News Network. 3. Februar 2012. Abgerufen am 26. Juli 2012.
  5. Geschichte der Wolfskinder. In: My Anime List. Abgerufen am 26. Juli 2012.
  6. a b Casting für die Synchronisation. In: Offizielle Website zum Film. Abgerufen am 26. Juli 2012.
  7. AME & YUKI – DIE WOLFSKINDER. Top-Videonews. Herausgeber: Kinder- und Jugendfilmzentrum im Auftrag des BMFSFJ.
  8. WOLF CHILDREN. Website des ITFS.
  9. Wolf Children Wins Best Animated Film Award at Sitges. In: Anime News Network. 22. Oktober 2012, abgerufen am 23. Oktober 2012 (englisch).
  10. Sitges 2012 ya tiene sus primeros ganadores. Sitges Festival Internacional de Cinema Fantàstic de Catalunya, 12. Oktober 2012, abgerufen am 23. Oktober 2012 (spanisch).
  11. Wolf Children Wins Japan Academy Prize. In: Anime News Network. 8. März 2013, abgerufen am 13. März 2013 (englisch).
  12. Wolf Children, SAO, Kuroko's Basketball Win Tokyo Anime Awards. In: Anime News Network. 24. März 2013, abgerufen am 28. März 2013 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten]