Andrei Andrejewitsch Gromyko

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Außenminister Gromyko (1972)

Andrei Andrejewitsch Gromyko[1] (* 5. Julijul./ 18. Juli 1909greg. in Staryje Gromyki bei Gomel, Gouvernement Mogiljow, Russisches Kaiserreich, heute in Weißrussland; † 2. Juli 1989 in Moskau) war von 1957 bis 1985 Außenminister der Sowjetunion. Von 1985 bis 1988 war er als Vorsitzender des Präsidiums des Obersten Sowjets das Staatsoberhaupt der Sowjetunion.

Kyrillisch (Russisch)
Андре́й Андре́евич Громы́ко
Transl.: Andrej Andreevič Gromyko
Transkr.: Andrei Andrejewitsch Gromyko
Kyrillisch (Weißrussisch)
Андрэй Андрэевіч Грамыка
Łacinka: Andrej Andrejevič Hramyka
Transl.: Andrėj Andrėevič Hramyka
Transkr.: Andrej Andrejewitsch Hramyka

Leben[Bearbeiten]

Der Bauernsohn Andrei Andrejewitsch Burmakow studierte Ökonomie der Landwirtschaft in Minsk und später in Moskau. 1931 trat er in die Kommunistische Partei der Sowjetunion ein, 1936 bis 1939 war er Professor am Moskauer Wirtschaftsinstitut. Nach den Stalinschen Säuberungen kam Gromyko 1939 in die Abteilung für Amerika des Außenministeriums. Bald darauf wurde er in die USA geschickt und arbeitete dort an der sowjetischen Botschaft. 1943 wurde er zum Botschafter in den USA ernannt. Im Zweiten Weltkrieg spielte er als engerer Vertrauter von Außenminister Molotow eine wichtige Rolle bei der Koordination der Aktivitäten beider Länder und bei Ereignissen wie den Konferenzen von Jalta und Potsdam sowie bei der Gründung der UNO. Er wurde als harter Verhandler bekannt. Im Westen gab man ihm wegen seines sturen Verhandlungsstils den Spitznamen „Genosse Njet“, im Englischen auch „grim Grom“.

Gromyko (3. v. l.) im Gespräch mit US-Präsident John F. Kennedy 1962
Grabmal in Moskau

1946 wurde er Vertreter der UdSSR im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. 1952 und 1953 diente er als Botschafter in Großbritannien. Danach kehrte er in die Sowjetunion zurück und wurde 1957 zum Außenminister ernannt – ein Amt, das er 28 Jahre ausfüllte. In dieser Position war er direkt an der Kubakrise beteiligt und traf sich während der Krise mit Präsident Kennedy. Er war auch an den Verhandlungen für verschiedene Rüstungsbeschränkungsverträge beteiligt, insbesondere am ABM-Vertrag, am Kernwaffenteststopp-Vertrag, SALT I und II, INF und START. Während der Breschnew-Jahre war er an der Entwicklung der Entspannungspolitik zwischen den Supermächten beteiligt.

Gromyko wurde 1973 Mitglied des Politbüros. Er war am Ende seiner vom 15. Februar 1957 bis 2. Juli 1985 währenden Amtszeit der am längsten amtierende Außenminister der Welt. Kurz nach dem Machtantritt von Michail Gorbatschow wurde er durch Eduard Schewardnadse ersetzt. Gromyko übernahm daraufhin den Vorsitz des Präsidiums des Obersten Sowjets und war damit Staatsoberhaupt der UdSSR (2. Juli 1985 bis 1. Oktober 1988) – ein rein repräsentatives Amt. Drei Jahre später wurde er wegen seiner konservativen Ansichten aus dem Amt gedrängt. Ein Jahr darauf starb er kurz vor seinem 80. Geburtstag in Moskau. Er wurde auf dem Nowodewitschi-Friedhof beigesetzt.

Sein Sohn ist der Diplomat Anatoly Gromyko,[2] sein Enkel ist Alexei Gromyko.[3][4]

Literatur[Bearbeiten]

  • In der bibliographischen Internet-Datenbank RussGUS (frei zugänglich) werden zu „Gromyko“ fast 100 Literaturnachweise angeboten (dort suchen unter Formularsuche Sachnotationen:16.2.2/Gromyko*).
  •  Der geborgte Donner. In: Der Spiegel. Nr. 31, 1959, S. 38 (29. Juli 1959, online).
  • Andrej Gromyko: Erinnerungen. Düsseldorf, Wien, New York 1989.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Andrei Andrejewitsch Gromyko – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geboren wurde er als Andrei Andrejewitsch Burmakow (kyrill. Бурмаков), vgl. Andrei Andrejewitsch Gromyko bei Who's Who (zuletzt abgerufen: 14. September 2008).
  2. http://en.wikipedia.org/wiki/Anatoly_Gromyko
  3. http://www.gromyko.ru/index-e.htm
  4. http://www.gromyko.ru/English/AboutUs/alexey.asp


Vorgänger Amt Nachfolger
Konstantin Tschernenko Staatsoberhaupt der Sowjetunion
1985–1988
Michail Gorbatschow
Dmitri Schepilow Sowjetischer Außenminister
1957–1985
Eduard Schewardnadse