Angriff auf Göteborg (1717)

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Angriff auf Göteborg (1717)
Gravur Göteborgs von Erik Dahlbergs Suecia antiqua et hodierna 1690–1710
Gravur Göteborgs von Erik Dahlbergs Suecia antiqua et hodierna 1690–1710
Datum 2. – 3. Mai 1717
Ort Göteborg, Schweden
Ausgang schwedischer Sieg
Konfliktparteien
SchwedenSchweden (Seekriegsflagge) Schweden DanemarkDänemark (Seekriegsflagge) Dänemark
Befehlshaber
SchwedenSchweden (Seekriegsflagge) Friedrich von Hessen-Kassel
SchwedenSchweden (Seekriegsflagge) Olof Stromstierna
DanemarkDänemark (Seekriegsflagge) Peter Tordenskiold
Truppenstärke
fünf Orlogschiffe
mehrere Kaperschiffe[1]
2.000-3.000 Mann[2]
zwei Rangschiffe
ein Stückprahmen
elf Galeeren
und mehrere andere Schiffe[3]
Verluste
k.A. zwei Galeeren
52 Tote
79 Verwundete[4]

Der Angriff auf Göteborg im Jahre 1717 war eine militärische Intervention im Großen Nordischen Krieg. Der dänische Kapitän Peter Wessel Tordenskiold versuchte am 2. Mai 1717 den Hafen von Göteborg und die darin befindliche schwedische Flotte zu zerstören.

Im Vorfeld[Bearbeiten]

Nya Elfsborg in der Hafeneinfahrt von Göteborg

Die schwedische Flotte begann auf Befehl von Karl XII. im Ostseeraum gezielt Handelsschiffe der verfeindeten Staaten und deren Partner zu kapern. Einer der Stützpunkte dieser Kaperflotten war der Hafen von Göteborg. Hier lag das Seegeschwader von Admiral Stromstierna. Der Admiral hatte sich in den vergangenen Jahren einen Namen als Freibeuter gemacht. Durch seine Streifzüge waren mehrfach auch dänische Handelsschiffe aufgebracht worden. Dieser Umstand brachte den dänischen König Friedrich IV. seine Admiralität im Frühjahr 1717 anzuweisen, einen Angriffsplan auf die Häfen von Göteborg und Marstrand auszuarbeiten.

Den Angriffsplan von Göteborg erarbeitete der Kapitän Tordenskiold. Dieser hatte bereits einmal gegen den Admiral Stromstierna gesiegt. Das Seegefecht im Dynekilen-Fjord war für die Schweden ein Desaster gewesen und Tordenskiold hoffte, erneut einen solchen Erfolg einzufahren. Am 1. Mai lichtete die dänische Flottille vor Fladstrand an der jütländlichen Küste ihre Anker. Der Kapitän hoffte, bei günstigen Winden bereits am nächsten Morgen vor der schwedischen Küste zu kreuzen. Der Hafen von Göteborg war durch zwei Festungswerke geschützt. Die erste Festung trägt den Namen Nya Elfsborg. Diese Feste liegt direkt in der Einfahrt zum Hafen von Göteborg. Die Kanonen dieses Hornwerkes konnten den gesamten Küstenstreifen um die Stadt erreichen.

Die sogenannte Sammelselfsborg war die Hauptverteidigungsanlage Göteborgs. Außerdem waren zwei Küstenbatterien mit 12 und 16 Geschützen angelegt worden und auf dem Altweiberberg zwischen den beiden Festungswerken war eine sächsische Artilleriebatterie positioniert, welche die sächsischen Handelsinteressen in Göteborg sicherte. Sollte der Angriff glücken, musste der dänische Angriff den Überraschungsmoment ausnutzen, die Festung Nya Elfsborg unbemerkt passieren sowie deren Kanonen für einen späteren Rückzug unbrauchbar machen. Im Fall eines Gelingens wollte Tordenskiold in den Hafen eindringen und die ankernde Flotte anzünden.

Der Angriff[Bearbeiten]

Der Stückprahm Noah Ark, welcher in einem sehr schlechten Zustand war, konnte der Flottille nicht so schnell folgen und erreichte erst mehrere Stunden später im Morgengrauen die Angriffsposition. Da Tordenskiold den Angriff ohne dieses wehrhafte Kriegsschiff nicht beginnen konnte, musste er die Zeit über vor der Küste kreuzen.

Dadurch wurde der ursprüngliche Plan hinfällig und die schwedischen Verteidiger nutzten den Zeitgewinn, um die Stadt in Gefechtsbereitschaft zu versetzen. Die Geschützbatterien wurden bemannt und entlang der Küste gingen die Garnisonstruppen in Stellung. Der Feldmarschall Mörner und der Erbprinz Friedrich von Hessen-Kassel leiteten die Verteidigung der Hafenanlagen. Der Erbprinz befehligte die Artillerie von Göteborg.[3] Außerdem wurde der Hafen mit einer schweren Kette versperrt und mit eilig gefällten Baumstämmen zusätzlich blockiert.[2] Admiral Stromstierna ließ seine Kriegsschiffe entlang der Hafenkette aufstellen, um die Angreifer mit der ganzen Breitseite zu treffen. Auf den dänischen Schiffen konnte man die Warnschüsse der Festungen hören, wodurch ihnen klar wurde, dass der Überraschungsangriff misslungen war.

Trotz der Verteidigungsmaßnahmen der Schweden begann die dänische Flotte in der folgenden Nacht mit dem Angriff auf den Hafen. Tordenskiold schickte die Noah Ark gegen die Festung Nya Elfsborg, um diese zu beschäftigen und der übrigen Flotte Deckung zu verschaffen. Die restliche Flotte passierte fast ohne Schäden diese Engstelle. Zur Begeisterung und moralischen Ermutigung der Dänen wurde durch einen Kanonenschuss der Noah Ark der Fahnenmast der Festung getroffen und die schwedische Fahne sank zu Boden.[5] Gegen ein Uhr stand die ganze dänische Flotte vor der Hafeneinfahrt. Es entwickelte sich ein heftiges Artillerieduell zwischen den Flotten. Tordenskiold wechselte in diesem Kampf mehrfach das Schiff, um direkt Befehle an seine Offiziere und ermutigende Worte an seine Matrosen richten zu können. Einer Galeere wurde das Ruder weggeschossen, sodass sie manövrierunfähig war, und eine zweite wurde von zwei 36-Pfund Kanonenkugeln durchbohrt und sank sofort.[5]

dänischer Angriff auf Nya Elfsborg 1717

Trotz aller Anstrengungen war es nicht möglich, die schwedische Flotte zu passieren, und die Küstenbatterien feuerten ebenfalls so präzise, dass die dänischen Kanoniere Probleme hatten, dem Feuer standzuhalten. Das Gefecht dauerte etwa fünf Stunden.[5] Dann gab der dänische Kommandeur den Befehl zum Rückzug. Begünstigt durch einen nach Nordost gedrehten Wind segelte die dänische Flotte auf das offene Meer.

Der Prahm Noah Ark sicherte den Rückzug und lieferte sich noch ein kleineres Gefecht mit zwei schwedischen Fregatten, welche versuchten das Schiff zu entern.

Die Folgen[Bearbeiten]

Trotz der Niederlage brachte der Angriff auf Göteborg Tordenskiold die Anerkennung des dänischen Königs ein. Dieser lobte den Mut, welchen der Kapitän und seine Matrosen im Angesicht einer solchen Übermacht zeigten.[4]

Der Angriff auf Göteborg versetzte die Schweden in Alarmbereitschaft. Stromstierna, der den dänischen Kapitän gut kannte, wusste, dass dieser wiederkommen würde. Deshalb ließ er die Befestigungen verstärken und begann mit Erkundungsfahrten entlang der dänischen Küste, um einen erneuten Angriff auf Göteborg frühzeitig zu entdecken.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lundblad, S. 537
  2. a b Fryxell, S. 427
  3. a b Lundblad, S. 538
  4. a b Lundblad, S. 541
  5. a b c Lundblad, S. 540

Literatur[Bearbeiten]

  • Anders Fryxell: Lebensgeschichte Karl des Zwölften, Königs von Schweden Band 2, Braunschweig (1861)
  • Knut Lundblad, Georg Friedrich Jenssen-Tusch: Geschichte Karl des Zwölften, Königs von Schweden, Band 2, Hamburg (1835)