Schlacht an der Düna

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Schlacht an der Düna
Karl der XII. überquert die Düna, Gemälde von Johann Philip Lemke
Karl der XII. überquert die Düna, Gemälde von Johann Philip Lemke
Datum 9. Juli 1701
Ort Krämershof unterhalb von Riga
Ausgang Sieg der Schweden
Konfliktparteien
SchwedenSchweden Schweden Sachsen-Polen Sachsen-Polen
Russland Zarentum 1699Zarentum Russland Zarentum Russland
Kurland Kurland
Befehlshaber
Karl XII. Graf v. Steinau
General Patkull
Herzog von Kurland
Truppenstärke
14.000 Mann 29.000 Mann
Verluste
500 Tote und Verwundete 1.000 Tote
1.500 Verwundete
1.000 Gefangene

Die Schlacht an der Düna war eine Schlacht des Großen Nordischen Krieges. Sie fand am 9. Juli 1701 zwischen den Armeen des schwedischen Königs Karl XII. und denen des sächsisch-polnischen Königs August II. (des Starken) und seiner Verbündeten statt. Der Fluss Düna (lettisch Daugava) mündet bei Riga in die Ostsee.

Die Beteiligten[Bearbeiten]

Die sächsischen Truppen hatten das rechte Ufer der Düna stark befestigt, um einen Übergang der Schweden zu verhindern. Besonders zwischen Riga und Kockenhusen waren die Befestigungen am stärksten besetzt. König August II., welcher sich bei einem Sturz den Arm gebrochen hatte, ernannte Adam Heinrich Graf von Steinau zum Oberbefehlshaber der sächsischen und russischen Truppen.

Karl XII. entschloss sich, im Morgengrauen des 9. Juli mit kleinen Booten den Fluss zu überqueren.

Im Vorfeld der Schlacht[Bearbeiten]

Die schwedischen Besitzungen im Baltikum

Am 7. Juli landete der König Karl XII. mit seinem Hauptheer vor Riga an. Ein Detachement wurde Richtung Kockenhusen geschickt, um die sächsische Armee zu spalten. Der sächsische Oberbefehlshaber Graf von Steinau ließ sich, wie erhofft, täuschen und erwartete den Übergang bei Kockenhusen. Er zog mit seinem Teil der Armee nach Kockenhusen ab. Der Herzog von Kurland und General Patkull wurden nach Riga gesandt.

Der Beginn[Bearbeiten]

Der Vortag der Schlacht war stürmisch und regnerisch, sodass die Generäle dem König von einem Übergang am folgenden Tag abrieten. Nachdem sich das Wetter am Abend besserte, wurden die Truppen eingeschifft. Der König betrat eines der ersten Landungsboote.

Um 4 Uhr morgens, unter dem Jubel der Soldaten, wurden die Boote welche mit Dung und Stroh beladen waren angezündet und Richtung des anderes Flussufers geschickt. Als die Boote die Hälfte der Strecke zurückgelegt hatten begann das Feuer der Artillerie auf beiden Seiten der Düna. Durch den starken Nebel, welchen diese Boote verursachten, konnte die erste Angriffswelle der Schweden, 7000 Mann Infanterie und 600 Reiter, nach dreiviertelstündigem Rudern bei Krämershof, eine viertel Meile unterhalb von Riga, anlanden.

Schwedische Truppen überqueren die Düna

Die Schlacht[Bearbeiten]

Die Gardereiter waren die ersten Truppen am rechten Ufer der Düna, an ihrer Spitze der König persönlich.

Noch bevor sich das erste Landungskontingent ordnen konnte, setze Patkull zum Angriff an. Karl XII. hatte an den gefährdetsten Stellen spanischen Reiter aufstellen lassen, die den Angriff aufhielten. Den heftiger werdenden Kampf bestanden die Leibgrenadiere und Leibtrabanten des Königs mit Bravour. Die Infanterie stand ebenfalls sehr günstig und nahm die Sachsen unter ein mörderisches Feuer. Die sächsischen Truppen mussten zurückweichen. Die russischen Hilfstruppen flohen beim Anblick des gezielten Feuers der Schweden und nahmen nicht mehr nennenswert am folgenden Schlachtverlauf teil.

Während des Rückzuges kehrte Feldmarschall Steinau zurück und ordnete die sächsischen Truppen neu. Er befehligte den sofortigen Gegenangriff. Der Herzog von Kurland sammelte seine Reiterei und griff den linken Flügel der Schweden an. Wieder gingen die Leibgrenadiere und Trabanten dem Angriff entgegen. Dem Herzog wurden zwei Pferde unter dem Leibe weggeschossen und nach einem Schlag, mit einem Gewehrkolben, ging er besinnungslos zu Boden. Auch dieser Angriff wurde zurückgewiesen.

Inzwischen wurden die Truppen des Schwedenkönigs durch neugelandete Infanterieregimenter verstärkt. Gegen diese führten Steinau und Patkull ihre Truppen zum dritten Angriff. Bei diesem wurden beide verwundet.

Der Sieg neigte sich den Schweden zu und um sieben Uhr war der Kampf in der Hauptsache entschieden.

Die Sachsen zogen sich teils nach Dünaburg und teils nach der Schanze Kobron zurück. Nach einem kurzen Gefecht wurde die Schanze aufgegeben und unterminiert. Die Minenlunte brannte aber so langsam dass die Brücke erst gesprengt wurde, als die Schweden sie bereits überquert hatten. Dadurch gab es keine Verluste auf schwedischer Seite.

Unweit dieser Schanze hatten sich 400 Russen auf einer kleinen Dünainsel verschanzt. Der Oberst Helmersen und 500 Mann wurden von Karl geschickt, um die Übergabe der Insel und die Gefangennahme der Russen zu veranlassen. Die Russen weigerten sich und wurden bis zum letzten Mann getötet. Das Gefecht war auch für die Schweden sehr blutig, ihr Kommandeur Oberst Helmerson und zwei Drittel der schwedischen Infanteristen starben bei dem Gefecht.

Um 10 Uhr war damit auch das letzte Gefecht von den Schweden gewonnen, der König sammelte seine Truppen, und danke Gott für den erneuten Sieg mit einem öffentlichen Dankgebet.

Kriegsbeute der Sieger[Bearbeiten]

Die Schweden nahmen etwa 1000 Mann gefangen, des Weiteren fast die komplette sächsische Artillerie welche außerhalb von Dünamünde stationiert war. Die sächsische Armee war hervorragend ausgestattet gewesen, dadurch fielen den Schweden große Mengen an Nachschubgütern, Proviant und Munitionsvorräten in die Hände.

Die Folgen[Bearbeiten]

Der Sieg war von großer Bedeutung. Die Furcht vor dem Schwedenkönig und seinen Truppen wuchs mit jedem Sieg. Die Russen verließen fluchtartig den Kriegsschauplatz und die Sachsen wagten nicht, in ihrem Rückzug halt zu machen, bevor sie nicht preußischen Boden unter den Füßen hatten.

Bombardierung der Festung Dünamünde durch königlich-schwedische Truppen im Jahr 1701

Kurland war den Schweden schutzlos ausgeliefert. Die Hauptstadt Mitau wurde ohne große Gegenwehr genommen. In ihr befanden sich große Mengen an kriegswichtigen Gütern, z.B. 8.000 Musketen, 9.000 Pistolen, 12.000 Ellen Tuch und fast 800 vollständige Uniformen. Das ganze Land wurde von schwedischen Truppen besetzt. Kockenhusen wurde eingenommen und am Ende des Jahres 1701 auch die Festung von Dünamünde.

Literatur[Bearbeiten]

  • Anders Fryxell: Lebensgeschichte Karl's des Zwölften, Königs von Schweden. Band 1, Friedrich Vieweg und Sohn, Braunschweig 1861.
  • Andreas Fryxell, Anton von Etzel: Geschichte Karl des Zwölften. G. Senf’s Buchhandlung, Leipzig 1865.