Antonín Švehla

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Antonín Švehla (* 15. April 1873 in Hostivař; † 12. Dezember 1933 in Prag) war Vorsitzender der tschechoslowakischen Regierung, Vorsitzender der Tschechischen Agrarpartei und Gutsbesitzer in Hostivař bei Prag (heute Praha 15). Von 1922 bis 1925, 1925 bis 1926 und 1926 bis 1929 war er tschechoslowakischer Ministerpräsident.

Biografie[Bearbeiten]

Švehla war der Sohn eines Gutsbesitzers im Dorf Hostivař bei Prag. 1900 übernahm er nach dem Tod seines Vaters die Verwaltung des Gutes. Davor engagierte er sich bereits politisch und wurde 1902 zum stellvertretenden Vorsitzenden der Landwirte-Vereinigung gewählt. 1906 gründete er mit seinen politische Wegbegleitern die Landwirtschaftszeitung Venkov (Das Land). 1908 bis 1913 vertrat Švehla die Interessen der ländlichen Bevölkerung als Abgeordneter im Landesparlament Böhmens, 1909 wählte man ihn in den Vorstand der Agrar-Partei.

Während des Ersten Weltkrieges gehörte er zu Führern des Widerstandes. Er war Mitglied im Český svaz (Böhmischer Bund) und seit 1917 der Untergrundbewegung Maffie. Seit Juli 1918 gehörte er zu den führenden Mitgliedern des Tschechischen Nationalausschusses.

Als einer der „Männer des 28. Oktober“ proklamierte er 1918 den selbständigen tschechoslowakischen Staat. Seit 1918 gehörte er als Abgeordneter der Nationalversammlung an und übte von 1919 bis 1920 das Amt des Innenministers in der Regierung Karel Kramář aus. In dieser Funktion war er maßgeblich an der Ausarbeitung der tschechoslowakischen Verfassung beteiligt.

1919 wählte man Švehla auch zum Vorsitzenden der Agrarpartei, in der er nicht nur die Interessen der Grundbesitzer, sondern auch die der Kleinbauern vertrat. Er war auch Mitglied der Pětka, eines Ausschusses von fünf einflussreichen Politikern. Seit 1922 war er Vorsitzender in drei tschechoslowakischen Regierungen. Vom 7. Oktober 1922 bis zum 9. Dezember 1925 in der sogenannten ersten Švehla-Regierung, von Dezember 1925 bis zum 18. März 1926 (2. Švehla-Regierung) und in der Zeit vom 12. Oktober 1926 bis zum 1. Februar 1929 in der sogenannten „Herrenkoalition“. 1927 verweigerte er seine Kandidatur zum Präsidenten und unterstützte Tomáš Garrigue Masaryk. Zwei Jahre später zog er sich aus gesundheitlichen Gründen aus dem politischen Leben zurück.

Švehla wird in der politischen Geschichte der Tschechoslowakei als kompetenter Politiker und Meister der Kompromisse beschrieben. Im Gegensatz zu vielen berühmten Politikern seiner Zeit hatte er keine akademische Ausbildung. Der Autodidakt machte sich einen guten Namen als praktischer Problemlöser.

Literatur[Bearbeiten]

  • Daniel E. Miller: Antonín Švehla - Mistr politických kompromisů. ARGO 2001. ISBN 80-7203-366-2
  • Marie Zdeňková: Antonín Švehla a Hostivař. Praha 2003
  • Josef Hanzal: Antonín Švehla. Jinočany 1993

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Antonín Švehla – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien