Nationalbibliothek der Tschechischen Republik

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Nationalbibliothek der Tschechischen Republik
Vseobecna-studovna.jpg

Aufnahme aus dem Jahr 2011

Gründung 1777
Bestand 6 Millionen Medieneinheiten
Bibliothekstyp Nationalbibliothek
Ort Prag
Betreiber staatlich
Website Homepage der Bibliothek

Die Nationalbibliothek der Tschechischen Republik (tschechisch Národní knihovna České republiky) in Prag ist die zentrale und leitende Bibliothek der Tschechischen Republik. Sie unterliegt dem Kultusministerium. Als die größte und eine der ältesten tschechischen Bibliotheken hat sie einen Bestand von etwa sechs Millionen Dokumenten mit einem jährlichen Zuwachs von 70 Tausend Titeln.[1] Die Bibliothek ist im Clementinum in der Prager Altstadt untergebracht.

Geschichte[Bearbeiten]

Der alte Bibliothekssaal im Clementinum

Neben einigen Teilbibliotheken der Prager Universität entstand im 13. Jahrhundert im dominikanischen Kloster in der Prager Altstadt die Schule Studium generale, die im 14. Jahrhundert samt der Bibliothek mit der Universität verschmolz. Im Jahre 1556 bauten Mönche des Jesuitenordens auf den Resten des Klosters ein Internat, das Clementinum hieß. 1622 kam auch die Karlsuniversität unter die Verwaltung der Jesuiten und alle Bibliotheken wurden im Clementinum untergebracht.

Nach der Aufhebung des Jesuitenordens wurde die Universität 1773 eine staatliche Einrichtung und ihre Bibliothek im Februar 1777 durch Maria Theresia zur „öffentlichen k. k. Universitätsbibliothek“ erklärt, was sich 1887 auch im Namen der Bibliothek manifestierte (c.k. Veřejná a univerzitní knihovna). Auch nach der Teilung der Universität 1882 in eine tschechische und eine deutsche Universität blieb die Bibliothek für beide Universitäten als eine gemeinsame Einrichtung erhalten.

Nach 1918 fiel die Bibliothek unter die staatliche Kontrolle der neuen Tschechoslowakei. 1924 wurde die Slovanská knihovna (Slawische Bibliothek) gegründet, die 1929 ebenfalls im Clementinum untergebracht wurde und bis heute autonomer Bestandteil der Nationalen Bibliothek ist.

1935 wurde die Bibliothek in Národní a univerzitní knihovna (National- und Universitätsbibliothek) umbenannt, gleichzeitig wurde das Gesetz über das Pflichtexemplar erlassen. Nachdem 1939 nach der Besetzung durch die Wehrmacht die tschechischen Hochschulen geschlossen wurden, blieb die Bibliothek unter der Bezeichnung Zemská a univerzitní knihovna (Landes- und Universitätsbibliothek) bis 1941 in Betrieb. 1958 wurden mehrere Bibliotheken in Prag zu einer großen Státní knihovna ČSR (Staatliche Bibliothek der ČSR). 1990 schließlich erhielt sie den heutigen Namen Národní knihovna (Nationalbibliothek).

Der Bestand der Bibliothek ist im elektronischen Katalog erfasst und kann eingesehen werden.[2][3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Joseph A. Hanslick: Geschichte und Beschreibung der Prager Universitätsbibliothek. Rohliček, Prag 1851 (Neudruck. Scientia-Verlag, Aalen 1988, ISBN 3-511-00929-4).
  • Národní Knihovna České Republiky: Die Nationalbibliothek der Tschechischen Republik, Klementinum. Nationalbibliothek der Tschechischen Republik, Prag 1996.
  • Bernhard Fabian (Hrsg.): Handbuch deutscher historischer Buchbestände in Europa. Eine Übersicht über Sammlungen in ausgewählten Bibliotheken. Band 1, 1: Vlasta Faltysová, Pavel Pohlei: Tschechische Republik. Prag. Teil 1. Olms-Weidmann, Hildesheim u. a. 1999, ISBN 3-487-10353-2.
  • Waldemar Deluga: Einblattdrucke des 15. Jahrhunderts in der Nationalbibliothek in Prag (= Národní Knihovna ČR. Miscellaneorum monographicorum. Bd. 2). Národní Knihovna České Republiky, Prag 2000, ISBN 80-7050-327-0.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Offizielle Angaben, online auf: nkp.cz/pages, tschechisch, abgerufen am 14. Dezember 2011
  2. Z historie knihovny (Aus der Geschichte der Bibliothek), online auf http://nkp.cz
  3. Zugang zum Katalog über http://aleph.nkp.cz/.../ENG (englische Version)

Weblinks[Bearbeiten]

50.08666666666714.415833333333Koordinaten: 50° 5′ 12″ N, 14° 24′ 57″ O