Jože Plečnik

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Jože Plečnik 1943
Villa Langer in Wien 13., Beckgasse 30, mit Plečniks 1900/01 realisierter Fassade

Jože Plečnik (auf seinen Bauten in Wien gelegentlich als Josef Plecnik bezeichnet; * 23. Januar 1872 in Ljubljana; † 7. Januar 1957 ebenda) war ein slowenischer Architekt, der in Wien, Belgrad, Prag und Ljubljana wirkte.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Zacherlhaus in Wien (1903-05)

Jože Plečnik war das dritte Kind eines Tischlers in Ljubljana. Während seine Brüder studierten, besuchte er nur eine Klasse im Gymnasium und arbeitete anschließend in der Tischlerei. Sein Vater wollte aus ihm einen Praktiker machen und duldete keinen Künstler in der Familie. Ein Stipendium ermöglichte ihm eine Tischlerausbildung an der Gewerbeschule Graz ab dem Jahr 1888. Dort unterstützte er Leopold Theyer mit Zeichnungen für die Verbauung des Joanneum-Parks in Graz.

Im Jahr 1892 starb sein Vater, er war aber zu jung um den Betrieb zu übernehmen und ging so nach Wien und arbeitete dort in der Hof-Bau-Kunsttischlerei J.W. Müller, wo er vor allem Möbelentwürfe zeichnete.

In der Folge kam er an die Akademie der Bildenden Künste, wo er Schüler von Otto Wagner, der gerade sein Lehramt antrat, in Wien wurde. Dieses Studium brach er aber bald darauf ab, da er den Aufgaben Wagners nicht gewachsen war und trat stattdessen in die Meisterschule Wagners ein, wo er dessen bester Schüler wurde.

Seine vorwiegenden Wirkungsstätten waren Ljubljana, Wien und Prag. Reisen nach Rom und Paris hatten einen großen Einfluss auf ihn und seinen späteren Architekturstil.

In den Jahren 1900 bis 1913 entstanden seine bekanntesten Gebäude in Wien: das Zacherlhaus (1903–1905), ein Firmengebäude in Wiens Innerer Stadt (Brandstätte, Ecke Bauernmarkt) mit eleganten Formen und ausgestaltet mit Marmor und Stahlstiften, sowie die Heilig-Geist-Kirche in Wien-Ottakring (1910–1913).

1911 wurde er vom Professorenkollegium einstimmig als Nachfolger von Otto Wagner vorgeschlagen. Durch Intervention von Erzherzog Franz Ferdinand wurde die Professur jedoch mit Leopold Bauer besetzt. Plečnik konnte jedoch die Nachfolge von Jan Kotěra in Prag antreten.

Im Jahr 1920 ernannte ihn der tschechoslowakische Staatspräsident Tomas G. Masaryk zum Architekten der Prager Burg. Jože Plečnik wurde damit verantwortlich für die Umgestaltung der Burg. 1922 begann er mit Vorträgen in Ljubljana, kehrte jedoch bis 1935 regelmäßig nach Prag zurück. 1925 begann er mit der Umgestaltung von Ljubljana. Von 1936 bis 1941 errichtete er dort das Gebäude der National- und Universitätsbibliothek. Auch die Uferbebauung der Ljubljanica sowie die Drei Brücken (Tromostovje) im Stadtzentrum sind sein Werk.

Bekannt ist auch seine behutsame Renovierung und Erweiterung der Kirche in Bogojina in der Prekmurje.

Nicht verwirklichter Entwurf für ein Parlamentsgebäude
10 Cent Slowenien

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Ehrenmitglied der Masarykova Akademie práce (Masaryk Akademie für Arbeit), 1925
  • Burgarchitekt (ernannt von Präsident Masaryk), 1926
  • Mitglied der Akademija znanosti i umetnosti (Slowenische Akademie der Wissenschaften und Künste), Ljubljana, 1938
  • Ehrenbürger der Stadt Ljubljana, 1939
  • Jugoslawischer Staatsorden, 1949
  • Ehrendoktor der Technischen Hochschule Wien, 1952
  • Ehrendoktor der Technischen Hochschule Ljubljana, 1952
  • Korrespondierendes Mitglied des Royal Institute of British Architects, 1954
500 Tolar Schein

Würdigung[Bearbeiten]

  • Jože Plečniks nicht verwirklichter Entwurf für ein Parlamentsgebäude in Ljubljana ist auf der nationalen Seite der slowenischen 10-Cent-Münze abgebildet. Auch der 500-Tolar-Schein der von 1991 bis 2007 gültigen slowenischen Währung zeigt ein Portrait Jože Plečniks.
  • Im Jahr 1987 wurde in Wien Donaustadt (22. Bezirk) der Plecnikweg nach ihm benannt.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Damjan Prelovšek: Josef Plečnik, 1872-1957: Architectura perennis. Residenz Verlag, Salzburg/Wien 1992, ISBN 3-7017-0779-0 (aus dem Slowenischen von Dorothea Apovnik).
  •  Adolph Stiller: Josef Plečnik – Architekt in Wien, Prag und Laibach. Verlag Anton Pustet, Salzburg/München 2006, ISBN 3-7025-0542-3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jože Plečnik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien