Arnold van Keppel, 1. Earl of Albemarle

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Arnold Joost van Keppel, 1. Earl of Albemarle (* 1669 in Den Haag; † 30. Mai 1718 in Den Haag) war ein niederländischer Adeliger im Dienst Wilhelms von Oranien. Als dieser englischer König wurde, begleitete ihn Keppel nach England. Er stieg zum einflussreichen Favoriten des Königs auf. Nach dessen Tod kehrte er in die Niederlande zurück und stieg dort zum hohen Militär auf. Er verlor 1712 während des Spanischen Erbfolgekrieges die entscheidende Schlacht bei Denain, die zum Austritt der Niederlande aus der Kriegskoalition führte.

Arnold van Keppel, 1. Earl of Albemarle; Ölgemälde um 1700

Familie[Bearbeiten]

Keppel war der mittlere Sohn des Oswald van Keppel und der Anna Geertruid van Lintello. Er war selbst seit 1718 verheiratet mit Geertruid Adam van der Denijn. Neben einer Tochter ging der Sohn William Anne aus der Ehe hervor.[1]

Leben[Bearbeiten]

Er trat als Page in den Dienst des Statthalters Wilhelm und folgte diesem, nachdem dieser König geworden war, 1688 nach England. Er bekam einen Posten als Kammerherr. Nach einem Jagdunfall kam er in näheren Kontakt mit dem König, wurde sein Favorit und mit verschiedenen Aufgaben betraut.[2] Unter anderem diente er als eine Art inoffizieller Sekretär für niederländische Fragen.[3]

Die Zeitgenossen vermuteten eine homosexuellen Beziehung zum König. Liselotte von der Pfalz berichtete, dass der König in Keppel wie „von einer Dame verliebt“ gewesen sein soll und ihm in der Öffentlichkeit die Hände geküsst hätte.[4] Auch neuere Arbeiten gehen vor allem für die Zeit nach dem Tod der Königin Maria 1694 von einer homosexuellen Beziehung aus.[5] Einige andere Studien halten es dagegen für nicht bewiesen, dass eine homosexuelle Beziehung bestanden hätte. Keppel rivalisierte mit Johann Wilhelm Bentinck, 1. Earl of Portland, um die Gunst des Königs. Immerhin war die Zuneigung zu seinem neuen Favoriten so groß, dass der König Bentick, einen Freund aus Kindertagen und seit 1666 dessen rechte Hand, fallen ließ.[3][6]

Am Hof des Königs stieg Keppel auf und wurde 1695 Master of the Robes. Damit hatte er auch offiziell täglich ungehinderten Zugang zum König. Dies verschaffte ihm starken politischen Einfluss.[7] Zwischenzeitlich begleitete er den König auf verschiedenen Feldzügen und stand dabei teils in englischen, teils in niederländischen Diensten. Er war 1697 Major-General, Oberst verschiedener Regimenter und Gouverneur von ’s-Hertogenbosch. Der König machte ihn 1696 zum Viscount Bury in Lancashire und zum Baron Ashford, of Ashford, Kent. Im Februar 1697 folgte die Erhebung zum Earl of Albemarle. Im Jahr 1699 bekam Keppel das Kommando über die First Life Guards. Als der König im Jahr 1700 van Keppel großen Grundbesitz in Irland schenken wollte, legte das Parlament Einspruch ein. Stattdessen erhielt er 50.000 Pfund. Außerdem wurde er Ritter des Hosenbandordens. In den Niederlanden ließ er ab 1669 das Schloss Huis De Voorst erbauen.

Er wurde 1702 nach Holland gesandt, um den nächsten Feldzug des Königs vorzubereiten. Als er zurückkam, lag der König im Sterben. Der König vermachte ihm 200.000 Gulden und Landbesitz. Danach kehrte Keppel in die Niederlande zurück. Er nahm seinen Sitz als Adeliger im niederländischen Parlament den Generalstaaten ein. Außerdem wurde er Kavalleriegeneral der niederländischen Armee. Er nahm seit 1703 am Spanischen Erbfolgekrieg teil. Keppel war 1706 bei der Schlacht bei Ramillies und 1708 bei der Schlacht bei Oudenaarde dabei. Er befehligte 1710 die alliierten Truppen bei der Belagerung von Aire. Ein Jahr später kommandierte er das zweite Treffen in der Armee von John Churchill, 1. Duke of Marlborough. Im Jahr 1712 war er Befehlshaber der niederländischen Armee. Er wurde von Claude-Louis-Hector de Villars in der entscheidenden Schlacht von Denain geschlagen und geriet in Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Freilassung kehrte er in die Niederlande zurück.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. genealogische Hinweise bei stanford.edu
  2. David Onnekink: The Anglo-Dutch Favourite. The Career of Hans Willem Bentick. Aldershot 1988, S.229f
  3. a b Andrew Barclay: William's Court as King. In: Redefining William III. The impact of the king-stadholder in international context. Aldershot 2007, S.245
  4. Eduard Vehse: Geschichte der deutschen Höfe. Bd. 21, dritte Abteilung, Teil 4, Hamburg 1853, S.281
  5. Louis Crompton: Homosexuality & civilization. Cambridge 2006, S.405
  6. Wout Troost: William III. The Stadtholder-King. Aldersthot 1988, S.26
  7. Andrew Barclay: William's Court as King. In: Redefining William III. The impact of the king-stadholder in international context. Aldershot 2007, S.318

Literatur[Bearbeiten]

  • Albermarle, Earls and Dukes of. In: Hugh Chisholm: Encyclopædia Britannica. Cambridge University Press, 1911 (Online-Version auf en:Wikisource).
  • Arthur Collins: The Peerage of England. Containing a Genealogical and Historical Account of All the Peers of that Kingdom. Bd.4, London 1768 (Digitalisat eines Nachdruckes).
Vorgänger Amt Nachfolger
Titel neu geschaffen Earl of Albemarle
1697–1718
Willem van Keppel