Athanasios Plevris

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Athanasios Plevris oder Thanos Plevris (griechisch Αθανάσιος Πλεύρης; * 21. Mai 1977) ist ein griechischer Jurist und Politiker der Rechtspartei Laikós Orthódoxos Synagermós (dt. „Orthodoxe Volkszusammenkunft“, kurz: LAOS).

Plevris ist der Sohn des Holocaustleugners und antisemitischen Vertreters der extremen Rechten Kostas Plevris.[1] Athanasios Plevris hat sich zwar öffentlich von den politischen Ansichten seines Vaters distanziert, ihn aber als Rechtsanwalt gegen den Vorwurf der Volksverhetzung verteidigt und nach dessen Freispruch die „in Griechenland geltende Meinungsfreiheit“ gepriesen.[2]

Plevris studierte Rechtswissenschaften an der Universität Athen und wurde im Strafrecht promoviert. Er schloss ein Aufbaustudium in Medizinrecht an der Universität Heidelberg an. Während seines Aufenthalts dort war er 2002 Vorsitzender des Verbands der griechischen und zypriotischen Studenten.

Plevris wurde bei der Parlamentswahl 2007 für die Partei LAOS als Abgeordneter des ersten Athener Wahlkreises gewählt, wobei er die meisten Stimmen für seine Partei bekam (6942 Stimmen). Bei der Europawahl 2009 wurde er als einer von zwei LAOS-Abgeordneten in das Europäische Parlament gewählt: Diesem gehörte er als Mitglied der europakritischen Fraktion Europa der Freiheit und Demokratie (EFD) jedoch nur einige Monate an: Bei den vorgezogenen Wahlen am 4. Oktober 2009 wurde er wieder in das nationale griechische Parlament gewählt. Im Europäischen Parlament folgte ihm Nikolaos Salavrakos.

Als Abgeordneter im griechischen Parlament setzte sich Plevris für ein Gesetzesprojekt ein, das den lange im Ausland lebenden Griechen das Wahlrecht absprechen würde.[3]

In einer Anfrage an den Justizminister hat er seine Empörung gegen die unverblümte Erwähnung des Namens Mazedonien auf den Karten der Partei Ouranio Toxo (Regenbogen, Partei der slawo-mazedonischen Minderheit) und Helsinki Watch ausgedrückt. Seine Frage, ob diese Organisationen sich nicht strafbar gemacht hätten, wurde von den Medien in Mazedonien empört als Forderung der Todesstrafe für die Mitglieder der Partei Regenbogen interpretiert[4][5]. Die These der Existenz einer mazedonischen Sprache wird von Plevris als völlig inakzeptabel betrachtet[5]. Er selbst nennt die in Mazedonien gesprochene Sprache „slawisch“ und stellt die Frage, warum der Staat „Organisationen finanziert, die der pro-skopianischen Propaganda dienen“.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Süddeutsche Zeitung vom 30. März 2009: Triumph des Rassisten.
  2. Artikel auf heise.de: Griechische Justiz: Auf dem rechten Auge blind.
  3. Artikel in Naftemboriki: Auseinandersetzung im Parlament über Wahlrecht der Auslandsgriechen
  4. Mazedonische Nachrichtenagentur Pelagon vom 18. Mai 2009
  5. a b c Грчки пратеник бара смртни казни за Македонците ("Griechischer Abgeordneter fordert Todesstrafen für Mazedonier") in Dnewnik (mazedonisch)

Weblinks[Bearbeiten]