August Junkermann

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August Junkermann
August Junkermann

August Junkermann (* 15. Dezember 1832 in Bielefeld; † 15. Mai 1915 in Berlin) war ein deutscher Schauspieler und als Rezitator ein bedeutender Interpret der Werke Fritz Reuters.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Nach Erfolgen auf Laienbühnen erhielt Junkermann 1853 sein erstes Engagement am Stadttheater in Trier. Es folgten Auftritte als Sänger und Komiker auf vielen Bühnen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz. Von 1871 bis 1887 gehörte Junkermann dem Ensemble des Stuttgarter Hoftheaters an.

Schon früh hatte Junkermann sich mit den Werken von Fritz Reuter beschäftigt. Junkermann brachte seinem Publikum die Werke des niederdeutschen Humoristen nicht nur durch Rezitation näher, sondern auch durch die Darstellung Reuterscher Werkfiguren auf der Bühne. Seine Paraderolle war die des „Onkel Bräsig“. Bald galt Junkermann als der „Apostel des plattdeutschen Dichters Fritz Reuter“. Junkermann steht ebenbürtig neben Karl Kräpelin, dem ersten Reuter-Rezitator des 19. Jahrhunderts, und Ludwig Sternberg, dem berühmten Reuter-Interpreten des 20. Jahrhunderts.

Grab von A. Junkermann

Auch die Deutschen im Ausland, z.B. in England und Italien, feierten Junkermann auf seinen Gastspielen. Junkermann unternahm mehrere Vortragsreisen in die USA. In New York wurde er zum Ehrenmitglied des Plattdütschen Volksfest-Vereen ernannt. Junkermann bearbeitete Reuter für die Bühne und trat in lustigen Einaktern als Darsteller Reuterscher Werkfiguren auf, u.a. als Jochen Päsel, als Pastor in „Hanne Nütes Abschied“, als Möller Voß, als Smid Snut, als Dörchläuchting oder als Schauster Hank. In seinem „Junkermann-Ensemble“ wirkten zeitweise auch seine Söhne Hans Junkermann und Fritz Junkermann mit.

Junkermann wurde in Berlin-Kreuzberg auf dem Jerusalemer Friedhof begraben.

Familie[Bearbeiten]

In erster Ehe war er mit Schauspielerin Anna Junkermann verheiratet, deren Sohn war der Schauspieler Karl Junkermann. Verheiratet in zweiter Ehe war er mit der Schauspielerin und Sängerin Rosa Le Seur (1846–1920), ihr gemeinsamer Sohn Hans wurde ebenfalls Schauspieler.[1] Fritz Junkermann war ein weiterer Sohn aus dieser Ehe, der ebenfalls als Schauspieler tätig war.

Werke[Bearbeiten]

  • Memoiren eines Hof-Schauspielers, Illustrationen. von H. Graube, Süddeutsche Verlags-Institut, 1888
  • Junkermanns Humoristikum: Eine Sammlung heiterer Vortragsstücke von erprobter Wirksamkeit, Mit einem Vorspiel: Meine zweite Amerikafahrt, Levy & Müller, Stuttgart 1890

Briefe[Bearbeiten]

  • 4 Briefe und Karten August Junkermann an verschiedene Empfänger 17. November 1888 bis 31. Mai 1902[2]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ludwig Eisenberg: Großes biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert. Verlag von Paul List, Leipzig 1903, S. 489
  2. Fritz Reuter Literaturarchiv Berlin