Bielefeld

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Dieser Artikel befasst sich mit der Stadt in Nordrhein-Westfalen. Zu weiteren Bedeutungen siehe Bielefeld (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bielefeld
Bielefeld
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bielefeld hervorgehoben
52.0204166666678.5322222222222118Koordinaten: 52° 1′ N, 8° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Höhe: 118 m ü. NHN
Fläche: 258,82 km²
Einwohner: 328.314 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1269 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 33501–33739
Vorwahlen: 0521, 05202, 05203, 05205, 05206, 05208, 05209
Kfz-Kennzeichen: BI
Gemeindeschlüssel: 05 7 11 000
Stadtgliederung: 10 Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Niederwall 23
33602 Bielefeld
Webpräsenz: www.bielefeld.de
Oberbürgermeister: Pit Clausen (SPD)
Lage von Bielefeld in Nordrhein-Westfalen
Niederlande Belgien Niedersachsen Rheinland-Pfalz Hessen Essen Wuppertal Solingen Remscheid Hagen Ennepe-Ruhr-Kreis Bochum Dortmund Herne Gelsenkirchen Bottrop Oberhausen Mülheim an der Ruhr Duisburg Kreis Mettmann Düsseldorf Rhein-Kreis Neuss Kreis Heinsberg Mönchengladbach Krefeld Kreis Viersen Kreis Wesel Kreis Kleve Rhein-Erft-Kreis Kreis Düren Rheinisch-Bergischer Kreis Oberbergischer Kreis Kreis Recklinghausen Kreis Borken Kreis Unna Märkischer Kreis Kreis Olpe Hamm Kreis Soest Kreis Coesfeld Kreis Steinfurt Kreis Warendorf Leverkusen Köln Städteregion Aachen Bonn Rhein-Sieg-Kreis Städteregion Aachen Kreis Euskirchen Münster Kreis Siegen-Wittgenstein Hochsauerlandkreis Kreis Paderborn Kreis Gütersloh Kreis Höxter Kreis Lippe Kreis Herford Kreis Minden-Lübbecke BielefeldKarte
Über dieses Bild
Sparrenburg, Bergfried und Ausgrabungsstelle

Bielefeld Zum Anhören bitte klicken! [ˈbiːləfɛlt]a a (niederdeutsch Builefeld, Bielefeld, Beilefeld oder Builefeild) ist eine kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Detmold im Nordosten Nordrhein-Westfalens. Mit über 328.000 Einwohnern ist sie die größte Stadt der Region Ostwestfalen-Lippe und deren wirtschaftliches Zentrum. Auf der Liste der größten deutschen Städte steht sie an 18. Stelle.

Die erste Erwähnung lässt sich auf den Anfang des 9. Jahrhunderts datieren,[2] als Stadt wird sie erstmals 1214 bezeichnet. Am Nordende eines Quertals des Teutoburger Waldes gelegen, sollte die Kaufmannsstadt den Handel in der Grafschaft Ravensberg fördern, deren größter Ort sie wurde. Bielefeld war lange Zeit das Zentrum der Leinenindustrie. Heute ist die Stadt vor allem Standort der Nahrungsmittelindustrie, von Handels- und Dienstleistungsunternehmen, der Druck- und Bekleidungsindustrie und des Maschinenbaus. Überregional bekannt sind ihre Universität, die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, die Dr. August Oetker KG, die Laborschule Bielefeld, das Theater Bielefeld sowie der Fußballverein Arminia Bielefeld.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Der Lutterbach am Waldhof

Bielefeld liegt auf der Wasserscheide zwischen Weser und Ems. Das Stadtgebiet gehört drei unterschiedlichen Naturräumen an. Der Norden und Nordosten einschließlich des Stadtzentrums sind in die Hügellandschaft der Ravensberger Mulde eingebettet. Unmittelbar südlich schließt sich der Gebirgszug des Teutoburger Waldes an, der Bielefeld von Westnordwest nach Ostsüdost durchzieht. Eine wichtige Verkehrsader war seit jeher der Bielefelder Pass, von dem aus sich der Stadtbezirk Gadderbaum mit Bethel in die Längstäler des Kammgebirges hinein erstreckt. Der Süden gehört zur Münsterschen Tieflandsbucht, deren Randbereich östlich des Bielefelder Passes das Sandgebiet der Senne bildet, in der neben Teilen des Stadtbezirks Brackwede die Stadtbezirke Senne und Sennestadt liegen.

In der Innenstadt fließt der Lutterbach. In der Literatur wird Bielefeld deshalb auch ab und an als am Lutterbach liegend beschrieben.[3] Dieser Bachlauf wurde im 15. Jahrhundert von der im Stadtteil Quelle entspringenden, Richtung Gütersloh fließenden Lutter abgezweigt. 2004 erfolgte eine Freilegung am Gymnasium am Waldhof. Die nördlichen Stadtteile Bielefelds liegen in einer sanft welligen Landschaft des Ravensberger Hügellandes mit Feldern, Wiesen, Bächen sowie kleinen Flüssen. Hier befindet sich der künstlich angelegte Obersee, der die größte Wasserfläche der Stadt darstellt und zur Regulierung des Johannisbaches angelegt wurde. Der nordöstliche Teil der Stadt entwässert über die Aa in die Weser, während das Wasser aus dem südwestlichen Teil der Ems zufließt. Die Wasserscheide bildet der fast völlig bewaldete Höhenzug des Teutoburger Waldes. Er dient als Naherholungsgebiet für die Bevölkerung der Großstadt. Durch den Teutoburger Wald führen zahlreiche Wanderwege inmitten des Bielefelder Stadtgebiets. Der bekannteste unter ihnen ist der Hermannsweg, der vom Hermannsdenkmal bei Detmold über die Sparrenburg nach Rheine führt. Die südlich des Teutoburger Waldes liegende Senne ist aus eiszeitlichen Sandablagerungen entstanden, von deren Heideflächen nur noch Reste im Stadtgebiet von Bielefeld erhalten sind. Heute wird dieses Gebiet von Äckern, Grünland und kleinen Wäldern, jedoch auch von Trockenrasen, Bruchwäldern und Feuchtwiesen geprägt.[4]

Markierung des 52. nördlichen Breitengrads

Der höchste Punkt im Stadtgebiet liegt auf der Bergkuppe Auf dem Polle in Lämershagen auf 320 m ü. NN, der niedrigste in Brake an der Aa an der Grenze nach Herford auf 71 m ü. NN. Das Rathaus steht auf einer Höhe von 114 Metern. Bielefeld hat, nach dem Höhenprofil geschieden, damit Anteil an zwei verschiedenartigen Landschaften, dem höheren Hügelland des Ravensberger Berglandes im Norden und dem Flachland der Westfälischen Bucht im Süden. Durch das Stadtgebiet führt der 52. nördliche Breitengrad. Er wird am Hermannsweg durch einen Markierungsstein gekennzeichnet.

Die nächstgelegenen Großstädte sind Hannover (100 Kilometer nordöstlich), Osnabrück (45 Kilometer nordwestlich), Münster (65 Kilometer westlich), Hamm (60 Kilometer südwestlich) und Paderborn (40 Kilometer südöstlich). Bielefeld liegt in einem Verdichtungsgebiet, das sich entlang der Bahnstrecke Hamm–Minden und der parallel verlaufenden Autobahn 2 von Gütersloh über Bielefeld und Herford bis Minden erstreckt.

Geologie[Bearbeiten]

In geologischer Hinsicht ist das Stadtgebiet dreigeteilt in einen südlichen Teil, der in der Westfälischen Bucht liegt, das Gebiet des Teutoburger Waldes und einen nördlichen Teil, der im Ravensberger Hügelland liegt.

Das Hügelland besteht im Wesentlichen aus 1000 bis 2000 Meter mächtigen Schichten von Tonmergel-, Kalk- und Sandsteinen des Erdmittelalters (Trias, Jura und Kreide). Charakteristisch für das Hügelland sind die zahlreichen Sättel, Mulden (zum Teil auch von Menschenhand ausgebaut, siehe Siek), Horste und Gräben. Im Teutoburger Wald wurden diese Gesteine in geomorphologischen Prozessen besonders deutlich herausgehoben und dann wie auch im Ravensberger Hügelland in die bereits genannten zahlreiche Sättel, Mulden, Horste und Gräben zerlegt. Der Osning wird daher auch als Bruchfaltengebirge charakterisiert. Die ehemals ungestört übereinander folgenden Gesteinsschichten sind im Osning daher heute nebeneinander oder gar in überkippter Lagerung anzutreffen. Von diesen Prozessen unbeeinflusst lagern im tieferen Untergrund die Gesteine des Erdaltertums (Devon, Karbon und Zechstein).

Die Oberfläche des gesamten flacheren Stadtgebiets ist durch Lockergesteine des Eiszeitalters (Sand, Kies, Löss, Geschiebemergel) bestimmt. Während allerdings im verglichen mit dem nördlichen Hügelland eher flachen Süden (insbesondere in der Senne) die Sande und Kiese dominieren und nur am Rand des Teutoburger Waldes Löß zu finden ist, findet sich im Ravensberger Hügelland insbesondere in den Tälern eine fast durchgehende Bedeckung mit einer fruchtbaren, etwa 1 Meter mächtigen Lößschicht. Dieser Löß wurde im Quartär angelagert und verwitterte im Laufe der Zeit zu fruchtbaren Parabraunerden. Da sich unter dem Löß wasserundurchlässige Schichten befinden, sind insbesondere die Täler des Hügellandes feucht. Die hier vorherrschenden staunassen Pseudogleyen, die oft in den charakteristischen Sieken zu finden sind, eignen sich vielfach nur als Grünland.

An der Grenze zum Münsterland haben sich aus den Schmelzwassersanden des Eiszeitalters Podsole entwickelt. Wie auch im Ravensberger Hügelland mit seinen Sieken und Plaggeneschen, hat die historische Landbautechnik Einfluss auf die Böden im südlichen Stadtgebiet. Durch landwirtschaftliche Nutzung (teilweise auch Plaggenauftrag) haben sich teilweise tiefreichende Humusböden gebildet.

In den Hanglagen des Osnings konnte sich eine tiefgründige Bodenbedeckung nicht halten. Hier dominieren die Festgesteine, die überwiegend eine dünne Humusschicht tragen und nur an wenigen Stellen direkt an die Oberfläche treten. Eine Bedeckung dieser Gesteine ist im Kammbereich nur flachgründig. Im nordöstlichen Kammbereich und in einigen dem Kamm südwestlich vorgelagerten Kuppen, wie dem Käseberg und dem Bokelberg, finden sich vorwiegend flachgründige, steinige, tonig-lehmigen Kalkstein-Verwitterungsböden (Rendzinen). Im Bereich des südwestlichen Kammes finden sich eher flachgründige nährstoffarme, saure und steinige Heideböden (Podsole), die durch Verwitterung der Sandsteine des Erdmittelalters entstanden sind.[5]

Ausdehnung und Nutzung des Stadtgebiets[Bearbeiten]

Bielefeld ist als „kleine Großstadt[6] klassifiziert und bedeckt eine Fläche von 257,91 Quadratkilometer. Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt in Nord-Süd-Richtung 22 und in West-Ost-Richtung 19 Kilometer.[7] Die Flächennutzung in Bielefeld ist der folgenden Tabelle zu entnehmen.[6] Der Anteil an der Landwirtschaftsfläche ist um etwa fünf Prozentpunkte höher als bei vergleichbaren Städten in NRW. Rund 7,5 Prozent der Stadtfläche sind als Naturschutzgebiet ausgewiesen.[8] Von den Waldgebieten gehören 2.256 ha zum Bielefelder Stadtwald.[9]

Fläche nach Nutzungsart Fläche in km² Anteil an Gesamtfläche
Landwirtschaftsfläche 95,75 37,13 %
Waldfläche 52,22 20,25 %
Gebäude-, Frei- und Betriebsfläche 70,20 27,22 %
Siedlungs- und Verkehrsfläche 24,89 9,65 %
Wasserfläche 1,86 0,72 %
Sport- und Grünfläche 11,79 4,57 %
Sonstige Nutzung 1,19 0,46 %

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Bielefeld grenzt an folgende Städte und Gemeinden (im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden): Spenge, Enger und Herford (alle Kreis Herford), Bad Salzuflen, Leopoldshöhe und Oerlinghausen (alle Kreis Lippe) sowie Schloß Holte-Stukenbrock, Verl, Gütersloh, Steinhagen, Halle (Westf.) und Werther (Westfalen) (alle Kreis Gütersloh).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet Bielefelds ist in zehn Stadtbezirke eingeteilt. Jeder Stadtbezirk hat eine von der Bevölkerung gewählte Bezirksvertretung, die aus bis zu 19 Mitgliedern besteht. Vorsitzender der Bezirksvertretung ist der Bezirksbürgermeister (bis 2010 Bezirksvorsteher). Die Stadtbezirke sind wiederum amtlich in 92 Statistische Bezirke gegliedert. Im alltäglichen Sprachgebrauch wird für Ortsangaben in Bielefeld üblicherweise eine informelle Einteilung in Stadtteile verwendet. Diese Stadtteile entsprechen oftmals den ehemals selbständigen Gemeinden, die bei den Gebietsreformen von 1930 und 1973 nach Bielefeld eingemeindet wurden.

Lage der Stadtbezirke im Stadtgebiet
Bezirk Stadtteile
Brackwede Brackwede, Holtkamp, Quelle, Ummeln
Dornberg Babenhausen, Großdornberg, Hoberge-Uerentrup, Kirchdornberg, Niederdornberg-Deppendorf, Schröttinghausen
Gadderbaum Bethel, Gadderbaum
Heepen Altenhagen, Baumheide, Brake, Brönninghausen, Heepen, Milse, Oldentrup
Jöllenbeck Jöllenbeck, Theesen, Vilsendorf
Mitte
Schildesche Gellershagen, Schildesche, Sudbrack
Senne Buschkamp, Windelsbleiche, Windflöte
Sennestadt Dalbke, Eckardtsheim, Heideblümchen, Sennestadt
Stieghorst Hillegossen, Lämershagen-Gräfinghagen, Sieker, Stieghorst, Ubbedissen
Blick von der Sparrenburg auf die Bielefelder Innenstadt

Klima[Bearbeiten]

Das Klima in Bielefeld wird durch die Lage im ozeanisch-kontinentalen Übergangsbereich Mitteleuropas und durch seine Lage am Teutoburger Wald bestimmt. Das Gebiet liegt überwiegend im Bereich des subatlantischen Seeklimas mit teils temporären kontinentalen Einflüssen. Die Winter sind unter atlantischem Einfluss meist mild, die Sommer mäßig warm, die Niederschläge relativ gleichmäßig verteilt. Die Jahresmitteltemperatur in der Mitte liegt bei etwa 8,5 °C und im in der Westfälischen Bucht liegenden Süden des Stadtgebiets bei etwa 9 °C. In den Höhenlagen des Osnings ist sie deutlich niedriger und liegt bei etwa 7,5 bis 8 °C.

Die Niederschläge sind maßgeblich durch die Lage am Teutoburger Wald beeinflusst. Insgesamt ist Bielefeld neben den Städten im Bergischen- und Siegerland eine der niederschlagsreichsten Großstädte Nordrhein-Westfalens. Die Jahresniederschläge liegen in allen Monaten deutlich über dem Landesschnitt. Die Niederschlagsmengen schwanken jedoch je nach Lage jährlich meist zwischen etwa 800 und 1000 Millimeter. Im Bereich des Stadtzentrums liegt der Jahresniederschlag bei etwa 890 Millimeter. Da die vorherrschenden Winde meist aus Richtung Südwesten wehen und dabei feuchte Luft vom Atlantik mitbringen, kommt es an der Luvseite des Teutoburger Waldes, der die erste Barriere am Rand des Weserberglandes darstellt, zu ausgeprägtem Steigungsregen. Daher erreichen die Jahresniederschläge im und am Südrand des Osning Werte bis deutlich über 1000 Millimeter. Die weiter in der Westfälischen Bucht gelegenen Orte im südlichen Stadtgebiet sind regenärmer. Hier liegt der Jahresniederschlag bei nur noch 750 Millimeter. Niedriger sind die Jahresniederschläge mit etwa 800 Millimetern auch in den geschützten Lagen im Aatal im Ravensberger Hügelland und im Lee des Osning.[10][11]

Für weitere konkrete monatliche Werte insbesondere für die Monatstemperaturen wird auf die in vergleichbarer naturräumlicher Lage liegenden und nahen Städte Herford (vergleichbar mit dem Norden Bielefelds) und Gütersloh (vergleichbar mit den südlichen Stadtbezirken) verwiesen.

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits zur Mitte des 9. Jahrhunderts wurde der Ort erwähnt, als dem Kloster Corvey ein Mansus in Bylanuelde übertragen wurde.[12] Die erste Erwähnung der Stadt Bielefeld stammt aus dem Jahr 1214. Bielefeld gehörte zu den zahlreichen Stadtgründungen des Hochmittelalters und entstand mit der Absicht, die Herrschaft des Landesherrn zu sichern, da sie an der Südgrenze der Grafschaft Ravensberg lag. Die Landesherren wollten den Ort als Kaufmannsstadt und Hauptstadt der Grafschaft ausbauen.

Aufgrund seiner Lage an der Kreuzung mehrerer alter Handelswege und an einem wichtigen Pass über den Teutoburger Wald entwickelte sich Bielefeld schnell zum Wirtschafts- und Finanzzentrum der Grafschaft Ravensberg. Um 1240 begann der Bau der Sparrenburg, die nach ihrer Fertigstellung als Wohnsitz des Landesherrn und seines Gefolges diente. Außerdem sollte die Burg die Stadt und den Pass über die Berge des Teutoburger Waldes schützen. Ab 1293 entstand die Neustadt. Bei den Bewohnern, überwiegend Kaufleute und Handwerker, wuchs der Wohlstand, nicht zuletzt durch den Beitritt zur Hanse im 15. Jahrhundert.

Im Vorfeld und im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) wurde die Sparrenburg nacheinander von holländischen, spanischen, schwedischen und französischen Truppen besetzt. In den Jahren 1636 und 1637 wütete die Pest in Bielefeld und forderte rund 350 Opfer. Im 17. Jahrhundert begann die Entwicklung Bielefelds zur „Leinenstadt“, was in der damaligen Zeit vor allem Leinenhandel bedeutete. Die Bauern des Ravensberger Landes bauten auf ihren Ackerflächen anstatt Korn vorzugsweise den staatlich subventionierten Flachs an und verarbeiteten diesen in Heimindustrie zu Linnen oder Leinen. Der Leinenhandel führte zu einem gewissen Wohlstand in der Stadt. Um 1830 geriet das Bielefelder Leinenhandwerk in eine schwere Krise, da in Irland, England und Belgien mit der Produktion maschinell gewebter Stoffe begonnen wurde. Die wirtschaftliche Not vieler Bielefelder führte zu Unruhen während der Revolution von 1848. Darüber hinaus verließen viele Menschen ihre Heimat in Ostwestfalen und wanderten nach Amerika aus.

Um 1860 entwickelte sich die Tabakproduktion im Ravensberger Land. Die Tabakfabrik Gebr. Crüwell in Bielefeld, eine der bedeutendsten ihrer Art in Deutschland, vergab bestimmte Arbeiten in Heimproduktion, so dass die Landbevölkerung neue Verdienstquellen fand. Als 1847 die Anbindung an die Cöln-Mindener Eisenbahn fertiggestellt war, entwickelten sich alsbald Fabriken. Mit der Ravensberger Spinnerei entstand ein Unternehmen, das sich zur größten Flachsspinnerei Europas entwickelte. Schon im Jahr 1870 war Bielefeld das Zentrum der Textilindustrie in Deutschland.

1867 wurden die Von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel im heutigen Stadtteil Gadderbaum gegründet. Neben der Textilindustrie entwickelte sich der Maschinenbau. Heute ist Bielefeld der fünftgrößte Maschinenbaustandort Deutschlands. Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Nahrungsmittelindustrie für Bielefeld bedeutsam. Mit dem Oetker-Konzern beherbergte die Stadt bald über einen der europaweit größten Vertreter dieser Branche.[13]

1938 wohnten in Bielefeld rund 900 Bürger jüdischen Glaubens. Die jüdische Gemeinde verfügte über eine prächtige, im Jahr 1905 eingeweihte Synagoge in der Turnerstraße; sie wurde am 9. November 1938 in der Reichspogromnacht von den Nazis niedergebrannt. Viele Juden flohen ins Ausland. Von den insgesamt 460 deportierten Juden überlebten nur rund 60 den Holocaust. Der schwerste Luftangriff auf die Stadt im Zweiten Weltkrieg, der 649 Menschen das Leben kostete und den größten Teil der Altstadt und viele historische Bauten zerstörte, erfolgte am 30. September 1944. Die Einnahme der „Festung“ Bielefeld durch amerikanische Truppen erfolgte am 4. April 1945. Vorausgegangen waren zweitägige schwere Kämpfe in den Waldgebieten südlich der Stadt. Dem Mut einiger Bielefelder Bürger ist es zu verdanken, dass bei dem Vormarsch der amerikanischen Truppen weiteres Blutvergießen verhindert wurde. Der Brackweder Bürgermeister Herrmann Bitter öffnete am 3. April 1945 den Amerikanern die Panzersperren und wurde daraufhin vom NSDAP-Kreisleiter erschossen.[14] Als die amerikanischen Verbände am 4. April 1945 Richtung Innenstadt vorrückten, fuhr der evangelische Pastor Karl Pawlowski auf seinem Fahrrad die kampfbereiten deutschen Abwehrstellungen entlang und bewog die Soldaten zum Abzug.[15] Bielefeld wurde daraufhin ohne Gegenwehr eingenommen. Als die ersten amerikanischen Jeeps durch Bielefeld fuhren, wehte schon eine weiße Fahne vom Rathaus. Während des Krieges kamen in Bielefeld mehr als 1300 Menschen durch Bomben ums Leben. Zerstörte historische Bausubstanz wurde nach dem Krieg durch moderne Bauten ersetzt. Die Industrie wurde binnen weniger Jahre wieder aufgebaut und es begann ein Wirtschaftsaufschwung. Die Textilindustrie verlor jedoch immer mehr an Bedeutung, während sich die Stadt zu einem Dienstleistungszentrum entwickelte. Eine städtebauliche Besonderheit der Nachkriegszeit bildet die Planstadt Sennestadt. Im Jahr 1969 wurde die Universität Bielefeld gegründet.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Altes Rathaus
Neues Rathaus

Im Jahr 1828 wurde das Gut Niedermühlen in die Feldmark der Stadt Bielefeld eingegliedert. Am 1. April 1900 wurden Teile der Gemeinde Gadderbaum sowie das Gebiet der Sparrenburg nach Bielefeld eingegliedert. Am 31. Januar 1907 folgten Teile der Gemeinde Quelle sowie der Hof Meyer zu Olderdissen und der Schildhof. Am 1. Oktober 1930 kamen die Gemeinden Schildesche Dorf, Sieker und Stieghorst sowie Teile der Gemeinden Gellershagen, Großdornberg, Heepen, Hoberge-Uerentrup, Oldentrup, Schildesche Bauerschaft und Theesen aus dem Kreis Bielefeld zur Stadt Bielefeld. 54 ha der Gemeinde Babenhausen kamen am 31. Dezember 1961 und 56 ha der Gemeinde Brake am 1. Januar 1965 hinzu.[16]

Die bislang umfangreichste Gebietsreform, geregelt im Gesetz zu Neugliederung des Raums Bielefeld, trat zum 1. Januar 1973 in Kraft. Aus dem Kreis Bielefeld kamen die Städte Brackwede und Sennestadt sowie die Gemeinden Gadderbaum, Senne I, Babenhausen, Großdornberg, Hoberge-Uerentrup, Kirchdornberg, Niederdornberg-Deppendorf, Altenhagen, Brake, Brönninghausen, Heepen, Hillegossen, Lämershagen-Gräfinghagen, Milse, Oldentrup, Ubbedissen, Jöllenbeck, Theesen und Vilsendorf zu Bielefeld; außerdem aus dem Kreis Halle (Westf.) die Gemeinde Schröttinghausen.[17] Der Kreis Bielefeld wurde aufgelöst.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Bevölkerungszahl Bielefelds überschritt 1930 in den damaligen Grenzen die Marke von 100.000 und machte die Stadt damit zur Großstadt. In der Nachkriegszeit stieg die Bevölkerungszahl bis 1961 auf über 175.000, von denen etwa 60.000 als Flüchtlinge und Vertriebene nach dem Zweiten Weltkrieg nach Bielefeld gekommen sind.[3] Nach einem leichten Rückgang bis 1972 wuchs die Einwohnerzahl 1973 durch die Eingemeindung fast aller zum Kreis Bielefeld gehörenden Orte, darunter Brackwede mit 39.856, Sennestadt mit 20.187 und Senne I mit 17.421 Einwohnern (Bevölkerungszahlen von 1970), auf mehr als 320.000. Ihren bisherigen Höchststand mit über 328.000 erreichte die Einwohnerzahl im Jahre 2003. Am 31. Dezember 2012 betrug die amtliche Einwohnerzahl nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 328.314 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern). Damit steht Bielefeld unter den deutschen Großstädten an 18. und in Nordrhein-Westfalen an achter Stelle.

Politik[Bearbeiten]

Kommunalpolitik[Bearbeiten]

Sitzverteilung im Stadtrat seit 2009
Zum Vergleich: Sitzverteilung im Stadtrat von 2004 bis 2009

1994 wurde in Bielefeld die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist oberster Repräsentant der Stadt, Vorsitzender des Rates und Leiter der Stadtverwaltung. Er wird seit 1999 direkt von der Bevölkerung gewählt.

Bei der Kommunalwahl am 30. August 2009 wurde Pit Clausen (SPD) mit 43,3 Prozent der Stimmen zum Oberbürgermeister gewählt. Zur Wahl angetreten waren außerdem Kandidaten der CDU (Bernd Landgraf, 40,2 Prozent), Grünen (Marianne Weiß, 9,8 Prozent), FDP (Harald Buschmann, 3,2 Prozent) und der Liste Bürgernähe (Hans-Joachim Ludwig, 3,5 Prozent). Der amtierende Oberbürgermeister Eberhard David (CDU) stellte sich nicht mehr zur Wahl. Er war bei der vorigen Kommunalwahl in der Stichwahl mit nur 137 Stimmen Vorsprung vor Pit Clausen gewählt worden.

Der Rat der Stadt Bielefeld hat unter Einbeziehung des Oberbürgermeisters, der eine Stimme von Amts wegen besitzt, in der neuen Wahlperiode 67 Mitglieder. Die Stellvertreter des Oberbürgermeisters sind Bürgermeister Detlef Helling (CDU) und Bürgermeister Horst Grube (SPD). Die Schulden betrugen Ende 2009 48,5 Mio. Euro.

Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit 1975:

[18][19][20] 2009[21] 2004 1999 1994 1989 1984 1979 1975
Partei Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  %
CDU 22 33,2 22 36,78 32 45,72 24 36,24 24 34,56 27 39,43 28 41,61 30 43,90
SPD 20 30,3 19 31,43 22 31,32 28 41,31 27 38,99 28 41,27 31 45,81 32 46,53
Grüne1 11 17,2 9 15,46 8 10,60 8 12,48 6 10,05 9 13,5 4 5,6
Die Linke 4 5,7 2 2,70 2 2,81
FDP 4 5,6 2 4,34 2 3,26 0 2,54 4 6,54 3 5,43 4 6,54 5 8,68
BfB 3 5,2 4 6,36 4 6,29 5 7,44 6 9,6
Bürgernähe 2 2,7 2 2,93
Sonstige 0,2 0,4 0,5 0,89
Gesamt2 66 100 60 100 70 100 65 100 67 100 67 100 67 100 67 100
Wahlbeteiligung 52,9 53,81 57,93 82,83 66,72 67,68 69,68 86,44
1 1979 und 1984 Bunte Liste, örtliche Vorläuferorganisation der Grünen
2 ohne Berücksichtigung von Rundungsfehlern

Wappen[Bearbeiten]

Wappen

Blasonierung: Das Stadtwappen zeigt im goldenen Feld unter einem roten, zinnenbewehrten und mit zwei Mauertürmchen bestandenen offenen Mauerbogen einen silbernen Schild mit drei roten Sparren.[22]

In der Grundform gibt es dieses Wappen seit 1263; damals galt es als Wappen der Altstadt. Als 1520 die Alt- mit der Neustadt vereinigt wurde, wurde das Wappen offizielles Wappen der nun vereinigten Stadt. Bis ins 19. Jahrhundert hat sich daran nichts geändert, doch dann kamen Löwen innerhalb von Wappen immer mehr in Mode, so dass das Wappen von da an von zwei Löwen getragen wurde. Seit 1973 ist das Wappen in Schildform und ohne Löwen das offizielle Wappen der Stadt Bielefeld. Der Schild mit den Sparren entspricht dem Wappen der Grafschaft Ravensberg, deren Hauptstadt Bielefeld einst war. Die Türme zeigen einen äußeren Teil der Außenmauer.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Bei einem Besuch von Bildungsfachleuten aus dem englischen Rochdale bei Gewerkschaftsvertretern in Bielefeld kam den Beteiligten die Idee einer Städtepartnerschaft, die 1953 eingegangen wurde. Als Symbole der Partnerschaft sind in Rochdale eine Brücke und in Bielefeld der Park vor der Ravensberger Spinnerei nach der jeweiligen Partnerstadt benannt. An der Nicolaikirche in Bielefeld steht darüber hinaus eine englische Telefonzelle.

Der Stadtbezirk Brackwede unterhält seit 1958 eine Partnerschaft mit Enniskillen in Nordirland. Ausgangspunkt der Partnerschaft war der Auftritt der Royal-Inniskilling-Dragoon-Guards auf dem Brackweder Schützenfest 1957. Zum Zeichen der Freundschaft wurde eine Straße in Brackwede nach der Partnerstadt benannt. Regelmäßige Schüleraustausche des Brackweder Gymnasiums mit der Portora Royal School gehören zum Partnerschaftsprogramm.

Die Folklore Gruppe Cercle Celtic aus dem französischen Concarneau hatte 1967 einen Auftritt in der damals noch eigenständigen Gemeinde Senne. 1973 entwickelten sich die geschlossenen Freundschaften zu einer festen Partnerschaft mit dem heutigen Stadtbezirk. In den Städten sind heute Straßen nach der jeweiligen Partnerstadt benannt.

Der Bielefelder Gerhard Hoepner pflegte privat Kontakt zu Andreas Meyer, der ins israelische Nahariya ausgewandert war. Hieraus entwickelte sich 1980 eine Städtepartnerschaft. Heute gibt es in Bielefeld ein Fenster zwischen den beiden Rathäusern und eine Straße, die nach der Partnerstadt benannt sind. In Nahariya konnte eine Kirche aus dem 6. Jahrhundert mit Spenden aus Bielefeld restauriert werden. Daher wird sie heute Bielefelder Kirche genannt. Das Gymnasium Heepen und die Amalschule in Nahariya pflegen ebenfalls eine Partnerschaft.

Als Folge eines Beschlusses des Bundestages zur militärischen Nachrüstung im Winter 1983/84 nahm Bielefeld Kontakt zur russischen Stadt Weliki Nowgorod auf. Aus dem Briefkontakt entwickelte sich eine Städtepartnerschaft, die 1987 eingegangen wurde. Eine Straße im neuen Bahnhofsviertel und eine Eiche an der Sparrenburg wurden nach der Partnerstadt benannt. In den 1990er-Jahren wurden viele Hilfstransporte in die russische Partnerstadt unternommen. Noch heute werden soziale Projekte in Weliki Nowgorod finanziell unterstützt. Regelmäßig tauschen sich Schulen und Universitäten aus.

Die Deutsch-Polnische Gesellschaft in Bielefeld initiierte 1991 eine Partnerschaft mit der polnischen Stadt Rzeszów. Schulen und Universitäten der Städte tauschen sich regelmäßig aus.

Seit 1984 pflegt Bielefeld Kontakte mit Estelí in Nicaragua, die 1995 zu einer festen Städtepartnerschaft ausgebaut wurden. Die Stadt wurde 1998 durch einen Hurrikan verwüstet und konnte mithilfe von Spendengeldern aus Bielefeld und anderen Partnerstädten wieder aufgebaut werden. Die Partnerschaft wird von den Bielefelder Schulen gestützt, die mit den Schulen in Estelí gemeinsame Projekte durchführen.

Bielefeld hat Patenschaften für die ehemals ostdeutschen Städte Gussew (früher Gumbinnen/Ostpreußen) in Russland sowie Wiązów (früher Wansen/Schlesien) und Ziebice (früher Münsterberg/Schlesien) in Polen übernommen. Den heimatvertriebenen Bewohnern dieser Städte gewährte Bielefeld nach dem Zweiten Weltkrieg Hilfe bei der sozialen und wirtschaftlichen Eingliederung.[23]

Bundespolitik[Bearbeiten]

Bielefeld bildet zusammen mit der Stadt Werther den Bundestagswahlkreis 133 Bielefeld. Bei der Bundestagswahl 2009 konnte Lena Strothmann (CDU) das Direktmandat gewinnen. Über die Landesliste ihrer Partei zog außerdem aus Bielefeld Britta Haßelmann (Bündnis 90/Die Grünen) in den Bundestag ein.

Landespolitik[Bearbeiten]

Bei Wahlen zum Landtag von Nordrhein-Westfalen bilden die Stadtbezirke Mitte, Schildesche und Gadderbaum den Wahlkreis 92 Bielefeld I sowie die Stadtbezirke Heepen, Brackwede, Stieghorst, Sennestadt und Senne den Wahlkreis 93 Bielefeld II. Die Stadtbezirke Dornberg und Jöllenbeck gehören zusammen mit Borgholzhausen, Halle, Steinhagen, Versmold und Werther zum Wahlkreis 94 Gütersloh I – Bielefeld III. Die Direktmandate bei der Landtagswahl 2010 gewannen Günter Garbrecht (SPD) im Wahlkreis 92, Regina Kopp-Herr (SPD) im Wahlkreis 93 und Georg Fortmeier (SPD) im Wahlkreis 94. Außerdem zog aus Bielefeld Matthias Bolte (Grüne) über die Landesliste seiner Partei in den Landtag ein.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Altstädter Nicolaikirche
Süsterkirche
St. Jodokus mit anstoßendem Klostergebäude

Sakralbauten[Bearbeiten]

Die Altstädter Nicolaikirche ist die älteste der Bielefelder Stadtkirchen. Sie war ursprünglich eine dreischiffige gotische Hallenkirche, die Anfang des 14. Jahrhunderts vergrößert und zur Bürger-/Kaufmannskirche ausgebaut wurde. Zuvor wurde sie 1236 vom Paderborner Bischof Bernard zur eigenständigen Pfarrkirche erhoben. Viermal täglich (um 9.58, 12.58, 15.58 und 18.58 Uhr) erklingt ein Glockenspiel. Der wertvollste Besitz dieser Kirche ist ein Antwerpener Retabel, das mit neun geschnitzten Szenen und über 250 Schnitzfiguren verziert ist. In ihrer heutigen Form ist die Kirche bis auf den unteren Teil des Turmes ein Neubau, der in Anlehnung an die am 30. September 1944 zerstörte Vorgängerkirche entstanden ist. Die Kirche verfügt über ein kleines Museum, in dem unter anderem Überbleibsel aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg sowie alte Fotografien gezeigt werden.

Die Neustädter Marienkirche ist eine hochgotische Hallenkirche mit zwei Türmen aus dem Jahr 1293. Die Türme wurden jedoch erst Anfang des 16. Jahrhunderts mit gotischen Turmhelmen ergänzt und damit vollendet. Die gotischen Turmhelme wurden später bei einem Sturm zerstört und durch barocke Hauben ersetzt. Diese Kirche ist aus kunsthistorischer Sicht das wertvollste Baudenkmal Bielefelds und hat eine Länge von 52 Metern sowie eine Höhe von 78 Metern. Im Jahr 1553 war sie Ausgangspunkt der Reformation in Bielefeld. Im Gotteshaus befindet sich ein wertvoller Flügelaltar mit 13 verschiedenen Bildern, der sogenannte Marienaltar. Die Bilder wurden von einem anonymen Maler im Jahr 1400 geschaffen. Auf ihnen sind Situationen wie Himmel und Erde, Gott und Mensch oder Christus und Maria zu sehen. Die Kirche diente eine Zeit lang als Grablege der Grafen von Ravensberg. An der Nordseite des Chores befindet sich die Tumba des Grafen Otto III. von Ravensberg und seiner Gemahlin Hedwig zur Lippe, die wohl kurz nach 1320 entstanden ist. Auf der Südseite ist die Tumba des Grafen Wilhelm II. († 1428) und seiner Gemahlin Adelheid von Tecklenburg († 1429). Zur weiteren Ausstattung gehören ein spätgotisches Kruzifix vom Anfang des 16. Jahrhunderts und eine geschnitzte Kanzel, die von 1681 bis 1683 vom Bielefelder Meister Bernd Christoph Hattenkerl geschaffen wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche schwer beschädigt. Unter anderem wurden bei einem Luftangriff die bis dato barocken Turmhelme zerstört. Nach dem Krieg wurden diese 1965 in gotischer Form neu errichtet und erhielten ihre extrem spitze Form.

Mitten in der Altstadt steht die im 16. Jahrhundert entstandene Süsterkirche. An dieser Stelle wurde es im Jahr 1491 zwölf Augustinerinnen gestattet, ein eigenes Kloster zu gründen. Sie widmeten sich der Kranken- und Armenversorgung. Im Jahr 1616 wurde das Kloster jedoch aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit aufgegeben und an die Stadt übergeben. Heute ist sie die Kirche der einzigen evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Bielefelds. Von den sich anschließenden Gebäuden des ehemaligen Klosters zum Marienthal blieb nur das Haus Süsterplatz 2 erhalten. Der quadratische zweigeschossige Bau mit Satteldach entstand im Kern bereits zwischen 1500 und 1600 und dient heute als Pfarrhaus. Im 18./19. Jahrhundert wurde er unter Veränderung der Geschosshöhen durchgreifend umgebaut. Der Vordergiebel zum Süsterplatz wurde dabei in neugotischen Formen dekoriert.

Die katholische Pfarrkirche St. Jodokus war ursprünglich die Kirche eines Franziskanerklosters und wurde 1511 erbaut. Zunächst (ab 1498) befand sich dieses Kloster am Jostberg, wurde dort jedoch schon 1507 aufgrund von Schwierigkeiten bei der Wasserversorgung wieder aufgegeben und an den heutigen Klosterplatz verlegt. Von dem alten Kloster am Jostberg sind noch Ruinen erhalten. Das Franziskanerkloster in der Altstadt blieb auch nach der Reformation bestehen. Als die übrigen Kirchen in der Stadt die Reformation annahmen, versahen die Franziskaner die Seelsorge für die wenigen im Ravensberger Land verbliebenen Katholiken. Das Kloster wurde 1829 aufgelöst, die Pfarrseelsorge übernahmen Diözesanpriester. Im Innern der Kirche, die bis heute Pfarrkirche ist, befinden sich die „Schwarze Madonna“ von 1220, eine Holzplastik des heiligen Jodokus von 1480 sowie die Ikonenwand von Saweljew aus dem Jahr 1962.

Die Kirche Heilig Geist an der Spandauer Allee im Bielefelder Ortsteil Dornberg gilt als ein Kleinod unter den modernen Kirchen im ostwestfälischen Raum. Sie wurde Anfang der 1990er Jahre in Bielefeld-Dornberg als Nachfolgekirche der beiden für die wachsende Gemeinde zu klein gewordenen Kirchen Heilig Geist im Wellensiek und Heilige Familie, Bielefeld-Uerentrup, erbaut.

Profanbauten[Bearbeiten]

Das Crüwellhaus am Alten Markt

Der Alte Markt bildet das Herzstück der Bielefelder Altstadt. An seiner Nordseite befindet sich das Theater am Alten Markt. Der äußerlich unscheinbare Bau lässt kaum erahnen, dass in ihm noch umfangreiche Reste des mittelalterlichen Rathauses stecken. Das Altstädter Rathaus wurde 1424 erstmals urkundlich erwähnt. Der erste Rathausbau ist an dieser Stelle vermutlich bereits im 13. Jahrhundert entstanden. Von ihm dürften noch Teile im jetzigen Kellergeschoss vorhanden sein. 1538 wurde mit einem Neu- bzw. Erweiterungsbau begonnen, der spätestens 1569 vollendet war. Hierbei handelte es sich um einen zweigeschossigen Bruchsteinbau über hohem Sockelgeschoss mit zwei in Werkstein ausgeführten Schaugiebeln. Der auf einer Zeichnung des 19. Jahrhunderts überlieferte westliche Staffelgiebel war in Anlehnung an das Münsteraner Rathaus und das nahe gelegene Crüwellhaus noch in spätgotischen Formen gestaltet. Über dem schon Renaissanceformen aufweisenden Hauptportal an der Niedernstraße war ein 1562 bezeichnetes Adam-und-Eva-Relief (jetzt im Foyer des Neuen Rathauses) angebracht. 1820–1821 erfolgte ein durchgreifender Umbau und die Erhöhung des Wandkastens, um das Innere besser nutzen zu können. Dabei wurden die beiden Giebel abgebrochen. Anschließend wurde der Außenbau in klassizistischen Formen dekoriert und der Haupteingang mit Freitreppe an die Marktseite verlegt. Das hohe Satteldach wurde außerdem durch ein niedriges Krüppelwalmdach ersetzt. Nach der Erbauung des Neuen (heute: Alten) Rathauses am Niedernwall im Jahre 1904 diente es nur noch als Sitz untergeordneter Behörden und der Stadtbibliothek. 1906 wurde ein Arkadengang an der Niedernstraße, der sogenannte Hochzeitsbogen, für den Fußgängerverkehr eingebaut. Am 30. September 1944 wurde der Bau mehrfach von Brandbomben getroffen und ist völlig ausgebrannt. Ab 1949 wurde das Alte Rathaus von Hanns Dustmann unter weitgehender Verwendung des spätmittelalterlichen Wandkastens wiederaufgebaut. Seitdem wird es als „Theater am Alten Markt“ und als Volkshochschule „Die Brücke“ genutzt. Um beide Einrichtungen unterbringen zu können, wurde im Norden ein niedrigerer Erweiterungsbau angefügt. Bei der Wiederherstellung der Fassaden wurde das klassizistische Dekor entfernt und das Äußeren in schlichten Formen gestaltet, so dass das noch weitgehend aus dem Spätmittelalter stammende Gebäude heute wie ein Nachkriegs-Neubau erscheint, der noch deutliche Anklänge an die so genannte Heimatschutzarchitektur zeigt. Der jetzige Bau ist ein zweigeschossiger Putzbau von sieben Achsen mit hohem, von zahlreichen Gauben belebtem Walmdach. An der zur Niedernstraße hin orientierten Schmalseite befindet sich der als Laubengang gestaltete Hochzeitsbogen und an der Marktseite ein schlichtes Portal mit doppelläufiger Freitreppe. Die östlichen drei Joche des Kellergewölbes wurden 1995 saniert und dienen seitdem als Weinstube. Die Kreuzgratgewölbe sind noch zum Teil mit den Schlusssteinen von 1538 versehen, die sich allerdings nicht mehr an ursprünglicher Stelle befinden.

Bürgerliche Wohnbauten[Bearbeiten]

Von den zu Beginn des Zweiten Weltkrieges noch in größerer Zahl vorhandenen bürgerlichen Wohnbauten des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit sind nur wenige erhalten:

Das derzeit älteste bekannte Bürgerhaus ist das Haus Müller in der Obernstraße. Es wurde nach dendrochronologischer Datierung 1485 errichtet. 1592 kam es zu einem umfassenden Umbau, bei dem es unter anderem mit einem neuen reich beschnitzten Fachwerk-Giebel versehen wurde. Von 1991 bis 1993 wurde das Gebäude durchgreifend erneuert und durch einen modernen Anbau ergänzt. Obwohl auch historische Befunde beseitigt wurden, ist die ursprüngliche Aufteilung des Inneren mit Diele, den seitlichen Stubeneinbauten und dem unterkellerten Saal bis heute nachvollziehbar geblieben. Das zugehörige Hinterhaus Welle 55, das mit dem Vordergebäude durch eine hölzerne Brücke verbunden ist, dürfte im 17. Jahrhundert errichtet worden sein.

Ebenfalls noch aus dem Spätmittelalter stammt das Haus Obernstraße 32. Das schlichte zweigeschossige Giebelhaus mit Krüppelwalmdach wird im Äußeren wesentlich durch einen Umbau aus der Mitte des 19. Jahrhunderts geprägt. Die ältesten Teile entstanden bereits im frühen 16. Jahrhundert.

Einer der bekanntesten Wohnbauten ist das ab 1530 errichtete Crüwell-Haus (Obernstraße 1). Der spätgotische Stufengiebel entstand nach dem Vorbild Münsteraner Bauten. Ähnliche, jedoch später entstandene Beispiele gibt es in Herford (Bürgermeisterhaus, bezeichnet 1538) und Lemgo (Haus Wippermann 1576). Die Front wurde 1901 erneuert und im Erdgeschoss mit Ladeneinbauten versehen. Im Zweiten Weltkrieg ausgebrannt, wurde das Haus 1948/49 von Paul Griesser unter Erhaltung der historischen Fassade neu errichtet. Beim Wiederaufbau wurden anstelle der großen Schaufenster kleinere Kreuzstockfenster eingesetzt. Im Treppenhaus befinden sich etwa 7000 historische Delfter Kacheln aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Es handelt sich wohl um die größte Sammlung dieser Art in Nordwestdeutschland.

Battig-Haus von 1680, rechts

Vom Battig-Haus (Alter Markt 3) blieb nach schwerer Kriegszerstörung nur der 1680 bezeichnete Volutengiebel erhalten, der in den von Paul Griesser errichteten Komplex der Lampe-Bank einbezogen wurde. Die Schaufront ist noch stark von der so genannten „Weserrenaissance“ beeinflusst, die Art der Staffelfüllungen ist jedoch schon dem Barock verpflichtet. Beim Wiederaufbau nach 1945 wurde die Fassade erhalten, wobei die Schaufenster durch kleinere Öffnungen ersetzt wurden.

An der Obernstraße 38 befindet sich ein Fachwerkbau mit klassizistischer Fassade, die dem älteren Hauskörper in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts vorgeblendet wurde. Die Erdgeschosszone ist in jüngerer Zeit durch Ladeneinbauten verändert worden.

Adelshöfe[Bearbeiten]

Von den im Jahre 1718 genannten 17 Adelshöfen sind noch einige erhalten:

Als Keimzelle der Stadt gilt der an der Welle gelegene Waldhof. Er soll aus einem der Höfe hervorgegangen sein, die bereits vor der Stadtgründung bestanden. Das lang gestreckte Gebäude stammt im Kern sicher noch aus dem Mittelalter und wurde im 16. Jahrhundert umgebaut. Damals entstand die 1585 bezeichnete Utlucht mit Volutengiebel. Der östliche Gebäudeteil besaß bis zum Zweiten Weltkrieg ein Fachwerk-Obergeschoss.

Am Klosterplatz befindet sich der auch als Wörmanns Hof bezeichnete Korff-Schmisinger Hof. Das mit Fächerrosetten versehene und reich beschnitzte Fachwerk-Obergeschoss soll um 1640 entstanden sein. Beim Bau der Klosterplatzschule wurde der ehemals etwa doppelt so lange Bau erheblich verkürzt.

In unmittelbarer Nähe liegt der Wendtsche Hof (Hagenbruchstraße 8). Der zweigeschossige Bau entstand im 16. Jahrhundert und wurde im 19. und frühen 20. Jahrhundert mehrfach verändert. Die rückwärtigen Teile wurden weitgehend in Fachwerk erneuert. Im Innenhof befindet sich ein polygonaler Treppenturm.

Spiegelshof

Der 1540 bezeichnete Spiegelshof ist ein zweigeschossiger verputzter Bruchsteinbau im Stil der so genannten Weserrenaissance. Die Schmalseiten werden von Radzinnengiebeln geschmückt. Das Treppenhaus wurde 1682 angefügt. Das Innere wurde im Laufe der Zeit immer wieder verändert; im hinteren Teil des Gebäudes blieb dennoch ein unterkellerter Saal mit Balkendecke erhalten. Heute beherbergt Spiegels Hof das Naturkunde-Museum.

Eine noch aufwendigere Fassade besitzt der Grestsche Hof. Er wurde vermutlich in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts vielleicht auf den Fundamenten eines Stadtmauerturmes erbaut. Der prachtvolle Renaissancebau bildet seit 1870 den Nordflügel des Ratsgymnasiums. Zu dieser Zeit wurde der Dachbereich verändert.

Als zweigeschossiger Putzbau präsentiert sich Meinders Hof (Obernstraße 40). Das originelle barocke Eingangsportal ist mit der Jahreszahl 1669 beschriftet. Weitere Veränderungen erfolgten im 19. Jahrhundert. Im Inneren des Erdgeschosses blieben ein 1670 datierter Kamin und Reste von barocken Stuckdecken erhalten.

Wiederverwendete Reste zerstörter Bauten[Bearbeiten]

Alter Markt 5. Den schlichten Nachkriegsbau ziert ein 1593 bezeichneter Volutengiebel in Formen der Weserrenaissance, der ursprünglich zu Obernstraße 29 (Brünger) gehörte. Der kriegsbeschädigte Ursprungsbau wurde 1962 unter Sicherstellung des Giebels abgebrochen. Zunächst auf den städtischen Bauhof verbracht, wurde er 1976 an seinem jetzigen Standort aufgestellt. Er ist in Einzelformen mit Markt 32 in Bad Salzuflen verwandt.

Niedernstraße 3. In den schlichten Nachkriegsbau wurde ein mittelalterlicher Keller mit Tonnengewölbe integriert.

Obernstraße 36 (Sparkasse). Dem 1975 entstandenen Gebäude wurde ein Dreiecksgiebel (bezeichnet 1606) vom ehemaligen Haus Obernstraße 9 vorgeblendet.

Die 55er-Kaserne an der Hans-Sachs-Straße wurde 1775/77 auf dem Gelände des Hatzfeldschen Adelshofes errichtet. Dabei wurden Verblendsteine von den Festungsmauern der Sparrenburg verwendet. Es ist ein lang gestreckter Massivbau, dessen Mittelrisalit ein Wappen krönt. Bei der Erweiterung von 1850 wurde der Hauptflügel um ein Mezzaningeschoss erhöht.

Stadtmauer[Bearbeiten]

Von der im 13. Jahrhundert errichteten Stadtmauer der Altstadt sind Fundamentreste als Inszenierung im sogenannten Welle-Haus zu besichtigen. Die Reste wurden im Rahmen des Projekts Archäo Welle freigelegt und museal aufbereitet. Im ehemaligen Grestschen Hof (siehe dort) sind Teile eines sehr starken viereckigen Mauerturmes verbaut. In der seit dem frühen 14. Jahrhundert befestigten Neustadt ist außerdem der Stumpf eines mittelalterlichen Schalenturmes im Garten eines Hauses an der Kesselstraße vorhanden. Mit dem Aufkommen der Feuerwaffen kam es zur Anlage eines einheitlichen Befestigungssystems um Alt- und Neustadt mit mehreren Rondellen zwischen 1539 und 1545. Hiervon blieb ein mehrere Meter langes Mauerstück hinter dem Haus Kreuzstraße 38 (zurzeit Verwaltungsgebäude des Naturkundemuseums) erhalten, das die Einmündung von Vossbach und Lutter in den Stadtgraben sichern sollte. Auf der Mauerkrone stehen zwei letzte Exemplare der ab 1856 angeschafften Gaslaternen.

Weitere Bauten[Bearbeiten]

Blick vom Johannisberg zur Sparrenburg. Links Neustadt, rechts von Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel

Die Sparrenburg ist das bekannteste Baudenkmal und Wahrzeichen der Stadt. Sie wurde neuesten Erkenntnissen zufolge um 1200 erbaut und verfügt über einen 37 Meter hohen Burgturm sowie über unterirdische Gänge, die im Rahmen einer Führung besichtigt werden können. Der Turm kann von April bis Oktober von 10 bis 18 Uhr bestiegen werden. Am 22. September 2006 belegte die Sparrenburg Platz 17 bei einem vom ZDF ausgelobten Wettbewerb, in dem die beliebtesten deutschen Plätze gewählt wurden.

Unweit entfernt befindet sich die Römische Kreisgrabenanlage auf der Sparrenberger Egge.

Niemöllers Mühle in Quelle

Im Jahr 1535 wurde Niemöllers Mühle, eine oberschlächtige Wassermühle im Bielefelder Stadtteil Quelle, erstmals erwähnt. Sie ist seit der Restaurierung 1994 wieder funktionstüchtig.[24]

Noch vor 1825 entstand im Ravensberger Park die "Weiße Villa". Das Gebäude erinnert sehr stark an die zahlreichen Potsdamer Turmvillen im italienischen Landhausstil (Villa Schöningen). Die Villa gilt mit der neben ihr liegenden Remise als Keimzelle der Industrialisierung in Bielefeld.

In den Nordpark wurde ein heute als Café genutzter kleiner Pavillon umgesetzt, der um 1830 errichtet wurde und einem Schüler des berühmten Baumeisters Karl Friedrich Schinkel zugerechnet wird.

Künstlerkarte von 1910: Links das Rathaus, rechts das Stadttheater
Rathaus, Stadttheater und Stadtbahn-Haltestelle heute
Leineweberdenkmal

Das Alte Rathaus wurde 1904 erbaut und ist heute repräsentativer Sitz des Bielefelder Oberbürgermeisters. Der größte Teil der Verwaltung befindet sich im Neuen Rathaus, das direkt neben dem alten liegt. An der Fassade des Alten Rathauses finden sich verschiedene Baustile, unter anderem Elemente der Gotik und der Renaissance.[25]

Das Stadttheater bildet baulich eine Einheit mit dem Alten Rathaus. Es wurde ebenfalls im Jahr 1904 eingeweiht und verfügt über eine bemerkenswerte Jugendstilfassade des Architekten Bernhard Sehring. Es ist das größte Theater der Stadt. 2005–2006 wurde es von Grund auf renoviert.

Auf dem Altstädter Kirchplatz befindet sich das 1909 von Hans Perathoner geschaffene Leineweberdenkmal, eine Brunnenanlage, die an Bielefelds wirtschaftliche Anfänge in der Leinenverarbeitung erinnern soll.

An ein Schloss erinnert die Architektur der von 1855 bis 1857 erbauten Ravensberger Spinnerei, die im 19. Jahrhundert Europas größte Flachsspinnerei war. Heute sind die Volkshochschule, das Historische Museum Bielefeld, ein städtisches Medienzentrum und eine Diskothek in ihr untergebracht. Ihr vorgelagert befinden sich der Rochdale- und der Ravensberger Park, die als Open-Air-Bühne dienen.

Ehemalige Werkkunstschule, Am Sparrenberg 2. 1913 von Stadtoberbaurat Friedrich Schultz im Sinne der Reformschulbauten des Henry van de Velde errichtet.

Von 1926 bis 1927 entstand das von Friedrich Schultz entworfene Freibad an der Wiesenstraße. Dieses weist neben der großen zentralen Tribüne und der 100m-Bahn eine besondere Achsensymmetrie auf. Dazu gehörte seinerzeit auch ein Casinogebäude als Gartenrestaurant an der Bleichstraße. Zufahrt, Sprungturm und Casino liegen in einer eigenen Symmetrieachse. Wegen dieser Besonderheiten sind die historischen Teile des Wiesenbades heute als Denkmal geschützt.

Haus der Technik (Stadtwerke), Jahnplatz 5. Der Stahlskelettbau in Backsteinverblendung wurde 1929 von dem Berliner Architekten Heinrich Tischer als erstes „Hochhaus“ der Stadt im Stil der Neuen Sachlichkeit errichtet. Der flach gedeckte, turmartige Hauptbau wurde ursprünglich von einem gläsernen Aufsatz bekrönt. Bei einem Luftangriff am 24. Februar 1945 wurde das Gebäude stark in Mitleidenschaft gezogen. Die oberen Geschosse des Turmbaus wurden wegen Einsturzgefahr wenige Wochen später gesprengt. Beim Wiederaufbau bis 1950 wurde in Anlehnung an die ursprüngliche Form auf den gläsernen Turmaufsatz verzichtet. Der obere Abschluss wurde leicht verändert und um ein Geschoss erhöht. 2012 wurde schließlich der für das Gebäude so charakteristische Lichtturm wiederhergestellt.

Gloria-Palast, Niedernstraße 12. Ehemaliges Filmtheater, 1927–1928 von Wilhelm Kreis im Stil der Neuen Sachlichkeit errichtet. Das Gebäude wurde 1944 bei der Bombardierung stark beschädigt. Bei der Wiederherstellung 1948 wurde das große Milchglasfenster über dem Eingang durch drei Fenstertüren mit vorgelegtem Balkon ersetzt. Das Innere wurde später in mehrere Kinosäle unterteilt, dabei ging die qualitätsvolle Innenausstattung verloren. Im Jahr 2000 wurde das Kino geschlossen und das Gebäude nochmals für die anschließende Nutzung als Ladengeschäft umgebaut, wobei die Fassade in den ursprünglichen Zustand zurück versetzt wurde. Der Palast ist einer der wenigen Vertreter der Neuen Sachlichkeit in Bielefeld und zudem der erste Kinobau der Stadt, dessen Zweckbestimmung äußerlich klar erkennbar ist.

Die Kunsthalle wurde von 1966 bis 1968 nach den Plänen des internationalen Stararchitekten Philipp C. Johnson erbaut. Das Gebäude selbst ist ein roter Sandsteinkubus. Der Eigenbesitz der Kunsthalle zeigt die Kunst des 20. Jahrhunderts, daneben finden regelmäßig Wechselausstellungen zu den verschiedensten Themen statt. Der Kunsthalle vorgelagert ist eine kleine Parkanlage mit Wasserspiel und verschiedenen Plastiken. Es gibt auch ein Café mit einer Außenterrasse.

Der denkmalgeschützte Ostmannturm ist ein heute als Studentenwohnheim genutzter Rest der industriellen Bebauung im nach ihm benannten Ostmannturmviertel.

Grünflächen und Naherholung[Bearbeiten]

Großer Bruch am Wellbach Hasselbachaue Feuchtwiesen Röhrmann Reiher- und Röhrbach Jammertal (Naturschutzgebiet) Kampeters Kolk Eichen-Buchenwald Strothbach Sprungbach Oberlauf Sprungbach-Mittellauf Sprungbach-Mittellauf Esselhofer Bruch Menkhauser Bachtal Menkhauser Bachtal Menkhauser Bachtal Menkhauser Bachtal Menkhauser Bachtal Menkhauser Bachtal Ubbedisser Berg Südkamp Schunkenteich Deterings Wiesen Moorbachtal Moorbachtal Östlicher Teutoburger Wald (LP BI-West) Östlicher Teutoburger Wald (LP BI-West) Östlicher Teutoburger Wald (LP BI-West) Östlicher Teutoburger Wald (LP BI-West) Erlen- und Birkenbruch am Südwestfeld Erlenbruch am Südwestfeld Ehemaliges Gipsabbaugebiet Auf dem Kort Feuchtgebiet bei Meyer zu Stieghorst Töpker Teich Quellen und Bäche im Karstareal Quellen und Bäche im Karstareal Eichen-Hainbuchenwald am Hövingsfeld Dankmasch Windweheniederung Windweheniederung Deppendorfer Wiesen Östlicher Teutoburger Wald (LP BI-Ost) Östlicher Teutoburger Wald (LP BI-West) Beckendorfer Mühlenbachtal Beckendorfer Mühlenbachtal Beckendorfer Mühlenbachtal Schwarzbachtal (Bielefeld) Schwarzbachtal (Bielefeld) Mühlenmasch Krebsbach- und Horstbachtal Östlicher Teutoburger Wald (LP BI-Senne) Östlicher Teutoburger Wald (LP BI-Senne) Östlicher Teutoburger Wald (LP BI-Senne) Behrendsgrund Markengrund Mittleres Johannisbachtal Oberes Johannisbachtal mit Nebentälern
Lage der Naturschutzgebiete in Bielefeld (anklickbare Karte)
Bürgerpark Bielefeld

Teile Bielefelds liegen im Naturpark TERRA.vita sowie im Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge. Der sich über das Stadtgebiet erstreckende Höhenzug bietet viele Möglichkeiten der Naherholung. Hier liegt gleichzeitig der höchste Flächenanteil der Naturschutzgebiete, weitere wesentliche Teile liegen besonders in den angrenzenden Gebieten von kleinen Bachläufen und in Teilen der Senne.[8]

Im oder am Teutoburger Wald liegen der Botanische Garten Bielefeld, mit Alpinum, Bambusgärten, einem Steingarten, einer Rhododendron- und Azaleensammlung, einem Arznei- und Gewürzgarten, einem Heidegarten, Buchenwaldflora, und rund 200 Arten der roten Liste sowie der 1928 gegründete Heimat-Tierpark Olderdissen, der über 430 Tiere aus 100 heimischen Tierarten beherbergt.

Der Obersee ist ein Stausee im Ortsteil Schildesche im Norden der Stadt. Rund um diesen See befindet sich eine 80 Hektar große Grünanlage. Die aus historischen Gebäuden bestehende Gaststätte Seekrug ist ein beliebtes Ausflugsziel. Geplant war auch ein Untersee auf der östlichen Seite des Eisenbahnviadukts als Freizeitanlage. Diese Planungen werden zurzeit unter anderem aus Kosten- und Naturschutzgründen nicht weiter verfolgt.

Obersee

Als größere Parks in der Innenstadt sind der Bürgerpark in direkter Nachbarschaft zur Rudolf-Oetker-Halle, der Ravensberger Park und der – der englischen Partnerstadt gewidmete – Rochdale Park rund um die Ravensberger Spinnerei sowie der Nordpark mit altem Baumbestand zu nennen. In diesen Park wurde nach dem Krieg aus einem Privatgarten das heutige Gartenhaus versetzt, das von einem Schüler Schinkels 1830 errichtet wurde.

Seit 2003 gibt es einen Japanischen Garten im Stadtbezirk Gadderbaum.[26]

Japanischer Garten in Gadderbaum

Der 1912 eröffnete Sennefriedhof gehört mit knapp 100 ha Fläche zu den größten Friedhöfen Deutschlands. Durch seine besondere Lage in der Naturlandschaft Senne und die außergewöhnliche Größe sind in vielen Bereichen des Sennefriedhofes ökologische Nischen entstanden. So stehen hier 20 der 98 kartierten Moosarten der Roten Liste des Landes Nordrhein-Westfalen. Grabmäler, die von Künstlern wie Käthe Kollwitz, Georg Kolbe, Peter August Böckstiegel und Hans Perathoner gestaltet wurden, deuten auf den kulturellen Wert der Anlage hin. Der Johannisfriedhof wurde 1874 als Erweiterung des Friedhofs am Jahnplatz angelegt. Hier sind bedeutende Persönlichkeiten aus Bielefeld und Umgebung wie August Oetker und Carl Bertelsmann begraben.

Unter den Naturdenkmälern sind vor allem die im Jahr 1648 am Papenmarkt gepflanzte Friedenslinde mit einem Stammumfang von nahezu sechseinhalb Metern und ein Findling von vier Metern Höhe und einem Gewicht von einhundertsiebzehn Tonnen an der Straße Am Wellbach zu nennen.[27]

Kultur[Bearbeiten]

Religionsgemeinschaften[Bearbeiten]

In Bielefeld waren im Mai 2002 insgesamt 152.092 Personen evangelisch, 52.965 römisch-katholisch, und 117.556 gehörten einer anderen Religionsgemeinschaft an oder waren konfessionslos.[28]

Christen[Bearbeiten]

Neustädter Marienkirche

Bielefeld gehörte seit seiner Gründung zum Bistum Paderborn und war dem Archidiakonat in Lemgo unterstellt. Pfarrkirche war seit der Abpfarrung von der Peter-und-Pauls-Kirche in Heepen 1236 die Altstädter Nicolaikirche, seit Ende des 13. Jahrhunderts entstand eine weitere Pfarrgemeinde in der Neustadt unterhalb der Sparrenburg. In der Nachbarschaft bestanden in Dornberg (St. Peter) und bei der Stiftskirche Schildesche noch ältere Kirchspiele.

Protestanten[Bearbeiten]

Ausgehend von der Neustädter Marienkirche verbreitete sich um 1553 Luthers Reformation in der Stadt und der gesamten Grafschaft Ravensberg.[29] 1649 fiel die Grafschaft endgültig an das Haus Brandenburg, und nach dem geltenden Gesetz Cuius regio, eius religio mussten die Untertanen die Religion des Landesherrn übernehmen. Bis auf das Franziskanerkloster wurden alle Pfarr- und Stiftskirchen protestantisch. Der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm (1620–1688) war Anhänger des Calvinismus und verfügte durch eine Verordnung, dass in Stadt und Land reformierter Gottesdienst zu halten sei.[30] In den folgenden Jahren nahm die Zahl der Reformierten stark zu. Nachdem in ganz Preußen 1817 die Union der lutherischen und reformierten Gemeinden vollzogen war, vereinigten sich auch in Bielefeld beide protestantischen Gemeinden zu einer evangelischen Gemeinde. Die Industrialisierung Bielefelds zog viele Menschen aus dem reformierten Lippe in die Stadt, wo sie eher Arbeit fanden als in ihrer bäuerlichen Heimat.

Die Stadt wurde im 19. Jahrhundert Sitz einer Kreissynode mit einem Superintendenten innerhalb der Evangelischen Kirche in Preußen beziehungsweise deren westfälischer Kirchenprovinz. Hieraus entstand der heutige Kirchenkreis Bielefeld. 1949 wurde die Verwaltung der nunmehr als Evangelische Kirche von Westfalen bezeichneten Landeskirche von Münster (Westfalen) nach Bielefeld verlegt. Heute umfasst der Kirchenkreis Bielefeld 33 evangelische Kirchengemeinden innerhalb der Stadt Bielefeld. Einige Gemeinden im südlichen Stadtgebiet Bielefelds (Brackwede, Senne und Sennestadt) gehören jedoch zum Kirchenkreis Gütersloh.[28] Die meisten Gemeinden des Kirchenkreises Bielefeld verstehen sich als evangelisch-lutherisch, eine Ausnahme ist die evangelisch-reformierte Gemeinde in der Süsterkirche.

Neben den Gemeinden der evangelischen Landeskirche besteht auch eine Gemeinde der altkonfessionellen Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche sowie Gemeinden evangelischer Freikirchen. So gibt es mehrere mennonitische Gemeinden, eine Adventistengemeinde, mehrere Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden (Baptisten) sowie eine Evangelisch-methodistische Kirche.

Katholiken[Bearbeiten]
Die Urpfarre Bielefelds Peter-und-Pauls-Kirche im Ortsteil Heepen

Die Zahl der Katholiken, hauptsächlich in den adeligen Häusern in Tatenhausen und Holtfeld, war infolge der Reformation auf ganz wenige zurückgegangen. Die Franziskaner an St. Jodokus in Bielefeld waren jetzt Seelsorger für das gesamte Ravensberger Land; 1696 gründeten sie eine Außenstelle (Residenz) in Stockkämpen. Nach der Aufhebung des Klosters Bielefeld 1829 wurde die Seelsorge von Weltpriestern übernommen.

Im 19. Jahrhundert zogen infolge der Industrialisierung wieder Angehörige der römisch-katholischen Konfession in nennenswerter Anzahl in die Stadt. 1890 waren von den rund 40.000 Einwohnern Bielefelds etwa 4600 katholisch.[31] Sie gehören bis heute zum Bistum Paderborn, das 1930 zum Erzbistum erhoben wurde. 1908–1910 wurde die St.-Joseph-Kirche neu errichtet, 1933–1934 die Liebfrauenkirche. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es einen weiteren Zuwachs an Katholiken, die Mehrzahl davon waren Kriegsflüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten. In den 1950er Jahren wurden rund zehn neue Pfarrkirchen gebaut. Bielefeld wurde Sitz eines Dekanats, zu dem bis 2006 alle Pfarrgemeinden der Stadt gehörten. Am 1. Juli 2006 wurden die bisherigen Dekanate Bielefeld und Lippe zum neuen Dekanat Bielefeld-Lippe mit Sitz in Bielefeld zusammengelegt.

Andere Konfessionen[Bearbeiten]

Heute gibt es eine Vielfalt weiterer christlicher Konfessionen und Religionsgemeinschaften in der Stadt. Dazu gehören mehrere neuapostolische Kirchengemeinden, eine griechisch-orthodoxe Gemeinde, zwei russisch-orthodoxe, davon eine im Stadtbezirk Sennestadt und eine in Schildesche, zwei serbisch-orthodoxe Gemeinden (in Sennestadt und in Dornberg), eine ukrainische griechisch-katholische Gemeinde im Ortsteil Hillegossen und die Zeugen Jehovas.

Juden[Bearbeiten]

Die Synagoge Beit Tikwa (Haus der Hoffnung) an der Detmolder Straße

Der erste dokumentarische Nachweis über die Ansiedlung von Juden in der Stadt stammt von einer Urkunde aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. Während der Pestepidemie von 1348 bis 1350 wurden die Juden in Deutschland verfolgt, weil sie angeblich die Brunnen vergiftet hätten, und wie in zahlreichen anderen Städten aus Bielefeld vertrieben. Der Graf von Ravensberg, Wilhelm von Jülich, gestattete den Juden 1370 die Rückkehr und verbürgte sich für ihre Sicherheit. Mitte des 16. Jahrhunderts wurde den Juden abermals der Aufenthalt in der gesamten Grafschaft verboten. Erst am Ende des Jahrhunderts durften sich jüdische Kaufleute gegen Zahlung einer Gebühr wieder in Bielefeld niederlassen.[32]

Als 1649 die Hohenzollern, Landesherren in Brandenburg, die Grafschaft Ravenberg in Besitz nahmen, gab es keine Judenverfolgungen mehr. Um 1720 bestand die jüdische Gemeinde der Stadt aus 30 Personen und 1723 wurden alle Juden verpflichtet, vom Land in die Städte zu ziehen. Für das Wohnrecht in Bielefeld mussten die Juden in jedem Quartal sogenannte Schutz- oder Rekrutengelder bezahlen. Blieb die Zahlung aus oder wurde ein Jude mittellos, so konnte er nach preußischem Recht aus dem Land gewiesen werden. Die Zahlungen waren für die Landesherren so wichtig, dass sie die den Juden gestatteten Handelssparten schützten. Unter Napoleon im Jahr 1808 bekamen die Juden im Königreich Westfalen die gleichen Bürgerrechte wie die Christen, außerdem sollten sie ihrem Namen einen Beinamen hinzufügen. Die mit dem Bürgerrecht verbundene Freizügigkeit bewog viele Juden, in das Ravensberger Land zu ziehen. So wuchs die jüdische Gemeinde bis 1825 auf 134 Personen. Nach dem Ende von Napoleons Herrschaft wurden einige Rechte der Juden wieder eingeschränkt. Erst mit der Reichsgründung 1871 wurden alle Beschränkungen der Juden im Norddeutschen Bund aufgehoben. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts gab es in Bielefeld eine jüdische Volksschule und ab 1876 durften die jüdischen Kinder die öffentlichen städtischen Schulen besuchen.[32]

Die erste Synagoge wurde 1847 am Klosterplatz errichtet, erwies sich aber schon bald als zu klein. Die Gemeinde zählte 1874 rund 350 Mitglieder und um die Jahrhundertwende fast 1000 Personen. Im Herbst 1905 wurde eine neue Synagoge an der Turnerstraße fertiggestellt, die 450 Männern und 350 Frauen Platz bot. Während der Pogromnacht 1938 wurde sie von den Nationalsozialisten zerstört. Dem Holocaust fielen insgesamt 460 der rund 900 Juden in Bielefeld zum Opfer. Vom Bielefelder Hauptbahnhof wurden insgesamt 1849 Juden deportiert. Mit einem Mahnmal auf dem Platz vor dem Hauptbahnhof wird ihrer seit 1998 namentlich gedacht.

Bielefeld hat heute wieder eine jüdische Gemeinde mit rund 250 Mitgliedern. Seit September 2008 verfügt die Jüdische Kultusgemeinde Bielefeld K.d.ö.R. über eine neue Synagoge. Sie ist durch den Umbau der ehemaligen evangelischen Paul-Gerhardt-Kirche an der Detmolder Straße entstanden.[32]

Muslime[Bearbeiten]

Die Vatan-Moschee (Heimat-Moschee) in Bielefeld

Die meisten Muslime in Bielefeld sind türkischer Herkunft. Während der Wirtschaftswunderzeit wurden in Deutschland dringend Arbeiter gesucht. Nach Anwerbevereinbarungen mit Italien (1955), Spanien und Griechenland (1960) schloss die Bundesrepublik 1961 ein entsprechendes Abkommen mit der Türkei. Zunächst war nicht daran gedacht, dass die sogenannten Gastarbeiter dauerhaft in Deutschland bleiben sollten. Inzwischen sind Frauen und Kinder nachgezogen und viele Türken leben hier schon in der dritten oder vierten Generation.

Im Jahr 2004 wurde im Stadtteil Brackwede die Vatan-Moschee fertiggestellt. Der Gemeinde gehören hier rund 350 Mitglieder an.

Jesiden[Bearbeiten]

In Bielefeld gibt es eine jesidische Gemeinde mit einem Gemeindezentrum in Baumheide.[33]

Museen[Bearbeiten]

Kunsthalle Bielefeld
Bauernhausmuseum: Aufbau des Haupthauses im Juli 1998

Die 17 Museen in Bielefeld zeigen neben der Kunst und den Historischen Sammlungen auch die Industriekultur.[34][35] Das Historische Museum zeigt die Geschichte der Stadt Bielefeld und der Region Ostwestfalen-Lippe, insbesondere die Industriegeschichte. Es ist in einigen Hallen der ehemaligen Ravensberger Spinnerei untergebracht, wodurch es den Besucher in die Zeit der Industrialisierung eintauchen lässt. Es wurde hier 1994 eröffnet, die Sammlung greift auf Vorläuferinstitutionen bis auf die Zeit von 1867 zurück.[36] Die Kunsthalle Bielefeld wurde 1966–1968 durch den Amerikaner Philip Johnson erbaut, da es in Bielefeld kein Gebäude für ein reines Kunstmuseum gab. Die Kunsthalle ist der einzige europäische Museumsbau des bekannten Architekten; sie zeigt vorwiegend moderne Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert. Des Weiteren findet sich in Bielefeld das Museum Huelsmann. Es ist ein Museum für Kunstgewerbe, wurde 1995 eröffnet und zeigt unter anderem Porzellan und Schmuck, bis hin zu wissenschaftlichen Geräten, wie Sonnenuhren.

Im Spiegelshof ist das Naturkunde-Museum Bielefeld (namu) untergebracht und zeigt den Aufbau der Erdkruste, einheimische Minerale, Fossilien und vieles mehr. Das Bauernhausmuseum im Teutoburger Wald westlich der Innenstadt (nahe Tierpark Olderdissen), ist das älteste Freilichtmuseum Westfalens und zeigt einige gut erhaltene Bauerngebäude aus der Region Ostwestfalen-Lippe und eine Bockwindmühle. Das Hauptgebäude des Museums brannte 1995 vollständig ab und wurde 1998 durch den historischen Hof Möllering ersetzt. Zeitgenössische Kunst zeigt das Museum Waldhof in Form von Malerei, Bildhauerkunst, Fotografie und Zeichnungen. Im Fächerkabinett sind wertvolle Fächer aus allen Epochen zu sehen.

Das Museum Wäschefabrik befindet sich in einer im Original erhaltenen Wäschefabrik. Die Wäschefabrik Juhl & Helmke wurde 1913 errichtet und 1938 unter dem Druck der Judenverfolgung an die Gebrüder Winkel aus Dresden verkauft. Bis 1980 wurde hier von den Wäschefabrik Gebr. Winkel Aussteuerwäsche (Tischwäsche, Leibwäsche, Hemden, Blusen) produziert. Die mit der gesamten Inneneinrichtung und der Unternehmerwohnung erhaltene Fabrik wurde 1987 unter Denkmalschutz gestellt. 1997 wurde das Gebäude als Museum wieder geöffnet.

Der Museumshof Senne besteht aus fünf Fachwerkhäusern, die zusammen eine alte westfälische Hofanlage bilden. Das älteste Gebäude stammt aus dem Jahre 1607, das jüngste aus dem Jahr 1903.

Das Pädagogische Museum ist in der Universität untergebracht. Es enthält unter anderem viele historische Schulmöbel, Lehrer- und Schülerarbeitsgeräte und Anschauungsobjekte. Außerdem befindet sich in ihm eine historische Schulbuchsammlung. Das Museum Osthusschule ist in einer ehemaligen Schule aus dem Jahr 1895 im Stadtbezirk Senne untergebracht. Es verfügt über einen kompletten historischen Klassenraum aus der Zeit um 1900.

Die Historische Sammlung gehört zu den von Bodelschwinghschen Anstalten und verdeutlicht die Baugeschichte Bethels.

Die Ausstellung Archäo Welle zeigt das entsprechende Bodendenkmal mit Resten der Stadtmauer, Brunnen und Häusern. Es handelt sich dabei um einen ständig offenen Ausstellungsraum in einem Neubau an der Welle.

Theater[Bearbeiten]

Theater am Alten Markt (TAM)

Das städtische Theater Bielefeld bietet Musiktheater, Tanztheater und Schauspiel. Spielstätten sind das 1904 eingeweihte Stadttheater des Architekten Bernhard Sehring mit einer bemerkenswerten Jugendstilfassade und das Theater am Alten Markt (TAM). Im ersten und zweiten Stock des TAM befinden sich das TAM zwei und das im Februar 2011 eröffnete TAM drei, dort werden hauptsächlich Stücke zeitgenössischer Autoren aufgeführt. An der Ritterstraße befindet sich die Komödie Bielefeld.

Vorwiegend an Kinder und Jugendliche richten sich das Alarmtheater, das Theaterhaus an der Feilenstraße und das Zentrum Bielefelder Puppenspiele. Das Alarmtheater im westlichen Teil des Zentrums spielt seit 1993 Stücke für Kinder und Jugendliche; es werden aber auch andere Stücke präsentiert. Überregional bekannt geworden ist das Alarmtheater durch seine Aufsehen erregenden Inszenierungen mit großen Gruppen von Jugendlichen zu den Themen Sucht- und Gewaltprävention und Migration. Das Theaterhaus in der Feilenstraße bietet anspruchsvolle Stücke für Kinder und Jugendliche, aber auch Stücke für Erwachsene. Es wird neben Gastauftritten von zwei Theatergruppen bespielt, dem Mobilen Theater und dem Trotz Alledem Theater. Im Zentrum Bielefelder Puppenspiele finden Aufführungen für Kinder statt. Die Bühne wird von zwei Theatergruppen bespielt. Zudem existiert mit den Kammerpuppenspielen im Kamp ein weiteres Puppenspieltheater.

Das Theaterzentrum Tor 6 im ehemaligen Dürkopp-Werk ist seit 2000 Heimat des Theaterlabors, das seit 1983 eigenständig Theaterstücke entwirft.

Musik[Bearbeiten]

Musik- und Kunstschule

Es gibt drei sinfonische Orchester. Die 1901 gegründeten Bielefelder Philharmoniker mit Sitz im Theater Bielefeld,[37] das Anfang 2003 gegründete unabhängige und selbstverwaltete Freie SinfonieOrchester Bielefeld[38] und die Jungen Sinfoniker, das Jugendsinfonieorchester der Region Ostwestfalen-Lippe.[39] Die 1989 gegründete Cooperative neue Musik organisiert Konzerte mit der Musik des 20. Jahrhunderts.

Überregional reichende Bekanntheit besitzt der Bielefelder Kinderchor. Der 1932 gegründete Chor ist besonders für seine Weihnachtskonzerte und -aufnahmen bekannt. Das unter Mitwirkung des Chors entstandene Weihnachtsalbum der Mannheim Steamroller, Christmas In The Aire erzielte Platz 3 der US-Billboardcharts.[40]

Die Musik- und Kunstschule der Stadt Bielefeld (MuKu) zählt mit ihren 6000 Schülern zu den größten ihrer Art in Deutschland. Sie wurde 1956 gegründet und ist heute in einem Jugendstilgebäude (1913) am Fuße der Sparrenburg beheimatet, das für die 1906 gegründete staatlich-städtische Handwerker- und Kunstgewerbeschule erbaut wurde.

Der Musikverein der Stadt Bielefeld wurde 1820 gegründet. Dreimal pro Saison tritt er mit europäischen Oratorien in der Rudolf-Oetker-Halle auf.[41] Der 1890 gegründete Oratorienchor der Stadt Bielefeld (bis 1978 Volkschor Bielefeld) führt etwa zweimal im Jahr Konzerte in der Rudolf-Oetker-Halle auf. Neben den großen Standardwerken der kirchlichen und weltlichen Chormusik, kommen dabei auch immer wieder Stücke etwas abseits des in heutigen Konzertsälen Gewohnten zur Aufführung.[42] Der 1977 von Werner Hümmeke gegründete Universitätschor Bielefeld der Universität Bielefeld inszeniert überwiegend Chor- und Solowerke mit orchestraler Begleitung. Seit einigen Jahren finden etwa zweimal im Jahr Konzerte in der Rudolf-Oetker-Halle statt. Von ehemaligen Mitgliedern des Universitätschors wurde 2006 der Konzertchor Bielefeld gegründet.[43] Ein weiterer Bielefelder Chor sind die Young Voices Bielefeld mit einer Altersspanne zwischen 6 und 34 Jahren. Zum Repertoire gehören geistliche und weltliche Lieder, Rock und Popsongs.

Veranstaltungsorte[Bearbeiten]

Seidensticker Halle

Bielefeld verfügt über mehrere moderne Hallen. Diese werden vielfältig genutzt, zum Beispiel für Konzerte, Messen, Ausstellungen oder Opern. Die größte ist die Seidensticker Halle mit einem Fassungsvermögen von 7500 Zuschauern. Sie wurde 1993 als moderne Großsporthalle eröffnet und bietet neben diversen Sportveranstaltungen (Hallenfußball, Handball etc.) auch Platz für Konzerte internationaler Stars.

Eine der modernsten Hallen ihrer Art ist die Stadthalle Bielefeld mit Platz für bis zu 4500 Zuschauer. Sie bietet sich durch ihre Multifunktionalität für Veranstaltungen jeglicher Art an. Von Konferenzen über Messen und Kabarettveranstaltungen bis hin zu Konzerten findet hier fast jede Veranstaltungsart statt.

Im Westen Bielefelds liegt die Rudolf-Oetker-Halle. Sie gilt als eines der schönsten Konzerthäuser der Welt für klassische Musik und wird für ihre Akustik gerühmt. Die Halle wurde 1930 eröffnet und verfügt über 1561 Plätze im Großen Saal und 300 Plätze im Kleinen Saal.

Der Ringlokschuppen ist in seiner heutigen Nutzungsform noch recht neu. Er wurde 2003 als Halle für Konzerte und viele andere Veranstaltungen eröffnet. An Wochenenden fungiert er als Diskothek. Das 1905 errichtete Gebäude diente ursprünglich als Wartungsschuppen für Dampf- und später auch Diesellokomotiven. Gerade dies macht das Flair der Halle aus, denn sie verbindet alte mit moderner Baukunst. Die Zuschauerkapazität beträgt 2500.[44]

Unter der Kreuzung Detmolder Straße/Niederwall befindet sich der Bunker Ulmenwall; er war 1939 als Sanitätsbunker eingerichtet worden. In der Nachkriegszeit betrieb das Jugendamt bis 1996 dort ein Kulturzentrum, das sich zunehmend in einen Jazzkeller verwandelte. Seit 1996 ist der Veranstaltungsort in der Trägerschaft des eigens dafür gegründeten Vereins. In dieser einzigartigen intimen Atmosphäre, wo die Zuschauer bis auf Tuchfühlung an die Künstler herankommen, haben viele international berühmte Musiker Konzerte vor kleinem Publikum gegeben, beispielsweise Archie Shepp, John Surman, Gunter Hampel, Albert Mangelsdorff, aber auch unbekannte und lokale Künstler finden hier eine ideale Plattform.[45] Außerdem ist der Bunker Ulmenwall Veranstaltungsort für Vorträge von digitalcourage (vormals FoeBuD).

Das Jugend- und Kulturzentrum Niedermühlenkamp, kurz KAMP,[46] war ein beliebter Veranstaltungsort für Konzerte, Partys und ähnliche Veranstaltungen. Das Musikmagazin Intro zeichnete es 2004 als siebtbesten Musikclub Deutschlands aus. Der Nutzungsvertrag mit dem Kulturkombinat Kamp e.V. wurde 2013 nicht vom Hausträger, den Falken Bielefeld, verlängert, was das Aus für die Kulturarbeit bedeutete.[47] Das Kulturkombinat veranstaltet seitdem in größeren Abständen Konzerte und Partys an wechselnden Bielefelder Veranstaltungsorten, vor allem im Forum Bielefeld und im Bunker Ulmenwall.

Neues Bahnhofsviertel, links das Cinemaxx

Kinos[Bearbeiten]

Bielefeld besitzt außer den zwei Multiplex-Kinos CinemaxX, mit 2648 Plätzen das größte Kino in der Region Ostwestfalen-Lippe, und Cinestar mit 2315 Plätzen nur noch wenige kleinere Kinos. Die „traditionellen“ Filmtheater haben inzwischen allesamt geschlossen, so z. B. das Movie im Leineweberhaus am Bahnhofsvorplatz, in dem sich heute eine Diskothek mit demselben Namen befindet. Die Kamera, die 1950 von Carl Aul im Haus der Technik gegründet wurde und 1957 in die Feilenstraße umzog, besitzt drei Säle und ist eines der höchstdekorierten Programmkinos der Republik.[48] Ein weiteres Programmkino ist das Lichtwerk im Ravensberger Park mit drei Sälen und Freilichtkino-Veranstaltungen im Sommer. In der Aula der Realschule Brackwede finden an zwei Tagen der Woche Filmvorführungen des Melodie-Filmtheaters statt. Das kleinste Kino ist das aus der ehemaligen Kinogruppe des Arbeiterjugendzentrums hervorgegangene Offkino in den ehemaligen Räumen des Lichtwerks im Filmhaus.

Sport[Bearbeiten]

SchücoArena (traditionell auch Alm genannt)
Grasbahnrennen auf dem Leineweberring in Bielefeld
Das Ishara Freizeitbad

Das sportliche Aushängeschild der Stadt ist der DSC Arminia Bielefeld. Die Fußballer des 1905 gegründeten Vereins stiegen 1970 erstmals in die Bundesliga auf und gehörten der höchsten deutschen Spielklasse nach mehreren Ab- und Aufstiegen wieder zwischen der Saison 2004/05 und 2008/09 an. Am Ende der Saison 2010/11 stieg der Club in die 3. Liga ab. Mit Beginn der Saison 2013/2014 spielt Bielefelds Traditionsverein wieder in der 2. Bundesliga. Der DSC Arminia trägt seine Heimspiele in der SchücoArena aus. Bis 2004 offiziell und im Volksmund auch weiterhin Alm genannt, verfügt das am westlichen Rand der Innenstadt gelegene reine Fußballstadion seit dem Abschluss der Umbauarbeiten im Jahre 2008 über 27.300 Plätze. Ein weiterer traditionsreicher Fußballverein ist der VfB Fichte Bielefeld, dessen Stammverein VfB 03 bis in die 1950er-Jahre ein ebenbürtiger Lokalrivale des DSC Arminia war. Der VfB Fichte spielt in der Westfalenliga und trägt seine Heimspiele im Stadion Rußheide aus. Dieses Multifunktionsstadion mit 12.000 Plätzen wird auch für die Leichtathletik und von den Bielefeld Bulldogs, einem American-Football-GFL2-Club (German Football League 2) genutzt. Mit Arminia Bielefeld und dem VfL Theesen besitzt die Stadt zwei Fußballvereine in der U19-Bundesliga (Staffel West).

Jedes Jahr im Januar veranstaltet der TuS Jöllenbeck unter dem Motto „Weltklasse in Jöllenbeck“ das Internationale Frauen-Hallenfußball-Turnier, eines der bestbesetzten Hallenfußballturniere Europas, an dem nationale und internationale Spitzenvereine des Frauenfußballs teilnehmen. Der VfL Theesen im Bielefelder Norden sorgt mit der größten Fußball-Jugendabteilung im Kreis für den Nachwuchs. Beachtenswert ist dort das regelmäßige internationale Pfingst-Jugendturnier, zu dem Jugendmannschaften aus Bundesligavereinen und sogar Jugend-Nationalmannschaften aus der ganzen Welt anreisen.

Der Radsport hat in Bielefeld eine lange Tradition. Dies zeigt unter anderem die häufige Rolle als Etappen- (elfmal), Start- (einmal) oder Zielort (zehnmal) der Deutschland Tour. Auf der Bielefelder Radrennbahn, an der Heeper Straße im Stadtbezirk Mitte gelegen, werden unter anderem regelmäßig Steherrennen veranstaltet.

Die höchstklassigen Bielefelder Handballteams sind das Herren- sowie Damenteam des TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck sowie die Herren der TSG Altenhagen-Heepen (zuvor 2014 aus der 3. Liga abgestiegen), die jeweils in der Oberliga Westfalen antreten. Die TSG trägt die Heimspiele in der Sporthalle am Gymnasium Heepen oder in der Seidensticker Halle und der TuS 97 in der Sporthalle der Realschule Jöllenbeck aus.

Die Damen der TSVE Dolphins Bielefeld spielen in der Saison 2008/09 in der 2. Basketball-Bundesliga. Die TSVE-Herren spielen Basketball in der Regionalliga West. Beide Teams tragen ihre Heimspiele in der Sporthalle I der Carl-Severing-Schulen an der Heeper Straße aus.

Die Herren des Telekom Post SV Bielefeld spielen in der Saison 2008/09 in der Volleyball-Regionalliga. Die Heimspiele finden in der Almhalle an der Melanchthonstraße statt.

Der bedeutendste Schachverein der Stadt ist der Bielefelder SK, der in den 1990er-Jahren der Schachbundesliga angehörte. In der Saison 2008/09 spielt der Verein in der NRW-Klasse.

Die Eishockey-Damen des SV Brackwede spielen in der 2.  Liga Nord und tragen ihre Heimspiele auf der Oetker-Eisbahn an der Duisburger Straße in Brackwede aus. Dort trainiert auch die Eiskunstlaufabteilung des DSC Arminia.

An der Eckendorfer Straße im Stadtbezirk Heepen befindet sich der Leineweberring, hier veranstaltet der DMSC Bielefeld internationale Motorrad-Grasbahnrennen.

Bielefeld besitzt mehrere Schwimmsportstätten, so u. a. das Freibad Jöllenbeck, das Freibad Schröttinghausen, das Ishara, das AquaWede, das Freibad Hillegossen, das Freibad Brackwede, das Freibad Dornberg, das Senner Waldbad sowie das Wiesenbad.

Der 1. Snooker & Billard Club Bielefeld e. V., gegründet 1989 hat sein Vereinsheim in Bielefeld-Stieghorst. Das Vereinsheim gilt mit einem Spielbereich von 450 m² und zurzeit 12 Profi-Snooker-Tischen als das größte private Vereinsheim in Europa.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Im Mai findet in der Altstadt der Leinewebermarkt statt, ein großes mehrtägiges Volksfest mit umfangreichem kulturellen Programm auf mehreren Bühnen. Jedes Jahr im Juli ist auf der Sparrenburg das mittelalterliche Sparrenburgfest. Im weiteren Jahresverlauf folgt im Juli/August der Christopher Street Day und im September der Weinmarkt in der Altstadt. Seit 1995 findet jedes Jahr im November die Spielewelt in Bielefeld, eine der größten deutschen Messen für Brett- und Gesellschaftsspiele zum Mitmachen und Ausprobieren, statt. Traditionell wird das Jahr mit dem Weihnachtsmarkt beschlossen. Dieser befindet sich in der Altstadt und bietet über 100 geschmückte Fachwerkhäuschen. Seit 2005 gibt es in Bielefeld unregelmäßig das Honky Tonk Festival. Am zweiten Wochenende nach den Sommerferien finden alljährlich die Offenen Ateliers Bielefeld statt, an denen die Künstlerinnen und Künstler ihre Ateliers für Besucher öffnen.[49]

Der Hermannslauf ist ein traditioneller Volkslauf vom Hermannsdenkmal in Detmold über die Höhen des Teutoburger Waldes bis zur Sparrenburg in Bielefeld. Eine weitere jährliche und noch jüngere Veranstaltung ist der Stadtwerke Run & Roll Day, eine Laufveranstaltung für Läufer und Rollerskater auf der Stadtautobahn Ostwestfalendamm. Die Nachtansichten ist die Nacht der Museen, Kirchen und Galerien. In dieser einen Nacht im Sommer haben diverse Kirchen, Museen und Galerien geöffnet. Dazu gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm. Die Nacht der Klänge bietet seit 2004 eine Vielzahl an unterschiedlichen Klangerlebnissen an teilweise außergewöhnlichen Orten des Universitätsgebäudes. Beim Bielefelder Carnival der Kulturen studieren viele in- und ausländische Künstlergruppen Choreographien ein und ziehen durch die Straßen der Stadt. Seit 2002 findet jedes Jahr das Kinderkulturfest Wackelpeter im Ravensberger Park statt.

In wechselnden Abständen findet in Bielefeld das Film- und Musikfest der hier ansässigen Murnaugesellschaft statt.[50]

Regionale Spezialitäten[Bearbeiten]

In Bielefeld gibt es traditionell die westfälischen Spezialitäten. Dazu gehört zum Beispiel Pumpernickel, ein Roggenbrot, das nicht gebacken, sondern im Dampf gegart wird. Weitere typisch westfälische Spezialitäten sind der westfälische Pickert, westfälischer Schinken und der Weizenkorn. Eine Bielefelder Spezialität ist die Bielefelder Luft, ein Schnaps aus Korn und Pfefferminz.

Bielefeldverschwörung[Bearbeiten]

Hauptartikel: Bielefeldverschwörung

Der Informatiker Achim Held veröffentlichte im Jahr 1994 im Usenet einen satirischen Beitrag mit dem Titel Die Bielefeld-Verschwörung, in dem er die Existenz Bielefelds anzweifelte und ihre Vortäuschung als Verschwörung bezeichnete. Im Internet hält sich bis heute der Scherz in Form der erstmals formulierten Antwort hierauf als Aussage von Joerg Pechau: „Bielefeld gibt es nicht“.[51]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Ravensberger Spinnerei

Grundlage der wirtschaftlichen Entwicklung in Bielefeld ist die seit dem 9. Jahrhundert hier nachweisbare Leinenweberei. 1309 schließen sich die Kaufleute der Wollweber und Tuchhändler zur „Johannisbrüderschaft“ zusammen.[3] Mit dem Eisenbahnanschluss im Jahr 1847 begann die Industrialisierung Bielefelds. Der Hauptgrund war die jetzt mögliche preisgünstige Lieferung von Kohle aus dem Ruhrgebiet, die für den Betrieb der Dampfmaschinen benötigt wurde. Die erste Fabrik gründeten 1851 die Gebrüder Bozi mit der Spinnerei Vorwärts direkt an der Linie der Köln-Mindener-Eisenbahn. 1854 wurde die Ravensberger Spinnerei von Hermann Delius gegründet, die danach eine Zeit lang zur größten Maschinenspinnerei Europas aufstieg. Das Unternehmen zog sich später vom Markt zurück, der stadtbildprägende Bau steht heute unter Denkmalschutz. 1862 entstand die Mechanische Weberei, in der die erzeugten Garne zu hochwertigen Stoffen weiterverarbeitet wurden. 1870 liefen rund 11 Prozent aller Spindeln und Webstühle Deutschlands in Bielefeld.[52]

Der nächste Schritt war um 1900 die industrielle Fertigung von Tisch- und Bettwäsche, Oberhemden und Blusen. Inzwischen waren metallverarbeitende Firmen entstanden, in denen die benötigten Maschinen entwickelt und gefertigt wurden, dazu gehören unter anderen die Dürkopp-Werke und die Kochs Adler Nähmaschinen Werke. Bei Dürkopp wurden zunächst Nähmaschinen und später Fahrräder, Motorräder, Autos, Lastwagen und Autobusse hergestellt.

Der Apotheker August Oetker hatte Ende des 19. Jahrhunderts die Idee, abgepacktes Backpulver industriell herzustellen. Sein Konzept war so erfolgreich, dass aus seiner Apotheke im Laufe der Zeit ein Unternehmen von Weltruf wurde. Im Jahr 1900 baute Oetker die erste Fabrik und verkaufte 1906 bereits 50 Millionen Päckchen Backin.[52]

Heute wird die Wirtschaft der Stadt durch das verarbeitende Gewerbe mit den Sparten Nahrungs- und Genussmittel, Metallverarbeitung, Maschinenbau, Chemie und Bekleidung bestimmt. Die wichtigsten Firmen sind August Oetker, Böllhoff, Dürkopp-Adler, Gildemeister, ThyssenKrupp, Droop & Rein (Starrag Group), Schüco, Goldbeck und Seidensticker. Der Handel ist unter anderen mit Marktkauf Holding, JAB Anstoetz und EK/servicegroup vertreten und im Dienstleistungssektor sind Kühne + Nagel, Piening Personalservice, TNS Emnid, TNS Infratest, Itelligence und ruf zu nennen. Bedeutende Arbeitgeber sind darüber hinaus die Bereiche Bildung und Erziehung, die Universität, Fachhochschulen und Schulen, sowie das Gesundheits- und das Sozialwesen, hier vor allem die Von Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel.

Von den rund 126.000 sozialversicherten Beschäftigten in der Stadt pendeln rund 40 Prozent aus dem Umland nach Bielefeld ein.[6]

Der Verkehrsknoten Jahnplatz, Treffpunkt aller Stadtbahnen und der meisten Buslinien
Stadtbahn-Haltestelle Rudolf-Oetker-Halle

Verkehr[Bearbeiten]

Schienen- und Busverkehr[Bearbeiten]

Hauptartikel: Nahverkehr in Bielefeld

Bielefeld liegt an der elektrifizierten Hauptbahn KölnDortmundHannover (viergleisige Bahnstrecke Hamm–Minden) der ehemaligen Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft. Im Stadtteil Schildesche überquert die Strecke auf dem nördlichsten Viadukt Deutschlands (Schildescher Viadukt) das Tal des Johannisbachs. Die Strecke trifft in Löhne auf die internationale Bahnstrecke Richtung Amsterdam (Bahnstrecke Löhne–Rheine, Anschlussgleis ab Herford). Am Hauptbahnhof zweigt eine Nebenbahn nach Lemgo bzw. Altenbeken (ehemalige Bahnstrecke Bielefeld–Hameln „Begatalbahn“) ab. Am Bahnhof Brackwede zweigen eingleisige Nebenstrecken in Richtung Osnabrück (Bahnstrecke Osnabrück–Brackwede „Haller Willem“) und Paderborn („Senne-Bahn“ über Hövelhof) ab. Im Stadtgebiet gibt es elf Bahnhöfe beziehungsweise Haltepunkte.

Östlich des Stadtzentrums an der Bahnstrecke nach Lemgo liegt der Containerbahnhof Bielefeld Ost.

Am Bahnhof Brackwede gibt es einen internationalen Busbahnhof für Fernbuslinien. Von hier bestehen zahlreiche Fernbusverbindungen mit Zielen innerhalb Deutschlands und Europas.

Den öffentlichen Personennahverkehr bedienen vier Stadtbahnlinien, Regionalbahnen und Busse. Die Stadtbahn Bielefeld fährt im Innenstadtbereich unterirdisch. Alle Stadtbahnen halten an den U-Bahnhöfen Hauptbahnhof und Jahnplatz sowie am Rathaus. Am Wochenende (Fr/Sa, Sa/So) und vor Feiertagen fahren Nachtbusse auf einem besonderen Nacht- und Frühverkehrsnetz (sonntags bis 8:30 Uhr). In allen Stadtbahnen, Regionalbahnen und Bussen (ausgenommen Nachtbusse) gilt der „Sechser-Tarif“ der OWL Verkehr GmbH.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Durch das Stadtgebiet Bielefelds führen die Bundesautobahnen A 2 und A 33 sowie die Bundesstraßen B 61, B 66 und B 68, wobei Letztere mit der Fertigstellung der A 33 im Bereich Bielefeld nicht mehr als Bundesstraße gewidmet sein wird.

In den 1950er-Jahren wurden für die Hauptverbindungen in Richtung Gütersloh, Herford, Lippe und Werther leistungsfähige Straßen geplant, die zum Teil bestehende Straßenzüge verwenden und zum Teil über neue Trassen verlaufen sollten. Die Neubaustücke waren weitgehend anbaufrei vorgesehen.

Etwa ein Jahrzehnt später wurden die geplanten Straßenzüge als Autobahn vorgesehen. Bislang wurde davon lediglich der Ostwestfalendamm im Zuge der B 61 zwischen den Stadtbezirken Brackwede und Mitte verwirklicht (B 61n), der als Autobahnzubringer zur A 33 dient. Immer noch vorgesehen, aber durchaus umstritten, sind Schnellstraßen im Zuge der B 66 im Osten und der Ostwestfalenstraße (L 712) im Nordosten der Stadt. Weitergehende Planungen wurden verworfen und sollen in der nächsten Zeit aus dem Flächennutzungsplan gestrichen werden.

Flugverkehr[Bearbeiten]

Luftaufnahme des Flugplatzes Bielefeld

Der nächstgelegene internationale Flughafen ist der Flughafen Paderborn/Lippstadt, der in 45 km Entfernung südwestlich von Bielefeld liegt und über die A 33 zu erreichen ist.

Im Süden der Stadt im Stadtbezirk Senne liegt in Nähe der der A 2 der Flugplatz Bielefeld. Er verfügt über eine 1256 m lange, befestigte Start- und Landebahn sowie über eine Startstrecke für den Segelflug. Der Flughafen wird für den Geschäftsflugverkehr sowie von mehreren Luftsportvereinen genutzt.

Fahrradverkehr[Bearbeiten]

Bielefeld ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen und hat einen Fahrradbeauftragten. Am Hauptbahnhof befinden sich eine Fahrradstation mit Parkhaus, ein Rad-Center mit Werkstatt und Verkauf sowie eine Geschäftsstelle des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Diakonissenhaus Sarepta (Bethel), Neogotik 1872–1875

In der Stadt befinden sich die Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe und die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld.

Zu den elf Krankenhäusern der Stadt gehören unter anderem die Städtischen Kliniken Mitte einschließlich der dazugehörigen Kliniken an der Rosenhöhe und des Evangelischen Krankenhauses Bielefeld, das aus dem Johanneskrankenhaus und den Kliniken Gilead und Mara besteht. Weitere evangelische Einrichtungen sind die Von Bodelschwinghschen Stiftungen mit dem Hauptsitz im Stadtteil Bethel und das Evangelische Johanneswerk. In katholischer Trägerschaft besteht weiter das Franziskushospital Bielefeld. Darüber hinaus ist Bielefeld der Hauptsitz des Arbeitskreises Down-Syndrom e. V., der seit mehr als 30 Jahren bundesweite Beratung und Information zum Thema Trisomie 21 anbietet. Auch der Deutsche Sauna-Bund hat seinen Sitz in der Stadt.

In Bielefeld befinden sich das Amtsgericht Bielefeld, das Arbeitsgericht Bielefeld und das Landgericht Bielefeld. Als Verkehrsbehörde des Landes Nordrhein-Westfalen verwaltet die Straßen.NRW die Verkehrswege in Ostwestfalen und Lippe. Die Bielefelder Niederlassung des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW (BLB.NRW) betreut sämtliche Landesimmobilien in Ostwestfalen-Lippe.

Medien[Bearbeiten]

WDR-Studio Bielefeld

In Bielefeld hat der WDR sein Studio Bielefeld eingerichtet. Hier werden die Regionalprogramme in Radio und Fernsehen für Ostwestfalen-Lippe produziert und ausgestrahlt. Im Gebäudezentrum finden wechselnde Kunstausstellungen statt.

Als Tageszeitungen erscheinen in Bielefeld die Neue Westfälische und das Westfalen-Blatt. Seit dem 2. Juni 1991 ist das Lokalradio Radio Bielefeld in der ganzen Stadt auf 98,3 MHz und 97,6 MHz zu empfangen.[53] Mit 50 Watt sendet außerdem das Campusradio Hertz 87,9 in weite Teile der Stadt, und das nichtkommerzielle Einrichtungsradio Antenne Bethel ist im Stadtteil Gadderbaum werktäglich von 18 bis 19 Uhr auf 94,3 MHz zu hören. Am 17. November 2005 startete der lokale Fernsehsender Kanal 21, der jedoch am 31. Dezember 2009 aufgrund einer nicht verlängerten Lizenz der Landesmedienanstalt den Sendebetrieb einstellen musste. Inzwischen ist er als YouTube-Kanal empfangbar. Das „Bielefelder Bürgerfernsehen“ konnte mit einer Lizenz als so genannter Offener Kanal mehr als 80.000 Kabelhaushalte erreichen. Im Ortsteil Brackwede befindet sich das „Medienarchiv Bielefeld“, das sich zum Ziel gesetzt hat, Spiel- und Dokumentarfilme sowie Tondokumente für spätere Generationen zu erhalten. Der Bestand des Archivs umfasst 2008 etwa 7.700 Filme auf über 40.000 Rollen und mehrere tausend Magnetbänder.[54]

Es erscheinen in Bielefeld regelmäßig verschiedene Anzeigenblätter, darunter im Panorama-Verlag des Westfalen-Blattes OWL am Mittwoch und OWL am Sonntag. Deren Gesamtdruckauflage beträgt – gemeinsam mit Schwesterblättern im Raum Ostwestfalen – knapp eine Million Exemplare.[55] Seit 1989 erscheint alle 14 Tage die Stadtillustrierte ULTIMO, seit 1996 auch in Form einer Internetausgabe.[56] Seit 1998 hat die Redaktion der wöchentlich erscheinenden Zeitung Sixth Sense der Britischen Streitkräfte in Deutschland ihren Sitz in Bielefeld. Die etwa 80 Seiten starke Zeitung hat eine Auflage von 9.000 bis 12.000 Exemplaren. Im Jahr 2000 startet das Internetangebot WebWecker, das ebenfalls Themen rund um das Bielefelder Stadtleben behandelt. Auch einige Blogs befassen sich mit dem Bielefelder Stadtgeschehen, etwa das hauptsächlich auf Themen rund um den Fußball-Zweitligisten Arminia Bielefeld spezialisierte blog5.

Bildung[Bearbeiten]

Hauptgebäude Universität Bielefeld
Die Hans-Ehrenberg-Schule, eines von zehn Bielefelder Gymnasien

An der 1969 gegründeten Universität Bielefeld sind circa 18.500 Studenten eingeschrieben. Das Hauptgebäude aus den 1970er Jahren ist eines der größten Bauwerke in Europa. Zurzeit entstehen mehrere Ersatz- und Erweiterungsbauten. Vorgesehen ist eine Grundsanierung des Uni-Hauptgebäudes in den nächsten 10 Jahren.

Die Fachhochschule Bielefeld besitzt Abteilungen in Bielefeld, Minden und Gütersloh. Am Standort Bielefeld werden zahlreiche Studiengänge aus den Feldern Ingenieurwissenschaften, Gestaltung, Soziales/Pflege/Gesundheit und Wirtschaft angeboten. An der 1971 gegründeten Fachhochschule sind circa 6600 Studenten eingeschrieben. Die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen hat seit 1976 in Bielefeld eine Abteilung für die Studiengänge Kommunaler Verwaltungsdienst, Staatlicher Verwaltungsdienst und Polizeivollzugsdienst.

In der Stadt gibt es 47 Grundschulen, elf Hauptschulen, 16 Förderschulen, zehn Realschulen, vier Gesamtschulen, zehn Gymnasien, eine Waldorfschule, eine heilpädagogische Waldorfschule, sieben Berufsbildende Schulen, neun Privatschulen, eine Musikschule, eine Kunstschule, zwei staatliche Versuchsschulen (Oberstufen-Kolleg und Laborschule), das staatliche Westfalen-Kolleg Bielefeld als Institut zur Erlangung der Hochschulreife und zwei Fachschulen (Diätlehranstalt, Fachschule für Altenpflege).

Der Standort Bielefeld der 2007 gegründeten Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel wurde am 13. Februar 2009 geschlossen. Dort wurde der Studiengang Evangelische Theologie angeboten. Der Standort Wuppertal blieb erhalten. Vorgängereinrichtung war die 1905 gegründete Kirchliche Hochschule Bethel, die auf die Ideen Friedrich von Bodelschwinghs zurückging. Die Fachhochschule der Diakonie wurde 2006 von den v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel, dem Johanneswerk sowie weiteren diakonischen Trägern gegründet. Sie bietet Studiengänge im Sozial- und Gesundheitsbereich sowie eine Ausbildung zum Diakon an.

Die Fachhochschule des Mittelstands Bielefeld wurde im Jahr 2000 in privater Trägerschaft gegründet und bietet speziell auf den Mittelstand ausgerichtete, staatlich anerkannte Studiengänge aus den Bereichen Medien, Journalismus, Marketing, Informatik und Wirtschaft an. Die private und staatlich anerkannte Fachhochschule der Wirtschaft hat seit 2001 einen Standort mit dem Fachbereich Wirtschaft in Bielefeld.

Wasserversorgung[Bearbeiten]

Die geringe Verfügbarkeit von Oberflächenwasser gab schon im frühen 20. Jahrhundert Anlass zu einem nachhaltigen Kreislaufsystem der Wasserversorgung: Die Brunnen der Bielefelder Trinkwasserversorgung befinden sich in der Senne, unter deren durchlässigem Sandboden sich reichlich Grundwasser ansammelt.[57] Als Endstufe der Abwasserentsorgung wurden im Feuchtgebiet zwischen Heepen und Milse Rieselfelder angelegt. Unterhalb der Rieselfelder wird der Aa Wasser entnommen und in die Senne gepumpt, um das dortige Grundwasserdepot zu ergänzen. 2008 wurden in Teilen des Bielefelder Trinkwassernetzes vermehrt Bakterien der Art Citrobacter freundii gefunden.[58]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Hermann Delius – Ehrenbürger der Stadt Bielefeld

Die Stadt Bielefeld hat seit 1856 zehn Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen. Zu ihnen zählen unter anderen:

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Bekannte Bielefelder sind (nach Geburtsjahr geordnet):

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten sind zwar nicht in der Stadt geboren, aber durch ihr Leben, ihre Arbeit und ihr Wirken eng mit Bielefeld verbunden:

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Bielefeld – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Bielefeld

Literatur[Bearbeiten]

  • Andreas Beaugrand (Hrsg.): Stadtbuch Bielefeld, Tradition und Fortschritt in der ostwestfälischen Metropole. Westfalen Verlag, Bielefeld 1996, ISBN 3-88918-093-0.
  • Doris Bergs, Philipp Sondermann: Bielefeld. Der neue Stadtführer von A bis Z. Bremen/Boston 2000, ISBN 3-927155-72-1.
  • Friedrich W. Bratvogel: Stadtentwicklung und Wohnverhältnisse in Bielefeld unter dem Einfluß der Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Ardey-Verlag, Dortmund 1989, ISBN 3-925227-29-6.
  • Hans-Jörg Kühne: Bielefeld von A bis Z. Wissenswertes in 1.500 Stichworten über Geschichte, Kunst und Kultur. Aschendorff, Münster 2007, ISBN 978-3-402-00233-9.
  • Roland Siekmann: Stadtführer Bielefeld – Ein Wegweiser zu Plätzen und Parks, durch Geschichte, Kultur und Landschaft. tpk-Regionalverlag, Bielefeld 2008, ISBN 978-3-936359-09-1.
  • Susanne Tatje: Unsere Zukunft – Meine Stadt, KunstSinn-Verlag, Ein Buch über den demographischen Wandel für junge Menschen von 10 bis 100. KunstSinn-Verlag, Bielefeld 2012, ISBN 978-3-939264-07-1.
  • Magistrat der Stadt Bielefeld (Hrsg.): Bielefeld. Das Buch der Stadt. Unveränderter Nachdruck der Ausgabe von 1926. Weidlich, Frankfurt 1978, ISBN 3-8128-0016-0.
  • Heinz Stoob: Westfälischer Städteatlas. Band: I, 3 Teilband. Im Auftrage der Historischen Kommission für Westfalen und mit Unterstützung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, hrsg. von Heinz Stoob und Wilfried Ehbrecht. Stadtmappe Bielefeld, Dortmund-Altenbeken 1975, ISBN 3-89115-330-9.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Bielefeld – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Bielefeld – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bielefeld – Reiseführer
 Wikisource: Bielefeld – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. bi-info.de
  3. a b c  Walter Vollmer: Westfälische Städtebilder. Bertelsmann Verlag, Gütersloh 1963, Bielefeld,Soll und Haben, S. 56.
  4. Homepage der Stadt Bielefeld, Natur und Landschaft. Abgerufen am 6. Dezember 2008.
  5. Geologischer Dienst Nordrhein-Westfalen: Geowissenschaftliche Gemeindebeschreibungen NRW. Bielefeld.
  6. a b c  Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Kommunalprofil Langfassung. Bielefeld. (PDF, abgerufen am 26. Juli 2011).
  7. Homepage der Stadt Bielefeld, Geographie. Abgerufen am 13. Juni 2013.
  8. a b Homepage der Stadt Bielefeld, Naturschutzgebiete. Abgerufen am 6. Dezember 2008.
  9. Umweltbetrieb der Stadt Bielefeld: Stadt Bielefeld - Bielefelder Stadtwald. Abgerufen am 7. Juni 2014 (PDF).
  10. Stadt Detmold: Klima-Karten
  11. Landesbetrieb Wald und Holz NRW: Wuchsgebiet Weserbergland. Archiviert vom Original am 19. Juli 2011, abgerufen am 14. Juni 2013 (PDF; 149 kB).
  12. Ausschnitt aus den Corveyer Traditionen. Abgerufen am 16. Dezember 2008.
  13. Durch jahrelange Tätigkeit der Unternehmensgruppe Oetker GmbH ist Bielefeld heute auch unter dem Synonym „Puddingstadt“ bekannt.
  14. Reinhard Vogelsang, Geschichte der Stadt Bielefeld Bd. III, Bielefeld 2005, S.325
  15. Gerald Schwalbach, "Der Kirche den Blick weiten!", Karl Pawlowski (1898–1964)-diakonischer Unternehmer an den Grenzen von Kirche und Innerer Mission, Bielefeld 2012, S.232ff
  16.  Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 215.
  17.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 320.
  18. Landesdatenbank NRW; Wahlergebnisse zum Gemeindecode 05711000
  19. Landesbetrieb Information und Technik NRW: Kommunalwahlen
  20.  Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik NRW (Hrsg.): Kommunalwahlen. Bd. 1975 ff, Düsseldorf, ISSN 0173-5640.
  21. amtliches Endergebnis: bielefeld.de (Rat, Stimmen), bielefeld.de (Rat, Sitze); vorläufiges Endergebnis: Landeswahlleiter (Rat), Landeswahlleiter (OB)
  22. Homepage der Stadt Bielefeld, Stadtwappen, Blasonierung laut Hauptsatzung der Stadt Bielefeld. Abgerufen am 6. Dezember 2008 (PDF; 195 kB).
  23. Homepage der Stadt Bielefeld, Städtepartnerschaften. Abgerufen am 14. Juni 2013.
  24. Homepage von Niemöllers Mühle in Quelle Abgerufen am 16. Juli 2009.
  25. Reinhard Vogelsang: Geschichte der Stadt Bielefeld, Bd. II, Von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Ersten Weltkriegs, 2. Aufl. Bielefeld 2005, S 69
  26. Homepage der Stadt Bielefeld: Japanischer Garten Abgerufen am 16. Juli 2009.
  27. Homepage der Stadt Bielefeld, Naturdenkmale. Abgerufen am 6. Dezember 2008.
  28. a b Kirche in Bielefeld
  29. Neustädter Marienkirche
  30. Reformation in Bielefeld. Archiviert vom Original am 9. Oktober 2007, abgerufen am 13. Juni 2013.
  31. Chronik der St. Josefsgemeinde in Bielefeld 1944–1950
  32. a b c Jüdische Gemeinde in Bielefeld
  33. Neue Westfälische vom 17. Mai 2012: Neue Heimat für die Jesiden. Religionsgemeinschaft weiht Gemeindezentrum in Baumheide ein, abgerufen am 28. November 2012
  34. Homepage der Stadt Bielefeld, Museen in Bielefeld. Abgerufen am 7. Mai 2014.
  35. Archäowelle. Abgerufen am 7. Mai 2014.
  36. Homepage des Historischen Museums Bielefeld, Abgerufen Dezember 2008.
  37. Bielefelder Philharmoniker. Abgerufen am 28. Januar 2011.
  38. Freies SinfonieOrchester. Abgerufen am 23. Dezember 2008.
  39. Junge Sinfoniker Ostwestfalen-Lippe. Abgerufen am 16. Dezember 2008.
  40. Homepage des Kinderchores Bielefeld. Abgerufen am 17. Dezember 2008.
  41. Homepage des Musikvereins Bielefeld. Abgerufen am 17. Dezember 2008.
  42. Homepage des Oratorienchors Bielefeld. Abgerufen am 31. August 2013.
  43. Homepage des Universitätschors Bielefeld. Abgerufen am 17. Dezember 2008.
  44. Ringlokschuppen Bielefeld, Geschichte. Abgerufen am 13. Juli 2013.
  45. Bunker Ulmenwall, Geschichte. Abgerufen am 24. März 2011.
  46. jz-kamp.de
  47. http://www.nw-news.de/owl/bielefeld/mitte/mitte/6830292_Jugendzentrum_Kamp_macht_zu.html
  48. Kamera Filmkunsttheater an der Feilenstraße. Abgerufen am 15. Juni 2013.
  49. Homepage des Veranstalters Offenes Atelier in Bielefeld abgerufen am 18. Juli 2013
  50. Filmfest Bielefeld, abgerufen am 5. November 2013
  51. Achim Held: Die Bielefeld-Verschwoerung. In: de.talk.bizarre. 16. Mai 1994, abgerufen am 24. Januar 2009.
  52. a b Geschichte Bielefelds
  53. Sunderbrink/Wagner (2001), S. 95.
  54. Homepage des Medienarchivs Bielefeld
  55. Westfalen-Blatt Unternehmensgruppe; abgerufen am 6. Mai 2014
  56. Homepage der Stadtillustrierten ULTIMO
  57. Biologische Station Senne e. V.
  58. Citrobacter freundii im Betheler Trinkwasser
  59.  Niklas Luhmann: „Was ist der Fall?“ und „Was steckt dahinter?“ Die zwei Soziologien und die Gesellschaftstheorie. Bielefeld 1993, S. 3.
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