Augustin-Marie d’Aboville

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Augustin Marie d'Aboville

Augustin-Marie d’Aboville (* 20. April 1776 in La Fère; † 20. Juni 1843 in Paris) war ein französischer Brigadegeneral der Artillerie.

Leben[Bearbeiten]

D’Aboville entstammte einer adeligen Offiziersfamilie; sein Großvater väterlicherseits war Colonel, sein Vater General François-Marie d’Aboville und General Augustin-Gabriel d’Aboville war sein älterer Bruder. Ab 12. März 1792 trat er in die Armee ein und wurde Kadett an der Artillerieschule in seiner Heimatstadt.

Schon bald konnte er sich auszeichnen und kam im Rang eines Capitains zur Italienarmee. Während der Terrorherrschaft der Revolution wurde d’Aboville suspendiert, da er adeliger Herkunft war. Am 25. November 1794 wurde er rehabilitiert und in seinem alten Rang wieder zum Dienst zugelassen.

Er diente an verschiedenen Stellen, u.a. in der Rheinarmee, und machte sehr schnell Karriere. Ab 22. Mai 1803 führte er als Major ein eigenes Kommando der Artillerie. Zwischen 1803 und 1804 half er auf Wunsch Napoleons mit, eine Invasion Großbritanniens vorzubereiten.

Später wechselte d’Aboville in den Stab von General Alexandre-Jacques-Bernard Law de Lauriston und ging mit dessen Expeditionsarmee nach Martinique. 1804 konnte er zurückkehren und wechselte zur Grande Armée.

Ab 1808 übernahm er ein Kommando der Artillerie bei der Garde Impériale und kämpfte tapfer in der Schlacht bei Wagram (5./6. Juli 1809). Dort wurde er sehr schwer verwundet und verlor seinen rechten Arm. Nach seiner Genesung wurde er am 9. Juli 1809 zum Général de Brigade ernannt und auf Wunsch Napoleons übernahm er ab diesem Tag auch die Leitung der Artillerieschule von La Fère. Bis zum Frühjahr 1814 leistete d’Aboville keinen aktiven Dienst. Erst zur Verteidigung von Paris (30. März 1814) kam er mit seinen Kadetten wieder zum Einsatz.

Nach der Abdankung Napoleons am 11. April 1814 (→Vertrag von Fontainebleau) wurde d’Aboville zum Parteigänger König Ludwig XVIII. Als Napoleon die Insel Elba verlassen hatte und dessen „Herrschaft der Hundert Tage“ begannen, hielt sich d’Aboville wieder in seiner Heimatstadt auf. Am 20. März 1815 verhinderte er die Einnahme seiner Stadt (und der militärischen Anlagen) durch die Generäle Charles Lefebvre-Desnouettes und François Antoine Lallemand.

Am 6. Oktober 1815 wurde General d’Aboville in den Ruhestand verabschiedet. Durch seine Treue dem Haus Bourbon gegenüber wurde er im darauffolgenden Jahr in die Jury berufen, die über Admiral Lenoir und Colonel Royer urteilen sollte. Anschließend legte General Auguste-Marie d’Aboville alle Ämter nieder und zog sich ins Privatleben zurück. Er starb im Alter von 67 Jahren am 20. Juni 1843 und fand auf dem Cimetière Père Lachaise (Division 25) seine letzte Ruhestätte.

Ehrungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • David Chandler: The campaigns of Napoleon. Weidenfeld, London 1993, ISBN 0-297-81367-6 (Nachdr. d. Ausg. London 1966).
  • Charles Mullie: Biographie des célébrités militaires des armées de terre et de mer de 1789 à 1850. Poignavant, Paris 1851 (2 Bde.).
  • Georges Six: Dictionnaire biographique des généraux & amiraux français de la Révolution et de l'Émpire. 1792–1814. Saffroy, Paris 1999, ISBN 2-901541-06-2 (Nachdr. d. Ausg. Paris 1934).
  • Digby Smith: The Greenhill Napoleonic Wars Data Book. Greenhill, London 1998, ISBN 1-85367-276-9.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Augustin Marie d'Aboville – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien