Ausweiche

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Als Ausweiche, Ausweichstelle oder kurz Weiche bezeichnet man eine zweispurige Stelle auf einer ansonsten einspurigen Verkehrsstrecke.

Straßen[Bearbeiten]

Auf schmalen Straßen oder Fahrwegen dienen verbreiterte Stellen als Ausweichen, wo es das Gelände zulässt. Sie werden manchmal aber auch speziell für diesen Zweck angelegt.

Bahnen[Bearbeiten]

Einspurige Bahnstrecken haben Ausweichen meist an Verkehrshalten, d.h. bei Eisenbahnen nur an Bahnhöfen, bei Straßenbahnen auch an Haltestellen. Seltener sind Ausweichen zwischen zwei Verkehrshalten, in diesem Fall muss meist mindestens einer der beiden Züge bzw. Straßenbahnwagen einen Betriebshalt einlegen.

Ein Ausweichgleis hat in der Regel zwei betriebliche Funktionen:

  • es ermöglicht das Begegnen (Kreuzen) von Zügen beziehungsweise Straßenbahnwagen
  • es ermöglicht die Überholung eines langsameren durch einen schnelleren Zug

Ausweichen werden – je nach örtlicher Situation – im Rechts- oder Linksverkehr befahren. Nicht immer korrespondiert die Fahrordnung im Bereich der Ausweiche dabei mit der generellen Fahrordnung im betreffenden Staat. Wird in der jeweiligen Richtung immer das gleiche Gleis genutzt, so kommen oft sogenannte Rückfallweichen zum Einsatz, so dass die beiden Weichen einer Ausweiche nie gestellt werden müssen.

Sonderformen[Bearbeiten]

  • die Ausweichanschlussstelle ermöglicht es, einen Zug zu be- und entladen, während auf dem anderen Gleis Züge durchfahren können
  • die Abtsche Weiche ist eine spezielle Konstruktion bei Standseilbahnen und kommt als Besonderheit ohne Weichenzungen aus
  • die Doppelspur-Insel stellt eine langgezogene Ausweiche auf freier Strecke dar, die mehrere Kilometer lang sein kann und die Begegnung zweier Schienenfahrzeuge ohne Anhalten ermöglicht. Hierbei spricht man auch von einer fliegenden Kreuzung.
  • die Umsetzendstelle findet sich an Endpunkten von Straßenbahnlinien und wird auch zur Begegnung zweier Züge genutzt. Hierbei kann der eintreffende Zug erst mit dem Rangiervorgang beginnen, wenn der noch in der Endstelle befindliche Zug abgefahren ist.
  • beim sogenannten Folgezugbetrieb fahren in einer Richtung zwei Züge kurz hintereinander im Sichtabstand durch die Ausweiche, der entgegenkommende Zug bleibt dabei so lange stehen bis beide entgegenkommenden Züge gekreuzt haben

Wasserwege[Bearbeiten]

Ausweichstellen auf Wasserstraßen gibt es dort, wo das Fahrwasser bzw. die Fahrrinne zu schmal oder nicht tief genug ist, dass zwei Schiffe auf Gegenkurs nicht gefahrlos passieren können. Das Fahrwasser kann sich in einem Fluss, einen Kanal oder in Ausnahmefällen in einer natürlichen Meerenge befinden. Ausweichstellen werden als Fahrwasser-Verbreiterung bzw. -Vertiefung angelegt, in denen je nach Länge ein oder mehrere Schiffe „parken“ können. Zum Beispiel befinden sich im Nord-Ostsee-Kanal mehrere Ausweichen. Darüber hinaus existieren auch Wasserstraßen, bei denen es gesonderte Umgehungsfahrrinnen respektive Schiffsweichen gibt, in denen eine größere Anzahl von Schiffen – das heißt ein Konvoi – „parken“ können, während der Gegenverkehr an anderer Stelle passiert.