Azamethiphos

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Strukturformel
Struktur von Azamethiphos
Allgemeines
Name Azamethiphos
Andere Namen

S-((6-Chlor-2-oxo-oxazol(4,5-b)pyridin- 3(2H)-yl)methyl)-O,O-dimethylthiophosphat (IUPAC)

Summenformel C9H10ClN2O5PS
CAS-Nummer 35575-96-3
Kurzbeschreibung

farbloser Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 324,68 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

89 °C[2]

Siedepunkt

Zersetzung[2]

Löslichkeit

in Wasser 1,1 g‣l−1[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 302​‐​319
P: 305+351+338 [3]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4][2]
Gesundheitsschädlich
Gesundheits-
schädlich
(Xn)
R- und S-Sätze R: 22​‐​36
S: 26
Toxikologische Daten

1180 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Azamethiphos ist ein Insektizid aus der Gruppe der Thiophosphorsäureester. Es ist strukturell-chemisch eng mit dem Insektizid Phosalon verwandt. Es wird gegen Stubenfliegen in Haus und Stall eingesetzt. Außerdem dient es zur Bekämpfung von Fischläusen in Lachsfarmen, hier soll es Dichlorvos ersetzen.

Wirkungsweise[Bearbeiten]

Azamethiphos hemmt das Enzym Cholinesterase in den Synapsen der Nervenzellen. Dadurch verhindert es die Weiterleitung von Nervenreizen.

Toxikologie und Ökotoxikologie[Bearbeiten]

Dem Futter beigemischtes Azamethiphos wird von Säugetieren rasch und vollständig aufgenommen, aber auch schnell metabolisiert und wieder ausgeschieden. Die Aufnahme über die Haut ist gering, beim Kaninchen wirkte die Substanz bei hohen Konzentrationen augenreizend. Während die Giftigkeit für Säugetiere nur gering ist (LD50 bei der Ratte 1040–1180 mg·kg−1), ist Azamethiphos für Vögel hochgiftig (LD50 91 mg·kg−1 bei der Wachtel). Bei in vitro-Untersuchungen gab es Hinweise darauf, dass Azamethiphos mutagen wirken könnte. In vivo konnte das bisher nicht bestätigt werden, möglicherweise verhindert der rasche Abbau im Organismus das Auftreten von Mutationen. Azamethiphos ist nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand nicht krebserregend.

Verwendung[Bearbeiten]

Schädlingsbekämpfung[Bearbeiten]

Azamethiphos kann als Spray gegen Fliegen und Schaben in Lagerhäusern verwendet werden. Zur Bekämpfung der Stubenfliege ist es in Fraßködern und als Beschichtung auf Klebefallen enthalten. Auch in Köderdosen zur Verwendung gegen Ameisen ist Azamethiphos enthalten. [5] [6]

Veterinärmedizin[Bearbeiten]

Azamethiphos wird bei der Mast von Lachsen verwendet, um den Bestand frei von Fischläusen zu halten. Dazu muss es als benetzbares Pulver im Wasser verteilt werden. Die Dosierung ist schwierig, da die wirksame Konzentration (0,1 mg/L) relativ nahe an der für Lachse schädlichen Konzentration von 0,4 mg/L liegt. Azamethiphos soll nur begrenzte Zeit auf die Fische einwirken, bei ungenügendem Wasseraustausch ist es daher nicht einsetzbar. Die Substanz wird von den Fischen kaum aufgenommen und reichert sich nicht in der Nahrungskette an. Unmittelbar nach der Anwendung enthielten Lachse etwa 0,01-0,02 mg Azamethiphos/kg Muskelgewebe.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Thieme Chemistry (Hrsg.): RÖMPP Online - Version 3.5. Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart 2009.
  2. a b c d Eintrag zu Azamethiphos in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 27. Januar 2008 (JavaScript erforderlich).
  3. a b Datenblatt Azamethiphos bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 9. März 2011 (PDF).
  4. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5. Ameisenköder
  6. Aeroxon Ameisen-Köderdose
  7. Veterinary Medicines Evaluation Unit der EU, EMEA/MRL/527/98-Final, Januar 1999 (pdf, engl.; 49 kB).

Weblinks[Bearbeiten]