Badenser

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Als Badenser werden heute nur noch vereinzelt und trotz des Wissens, auf teilweise erheblichen Widerspruch zu stoßen, die Bewohner von Baden bezeichnet. Während diese aus dem lateinischen badensis abgeleitete Bezeichnung früher keinen Anstoß erregte und seit dem frühen 19. Jahrhundert als eine von mehreren üblichen Schreibweisen verwendet wurde − Johann Wolfgang von Goethe gebraucht sie beispielsweise unbeanstandet im sechzehnten Buch seines Werks Dichtung und Wahrheit − wird sie seit der Auflösung des Großherzogtums Baden von den Einheimischen zunehmend als geringschätzig und größtenteils abwertend empfunden. Die Bewohner Badens legen heute oft Wert darauf, als Badener (oder kurz Badner) bezeichnet zu werden, auch wenn der Duden beide Formen als gleichwertig zulässt.

Dass die Verwendung von „Badenser“ in der jüngeren Geschichte von den so Titulierten als unangemessen und oft auch abwertend empfunden wird, musste ein Heilbronner Abgeordneter des Baden-Württembergischen Landtags 1954 erfahren: Auf seine entsprechende Äußerung hin drohte der nordbadische CDU-Abgeordnete Franz Gurk, er werde ihn künftig als „Heilbronnser“ bezeichnen (wobei sich hier der Witz nur dem Eingeweihten erschließt, da „-bronnser“ phonetisch dem süddeutschen Wort Brunzer/Bronzer = „Pinkler“, „Pisser“ sehr nahe kommt).

Der Streit um die Zulässigkeit des Begriffs ist aber selten ernsthafter Natur. Er wird selbst von „Ur-Badenern“ meist augenzwinkernd im Zusammenhang mit lokalpatriotischen Auseinandersetzungen mit Schwaben, Pfälzern oder Bayern geführt.

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