Baha-ud-Din Naqschband

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Baha-ud-Din Naqschband Buchari (persisch ‏بهاء الدين نقشبند‎ Bahāʾu d-Dīn Naqšband; * 1318 bei Buchara; † 1389 ebenda) war der Gründer des Naqschbandiordens, der einer der größten und einflussreichsten muslimischen Sufiorden ist.

Biographie[Bearbeiten]

Was sein Leben betrifft ist vieles unbekannt. Das ist nicht überraschend, wenn bedacht wird, dass er es seinen Anhängern verbot, irgendetwas über sich schriftlich festzuhalten. Und die Schriften wie die Anis at-Talibin des Salah ad-Din Muhammad Bukhari, die nach seinem Tod verfasst wurden, konzentrierten sich mehr auf spirituelle und moralische Themen.

Jugendzeit und Erziehung[Bearbeiten]

Naqschbandi-Mausoleum in Buchara

Baha-ud-Din wurde 1318 im Dorf Qasr-i-Hinduvan (später in Qasr-i Arifan umbenannt) bei Buchara geboren. Hier starb er auch 1389. Die meiste Zeit seines Lebens verbrachte er in Buchara (Choresmien) und den angrenzenden Gebieten von Transoxanien. Dabei hielt er sich an das Prinzip der Reisen innerhalb der Heimat, das in Omar Ali Schahs "The Rules or Secrets of the Naqshbandi Order" erwähnt wird. Die einzigen weiten Reisen, waren zwei Haddschreisen nach Mekka.

Er kam früh in Kontakt mit den Khwajagan (lit: Die Meister) und wurde von Baba Muhammad Sammasi als sein spiritueller Nachkommen adoptiert als Baha-ud-Din noch ein Kleinkind war. Sammasi war der erste, der Baha-ud-Din auf den Pfad (Tariqa) führte, aber noch wichtiger war seine Beziehung zu Sammasis Nachfolger Amir Kulal, dem letzten Glied in der Silsila vor Baha-ud-Din. Es war Amir Kulal, von dem Baha-ud-Din seine grundlegende Erziehung für den Pfad bekam und der ihm jahrelang Gesellschaft leistete. Aber noch wichtiger war die Unterweisung in der Methode des stillen Dhikr, die er von dem Ruhaniya Abdul Khaliq Gajadwani erhielt. Diese Dhikrart wird Dhikr des Herzens genannt. Obwohl er ein spiritueller Nachkomme Abdul Khaliq Gajadwanis war, praktizierte Amir Kulal den lauten Dhikr (den Dhikr der Zunge), und nachdem Baha-ud-Din den stillen Dhikr gelernt hatte, erschien er nicht zu Amir Kulals Versammlungen, wenn diese den lauten Dhikr vollführten. Diese Abspaltung Baha-ud-Dins von Amir Kulals Kreis markiert wohl den Entstehungspunkt der Naqschbandi mit dem stillen Dhikr, erhalten von Abdul Khaliq Gajadwani und schlussendlich von Abu Bakr geerbt, etabliert als Standard für den Orden, trotz verschiedene spätere Abweichungen.

Tod[Bearbeiten]

Baha-ud-Din starb 1389 und wurde in seinem Heimatdorf begraben. Sein Grab wurde zu einem der wichtigsten Besucherstätten und eine große Attraktion in Buchara.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Shaykh Muhammad Hisham Kabbani: Classical Islam and the Naqshbandi Sufi Tradition, Islamic Supreme Council of America (June 2004), ISBN 1-930409-23-0.

Weblinks[Bearbeiten]