Balch (Provinz)

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بلخ
Balch
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Über dieses Bild
Basisdaten
Staat Afghanistan
Hauptstadt Masar-e ScharifVorlage:Infobox Verwaltungseinheit/Wartung/Sonstiges
Fläche 17.248 km²
Einwohner 1.239.626 (Berechnung 2012[1])
Dichte 72 Einwohner pro km²
ISO 3166-2 AF-BAL

Balch (auch Balkh geschrieben, persisch ‏بلخ‎) ist eine Provinz im Norden von Afghanistan mit 1.239.626 Einwohnern. Damit ist ein signifikanter Bevölkerungszuwachs in der Region zu verzeichnen.[2] Hauptstadt ist Masar-e Scharif. Die größte Bevölkerungsgruppe stellen die Tadschiken, gefolgt von den Paschtunen. Dazu leben Usbeken, Hazaras, Turkmenen, Araber, Belutschen sowie nomadisierende paschtunische Kuchis in der Provinz. Dari wird von etwa 50 % der Bevölkerung gesprochen, gefolgt von Paschtu (27 %), Turkmenisch (11,9 %) und Usbekisch (10,7 %).[3] Gouverneur ist seit 2004 Mohammed Atta.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Region gehört zu den ältesten Siedlungsgebieten Zentralasiens und ist eine Wiege der iranischen Zivilisation. In der Antike unter dem Namen Zariaspa (Altpersisch: Goldenes Pferd), (griech.: Ζαρίασπα), später Baktra (griech.: Βακτρα) bekannt, war sie Teil des legendären Baktrien.

In der Region traf die Seidenstraße auf eine andere Handelsroute, die in nordwestlicher Richtung dem Lauf des Amudarja folgend zum Kaspischen Meer führte, sowie in südöstlicher Richtung über den Khaiberpass nach Vorderindien.

Um das Jahr 500 v. Chr. wurde Baktrien von den Persern erobert und dem Perserreich einverleibt. Bis zur Eroberung Persiens durch Alexander den Großen blieb Baktrien eine der wichtigsten Satrapien der Achämeniden.

Unter der Herrschaft der Seleukiden war Balch fast ausschließlich eine griechische Kolonie. Später war Bactra unter den Sassaniden wieder Teil eines vereinten Perserreichs, bevor die Region von den Arabern erobert und islamisiert wurde.

Im Mittelalter war Balch Teil des Samaniden-Reichs. Nach dem Fall der Samaniden war die Region abwechselnd unter der Herrschaft der Ghaznawiden, Ghuriden, Seldschuken, der Choresm-Schahs, der Mongolen und von Timur-e Lang

Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Region von den Afghanen, unter der Führung Ahmad Schah Durranis, erobert und dem neu gegründeten Afghanistan einverleibt.

Danach geriet Balch unter die Herrschaft des expandierenden Russland, bevor sie Mitte des 19. Jahrhunderts – im Verlaufe des Great Game und den darauf basierenden Verträgen zwischen den europäischen Kolonialmächten Russland und Großbritannien – endgültig Afghanistan zugesprochen wurde.

In der Hauptstadt der Provinz Masar-e Scharif wird das Nouruzfest im Frühling nach dem von Omar Chajjam um 1070 korrigierten Sonnenkalender 40 Tage lang als Mela e Gul e Sorch gefeiert.

Aktuelles[Bearbeiten]

Vor dem Hintergrund des Zerwürfnisses zwischen Gouverneur Atta und Präsident Karzai bei der Präsidentenwahl sowie der weiteren Ausbreitung des Taliban-Einflusses im Norden haben 2009 die ethnischen Spannungen in Balkh zugenommen.[4] Die paschtunische Minderheit in der Provinz kritisiert die Untätigkeit der ISAF gegenüber den fortwährenden Menschenrechtsverletzungen lokaler Milizen.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Balch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege[Bearbeiten]

  1. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/bevoelkerungsstatistik.deWorld Gazetteer Bevölkerungsdaten der Verwaltungseinheit Balch
  2. Summary of the National Risk and Vulnerability Assessment 2007/8 auf Website der Central Statistics Organisation, http://nrva.cso.gov.af/Brochure%20English-Final.pdf (PDF-Datei 1,77 MB), Oktober 2009, S. 4, und http://nrva.cso.gov.af/003.xls (Excel-Datei), abgerufen am 7. November 2009
  3. http://www.ejpd.admin.ch/content/dam/data/migration/laenderinformationen/herkunftslaenderinformationen/asien/sicherheitslage-AFG-d.pdf , 29. Januar 2011, S. 7, auf Website des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements
  4. http://www.ejpd.admin.ch/content/dam/data/migration/laenderinformationen/herkunftslaenderinformationen/asien/sicherheitslage-AFG-d.pdf , 29. Januar 2011, S. 10, auf Website des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements
  5. http://www.gfbv.de/inhaltsDok.php?id=2057&PHPSESSID=2e368e568e7b1a4b28c958ec5cdb1677 , 29. Januar 2011, auf Website der Gesellschaft für bedrohte Völker