Amudarja

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Amudarja
Amu-Darja, Amudaryo
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Karte Zentralasiens mit Amu-Darja und Syr-Darja. Der Aralsee ist in seiner Größe von circa 1960 dargestellt.

Karte Zentralasiens mit Amu-Darja und Syr-Darja. Der Aralsee ist in seiner Größe von circa 1960 dargestellt.

DatenVorlage:Infobox Fluss/GKZ_fehlt
Lage Afghanistan, Tadschikistan, Usbekistan, Turkmenistan
Flusssystem Amudarja
Zusammenfluss von Pandsch (1125 km lang) und Wachsch (524 km)
37° 6′ 21″ N, 68° 18′ 23″ O37.10597222222268.306277777778
Mündung ehemals Aralsee, versickert heute in der Wüste44.10833333333359.681111111111Koordinaten: 44° 6′ 30″ N, 59° 40′ 52″ O
44° 6′ 30″ N, 59° 40′ 52″ O44.10833333333359.681111111111
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Länge 1415 km[1] (mit Quellfluss Wachandarja 2743 km)
Einzugsgebiet 465.000 km²Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Abfluss[2] MQ
<160 m³/s, ehemals in den Aralseedep1
Linke Nebenflüsse Kunduz
Rechte Nebenflüsse Kofarnihon, Surxondaryo, Sherobad
Großstädte Termiz, Türkmenabat, Nukus
Mittelstädte Atamyrat
Schiffbar Der Amudarja ist unterhalb von Termiz auf 1.450 km Länge schiffbar.
Amudarja-Delta 1994

Amudarja-Delta 1994

Einzugsgebiet des Amudarja mit Nebenflüssen

Einzugsgebiet des Amudarja mit Nebenflüssen

Der Amudarja (auch: Amudarya oder Amu-Darja; persisch ‏آمودریاĀmudaryā, aus dem altpersischen „drayah“ über mittelpersisch (Pahlavi) „drayak“ mit der Bedeutung „Meer“ oder „großer Wasserlauf“; usbekisch Amudaryo; tadschikisch Омударё/Omudarjo; turkmenisch Amyderýa; karakalpakisch A'miwda'rya; arabisch ‏جيحونDschaiḥūn/Gihon; russisch Амударья/Amudarja; im Altertum: Oxos, Oxus, Oaxus bzw. Uaxos) ist ein insgesamt 2743 km (als Amudarja 1415 km) langer Fluss im westlichen Zentralasien.

Amu Darja bei Türkmenabad

Flusslauf[Bearbeiten]

Der Amudarja entsteht an der Grenze von Afghanistan und Tadschikistan aus der Vereinigung seiner Quellflüsse Pandsch und Wachsch.

Nach diesem Zusammenfluss, der sich in einem weitläufigen Tal befindet, bildet der Oberlauf des Amudarja für ein kurzes Stück die Grenze Afghanistans zu Usbekistan sowie Afghanistans zu Turkmenistan. Kurz nach der Stelle, an der sich Grenze und Fluss trennen, südlich von Atamyrat, zweigt nach Westen der Karakumkanal ab (37.57866666666765.7175). Kurz danach, bei Atamyrat, zweigt nach Osten der Qarshikanal zum Talimardschan-Stausee ab. In nordwestlicher Richtung weiterfließend stellt der Amudarja nun die Grenze zwischen den Wüsten Karakum und Kysylkum sowie teilweise zwischen Usbekistan und Turkmenistan dar und bildet in seinem Unterlauf die Großoase Choresm, bevor er im usbekischen Karakalpakistan ein Binnendelta erreicht, das bis vor wenigen Jahrzehnten in den Südteil des Aralsees mündete. Heute erreicht der Amudarja die noch verbliebenen Reste des Aralsees nicht mehr, sondern das Delta endet vorher in der Wüste, wo das Restwasser des Flusses vertrocknet.

Flusslängen[Bearbeiten]

Der Amudarja war zusammen mit seinem linken Quellfluss Pandsch bis zur ehemaligen Mündung in den Aralsee 2539 km lang, zusammen mit dessen längstem Quellfluss Wachandarja sogar 2743 Kilometer. Vom Zusammenfluss der Quellflüsse Pandsch (1125 km lang) und Wachsch (524 km) bis zum Aralsee betrug die Länge 1414 km. Seit den 1970er Jahren versiegt er zeitweise, seit den 1990er Jahren dauerhaft schon vor Erreichen der Aralsee-Restflächen, die heute im Südwestteil des ehemaligen Sees fast, im Südosten ganz verschwunden sind. Der seit 2007 unternommene Versuch, den ehemaligen See durch Einschränkung der Wasserentnahme aus den Zuflüssen langsam wieder zu füllen, beschränkt sich bisher auf dessen Nordteil.

Wasserhaushalt und Schiffbarkeit[Bearbeiten]

Das Einzugsgebiet des Amudarja beträgt 465.000 km².[3] Zwischen 1911 und 1960 wies der Fluss an seiner Mündung in den Aralsee noch eine Abflussmenge von durchschnittlich 1775 m³/s auf.[4] Gegenwärtig wird bereits durch die am Quellfluss Wachsch errichteten Talsperren viel Wasser entnommen. In den Karakumkanal fließen jährlich 12 km³ (etwa 380 m³/s).[5] Beim Durchqueren der Wüsten gehen schätzungsweise 40 % verloren, das waren vor 1970 im Jahresmittel 790 m³/s.[4] Seit den 1970er Jahren entziehen Bewässerungsmaßnahmen im Mittel über 1580 m³/s.[4] Dies hat zur Folge, dass der Amudarja inzwischen nach rund 2300 km Länge versiegt und den Aralsee somit nicht mehr erreicht, was dessen Austrocknung noch weiter fördert.

Der Amudarja ist unterhalb von Termiz auf 1450 km Länge schiffbar.

Geschichte[Bearbeiten]

Tektonische Bewegungen im Pliozän hoben und senkten die Region rund um den Aralsee. Diese veränderten den Verlauf der Flüsse. So floss der (Paläo-)Oxos durch den Ungus, den Usboi oder den Schelif-Darja nahe der afghanischen Grenze. Doch vor etwa 150.000 Jahren wandte er sich endgültig dem Aralsee zu.[6]

Der Oxos gab der an seinen Ufern blühenden Oxus-Kultur und der antiken Landschaft Transoxanien ihren Namen; am Oberlauf des Flusses befand sich unter anderem das antike Land Baktrien.

In der Antike diskutiert der Historiker Polybios (2. Jh. v. Chr.) in seinem Geschichtswerk (Buch X.48), an welcher Stelle der Fluss von den Nomaden überschritten werden kann. Laut einem seltsamen, wenn auch nicht unmöglichen Bericht konnten die Nomaden hinter einer Felswand an einem Wasserfall den Fluss überqueren. Einleuchtender schien ihm jedoch die eine zweite Quelle, die eine Überquerung des Flusses unterhalb des Katarakts über großen Felsplatten wahrscheinlich macht, wo der Amudarja/Oxos teilweise unterirdisch fließt.

Der Fundort des sogenannten Amudarja- oder Oxus-Schatzes lag am Amudarja.

Im Türkischen wird der Fluss „Ceyhun“ genannt. Dieser Name wird gelegentlich als Vorname verwendet.

In mittelalterlichen arabischen und muslimischen Quellen erscheint der Fluss als جيحون Dschaiḥūn, abgeleitet von Gichon, einem der vier Flüsse des Gartens Eden.[7]

Orte[Bearbeiten]

Am Amudarja liegen unter anderem Termiz, Atamyrat, Türkmenabat, Beruniy (das alte Kath) und Nukus. Ungefähr 70 km vom Zusammenfluss von Pandsch und Wachsch entfernt liegt die afghanische Stadt Kunduz. Auch Masar-e Scharif und Balch sind nicht weiter vom Fluss entfernt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Amudarja – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel Amudarja in der Großen Sowjetischen Enzyklopädie (BSE), 3. Auflage 1969–1978 (russisch)
  2. Anm.: ohne Ableitungen 1.775 m³/s
  3. Encyclopædia Britannica Amu Darya
  4. a b c FAO: FISHERY IN THE LOWER AMU-DARYA UNDER THE IMPACT OF IRRIGATED AGRICULTURE, 1995
  5. Microsoft Encarta: Amu Darya
  6. René Létolle, Monique Mainguet: Der Aralsee. Eine ökologische Katastrophe. Springer Verlag, Berlin, Heidelberg 1996, S. 22
  7. Encyclopædia Britannica Online: Amu Darya