Ballad of a Thin Man

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Ballad of a Thin Man
Bob Dylan
Veröffentlichung Juli 1965
Länge 5:58
Genre(s) Blues-Rock
Autor(en) Bob Dylan
Label Columbia Records
Album Highway 61 Revisited

Ballad of a Thin Man ist ein Rocksong des US-amerikanischen Singer-Songwriters Bob Dylan, der erstmals 1965 auf seinem sechsten Studioalbum Highway 61 Revisited erschien. Das Lied wurde häufig gecovert und gilt als Klassiker der Rockmusik. Viele haben sich mit der Deutung des surrealistischen Textes beschäftigt.

Entstehung[Bearbeiten]

Dylan nahm das Stück am 2. August 1965 bei Columbia Records im Studio A auf. Agierender Produzent war Bob Johnston. Die Arbeiten an dem Album Highway 61 Revisited waren auf ihrem Höhepunkt angekommen. Am selben Tag nahmen die Musiker auch Queen Jane Approximately, Highway 61 Revisited, und Just Like Tom Thumb's Blues auf.

Bei Ballad of a Thin Man spielt Bob Dylan das Piano, Mike Bloomfield die Lead-Gitarre, Bobby Gregg das Schlagzeug, Harvey Goldstein den Bass und Al Kooper die Orgel. Musikalisch betrachtet handelt es sich bei dem Stück um Bluesrock, das von dem Piano vorangetrieben wird. Dylans Spiel dominiert den Song. Die Orgel im Hintergrund unterstreicht die surrealistischen Anklänge des Textes und stellt einen starken Kontrast zum Piano dar. Es erinnert an den Soundtrack eines Horrorfilmes. Ballad of a Thin Man unterscheidet sich stark von den anderen Stücken des Albums und der Sessions. Dylan nutzt einen Refrain, indem der ominöse Mr. Jones angesprochen wird und es gibt eine Bridge, die sich musikalisch von den Strophen abhebt. Insgesamt besteht der Song aus insgesamt acht Strophen (inklusive der Bridge).

Der Text[Bearbeiten]

Die Lyrics werfen den Protagonisten des Stückes – Mr. Jones – in eine surreale und merkwürdige Situation. Er betritt einen Raum und findet einen nackten Mann vor. Die Tatsache, dass betont wird, dass er mit einem Bleistift in den Raum kommt, gilt für viele als Anhangspunkt, dass es sich bei Mr. Jones um einen Journalisten, Schriftsteller oder Zeichner handelt. Bereits in dieser ersten Strophe wird erwähnt, dass sich Jones große Mühe gibt, die Lage zu verstehen, daran aber scheitert (You try so hard // But you don’t understand // Just what you’ll say // When you get home).

In der zweiten Strophe versucht sich Mr. Jones die Situation durch Fragen verständlich zu machen, doch je mehr er fragt, desto weniger ergibt alles für ihn Sinn und er resigniert schon beinahe (And you say „Oh my God // Am I here all alone?“). Es folgt wieder der Refrain, der darauf anspielt, dass etwas vor sich geht, aber er – Mr. Jones – es nicht verstehe.

Die dritte Strophe konfrontiert Mr. Jones mit seinem eigenen Wesen. Er will auf eine Veranstaltung gehen, um den „Geek“ zu sehen; eine entstellte und fremde Person. Diese fragt ihn jedoch, wie er sich als „Freak“ so fühle und reicht Jones zu dessen Entsetzen einen Knochen. Viele sehen darin eine homosexuelle Anspielung.

Nachdem der Refrain ein drittes Mal gespielt wird, folgt die Bridge, die in etwas höheren Tönen gespielt wird als der Rest des Songs. Gehässig wird Mr. Jones daraufhingewiesen, dass er viele Kontakte zu Holzfällern habe, um von diesen informiert zu werden, wenn jemand seine Vorstellungskraft angreift. Niemand habe derweil Respekt vor ihm und alle würden erwarten, dass er irgendwelche Schecks für Wohltätigkeitsorganisationen ausschreibe. Innerhalb dieser Verse wird durch das lyrisches Ich Jones' Frustration in seinen sozialen Kontakten deutlich. In der direkt darauffolgenden Strophe werden seine Methoden diesen Frust auszugleichen dargelegt.

Er habe Kontakt mit den Professoren, die ihn sehr für sein Aussehen loben und mit bekannten Anwälten verkleide er Verbrecher. Jones sei durch alle Werke von F. Scott Fitzgerald gegangen und es mutet schon fast überdrüssig an, wenn das lyrische Ich die Belesenheit Jones’ bemerkt. Offenkundig liest Mr. Jones um damit anzugeben. Die Wahl des Autors Fitzgerald ist bei Dylan nicht zufällig. Zwar ist dessen 1925 erschienener Roman Der große Gatsby häufig als der große amerikanische Roman des 20. Jahrhunderts beschrieben worden, doch die anderen Werke gerieten mit der Zeit in Vergessenheit. Hinzu ist Fitzgerald für viele Literaturkritiker ein Synonym für Trunkenheit und Verzweiflung.

Die nächsten beiden Strophen beinhalten wiedermal Motive, die darauf schließen, dass Mr. Jones womöglich homosexuell ist. Ein Schwertschlucker mit High-Heels kniet vor ihm und reicht Jones seine Kehle zurück und bedankt sich für die Leihgabe. In der vorletzten Strophe wird Jones mit einem Zwerg konfrontiert, der ihn auffordert, ihm Milch zu geben, da er ja eine Kuh sei.

Die letzte Strophe führt wieder das Motiv des In-einen-Raum-kommens auf, und lehnt sich an die erste Strophe. Nach einer Beschreibung von Jones’ Gangart und Aussehen wird erwähnt, dass es ein Gesetz geben sollte, dass Mr. Jones einfach umherlaufen dürfe und er sollte Kopfhörer tragen müssen.

Bedeutung von Mr. Jones[Bearbeiten]

Bob Dylan hat sich nie über die Deutung seiner Texte geäußert. Daher wurden die verschiedenen Interpretationen von Kritikern, Fans und Kollegen nie bestätigt. Nicht von der Hand zu weisen ist, dass Ballad of a Thin Man ein sehr bösartiger Song ist. Viele sehen in ihm eine düstere Variante von Like a Rolling Stone. In dem Lied Yer Blues der Beatles wird Mr. Jones erwähnt und als "suicidal" beschrieben.

Weblinks[Bearbeiten]