F. Scott Fitzgerald

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F. Scott Fitzgerald, Fotografie von Carl van Vechten, 1937
Signatur F. Scott Fitzgeralds

Francis Scott Key Fitzgerald (* 24. September 1896 in St. Paul, Minnesota; † 21. Dezember 1940 in Hollywood, Los Angeles) war ein US-amerikanischer Schriftsteller. Sein erster Roman This Side of Paradise (Diesseits vom Paradies), den er als 23-Jähriger Ende März 1920 veröffentlichte, machte ihn in kurzer Zeit berühmt. Gemeinsam mit seiner Frau Zelda Sayre führte er in den 1920er Jahren ein exzessives Leben. Das Ehepaar wurde in der US-amerikanischen Öffentlichkeit als typische Vertreter ihrer Generation wahrgenommen. Bereits in den 1930er Jahren war F. Scott Fitzgerald jedoch weitgehend in Vergessenheit geraten. Dazu trugen auch sein Alkoholismus und die psychische Erkrankung seiner Frau bei. F. Scott Fitzgerald starb 1940 im Alter von nur 44 Jahren in der Überzeugung, sein Lebensziel verfehlt zu haben, sich als bedeutender Autor seiner Zeit zu beweisen.

Fitzgerald wurde als Autor ab den 1940er Jahren wiederentdeckt und wird heute zu den wesentlichen US-amerikanischen Autoren des 20. Jahrhunderts gezählt. Als seine zwei wichtigsten Romane gelten The Great Gatsby (Der große Gatsby, 1925) und Tender is the Night (Zärtlich ist die Nacht, 1934). Der große Gatsby wird dabei als eines der bedeutendsten Werke der amerikanischen Moderne eingeordnet. T. S. Eliot bezeichnete diesen Roman als den ersten Entwicklungsschritt, den der Amerikanische Roman seit Henry James gemacht habe.[1] Fitzgerald setzt sich darin mit Themen wie Dekadenz, Ausschweifungen, Idealismus, Widerstand gegen Veränderungen und sozialen Umbrüchen auseinander. Er schuf dabei ein treffendes Porträt der sogenannten „Roaring Twenties“, den von wirtschaftlichem Wachstum, Prohibition, Kriminalität, Jazz und Flappern geprägten 1920er Jahren in den Vereinigten Staaten.

Leben[Bearbeiten]

Jugend[Bearbeiten]

Francis Scott Fitzgerald wurde als Sohn von Edward Fitzgerald und dessen Ehefrau Molly (geb. McQuillan) in St. Paul im US-amerikanischen Bundesstaat Minnesota geboren.[2] Er war das dritte Kind des Ehepaars, seine beiden älteren Schwestern waren drei Monate vor seiner Geburt noch im Kleinkindalter verstorben. Eine weitere Schwester, die 1900 geboren wurde, lebte nur eine Stunde. Seine einzig überlebende Schwester, Annabel, kam 1901 zur Welt.[3]

Das Haus des Eisenbahnindustriellen James J. Hill in der Nachbarschaft von Fitzgeralds Elternhaus

Seinen Vornamen Francis erhielt Fitzgerald zu Ehren seines Urgroßonkels Francis Scott Key, dem Dichter der US-amerikanischen Nationalhymne. Beide Elternteile waren gläubige Katholiken. Zum Zeitpunkt von F. Scott Fitzgeralds Geburt besaß sein Vater eine Möbelfabrik, die „American Rattan and Willow Works“. Zwei Jahre später, im April 1898, war der Vater gezwungen, die Firma zu verkaufen. Er nahm eine Stelle als Großhandelskaufmann für Procter & Gamble in Buffalo, New York an. Seine Grundschulzeit verbrachte Fitzgerald entsprechend an zwei katholischen Schulen im Osten der USA. Im Juli 1908 verlor der mittlerweile 55-jährige Edward Fitzgerald seine Anstellung. F. Scott Fitzgerald schrieb später über den Tag, an dem man seinem Vater die Entlassung mitteilte:

„Er ging diesen Morgen als vergleichsweise junger Mann hinaus, ein Mann voller Kraft, voller Selbstvertrauen. Er kam heim diesen Abend, ein alter Mann, ein völlig gebrochener Mann.[4]

Die Familie kehrte nach der Entlassung des Vaters nach St. Paul, Minnesota im Mittleren Westen zurück. Sie lebten von da an von dem Einkommen, das das Vermögen der Mutter abwarf. Dieses Einkommen war hinreichend hoch, um ihnen den komfortablen Lebensstil von Angehörigen der oberen Mittelschicht zu ermöglichen. Sie lebten in St. Paul in einem Stadtteil, der von sehr wohlhabenden Familien bewohnt wurde. Der berühmteste unter ihnen war James J. Hill, ein Eisenbahnindustrieller, der unter anderem in Fitzgerald späterem Roman The Great Gatsby erwähnt wird.[5] Fitzgerald besuchte in St. Paul ab 1908 die St. Paul Akademie, wo er bereits als Verfasser von Theaterstücken, Liedern und Gedichten auffiel. Seine erste Kurzgeschichte, die Detektivgeschichte The Mystery of the Raymond Mortgage erschien im Schulmagazin 1909. Fitzgerald war zu diesem Zeitpunkt 13 Jahre alt.[6] Die schulischen Leistungen ließen insgesamt jedoch zu wünschen übrig, so dass sie seine Eltern entschieden, ihn auf das renommierte katholische Internat Newman School in Hackensack, New Jersey zu senden. Auch hier reüssierte Fitzgerald weniger durch seine schulischen Leistungen, sondern durch die Geschichten, die er im Schulmagazin publizierte. Er fand wenig sozialen Anschluss an dieser Schule, freundete sich jedoch mit Vater Cyril Sigourney Webster Fay an, der ihm später als Vorbild des Monsignor Darcy in seinem ersten Roman This Side of Paradise dienen sollte.[7]

Studium und Militärdienst[Bearbeiten]

Zelda Fitzgerald, 1919

Im September 1913 begann Fitzgerald an der Princeton University zu studieren, einer renommierten, zur sogenannten Ivy League gehörenden Universität in New Jersey. Princeton war allerdings nicht seine erste Wahl; Fitzgerald wäre lieber nach Yale gegangen. Fitzgerald, der nur knapp das Aufnahme-Examen in Princeton bestanden hatte, war auch hier akademisch nicht erfolgreich. Sein Studium an der Princeton University schloss er letztlich nie ab. Er fand an der Princeton University allerdings Edmund Wilson und John Peale Bishop, die wesentlich für seine literarische Entwicklung waren. John Peale Bishop machte ihn mit der Dichtkunst vertraut. Wilson, der zu einem der führenden US-amerikanischen Literaturkritiker wurde und mit dem Fitzgerald eine lang anhaltende Freundschaft verbinden sollte, entwickelte sich nach Fitzgeralds eigenen Angaben, zu seinem „intellektuellen Gewissen“.[8] In Princeton wurde Fitzgerald jedoch auch damit konfrontiert, dass die US-amerikanische Gesellschaft keineswegs klassenlos war, sondern gesellschaftliche Schichten nach Religionszugehörigkeit, wirtschaftlichen Erfolg, sozialer und regionaler Herkunft unterschied.[9]

Ab Dezember 1914 begann Fitzgerald eine Beziehung zu Ginevra King, einer jungen, wohlhabenden Frau aus St. Pauls oberer Gesellschaftsschicht. Die Beziehung endete im Januar 1917. Das Ende der Beziehung war für Fitzgerald auch Beleg für seine intuitives Gefühl, dass soziale und finanzielle Barrieren es verhinderten, dass arme Jungen reiche Mädchen heirateten.[10]

Am 6. April 1917 traten die Vereinigten Staaten in den Ersten Weltkrieg ein. Im Mai 1917 meldete Fitzgerald sich bei der United States Army und wurde im Rang eines Unterleutnants angenommen. Zu seinem lebenslangen Bedauern[11] wurde er jedoch nie auf die Kriegsschauplätze in Europa entsendet, sondern tat an verschiedenen Militärstandorten in den USA Dienst. Im November 1917, während er in Fort Leavenworth in Kansas stationiert war, begann er am ersten Entwurf seines halb autobiografischen Romans The Romantic Egotist zu arbeiten.

Für seinen weiteren Lebensweg war die Versetzung an eine Militärbasis in Montgomery, Alabama entscheidend. Hier lernte er im Juli 1918 die im Jahre 1900 geborene Zelda Sayre kennen. Fitzgerald war sofort in Zelda Sayre verliebt, strittig ist unter den Biografen Fitzgeralds, ob Zelda Sayre für ihren späteren Mann von Beginn an ähnlich intensive Gefühle für ihn empfand.[12] Bereits im November 1918 wollte er Zelda heiraten. Da es zu dem Zeitpunkt jedoch zweifelhaft war, ob Fitzgerald in der Lage wäre, ausreichend Geld für eine angemessene Lebensführung zu verdienen, lehnte Zelda Sayre eine Ehe mit ihm zunächst ab. Fitzgerald begann darauf hin bei der New Yorker Werbeagentur Barron Collier zu arbeiten und schrieb abends an Kurzgeschichten, Drehbüchern, Sketchen und Gedichten, von denen er hoffte, dass ihr Verkauf ihm Anerkennung und Geld einbringe. Es gelang ihm lediglich, für ein Honorar von 30 USD die Kurzgeschichte Babes in the Wood beim Magazin The Smart Set zu platzieren. 122 ablehnende Briefe hatte er dagegen wie einen Fries in seinem Zimmer aufgehängt.[13] Im Juni 1919 beendete Zelda Sayre die Verlobung mit Fitzgerald, im Juli gab er seine Stelle bei Barron Collier auf, kehrte nach St. Paul zurück, um im Haus seiner Eltern seinen Romanentwurf zu überarbeiten.[14]

Früher literarischer Erfolg[Bearbeiten]

Maxwell Perkins, der Lektor, der beim Verlag Scribners Fitzgerald betreute

Der Verlag Scribner’s hatte Interesse an Fitzgeralds frühen Romanmanuskript The Romantic Egotist bekundet, aber sowohl den ersten Entwurf im August 1918 als auch die überarbeitete Fassung im Oktober 1918 abgelehnt. Die dritte Fassung, deren Titel Fitzgerald in This Side of Paradise (Diesseits vom Paradies) änderte, wurde im September 1919 vom Lektor Maxwell Perkins letztlich für Scribners angenommen. Gleichzeitig gelang es Fitzgerald mehrere Kurzgeschichten zu veröffentlichen.[15] Im Februar 1920 verkaufte er erstmals eine Kurzgeschichte an ein Magazin mit hoher Auflage. The Saturday Evening Post zahlte ihm ein Honorar von 500 USD für seine Kurzgeschichte Head and Shoulders. Bereits mit dem ersten finanziellen Erfolg begann er erneut, um Zelda Sayre zu werben. Im Januar 1920 verlobten sie sich erneut und im April 1920, nur eine Woche nach der Veröffentlichung von Diesseits im Paradies heirateten Zelda und Scott Fitzgerald in New York City.[16]

Diesseits vom Paradies wurde von der Literaturkritik sehr gut besprochen, den Verkaufserfolg bezeichnet Fitzgeralds Biograf Scott Donaldson als nach jedem Maßstab bemerkenswert. Das Porträt der jungen Generation nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und insbesondere des Flappers und ihrer emanzipierten Lebensweise machten den erst 23-jährigen Fitzgerald über Nacht berühmt.[17] Fitzgeralds erste Sammlung an Kurzgeschichten Flappers and Philosophers, die im September 1920 erschien, war gleichfalls erfolgreich. Eine wesentliche Einkommensquelle wurde für Fitzgerald jedoch der Verkauf von Kurzgeschichten, Essays und Artikel. Als Honorar erhielt Fitzgerald für seine Kurzgeschichten jeweils ein Honorar zwischen 1000 und 4000 USD, was außergewöhnlich hohe Honorarzahlung waren (1000 USD in 1925 entsprechen etwa einem Gegenwert von 10.000 USD in 2005).[18] Fitzgerald maß seinen Kurzgeschichten allerdings keinen großen Wert bei. Sie waren für ihn im Wesentlichen Broterwerb, die seine Arbeit am nächsten Roman finanzierten. Ihm lag an einer Anerkennung als einflussreicher und bedeutender Schriftsteller, die aus seiner Sicht nur über die Veröffentlichung weiterer Romane gelingen konnte.[19]

Das Ehepaar Fitzgerald stand sehr bald im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens, nicht zuletzt auch, weil beide es verstanden, das öffentliche Interesse an ihnen wachzuhalten. Sowohl die Tagespresse als auch Magazine berichteten regelmäßig über das Ehepaar, in den öffentlichen Medien erschienen häufig Fotos und Zeichnungen der beiden. Ruth Prigozy vertritt die Ansicht, dass dazu einerseits beigetragen habe, dass sowohl Scott als auch Zelda Fitzgerald sehr großzügig Interviews gaben. Der entscheidende Faktor ist ihrer Ansicht nach jedoch das Erscheinungsbild von Zelda und Scott Fitzgerald. Wiederholt bezeichneten Zeitungsartikel und Klatschkolumnen sie als mondäne, gut aussehende und charmante Vertreter ihrer Generation.[20] Dazu kamen öffentlichkeitswirksame Auftritte wie Zeldas Bad in einem öffentlichen Brunnen, wilde Partys und Fahrten auf den Dächern von Taxis.[21]

Scott Fitzgerald verdiente zwar als Autor außerordentlich gut, gleichzeitig waren er und Zelda mit ihrem Geld jedoch so verschwenderisch, dass sie stets verschuldet waren. Scott Fitzgerald bat häufig sowohl seinen Literaturagenden Harold Ober als auch seinen Lektor Perkins um Vorauszahlungen, um seine Schulden begleichen zu können. Scott Fitzgeralds Alkoholprobleme, mit denen er bis an sein Lebensende kämpfte, begannen gleichfalls im Jahre 1920.

1921 bereiste das Ehepaar Fitzgerald Frankreich, Italien und England und ließ sich danach in St. Paul nieder, wo es weiterhin Gastgeber zahlreicher Partys war.[22] Im Oktober 1921 kam ihr einziges Kind zu Welt, es wurde auf den Namen Frances Scott Fitzgerald getauft und Scottie gerufen. Die Schönen und Verdammten (The Beautiful and Damned), Scott Fitzgeralds zweiter Roman und die Geschichten aus der Jazz-Ära (Tales of the Jazz Age) erschienen 1922. Die Schönen und Verdammten war länger und im Tonfall nüchterner als Diesseits vom Paradies, der Roman erhielt verhältnismäßig gute Besprechungen und verkaufte sich auch ganz gut. Literarisch war dieser Roman jedoch weder so vollendet, dass sich Fitzgerald damit als einer der bedeutenden Autoren seiner Zeit etablieren konnte noch war der Verkaufserfolg groß genug, so dass Fitzgerald auf das Verfassen von Kurzgeschichten und Artikel verzichten konnte.[23] Im selben Jahr erfolgte der Umzug der Familie nach Great Neck auf Long Island. In Great Neck lebte eine Reihe der neuen Reichen aus dem Showgeschäft, während auf der anderen Seite der Bucht, in Manhasset Neck, vor allem Familien lebten, die ihren Reichtum bereits im 19. Jahrhundert erworben hatten. In The Great Gatsby wurden aus Great Neck und Manhasset Neck die beiden Orte West Egg und East Egg, deren jeweilige Einwohner sich in gleicher Weise voneinander unterschieden.[24]

Obwohl Fitzgerald 1921 und 1922 ausgesprochen produktiv war, fand er es zunehmend schwierig, für seine schriftstellerischen Arbeiten hinreichend Zeit zu finden. Es ist unter Literaturhistorikern strittig, inwieweit Zelda auf den Erfolg von Scott Fitzgerald eifersüchtig war, seine Trunksucht förderte und durch ihre berüchtigten Selbstinszenierungen Fitzgerald gezielt vom Schreiben abhalten wollte.[25]

1924 bis 1940[Bearbeiten]

Ernest und Pauline Hemingway, 1927

Fitzgeralds Alkoholismus, der nicht mehr bezahlbare verschwenderische Lebensstil und die zunehmenden psychische Probleme Zeldas kennzeichneten die zweite Hälfte der 1920er-Jahre der Fitzgeralds. Im April 1924 zog das Ehepaar an die französische Riviera. Eine Beziehung Zeldas zu einem französischen Piloten entfremdete die beiden Ehepartner voneinander. Gleichzeitig arbeitete Fitzgerald an The Great Gatsby, der im April 1925 veröffentlicht wurde. Zur Enttäuschung Fitzgeralds waren sowohl die Kritiken zu diesem Roman als auch die Verkaufszahlen verhalten. Erfolgreicher war dagegen seine 1926 veröffentlichte Sammlung von Kurzgeschichten All The Sad Young Men, obwohl Fitzgerald seinen eigenen Kurzgeschichten zunehmend kritisch gegenüber stand.[26] Fitzgerald empfand gleichzeitig Ernest Hemingway, mit dem er befreundet war, als den besseren Schriftsteller. Hemingway kritisierte Fitzgerald häufig, sich nicht auf sein „wahres“ Talent zu konzentrieren und bemängelte seinen Schreibstil als zu affektiert.[27]

1927 begann Fitzgerald für die Filmindustrie in Hollywood zu arbeiten, was dazu führte, dass die Familie regelmäßig für einige Zeit an der Westküste lebte und dann für einige Monate nach Europa zurückkehrte. Zelda erlitt 1930 einen schweren Nervenzusammenbruch, der dazu führte, dass sie im Schweizer Nyon in eine Klinik eingewiesen wurde und dort 1930 und 1931 lebte. 1932 folgte ein weiterer schwerer Zusammenbruch; diesmal wurde sie in Baltimore in eine Klinik eingewiesen. Während des Klinikaufenthaltes schrieb sie Save Me The Walz (Ein Walzer für mich), der noch 1932 von Scribner veröffentlicht wurde. Nachdem sein ehrgeiziger Roman Zärtlich ist die Nacht (Tender Is the Night, 1934) weder bei den Kritikern noch den Lesern ein Erfolg wurde, verfiel Fitzgerald 1934. Er trank, war überschuldet und fühlte sich außerstande, zu schreiben. Er litt an Depressionen und nannte diese Zeit später seine Crack-Up-Phase. Von 1937 bis Ende 1938 arbeitete er für MGM in Hollywood und versuchte gleichzeitig Kurzgeschichten zu schreiben, um seiner Schulden Herr zu werden. Seine Tochter Scottie lebte in dieser Zeit im Internat. Seine Ehe mit Zelda, die immer wieder eingewiesen werden musste, zerbrach in dieser Zeit vollständig. Er lernte in dieser Zeit außerdem Sheilah Graham kennen, mit der er bis zu seinem Tode eine Beziehung hatte.[28]

1939 begann er seinen Hollywood-Roman The Last Tycoon. Er starb am 21. Dezember 1940 nach zwei Herzinfarkten. Der letzte Taikun (verfilmt als Der letzte Tycoon) wurde von Edmund Wilson für die Veröffentlichung bearbeitet. Zelda Fitzgerald starb 1948 bei einem Brand im Highland-Krankenhaus in Asheville.

In den 1970er-Jahren wurde Fitzgerald durch die erfolgreiche Verfilmung von Der große Gatsby von einem breiten Publikum wiederentdeckt. Das Buch wurde zu einem weltweiten Bestseller.

Einordnung[Bearbeiten]

Fitzgerald war, wie viele seiner Geschichten und seine besseren Romane beweisen, neben Ernest Hemingway, Gertrude Stein, John Dos Passos und William Faulkner ein Hauptvertreter der Prosa der amerikanischen Moderne. Er verkörperte aber auch das Jazz-age und die „Verlorene Generation“ (Lost Generation), die sich in den 1920er Jahren in Europa aufhielt, und dank des starken Dollars im billigen und durch den Krieg ruinierten Frankreich gut leben konnte. Fitzgerald lernte Ernest Hemingway 1925 kennen. Der spätere Nobelpreisträger hatte zwei Erzählbände in englischsprachigen Pariser Kleinstverlagen veröffentlicht. Hemingway freundete sich mit Fitzgerald zunächst an. 1925 erschien The Great Gatsby, Fitzgeralds heute bekanntestes Werk. Der große Gatsby verkaufte sich zu Lebzeiten des Autors nicht gut, es gab aber eine Bühnenfassung und eine erste Verfilmung.

Fitzgeralds Romane sind alle zu einem großen Teil autobiographisch und seine Figuren sind ihm, seiner Frau und seinen Freunden nachgebildet; er benutzte sogar ganze Passagen aus Zeldas Tagebüchern.

Werke[Bearbeiten]

Fitzgeralds Grab in Rockville, Maryland
  • 1920: This Side of Paradise. dt. „Diesseits vom Paradies“. Roman.
  • 1920: Flappers and Philosophers. dt. „Backfische und Philosophen“. Erzählungen.
  • 1922: The Beautiful and Damned. Roman. Deutsche Neuauflage: Die Schönen und Verdammten. Diogenes Verlag, Zürich 2007, ISBN 978-3-257-23694-1.
  • 1922: Tales of the Jazz Age. dt. „Geschichten aus der Jazz-Ära“. Sammlung von elf Kurzgeschichten, u.a. Ein Diamant – so groß wie das Ritz und Der seltsame Fall des Benjamin Button [29]
  • 1923: The Vegetable. Theaterstück.
  • 1925: The Great Gatsby. dt. „Der große Gatsby“. Roman.
  • 1926: All the Sad Young Men. Erzählungen.
  • 1934: Tender Is the Night. dt. „Zärtlich ist die Nacht“. Roman.
  • 1935: Taps at Reveille. Erzählungen.
  • 1936: Thank You for the Light. Erzählung.[30] (Veröffentlicht 2012[31] online)
  • 1941: The Last Tycoon. dt. „Der letzte Taikun“. Unvollendeter Roman.
  • 1945: The Crack-Up. dt. Der Knacks. Essays, Notizen.
  • 1960: Babylon Revisited and Other Stories. Erzählungen.
  • 1962: The Pat Hobby Stories. dt. „Pat Hobby's Hollywood Stories.“ Kurzgeschichten.
  • 1973: The Basil and Josephine Stories. Kurzgeschichten.

Die Erzählungen und Novellen wurden in jüngeren deutschen Ausgaben in chronologischer Reihenfolge anders zusammengestellt.

Essays
Briefwechsel

Filme nach Werken von Fitzgerald[Bearbeiten]

Aufgelistet sind Filme nach Werken von Fitzgerald und an denen er als Drehbuchautor mitgearbeitet hat.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: F. Scott Fitzgerald – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Conn: Literatur in America - An Illustrated History. Cambridge University Press, London 1989, 0-521-30373-7. S. 389. Im Original lautet das Zitat: :.. the first step the American Novel has taken since Henry James:
  2. https://www.dhm.de/lemo/biografie/scott-fitzgerald
  3. Tredell: Fitzgerald's The Great Gatsby, 2007, S. 1
  4. Tredell: Fitzgerald's The Great Gatsby. 2007, S. 2. Im Original lautet das Zitat That morning he had gone out a comparatively young man, a man füll of strength, füll of confidence. He came home that evening, an old man, a completely broken man.
  5. Tredell: Fitzgerald's The Great Gatsby. S. 2.
  6. Tredell: Fitzgerald's The Great Gatsby. S. 2.
  7. Tredell: Fitzgerald's The Great Gatsby. S. 3.
  8. F. Scott Fitzgerald, The Crack-Upt, S. 79
  9. Ronald Bergman: The Great Gatsby and the Twenties, in Ruth Prigozy (Hrsg): The Cambridge Compagnien to F. Scott Fitzgerald. New York, Cambridge University Press 2002, S. 79-94
  10. Tredell: Fitzgerald's The Great Gatsby. S. 3.
  11. Glenday: F. Scott Fitzgerald, 2012, S. 2
  12. Bloom; F. Scott Fitzgerald's The Great Gatsby. 2006, S. 10
  13. Tredell: Fitzgerald's The Great Gatsby. S. 4.
  14. Tredell: Fitzgerald's The Great Gatsby. S. 4.
  15. Prigozy: The Cambridge Compagnion to F. Scott Fitzgerald. 2002, S. XVIII
  16. Bloom; F. Scott Fitzgerald's The Great Gatsby. 2006, S. 11
  17. Scott Donaldson: Fitzgerald's nonfiction in Pregozy (Hrsg): The Cambridge Companion to F. Scott Fitzgerald. 2002, S. 165. Im Original lautet das Zitat: By any standard, the sales of This Side of Paradise was remarkable. Its portrayal of the younger generation, and particularly of the flappet and her liberated ways, made the twenty-three-year-old famous overnight.
  18. Bloom; F. Scott Fitzgerald's The Great Gatsby. 2006, S. 11
  19. Bloom; F. Scott Fitzgerald's The Great Gatsby. 2006, S. 11
  20. Ruth Prigozy: Scott, Zelda, and the culture of celebrity in Prigozy (Hrsg): The Cambridge Companion to F. Scott Fitzgerald. 2002, S. 5
  21. Tredell: Fitzgerald's The Great Gatsby. 2007, S. 6
  22. Bloom; F. Scott Fitzgerald's The Great Gatsby. 2006, S. 12
  23. Tredell: Fitzgerald's The Great Gatsby. 2007, S. 6
  24. Tredell: Fitzgerald's The Great Gatsby. 2007, S. 7
  25. Bloom; F. Scott Fitzgerald's The Great Gatsby. 2006, S. 12
  26. Bloom; F. Scott Fitzgerald's The Great Gatsby. 2006, S. 12
  27. Bloom; F. Scott Fitzgerald's The Great Gatsby. 2006, S. 12
  28. Bloom; F. Scott Fitzgerald's The Great Gatsby. 2006, S. 12
  29. Tales of the Jazz Age
  30. Enkel entdecken unveröffentlichte Erzählung. In: Der Spiegel, 30. Juli 2012, abgerufen am 31. Juli 2012.
  31. The New Yorker, Ausgabe vom 6. August 2012, auf der Website des Magazins abgerufen am 31. Juli 2012.
  32. Kassler Dokumentarfilm- und Videofest - 08. Dokfest 1991 - Sad emastles Nebel sed Znarf