Barfüßerkirche (Augsburg)
Die Barfüßerkirche in der Altstadt von Augsburg ist eine evangelische Kirche im Stil einer barockisierten gotischen Basilika. Sie wurde im 13. Jahrhundert von den Franziskanern (Barfüßern) erbaut. Sie ist die Taufkirche von Bertolt Brecht.
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Geschichte der Barfüßerkirche [Bearbeiten]
Im Jahr 1243 wurde die Barfüßerkirche von Franziskanern inmitten des mittelalterlichen Augsburger Lechviertels neben dem Barfüßertor als kleine Kirche errichtet. 1244 wird das Patrozinium „Heilige Jungfrau Maria“ der Jakobus des Ältern geweihten Kirche verliehen. Den romanischen Nachfolgebau, bestehend aus einer einschiffigen Basilika aus dem Jahr 1265, vernichtete ein Brand bereits im Jahr 1398. Von 1407 bis 1411 wurde die Barfüßerkirche als einschiffige Basilika im Stil der Gotik auf den alten Grundmauern wiederaufgebaut. Die Alexiuskapelle wird von Ulrich Rehlinger, einem Augsburger Patrizier, gestiftet. Die Einweihung erfolgte am 23. August 1411 durch Bischof Friedrich Wilhelm Wiedenholzer. Die erste evangelische Predigt in der Kirche wird 1524 gehalten. Bereits 1535, nach Auflösung des Franziskanerklosters, wurde die Kirche schließlich zum ersten evangelischen Gotteshaus in Augsburg.[1]
Die erste urkundliche Erwähnung der Orgel von Max Günzer geht auf das Jahr 1609 zurück. Das Kruzifixus und das „Christkind“ wird von dem Augsburger Georg Petel in den Jahren 1631 und 1632 geschaffen. Von 1724 bis 1760 erfolgte die Umgestaltung nach spätbarockem Zeitgeschmack. Im Zuge der Umgestaltung wird 1750 auch die Kanzel von Christoph Friedrich Rudolph erschaffen. 1757 erfolgt der Einbau der von Johann Andreas Stein geschaffenen Prunkorgel. Das Chorgitter von Johann Samuel Birkenfeld wird 1760 fertiggestellt. 1825 werden das benachbarte Barfüßertor und die Alexiuskapelle abgebrochen.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Barfüßerkirche bei dem verheerenden britischen Luftangriff vom 25. auf den 26. Februar 1944 bis auf die Außenmauern des Chors zerstört. Die komplette Inneneinrichtung – darunter die geschnitzte Kanzel von Christoph Friedrich Rudolph und die prunkvolle Orgel von Johann Andreas Stein – ging in den Flammen verloren. Bis zum Jahr 1951 wurde die Kirche in vereinfachter Form und ohne Türme wiederaufgebaut. Der Kirchenbau ragt aus dem Gewirr der engen Gassen und einfachen Giebelhäuser heraus und wirkt in seiner strengen Form gerade und akkurat.
Kunstschätze der Barfüßerkirche [Bearbeiten]
Das großflächige Gemälde „Die Taufe Christi“ von Johann Heiss stammt aus den Jahren zwischen 1680 und 1690. Zusammen mit dem Altarbild „Das letzte Abendmahl“ von Gottfried Eichler aus dem Jahr 1730 schmückt es noch heute das ansonsten schlichte Innere der Barfüßerkirche.
Die im Jahre 1609 für die Barfüßerkirche vom Augsburger Orgelbauer Max Günzer gebaute Orgel ist die derzeit älteste bekannte Orgel im süddeutschen Raum. Dieses Renaissance-Instrument steht seit 1758 im Dorf Gabelbach bei Zusmarshausen. Sie wurde für 150 Jahre in der Barfüßerkirche gespielt, bevor man sie für die 200 Jahrfeier des Augsburger Religionsfriedens 1755 durch eine neue ersetzen wollte und sie deshalb abgebaut und nach Gabelbach verkauft hat.[2] Auf dieser neuen Orgel von J. A. Stein spielte im Oktober 1777 Wolfgang Amadeaus Mozart, wie aus einem Brief an seinem Vater zu entnehmen ist[3]. Albert Schweitzer spielte am 31. Mai 1929 ebenfalls auf dieser Orgel.
Im Chor ist die Figur des „Christkindes“ von Georg Petel aus Augsburg zu sehen. Diese Figur kam im Jahre 1750 als Schalldeckelbekrönung auf die von Christoph Friedrich Rudolph geschaffene Kanzel. Die Figur gilt als eines der wichtigsten Werke von Petel und ist eines der wenigen Überbleibsel der Kanzel.
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„Christkind“ von Georg Petel, 1750
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„Die Taufe Christi“ von Johann Heiss
Literatur [Bearbeiten]
- Gerd Geier (Red.): Tradition und Aufbruch: Zu den Barfüßern Augsburg; ein Lesebuch; Festschrift zum Barfüßerjubiläum 1999. Augsburg: Wißner 2005 ISBN 3-89639-509-2
- Dorothea Band; Markus Johanns: Gott zu Lob und Ehren: kostbares Altargerät der Barfüßerkirche Augsburg; Katalog zur Ausstellung im Schaezlerpalais in Kooperation mit den Städtischen Kunstsammlungen Augsburg; 17. April bis 27. Juni 1999 aus Anlass des Barfüßerjubiläums „Tradition und Aufbruch“. Augsburg: Wißner 2005 ISBN 3-89639-510-6
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Das Franziskanerkloster zu den Barfüßern. (PDF; 46 kB) auf den Seiten des Hauses der Bayerischen Geschichte.
- ↑ Pressemitteilung Universität Augsburg
- ↑ Quelle: Ausstellung im Kreuzgang der Kirche
48.36945810.900873Koordinaten: 48° 22′ 10″ N, 10° 54′ 3″ O