Bauhaus (Band)

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Bauhaus
Bauhaus concert.jpg
Allgemeine Informationen
Genre(s) Post-Punk, Gothic Rock, Gothic Punk, Dark Wave
Gründung 1978, 1998, 2005
Auflösung 1983, 1998, 2008
Letzte Besetzung
Peter Murphy (1978–1983; 1998; 2005–2008)
Gitarre, Saxophon
Daniel Ash (1978–1983; 1998; 2005–2008)
David J (1978–1983; 1998; 2005–2008)
Kevin Haskins (1978–1983; 1998; 2005–2008)

Bauhaus war eine britische Dark-Wave-/Rock-Band, die zusammen mit Musikern wie Joy Division, Siouxsie and the Banshees, The Cure und David Bowie den Grundstein für Gothic Rock legte.[1] Die Band kombinierte einen progressiven, experimentellen Musikstil mit schwermütigen und mystischen Texten und einem Auftreten in dunkler Kleidung mit düsterem Make-up.

Geschichte[Bearbeiten]

Peter Murphy (2006)
Daniel Ash (2006)

Erste Phase (1978–1983)[Bearbeiten]

Gegründet wurde die Band 1978 im englischen Northampton von den vier Kunststudenten Peter Murphy, Daniel Ash, David J und Kevin Haskins. Namensgeber war die 1919 von Walter Gropius in Weimar gegründete Kunst- und Designschule Bauhaus (ursprünglich "Bauhaus 1919").[2] Zunächst ließ Daniel Ash die Gigs der Band aufnehmen und verschickte die Bänder an diverse Labels in Amerika. Später wurden Demotapes an einige rund um London ansässige Labels geschickt, bis sie 1979 von Independent Label Small Wonder Records unter Vertrag genommen wurden.[2]

Mit ihrer Debütsingle Bela Lugosi’s Dead wurden sie schlagartig in der britischen Post-Punk Subkultur berühmt. Die Single bekam sehr positives Feedback von diversen Musikmagazinen wie Sounds. Des Weiteren war die Single über 2 Jahre an der Spitze der britischen Independent Charts.

Im Januar 1980 wurden sie zu einer BBC Radiosession von John Peel eingeladen, wodurch sie den Bekanntheitsgrad nochmal steigern konnten.

Nach dieser Session wurde die Band beim 1979 gegründeten Independent Label 4AD unter Vertrag genommen. Zunächst wurden noch drei weitere Singles, darunter eine Coverversion von Telegram Sam der britischen Band T. Rex veröffentlicht. Ende des Jahres kam schließlich das Debütalbum In The Flat Field auf den Markt. Das Album schaffte es in die Top 100 der britischen Verkaufscharts.

Aufgrund der immer größer werdenden Popularität, wechselten die Musiker zum Label Beggars Banquet Records. Im Jahr 1981 hatte die Band mit dem Album Mask sowie den Singles Kick In The Eye und The Passion Of Lovers weitere Charterfolge in Großbritannien. Im nächsten Jahr veröffentlichte Bauhaus eine Coverversion von David Bowies Ziggy Stardust, weswegen sie 1982 bei Top of the Pops auftraten.[3] Durch diesen Auftritt schaffte es das Album The Sky's Gone Out in die britischen Top 10.[2]

Für den Film Begierde (The Hunger) wurde der Song Bela Lugosis Dead als Opener verwendet. Dazu sah man als erste Einstellung die Band in einer Diskothek spielen. Während der Aufnahmen für das Album Burning From The Inside erkrankte Peter Murphy an einer Lungenentzündung, wodurch sich die Aufnahmen in die Länge zogen.

Nach seiner Genesung wurde zunächst die Single She’s in Parties veröffentlicht, wodurch die Band einen erneuten Auftritt bei Top of the Pops absolvierten.[4] Bei der nachstehenden Tour wurde von Daniel Ash bekanntgegeben, dass es sich hierbei um die letzte Tour handeln werde. Wegen immer größer werdender Differenzen zwischen den Bandmitgliedern, habe man sich entschlossen, getrennte Wege zu gehen. Beim letzten Konzert im Hammersmith Palast rief David J. Rest In Peace ins Publikum, ehe die Band die Bühne verließ..[5]

Nach der Veröffentlichung von Burning From The Inside wurde die Band offiziell aufgelöst.[2]

Zwischenzeit (1984–2004)[Bearbeiten]

Peter Murphy gründete zunächst zusammen mit Mick Karn das Musikprojekt Dalis Car, welches aber bereits nach einem Album aufgelöst wurde. Später entschied er sich für eine Solokarriere. Die übrigen Band-Mitglieder schlossen sich zunächst unter den Namen Tones On Tail und schließlich als Fast-Reunion als Love and Rockets zusammen. Des Weiteren wurden einige Compilations und Liveaufnahmen der Band veröffentlicht.

Zwischen den Jahren 1985 und 1990 wurden die Alben Mask, The Skies Gone Out sowie 1979 - 1983 Vol. 1 in Großbritannien mit einer Silbernen Schallplatte für jeweils 60.000 verkaufte Einheiten ausgezeichnet.[6]

Im Jahr 1998 vereinigten sich die Musiker wieder und starteten eine Tour durch die ganze Welt mit über 50 Konzerten.[5] In der Zeit wurde die Best-Of Platte Crackle veröffentlicht. Das Abschlusskonzert in New York wurde auf Video aufgezeichnet und im Fernsehen ausgestrahlt, später war diese Aufzeichnung auf DVD zugänglich. Anfang 1999 kündigte die Band an, wieder getrennte Wege zu gehen.

Zweite Phase (2005–2008)[Bearbeiten]

Im Herbst 2005 fand eine erneute Wiedervereinigung statt. In den nächsten Jahren war Bauhaus wieder in weiten Teilen der Welt auf Tour. Im Liveprogramm wurden vermehrt Coverversionen anderer Bands wie Joy Division aufgenommen.

Am 3. März 2008 erschien ein neues Album namens Go Away White bei dem Label Cooking Vinyl. Aufgenommen wurde das Album in Originalbesetzung innerhalb von 18 Tagen im Zircon-Skye-Studio in Ojai. Laut Information auf der Website des Labels wurden alle Stücke live im Studio aufgenommen und jeweils der erste Take als endgültige Fassung genommen. Des Weiteren wird dort verkündet, dass dieses Album das letzte sein soll und die Bandmitglieder es als „posthumen Schwanengesang“ ansähen. Songs wie Saved & The Dog's a Vapour knüpfen durch ihren düsteren, experimentellen und melancholischen Sound nahtlos an die frühen Goth -Rock Stücke an. Dennoch beinhaltet Go Away White auch Lieder mit "helleren" Strukturen die, trotz des experimentellen Sounds sich grob dem Alternative Rock Umfeld zuordnen lassen. Grund für die überwiegend hellen und positiv gestimmten Lieder war, das Bauhaus mit einem positiven Statement aufhören wollten. 2008 löste sich die Band laut Peter Murphy endgültig auf.

Wahrnehmung[Bearbeiten]

Bauhaus gilt als eine der einflussreichsten Musikgruppen des Gothic Rock. In The Flat Field wird von vielen Kritikern als das erste Album dieses Genres angesehen.[1] Besonders der Sänger Peter Murphy wurde zum Idol der europäischen Gothic (Kultur) der 1980er Jahre und diente James O'Barr als Vorbild für den Protagonisten seines Comics The Crow.

Diskografie[Bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben
In The Flat Field
  UK 72 15.11.1980 (1 Wo.) [7]
Mask
  UK 30 24.10.1981 (5 Wo.) [7]
The Sky's Gone Out
  UK 4 30.10.1982 (6 Wo.) [7]
Burning From The Inside
  UK 13 23.07.1983 (10 Wo.) [7]
1979 - 1983 Vol. 1
  UK 36 30.11.1985 (2 Wo.) [7]
Swing The Heartache
  US 169 21.07.1989 (1 Wo.) [7]
Go Away White
  US 105 03.03.2008 (1 Wo.) [7]
Singles
Kick In The Eye
  UK 59 18.04.1981 (3 Wo.) [7]
The Passion Of Lovers
  UK 56 04.07.1981 (2 Wo.) [7]
Kick In The Eye (1982)
  UK 45 06.03.1982 (4 Wo.) [7]
Spirit
  UK 42 19.06.1982 (5 Wo.) [7]
Ziggy Stardust
  UK 15 09.10.1982 (7 Wo.) [7]
Lagartija Nick
  UK 44 22.01.1983 (4 Wo.) [7]
She's In Parties
  UK 26 09.04.1983 (7 Wo.) [7]
Bauhaus EP
  UK 81 24.09.1983 (4 Wo.) [7]
The Singles 81 - 83
  UK 52 29.10.1983 (4 Wo.) [7]

Studioalben[Bearbeiten]

  • 1980: In the Flat Field
  • 1981: Mask
  • 1982: The Sky’s Gone Out
  • 1983: Burning from the Inside
  • 2008: Go Away White

Live-Alben und Kompilationen[Bearbeiten]

  • 1982: Press the Eject and Give Me the Tape. (Live)
  • 1983: 4AD
  • 1986: 1979-1983 Vol. 1 (Best Of)
  • 1986: 1979-1983 Vol. 2 (Best Of)
  • 1989: Swing the Heartache – The BBC Sessions
  • 1992: Rest in Peace – The Final Concert. (Live)
  • 1998: Crackle. (Best Of)
  • 1999: Gotham. (Live)
  • 2009: This Is for When. (Live-Doppel-LP, limitiert auf 2000 Stück)

Singles, EPs und Maxis[Bearbeiten]

  • 1979: Bela Lugosi’s Dead
  • 1980: Dark Entries
  • 1980: Terror Couple Kill Colonel
  • 1980: Telegram Sam
  • 1981: Kick in the Eye
  • 1981: The Passion of Lovers
  • 1982: Searching for Satori
  • 1982: Satori in Paris
  • 1982: Spirit. (Picture Disc)
  • 1982: God in an Alcove
  • 1983: Ziggy Stardust
  • 1983: Lagartija Nick
  • 1983: She’s in Parties
  • 1983: The Bauhaus EP
  • 1983: The Sanity Assassin
  • 1983: 1981 - 1983 The Singles
  • 1998: The Passion of Lovers
  • 2008: Too Much 21st Century

DVDs[Bearbeiten]

  • 2000: Gotham. – Live at the Hammerstein Ballroom, New York City, 9./10. September 1998.
  • 2005: Shadow of Light/Archive. – Promotion-Video und Konzertaufnahmen (Old Vic Theatre, London) aus dem Jahre 1982.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ian Shirley: Dark Entries – Bauhaus and Beyond. (SAF Publishing 1994).
  • Andrew J. Brooksbank: Bauhaus – Beneath the Mask. (NEMO 1997).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bauhaus (band) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Dave Thompson, Kirsten Borchardt: Schattenwelt – Helden und Legenden des Gothic Rock. 2004, ISBN 3-85445-236-5, S. 152.
  2. a b c d laut.de: [1] (abgerufen am 21. August 2012)
  3. youtube.com: [2] (abgerufen am 21. August 2012)
  4. youtube.com: [3] (abgerufen am 21. August 2012)
  5. a b labellos.de: [4] (abgerufen am 21. August 2012)
  6. im feld "search" einfach "bauhaus" eingeben: [5] (abgerufen am 21. August 2012)
  7. a b c d e f g h i j k l m n o p [6].