Baukasten

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Dieser Artikel behandelt das Spielzeug; siehe auch Baukastenprinzip als Konstruktionsweise.
Baukasten mit Holzbausteinen
Kind mit Bauklötzen, anonymer Maler, 1853

Als Baukasten bezeichnet man ein Spielzeug, das aus einzelnen, einfach zusammenzusetzenden Teilen besteht. Ursprünglich bezeichnet der Ausdruck die Bauklötze oder Bausteine, später auch andere Spiele. Zweck eines Baukastens ist es, dem spielenden Kind die Konstruktion einer Vielzahl von Objekten durch vorgefertigte Bauelemente zu vereinfachen und dadurch die Freude am Lernen zu fördern. Ein detailliert pädagogisch durchdachtes System von Bauklötzen, die mit Erweiterungen jeweils aufeinander aufbauen, sind die von Friedrich Fröbel für Kindergärten entwickelten Fröbel-Gaben.

Bausteinkästen[Bearbeiten]

Bausteine waren ursprünglich meist aus Holz und zunächst zum Auftürmen bestimmt. Populär wurde dieses Spielzeug 1882 mit dem Anker-Steinbaukasten mit Steinen aus Kunststein und 1949 mit den steckbaren Legosteinen aus Kunststoff. Weiterentwicklungen sind etwa das System: Baufix Constri, Fischertechnik, Plasticant, Formo und der Metallbaukasten, wie der Stabilbaukasten der Firma Stabil, bei dem Metallschienen verschraubt wurden. Moderne Bauklötze sind oft farbig gestaltet und ermöglichen variationsreiches, freies Spielen. Auch Puzzleteile können als Bausteine betrachtet werden.

Es gibt auch Hausbaukästen aus Steinen, Balken und anderen Konstruktionselementen, aus denen spielerisch Modellhäuschen gebaut werden können. Diese Baukästen gehören zum klassischen Kinderspielzeug und waren in der DDR ein verbreitetes Spielzeug.

Insbesondere Lego und Fischertechnik haben sich zu komplizierten Entwicklungsplattformen der Steuerung und Regelung entwickelt. Unter diese Kategorie gehören etwa die Roboterbaukasten. Solche Bausätze werden auch in der gewerblichen und universitären Forschung für den Bau von Prototypen eingesetzt.

Experimentalbaukästen[Bearbeiten]

Für naturwissenschaftliche oder technische Experimente existieren spezielle Baukästen häufig mit Bauanleitungen, die konkrete Beispiele für Konstruktionen oder Versuche vorgeben. Solche speziellen Kästen sind beispielsweise die Märklin-Metallbaukästen. Für besondere Gebiete der Naturwissenschaft und Technik gibt es Experimentalbaukästen, die zur Beschäftigung und zur Verbesserung der Kenntnisse in Chemie, Physik, Elektronik, Optik oder Foto anregen können.

Museum & Kunst[Bearbeiten]

  • In der Tschechischen Republik gibt es das »Merkur-Baukasten-Museum«, in welchem eine riesige Stahlstadt zu besichtigen ist, den ältesten Bausatz aus dem Jahr 1920, eine große Gleisanlage Merkur »O« im Maßstab 1:45 und eine Reihe historischer und moderner Ausstellungsstücke. Paneele informieren über die Produktionsgeschichte des Bausatzes Merkur einschließlich Konkurrenz.[1][2]
  • Der schweizer Medienkünstler Matthias Zimmermann widmet sich in seinem Schaffen, welches er »Modell-Welten« nennt, zentriert dem Aspekt des Baukastens, indem er panoramaartige Landschaften entwirft, die nach geometrischen Prinzipien wie Baukästen zusammengesetzt sind.[3]
Der Baukasten als künstlerisches Thema

»Die geknickte und verbogene Stadt«, 2007
Acryl auf Leinwand, 160 x 165 cm
Künstler: Matthias Zimmermann

Standort: Aargauer Kunsthaus

Bilder[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. tixik
  2. Baukasten-Museum-Merkur
  3. Künstlerische «Baukasten-Welten»

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

  • Homepage einer Sammlung mit vielen historischen Beispielen.
  • Baukasten sammeln geht ausführlich auf das Thema Bausteinkästen ein.