Aargauer Kunsthaus

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Aargauer Kunsthaus (Aussenansicht)
Treppenhaus und Basement des Aargauer Kunsthauses

Das Aargauer Kunsthaus ist ein Kunstmuseum in Aarau im Kanton Aargau (Schweiz).

Der Aargauische Kunstverein wurde 1860 in Aarau gegründet und konzentrierte sich von Beginn an auf den Erwerb von Schweizer Kunst. Das Aargauer Kunsthaus wurde 1959 eröffnet. Im Aargauer Kunsthaus kann die Entwicklung der Schweizer Kunst vom ausgehenden 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart verfolgt werden. Schwerpunkte bilden aus dem 19. Jahrhundert Caspar Wolf und Johann Heinrich Füssli, aus dem 20. Jahrhundert Ferdinand Hodler, Cuno Amiet und Giovanni Giacometti.

Heiny Widmer leitete das Aargauer Kunsthaus von 1974 bis 1984. Erst jetzt erhielt das Museum sein unverwechselbares Profil. Das neue Kulturgesetz hatte ihn von lähmenden Verpflichtungen gegenüber der Regionalkunst befreit. Widmer hatte nun die Hände frei um verstärkt den Bezug zur Gegenwartskunst zu suchen, die er in seiner lebendigsten Form als Ateliergemeinschaft Ziegelrain buchstäblich vor der Haustüre hatte. Vergessenes und Verdrängtes grub er aus, Außenseiter wie Louis Soutter, Emma Kunz oder Karl Ballmer liess er zu Wort kommen und hob damit die inzwischen längst anerkannte Rolle der Einzelgänger im Kunstschaffen hervor. Dass man die Entwicklung der Schweizer Kunst im 20. Jahrhundert an einem einzigen Ort, im Rahmen einer einzigen Sammlung nachvollziehen kann, ist das Verdienst von Heiny Widmer.

Unter Beat Wismer (Direktor von 1985 bis 2007) wurden Lücken in der Sammlung des 20. Jahrhunderts geschlossen und insbesondere die Sammlung konstruktiver und konkreter Kunst erweitert (Sophie Taeuber-Arp, Richard Paul Lohse, Camille Graeser, Verena Loewensberg). In die Direktionszeit Beat Wismers fällt auch die Erweiterung des Kunsthauses, die von den Architekten Herzog & de Meuron und Rémy Zaugg geplant wurde. 2003 wurde der Anbau eröffnet, seither stehen rund 3000m2 Ausstellungsfläche zur Verfügung. In der von Beat Wismer und Stephan Kunz kuratierten Ausstellung Wolkenbilder wurden 2005 u. a. Werke von Ferdinand Hodler, Thomas Huber, Andreas Züst und Hugo Suter gezeigt.

Seit dem 1. November 2007 steht das Aargauer Kunsthaus unter der Leitung von Madeleine Schuppli. Sie rief 2008 die Ausstellungsreihe CARAVAN für junge Kunst ins Leben. Mit Ausstellungen wie Memorizer. Der Sammler Andreas Züst, Ugo Rondinone, Mai-Thu Perret, La jeunesse est un art. Jubiläum Manor Kunstpreis 2012, Stille Reserven, Dieter Meier In Coversation erhielt das Schweizer Kunstschaffen weiterhin einen prominenten Platz.

Neben der ständigen Ausstellung werden Sonderausstellungen gezeigt. Jeden Monat wird ein Bild des Kunsthauses zum Bild des Monats erkoren und an wöchentlichen Kunstbetrachtungen vorgestellt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Stephan Kunz, Gerhard Mack, Beat Wismer (Hrsg.): Ein Kunsthaus. Sammeln und Ausstellen im Aargauer Kunsthaus. Aarau 2007, ISBN 978-3-905004-30-4.
  • BNP Paribas Schweiz (Hrsg.): Aargauer Kunsthaus Aarau. Museen in der Schweiz. Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft, Zürich 2003.
  • Stephan Kunz: Die heimliche Nationalgalerie. In: Schweizer Monatshefte. Zeitschrift für Politik Wirtschaft Kultur. Heft 07/08, Juli/August 2007, S. 26
  • Stephan Kunz, Madeleine Schuppli, Mara Züst (Hrsg.): Memorizer. Der Sammler Andreas Züst. Verlag Scheidegger & Spiess 2009, ISBN 978-3-85881-249-0

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kunsthaus Aarau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

47.3900048.044508Koordinaten: 47° 23′ 24″ N, 8° 2′ 40,2″ O; CH1903: 645746 / 248974