Baulücke

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Baulücke auf der Neusser Straße in Köln-Weidenpesch

Baulücken sind Bereiche, in denen eine Bebauung im Gegensatz zu den umliegenden Bereichen (noch) nicht stattgefunden hat.

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Hochbau[Bearbeiten]

Im Hochbau werden innerörtliche unbebaute von Gebäuden vollständig umgebene Areale als Baulücken bezeichnet. Es kann sich dabei auch um Grundstücksteile oder um mehrere Grundstücke ortsüblicher Größe handeln. Sie sind sofort bzw. kurzfristig bebaubar und liegen an einer bebauten Straße zwischen anderen bebauten Grundstücken. Außerdem sind Erschließungseinrichtungen ausreichend vorhanden oder können ohne erheblichen Aufwand hergestellt werden, was die Bebauung von Baulücken billiger als beispielsweise derer von Neubaugebieten macht.

Für Deutschland siehe auch Innenbereich, Gebietscharakter. Was zum Innenbereich zählt, kann die Gemeinde durch Innenbereichssatzung festlegen. Die sehr komplexen Regelungen hierzu finden sich im Baugesetzbuch.

Minderbebauung[Bearbeiten]

Eingeschossige Minderbebauung in der Hohe Straße, Köln, die zu den meistfrequentiertesten Einkaufsstraßen Deutschlands zählt

Bis heute sind Baulücken oft eine Folge des Zweiten Weltkrieges. Man bezeichnet es auch als 'Baulücke', wenn in einer mehrgeschossigen Straßenfront ein Bau mit wesentlich weniger Stockwerken steht. So benennt man die Baumöglichkeit (Amtsdeutsch: „minder bebautes Grundstück“).

Grundstücke mit einer bisher geringen Nutzung, wie beispielsweise durch eine Gartenlaube oder Werbetafel, werden ebenfalls als Baulücken bezeichnet.

Beispiele[Bearbeiten]

In Köln gibt es seit 1990 ein städtisches 'Baulückenprogramm'. In dessen Rahmen wurde 2011 die 20.000. Wohnung gebaut. Die Stadt versucht mit Gesprächen und Beratungsangeboten Eigentümer zu bewegen, die jeweilige Baulücke zu schließen. Gleichwohl gab es 2011 noch immer 2500 Baulücken-Grundstücke, auf denen nichts geschehen ist. Diese haben nach Angaben der Stadt Köln ein Potenzial für rund 15.500 Wohnungen. Selbst an exponierten Stellen der City gibt es noch Baulücken oder Minderbebauung.[1]

Straßenbau[Bearbeiten]

Im Straßenbau sind Baulücken noch nicht fertiggestellte Streckenabschnitte, deren Anschlussstrecke schon bis zum Kreuzungsort fertiggestellt wurde. Ein Beispiel hierfür ist die beim Bau der Autobahn A 96 entstandene Lücke von der bayerisch-baden-württembergischen Grenze bis zur Baustelle im bayerischen Landesgebiet. Da die Strecke jeweils von dem Bundesland gebaut wurde, auf der die Straße liegt, ergab sich aufgrund unterschiedlicher Baugeschwindigkeit eine mehr als 13 Kilometer lange Sackgasse.

Quellen[Bearbeiten]

 Commons: Urban infills – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  1. Kölner Stadtanzeiger vom 1. Juni 2011, Seite 26: Immer noch 2500 Baulücken in Köln