Bauopfer

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Ein Bauopfer ist ein vor oder während der Errichtung bestimmter Bauwerke dargebrachtes Opfer. Es ist seit dem Neolithikum festgestellt und soll den Bestand des Bauwerkes sichern bzw. den mit dem Bau verfolgten Zweck befördern.

Die Übergänge von Bauopfer und Opfer zur Verehrung eines Hausgeistes oder gar zum Totenkult sind fließend. Als sicheres Identifizierungsmerkmal gilt, dass das Opfer unter dem Fußboden oder dem Herd oder unter der Wand so angebracht ist, dass es unsichtbar blieb.

In Whitehawk in Sussex wurden die Überreste eines siebenjährigen Kindes in einem Pfostenloch des Causewayed camp unter einer mit Groben Ritzungen versehenen Platte gefunden. Dieser Fund weist, ebenso wie der eines dreijährigen Kindes mit zerbrochenem Schädel im Zentrum von Woodhenge, auf Menschen als Bauopfer. Wie ein Fund (1739) im Mauerwerk des zweiten Torhauses von Schloss Burgk zeigt, sind Hunde auch als Beschützer in der jenseitigen Welt als Bauopfer verwendet worden (die Einmauerung wird auf das frühe 15. Jahrhundert datiert).

Bei den Ausgrabungen von Gebäuden finden sich auch viele Gegenstände des täglichen Gebrauchs, aber auch solche, die offensichtlich in kultischer Absicht niedergelegt worden sind. Andererseits ist die Unterscheidung zwischen Bauopfer und Hausheiligtum nicht immer einfach, so, wenn in der Siedlung Troldebjerg ein in die Erde nicht vollständig versenktes Flintbeil mit einem Topf daneben gefunden wurde.

Laut dem Handwörterbuch des Deutschen Aberglaubens waren die ursprünglichen Bauopfer Menschen, "die lebend in die Fundamente eingemauert wurden". Die Autoren beziehen sich allerdings lediglich auf episodische mittelalterliche und neuzeitliche Beobachtungen.

Heute werden Urkunden und Zeitzeugnisse wie Zeitungen und Münzen anlässlich der Grundsteinlegung öffentlicher oder kirchlicher Gebäuden, von drei Hammer-Schlägen begleiteten, ins Fundament eingelassen.

[Bearbeiten] Literatur

Rodney Castleden: The Stonehenge People: An Exploration of Life in Neolithic Britain, 4700-2000 B.C. London / New York 1990

  • H. Hinz: Bauopfer. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde Bd. 2 Berlin 1976. S. 111-112.
  • Stübe, Bauopfer. In: Hanns Bächtold-Stäubli (Hrsg), Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens (Berlin/New York 1987), 962-966.
  • Ralph Merrifield: The archaeology of ritual and magic (London, Batsford 1987).
  • R. Müller-Zeis: Griechische Bauopfer und Gründungsdepots (Dissertation) 1994
  • B. Schmidt: Ein mittelalterliches Bauopfer aus Neubrandenburg. In: Archäologische Berichte aus Mecklenburg-Vorpommern, Bd. 4 (1997), S.133-136.
  • Brian Spencer, Pilgrim souvenirs and secular badges. London : Stationery Office, Medieval finds from excavations in London 7, 1998, 244-248.
  • P. Dinzelbacher: Handbuch der Religionsgeschichte im deutschsprachigen Raum II (Paderborn 2000), S. 247, 300.
  • I. Beilke-Voigt: Das Opfer im archäologischen Befund. Studien zu den sog. Bauopfern, kultischen Niederlegungen und Bestattungen in ur- und frühgeschichtlichen Siedlungen Norddeutschlands und Dänemarks. Berliner Archäologische Forschungen Bd. 4. Rahden/Westf. 2007.

[Bearbeiten] Weblinks

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