Beatles-Museum Halle

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Eingangsschild am Museum
Beatles Museum in Halle (2007)

Das Beatles-Museum ist ein Museum in Halle an der Saale, das Ausstellungsstücke einer früheren Wanderausstellung zur Musikband Beatles aus Liverpool zeigt. Die Ausstellung dokumentiert die Zeit der Band von ihrer Gründung (1960) bis zu deren Auflösung (1970) sowie der Solokarrieren der Bandmitglieder.

Geschichte[Bearbeiten]

Museumsgründer Rainer Moers begann ab 1964 alles zu sammeln, was es über die Beatles gab. Ab 1975 war die Sammlung als Wanderausstellung in etwa 25 Städten im In- und Ausland zu sehen; ab 1989 in Köln auf knapp 60 m² Fläche. Am 31. Juli 1999 wurde das Beatles Museum in Köln geschlossen, um ein halbes Jahr später in Halle (Saale) neu zu eröffnen. Die Museumsgründer waren Rainer Moers und der im Oktober 2000 verstorbene Matthias Bühring.

Auf der Suche nach einem festen Standort fiel die Entscheidung auf die Händelstadt Halle. Nach vorheriger Sanierung konnte das Gebäude „Alter Markt 12“ am 8. April 2000 auf zunächst ca. 350 m² seiner Nutzung übergeben werden. Somit entstand die älteste und zu der Zeit weltgrößte Einrichtung dieser Art; seit 2007 auf drei Etagen. Im April 2009 wurde vereinbart, dass das Museum für mindestens zehn weitere Jahre an seinem angestammten Platz in Halle bleibt.

Sammlung[Bearbeiten]

Etwa 2.500 Exponate werden auf inzwischen etwa 600 m² gezeigt. Das ist jedoch nur ein Fünftel des Sammelbestandes. Weitere befinden sich in Depots. Zu sehen sind Fotos, Zeitungsartikel, Fan-Souvenirs, Autogramme, Plakate, Kuriositäten, Beatles-Briefmarken, ein Puzzlespiel, und es gibt auch visuelle und akustische Exponate wie Filme und Musik auf zum Teil seltenen Schallplatten von 1960 bis heute. Die Präsentationen sind teilweise zeitlich geordnet, zum Beispiel im 70er-Jahre-Raum, 80er-Jahre-Raum oder im Sgt.-Pepper-Raum. Filmbeiträge und Anhörstationen ergänzen die Ausstellung. Auch die Solokarrieren der Beatles in den 1980er und 1990er Jahren sind dokumentiert. Ein Gruppenfoto mit Original-Unterschriften der vier Pilzköpfe auf der Rückseite gehört zu den wertvollsten Exponaten der Sammlung.

Das Beatles-Museum zählt etwa 20.000 Besucher pro Jahr. Es finanziert sich größtenteils aus Erlösen des Versandhandels mit Beatles-Produkten und dem monatlich erscheinenden Beatles-Magazin THINGS.

Die vergleichbare öffentliche und mittlerweile größere Ausstellung, The Beatles Story, befindet sich in den Albert Docks in Liverpool.[1] Ein Museum in Buenos Aires weist mit 7.700 Exponaten einen ähnlich großen Bestand auf wie das Museum in Halle.[2] Inzwischen geschlossen wurde das Museum Beatlemania Hamburg, in dem ungefähr 1000 Exponate zu sehen waren.[3]

Museumsgebäude[Bearbeiten]

Stolperstein
Wolfgang Brühl (1927–1941)

Das heutige Ausstellungsgebäude wurde 1708 als Bürgerhaus errichtet und war das Wohnhaus des vermögenden Pfänners Karl-Heinrich Reichhelm (1650−1724). Es gilt als eines der eindrucksvollsten barocken Wohnhäuser in der Altstadt von Halle. Es besitzt eine aufwändige gestaltete Treppe und zahlreiche Stuckdecken.[4]

Ab 1895 diente das Gebäude als Stift für unverheiratete Töchter von Richtern und armen Mädchen. Begründet wurde die Einrichtung (Assessor-Müller-Stift) von der Witwe eines höheren Justizbeamten.[5] Nach 1945 war in dem Haus unter anderem ein Kindergarten untergebracht. Seit April 2000 beherbergt es das Beatles Museum. In 17 Räumen werden die verschiedenen Ausstellungsstücke präsentiert.

Vor dem Museum erinnert ein Stolperstein an Wolfgang Brühl (1927–1941), der hier wohnhaft war und 1941 aufgrund einer Behinderung in die Tötungsanstalt Bernburg verschleppt und vergast wurde.[6]

Literatur[Bearbeiten]

 Matthias Bühring, Rainer Moers, Claus Dieter Meier und andere: Die Beatles. Geschichte und Chronologie. Argument-Verlag, Hamburg 2000, ISBN 3-88619-698-4.

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. The Beatles Story, abgerufen am 17. November 2012
  2. Largest collection of Beatles memorabilia, abgerufen am 17. November 2012
  3. destinet.de: BEATLEMANIA Hamburg schließt, 29. Juni 2012, abgerufen am 5. Dezember 2012
  4. Holger Brülls, Thomas Dietsch: Architekturführer Halle an der Saale. Dietrich Reimer, Berlin 2000, ISBN 3496012021; Seite 22
  5. Michael Pantenius: Halle (Saale). Mitteldeutscher Verlag, Halle 2010, ISBN 9783898127288; Seite 49-50
  6. Stolpersteine in Halle, abgerufen am 3. November 2012

51.4802211.96832Koordinaten: 51° 28′ 49″ N, 11° 58′ 6″ O