Beckenried

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Beckenried
Wappen von Beckenried
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Nidwalden (NW)
Bezirk: (Der Kanton Nidwalden kennt keine Bezirke.)w
BFS-Nr.: 1501i1f3f4
Postleitzahl: 6375
Koordinaten: 678546 / 20271146.970838.470832435Koordinaten: 46° 58′ 15″ N, 8° 28′ 15″ O; CH1903: 678546 / 202711
Höhe: 435 m ü. M.
Fläche: 32.95 km²
Einwohner: 3319 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 101 Einw. pro km²
Website: www.beckenried.ch
Beckenried mit Vierwaldstättersee

Beckenried mit Vierwaldstättersee

Karte
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Über dieses Bild
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Beckenried mit im Hintergrund der Vierwaldstättersee und der Kanton Uri

Beckenried ist eine politische Gemeinde des Kantons Nidwalden in der Schweiz.

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung lautet: «In Rot ein silberner Wellenbalken, darüber eine silberne, dreitürmige und bezinnte Burg mit goldener Bedachung auf den Seitentürmen. In der unteren Schildhälfte eine silberne Jakobsmuschel.»

Das Wappen von Beckenried stammt aus dem Jahr 1883 und ist ein Entwurf des Stanser Heraldikers Adalbert Vokinger. Die silberne Burg soll an die beiden Burgstellen Isenringen und Retschrieden in Beckenried erinnern.

Robert Durrer schreibt in seinem Heft über die Gemeindewappen Unterwaldens (1918): «Die Muschel ist dem Familienwappen des alten Ortsgeschlechts Amstad entnommen, weil Posthalter Jakob Amstad die Initiative zu dieser Wappenannahme ergriffen und die Kosten des Entwurfes übernommen hatte und bereits seit einem halben Jahrhundert ein auf der Gemeindekanzlei zurückgebliebenes Privatsiegel eines Gemeindepräsidenten aus dieser Familie die Rolle des Gemeindesiegels vertreten hatte.»

Geographie[Bearbeiten]

Die Ortschaft Beckenried liegt auf 435 m ü.M. am Südufer des Vierwaldstättersees. Sie erstreckt sich zwischen der Klewenalp im Süden und dem Vierwaldstättersee im Norden, was ihrem Territorium zu einer sehr "langgezogenen" Form verhilft. Zur Gemeinde gehört ein Teil des Sees, die Ostflanke des Buochserhorns und weite Alpgebiete und Gebirge im Süden der Gemeinde (Beckenried Berg). Höchster Punkt der Gemeinde ist der Risletenstock auf 2290 m.ü.M. Die gesamte Gemeinde wird von Süd nach Nord durch den Lielibach durchflossen, der mitten im Dorf in den Vierwaldstättersee mündet. Bedeutende Ortsteile von Beckenried sind das Nieder- und Oberdorf, Isenringen und Beckenried-Dorf, die alle zusammen gewachsen sind. Östlichste Siedlung der langgestreckten Gemeinde ist der Weiler Rütenen. Ein hochgelegener Ortsteil ist die Kleinsiedlung auf der Klewenalp, die überwiegend aus Ferienhäusern besteht.

Vom gesamten Gemeindegebiet sind nur 5,6 % Siedlungsfläche. Einen grossen Teil des Gemeindeareals bedecken mit 36,5 % Anteil Gebüsch und Wald. Eine noch grössere Fläche wird mit 49,2 % landwirtschaftlich genutzt – oft sind es Alpen. Weitere 13,7 % sind unproduktive Flächen (meist Gebirge und See).

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Beckenried datiert aus dem Jahre 1314 als Beggenriet [2]. Beckenried wird 1135 als Buccinried und 1323 als Beggenriet erwähnt.[3]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahl wuchs zwischen 1743 und 1850 stark an (1743–1850: +63,1 %). Der hohe Geburtenüberschuss war der Hauptgrund dafür. Zwischen 1850 und 1870 stagnierte sie. Nach einem Wachstumsschub in den 1870er-Jahren folgte in einem Jahrzehnt des wirtschaftlichen Niedergangs eine kleinere Abwärtsbewegung. Der immer wichtiger werdende Fremdenverkehr sorgte dann zwischen 1888 und 1900 wieder für ein Wachstum. Nach einer zweiten Stagnationsphase setzte nach dem Ende des Ersten Weltkriegs bis 1980 eine Phase des gemässigten Wachstums ein (1930–1980: +26 %). Die Verbesserung des Angebots des Öffentlichen Verkehrs und vor allem der Bau der A2 führten zu einem raschen Anstieg der Einwohnerzahlen ab 1980 (1980–2009: +53,3 %). Die Gemeinde wurde wegen ihrer Lage an See und Autobahn auch für Pendler attraktiv.

Bevölkerungsentwicklung
1743 1850 1860 1870 1880 1888 1900 1910 1920 1930 1941 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2009 2010 2011
823 1342 1360 1309 1530 1492 1663 1643 1628 1683 1817 1981 2042 2092 2120 2418 2825 3241 3291 3325

Sprachen[Bearbeiten]

Die Bevölkerung spricht eine hochalemannische Mundart. Nidwaldnerdeutsch wird noch häufig gesprochen. Fast die gesamte Einwohnerschaft spricht als tägliche Umgangssprache deutsch. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 95,3 % Deutsch, 1,0 % Englisch und 0,8 % Serbokroatisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten]

Die Bevölkerung war früher vollumfänglich Mitglied der Römisch-Katholischen Kirche. Die Konfessionsverhältnisse im Jahr 2000 lassen trotz Durchmischung immer noch die ursprüngliche Struktur erkennen. 2'274 Personen waren katholisch (80,50 %). Daneben gab es 9,17 % protestantische und 0,67 % orthodoxe Christen, 0,35 % Muslime, 0,78 % Angehörige anderer Bekenntnisse und 6,3 % Konfessionslose. 63 Personen (2,23 %) machten keine Angaben zu ihrem Glaubensbekenntnis. Bis vor dreissig Jahren war fast beinahe die gesamte Einwohnerschaft katholisch. Die Entkirchlichung und die starke Zuwanderung aus anderen Gemeinden und dem Ausland hat in Beckenried zu einem raschen Anstieg anderer Bekenntnisgruppen geführt.

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten]

Von den Bewohnern waren Ende 2009 2'953 (90,89 %) Schweizer Staatsangehörige. Die Zugewanderten stammen mehrheitlich aus Mittel- und Westeuropa (Deutschland, Grossbritannien, Österreich und Niederlande), Südeuropa (Italien, Portugal und Spanien), dem ehemaligen Jugoslawien (Serbien, Montenegro, Kosovo, Kroatien und Bosnien-Herzegowina), Sri Lanka und Lateinamerika. Bei der Volkszählung 2000 waren 2'651 Personen (93,84 %) Schweizer Bürger; davon besassen 82 Personen eine doppelte Staatsbürgerschaft.

Altersstruktur[Bearbeiten]

Die Gemeinde zählt einen hohen Anteil an Leuten im mittleren Alter. Während der Anteil der Personen unter zwanzig Jahren 25,1 % der Ortsbevölkerung ausmacht, sind 18,23 % Senioren (60 Jahre und älter). Die grösste Altersgruppe stellen die Personen zwischen 30 und 44 Jahren.

Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 ergab sich folgende Altersstruktur:

Alter 0–6 Jahre 7–15 Jahre 16–19 Jahre 20–29 Jahre 30–44 Jahre 45–59 Jahre 60–79 Jahre 80 Jahre und mehr
Anzahl 236 362 111 311 765 525 404 111
Anteil 8,35 % 12,81 % 3,93 % 11,01 % 27,08 % 18,58 % 14,30 % 3,93 %

Wirtschaft[Bearbeiten]

Landwirtschaft und Alpwirtschaft, dazu der Warentransport auf dem See waren lange die Hauptwirtschaftszweige in Beckenried. Im 19. Jahrhundert kamen Schiffbau und (Heim-)Industrie dazu. Und bereits in der Zweiten Hälfte des gleichen Jahrhunderts wurde der Fremdenverkehr immer bedeutender. Später stiessen noch Bauindustrie, Sportartikelherstellung und Holzbau dazu.

In Beckenried gab es (2005) 978 Beschäftigte in 194 Betrieben. 16,0 % der Beschäftigten in Beckenried arbeiteten im Bereich Landwirtschaft/Forstwirtschaft/Fischerei, 27,1 % in Industrie und Gewerbe und 56,9 % in Dienstleistungsunternehmen. Die Arbeitslosenquote betrug 2007 0,85 %.

Im Jahr 2000 gab es 846 Erwerbstätige in Beckenried. Davon waren 549 (64,89 %) Einheimische und 297 Zupendelnde. Die Zupendelnden kamen vorwiegend aus der Region; nämlich aus Buochs (31 %), Emmetten (11,1 %), Stans (8,4 %), Oberdorf (6,4 %) und Ennetbürgen (6,1 %). Im gleichen Jahr waren 1'514 Menschen aus Beckenried erwerbstätig. Somit arbeiteten 964 Personen in anderen Gemeinden. In den Nidwaldner Hauptort Stans pendelten 298 Personen (= 30,9 % aller Wegpendelnden), in die Stadt Luzern 135 Personen (14,0 %), nach Buochs 66 Personen (6,8,%), nach Emmen 35 Personen (3,6 %), nach Ennetbürgen 32 Personen (3,3 %) und nach Hergiswil und Kriens jeweils 30 Personen (3,1 %). Somit pendelt ein Grossteil der Leute innerhalb der Agglomeration Stans (Stans, Buochs, Ennetbürgen etc.), doch auch eine starke Minderheit in die Agglomeration Luzern (Stadt Luzern, Emmen, Hergiswil, Kriens etc.).

Verkehr[Bearbeiten]

Beckenried hat einen eigenen Autobahnanschluss an der A2. Zudem existiert eine Fährverbindung auf dem Vierwaldstättersee hinüber nach Gersau und ein Bootshafen als Kleinschifffahrtszentrum in der Rütenen. Ans Netz des Öffentlichen Verkehrs ist die Gemeinde durch den Postautokurs Länderpark – Stans (Bahnhof) – Seelisberg[4] und die Buslinie Stans (Bahnhof) – Altdorf, Telldenkmal[5] angeschlossen. Beckenried ist ausserdem eine Schiffhaltestelle der SGV auf den Linien Luzern Flüelen und Flüelen – Alpnachstad.[6][7]

Brauchtum[Bearbeiten]

  • Wichtigster Anlass im Jahr ist der Samichlaiseinzug am Samstag, der am nächsten beim 6. Dezember liegt (Samichlais entspricht dem St. Nikolaus). Diese Festivität, die zu Ehren des Samichlaises veranstaltet wird, beinhaltet:
  1. Den Besuch aller Haushalte in Beckenried, das heisst der Samichlais besucht mit seinen Schmutzlis alle Haushalte der Gemeinde. Die Samichlaise werden vom Turnverein gestellt.
  2. Samichlaismärkt – eine Attraktion, an welcher die örtlichen Vereine und Schausteller ihre Waren verkaufen können.
  3. Den Samichlaiseinzug. An diesem zieht die weltweit grösste Trichler-Schar zusammen mit dem Samichlais in Richtung Dorfzentrum.
  4. Das Buebä-Trichlä. Das ist der Grossanlass, der von den Kleinsten bis hin zu den grössten Schülern alle umfasst. Es findet immer am Mittwoch vor dem grossen Izug (Einzug) statt. Die Organisation liegt ausschliesslich bei den Jugendlichen selbst – die Schule hat da nichts zu sagen.
  • Die Älplerchilbi. Sie findet, verbunden mit dem Erntedanksonntag, am zweiten Sonntag im November statt. Die Älplerchilbi wird bereits im 17. Jahrhundert urkundlich erwähnt und ist an ganz bestimmte Traditionen gebunden. Die Älplerbeamten werden alljährlich gewählt. Der Gottesdienst zusammen mit den Älplern, ihren Frauen und Meitschi, die alle ihre wertvolle Tracht tragen, die "Butzi" oder Wildleute, das Fahnenschwingen, die Böllerschüsse, die volkstümlichen Klänge der Feldmusik, das Jodeln und die Dorfchlag: all das gehört zur Älplerchilbi Beckenried.
  • Die Fasnacht. Sie war früher ein bedeutender gesellschaftlicher Anlass und das Fest der Burgerbruderschaft und schien eine Zeit lang ganz an Bedeutung im Volksbrauchtum zu verlieren. Sie hat durch die Aktivitäten der Beggozunft unter der Führung des Zunftrates und der Zunftmeister wieder an Bedeutung gewonnen. Fasnächtliches Treiben erlebt man jeweils an der Inthronisation des Zunftmeisters, am Beggoball und am Fasnachtssamstag mit einem Umzug und einer Fasnachtsnacht. Der uralte Brauch, Mitte-Fasten (den Laetare-Sonntag) mit riesigen Funken anzuzeigen, wird seit einigen Jahren wieder gepflegt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Wallfahrtskapelle Maria im Ridli

Die katholische Pfarrkirche St. Heinrich wurde im 18. Jahrhundert von Niklaus Purtschert in klassizistischem Stil erbaut und enthält Gemälde von Melchior Paul von Deschwanden.

Die Kapelle Maria im Ridli aus dem Jahre 1700 ist die Wallfahrtskapelle der Vierwaldstätterseeschiffer. Sie ist als Richtzeichen über dem See gelegen und hat eine Treppenanlage mit Sitzstufen für Predigten.

Weitere bemerkenswerte Kapellen sind St. Anna sowie eine Lourdes-Grotte.

Ferner sind die Ruinen der Burgen Isenringen und Retschrieden zu sehen.

Ein Ausflugsziel ist die Klewenalp, welche mit einer Seilbahn erreichbar ist. Bei schönem Wetter und klarer Sicht kann man bis nach Deutschland blicken.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Beckenried – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Hansjakob Achermann: Artikel über Beckenried im Historischen Lexikon der Schweiz, 10. Juni 2004
  3. Charles Knapp, Maurice Borel, Victor Attinger, Heinrich Brunner, Société neuchâteloise de géographie (Herausgeber): Geographisches Lexikon der Schweiz. Band 1: Aa – Emmengruppe. Verlag Gebrüder Attinger, Neuenburg 1902, S. 178, Stichwort Beckenried  (Scan der Lexikon-Seite).
  4. Fahrplan Länderpark–Stans–Beckenried–Emmetten–Seelisberg (PDF; 185 kB) fahrplanfelder.ch. Abgerufen am 7. August 2011.
  5. Fahrplan Beckenried–Flüelen (PDF; 91 kB) fahrplanfelder.ch. Abgerufen am 7. August 2011.
  6. Fahrplan Luzern–Brunnen–Flüelen (Vierwaldstättersee) (PDF; 255 kB) fahrplanfelder.ch. Abgerufen am 7. August 2011.
  7. Flüelen–Brunnen–Vitznau–Alpnachstad (Vierwaldstättersee) (PDF; 93 kB) fahrplanfelder.ch. Abgerufen am 7. August 2011.
  8. Beiträge zur Geschichte Nidwaldens, Ausgaben 25–27, 1958, Seite 5