Benjamin Bilse

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Benjamin Bilse
Harmonie-Orchestre: Mit Bomben und Granaten (1880) (Benjamin Bilse), 1923

Johann Ernst Benjamin Bilse (* 17. August 1816 in Liegnitz, Schlesien; † 13. Juli 1902 ebenda) war ein deutscher Kapellmeister und Komponist.

Leben[Bearbeiten]

Bilse erlernte den Beruf des „Stadtmusicus“, in dieser Ausbildung erlernte er den Umgang mit fast allen Instrumenten des Orchesters. In Wien nahm er Violinunterricht bei dem berühmten Geiger Josef Böhm und spielte in der Kapelle von Johann Strauss (Vater). 1842 wurde er zum Leiter der Stadtkapelle Liegnitz ernannt. Ab 1867 spielte das Ensemble welches sich inzwischen „Bilse’sche Kapelle“ nannte, im Berliner Concerthaus an der Leipziger Straße. Hier fanden die legendären „Bilse-Konzerte“ statt, mehr als dreitausend an der Zahl, die unter anderem auch von Adolph Menzel in einem Ölgemälde (1871) verewigt wurden. Ausgedehnte Konzertreisen führten die Musiker quer durch Europa, unter anderem nach St. Petersburg, Riga, Warschau, Amsterdam und Wien und 1867 zur Weltausstellung nach Paris, wo Johann Strauss (Sohn) mit ihnen den Donauwalzer dirigierte.

Adolph Menzel. Bilsekonzert, 1871

1882 kam es zum Streit mit den Musikern, 54 von Bilse bestens ausgebildete Musiker trennten sich von ihm und gründeten das Berliner Philharmonische Orchester[1] (diesen Namen trug das Orchester bis zur Umwandlung in die „Stiftung Berliner Philharmoniker“ im Jahr 2002).[2] Bilse blieb nicht untätig und gründete umgehend ein neues Orchester.

Sein Leben und Werk erforscht die Benjamin Bilse Gesellschaft, der Jochen Georg Güntzel vorsteht.

Werke[Bearbeiten]

Bilse komponierte zahlreiche Walzer, Polkas, Quadrillen und Märsche, von denen 42 gedruckt wurden.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die drei Krisen der Philharmoniker. In: Berliner Zeitung, 1. Mai 2007
  2. Orchestergeschichte Berliner Philharmoniker