Bernardo Tolomei

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Bernardo Tolomei (Fresko in Monte Oliveto Maggiore)

Bernardo Tolomei (* 10. Mai 1272 in Siena[1][2]; † 20. August 1348[1] nahe Siena) ist ein Heiliger der katholischen Kirche und Begründer der Gemeinschaft der Olivetaner.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Er wurde 1272 in Siena als Sohn der adeligen Familie der Tolomei geboren und auf den Namen Giovanni (Johannes) getauft. Sein Vater war Giovanni di Mino Tolomei, seine Mutter Fluvia Tancredi.[1] Seine Erziehung erhielt er von den Dominikanern, die im Collegio der Basilica di San Domenico beheimatet waren.[2] Er wollte früh Geistlicher werden, studierte aber aus Rücksicht auf seinen Vater zuerst Philosophie und Rechtswissenschaft. Zu dieser Zeit war er bereits Mitglied der Confraternita dei Disciplinati di Santa Maria della Notte im Hospital Santa Maria della Scala.[2] Eine Zeit lang war er in der Armee Rudolph von Habsburgs tätig. Nach seiner Rückkehr war er in der Politik der Stadt Siena tätig und wurde in eine der höchsten Funktionen der Stadt gewählt. Zu dieser Zeit erblindete er. Der Überlieferung nach erhielt er durch die Intervention der Jungfrau Maria sein Augenlicht zurück.

1313 verließ er Siena gemeinsam mit zwei Freunden, Patrizio Patrizi († 1347)[2] und Ambrogio Piccolomini († 1338)[2]. Sie zogen sich auf eines der Grundstücke seiner Familie, nach Accona nahe der Accona-Wüste in den Crete Senesi in der damaligen Diözese Arezzo, zurück. Zu Ehren des Bernhard von Clairvaux nahm er den Mönchsnamen Bernardo an.

Da sich immer mehr Menschen ihm anschlossen, wurde er von Widersachern der Götteslästerung angeklagt. Papst Johannes XXII. erklärte ihn in Avignon für unschuldig. Am 26. März 1319 erlaubte ihm Guido Tarlati als Bischof von Arezzo einen Orden nach der Regel der Benediktiner zu gründen.[2][1] 1319 gründete er das Kloster Monte Oliveto Maggiore. Erster Abt wurde im selben Jahr Patrizio Patrizi, auf ihn folgten Ambrogio Piccolomini und Simone di Tura da Siena († 1348). 1322 wurde er selbst Vorsteher des Klosters. Dieses Amt behielt er bis zu seinem Tode inne.[2] 1344 wurde der Orden von Papst Clemens VI. anerkannt.

Am 20. August 1348 starb Bernardo Tolomei während einer Pestepidemie bei Siena, als er sich um Pestkranke kümmerte.[1]

Nachleben[Bearbeiten]

1634 wurde er selig gesprochen. Sein Gedenktag war ursprünglich der 20. August (der Gedenktag Bernhards von Clairvaux) und wurde 1680 auf den 19. August verschoben.

Das Kloster Santa Maria di Monte Oliveto Maggiore wurde zum Ausgangspunkt des Olivetanerordens, des Ordens der »Weißen Benediktiner«. Dieser Orden stellt einen straff zentralisierten Zweigorden der Benediktiner dar. Unter anderen Klöstern der Olivetaner ist das Kloster von San Miniato al Monte zu Florenz zu nennen. Seine Seligsprechung erfolgte am 31. August 1768 durch Papst Clemens XIII..[1][2] Im Jahre 1973 schloss sich der Orden der Olivetaner den Benediktinern an.

Nach dem Konsistorium vom 21. Februar 2009 kündigte Papst Benedikt XVI. die Heiligsprechung Tolomeis an, die in einer feierlichen Zeremonie am 26. April 2009 in Rom stattfand.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bernardo Tolomei – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Enciclopedia Italiana
  2. a b c d e f g h vatican.va