Bernardo Tolomei

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Bernardo Tolomei

Bernardo Tolomei (* 1272 in Siena; † 1348 nahe Siena) ist ein Heiliger der katholischen Kirche und Begründer der Gemeinschaft der Olivetaner.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Er wurde 1272 in Siena als Sohn der adeligen Familie der Tolomei geboren und auf den Namen Giovanni (Johannes) getauft. Er wollte früh Geistlicher werden, studierte aber aus Rücksicht auf seinen Vater zuerst Philosophie und Rechtswissenschaft. Eine Zeit lang war er in der Armee Rudolph von Habsburgs tätig. Nach seiner Rückkehr war er in der Politik der Stadt Siena tätig und wurde in eine der höchsten Funktionen der Stadt gewählt. Zu dieser Zeit erblindete er. Der Überlieferung nach erhielt er durch die Intervention der Jungfrau Maria sein Augenlicht zurück.

1313 verließ er Siena gemeinsam mit zwei Freunden, Patrizio Patrizi und Ambrogio Piccolomini Sie zogen sich auf eines der Grundstücke seiner Familie, nach Accona in der Diözese Arezzo zurück. Zu Ehren des Bernhard von Clairvaux nahm er den Mönchsnamen Bernardo an.

Da sich immer mehr Menschen ihm anschlossen, wurde er von Widersachern der Götteslästerung angeklagt. Papst Johannes XXII. erklärte ihn in Avignon für unschuldig. 1319 erlaubte ihm der Bischof von Arezzo einen Orden nach der Regel der Benediktiner zu gründen. 1321 gründete er das Kloster Monte Oliveto Maggiore. 1344 wurde der Orden von Papst Clemens VI. anerkannt.

1348 starb Bernardo Tolomei während einer Pestepidemie bei Siena.

Nachleben[Bearbeiten]

1634 wurde er zur Ehre der Altäre erhoben. Sein Gedenktag war ursprünglich der 20. August (der Gedenktag Bernhards von Clairvaux) und wurde 1680 auf den 19. August verschoben.

Das Kloster S. Maria di Monte Oliveto Maggiore wurde zum Ausgangspunkt des Olivetanerordens, des Ordens der »Weißen Benediktiner«. Dieser Orden stellt einen straff zentralisierten Zweigorden der Benediktiner dar. Unter anderen Klöstern der Olivetaner ist das Kloster von S. Miniato zu Florenz zu nennen. Im Jahre 1973 schloss sich der Orden der Olivetaner den Benediktinern an.

Nach dem Konsistorium vom 21. Februar 2009 kündigte Papst Benedikt XVI. die Heiligsprechung Tolomeis an, die in einer feierlichen Zeremonie am 26. April 2009 in Rom stattfand.

Literatur[Bearbeiten]

Vera Schauber: Pattloch Namenstagskalender, Augsburg 1994, ISBN 3-629-00431-8

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bernardo Tolomei – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien