Berylliumhydrid

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Strukturformel
Struktur polymeren Berylliumhydrids
Allgemeines
Name Berylliumhydrid
Andere Namen

Berylliumwasserstoff

Summenformel BeH2
CAS-Nummer 7787-52-2
PubChem 139073
Kurzbeschreibung

Weißes Pulver[1]

Eigenschaften
Molare Masse 11,03 g/mol
Aggregatzustand

fest

Dichte

0,65 g·cm−3 (25 °C)[2]

Schmelzpunkt

ab 240 °C Zersetzung in die Bestandteile[3]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [4]
06 – Giftig oder sehr giftig 08 – Gesundheitsgefährdend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 350i​‐​330​‐​301​‐​372​‐​319​‐​335Vorlage:H-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze​‐​315​‐​317​‐​411
P: ?
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [5] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [4]
Sehr giftig Umweltgefährlich
Sehr giftig Umwelt-
gefährlich
(T+) (N)
R- und S-Sätze R: 49​‐​25​‐​26​‐​36/37/38​‐​43​‐​48/23Vorlage:R-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze​‐​51/53
S: 45​‐​53​‐​61
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Berylliumhydrid ist eine chemische Verbindung bestehend aus den Elementen Beryllium und Wasserstoff. Es besitzt die Summenformel BeH2 und gehört zur Stoffgruppe der Hydride.

Darstellung[Bearbeiten]

Die Darstellung von Berylliumhydrid aus den Elementen Beryllium und Wasserstoff ist nicht möglich. Zweckmäßig ist die Gewinnung aus einer metallorganischen Berylliumverbindung und einem Hydrid wie beispielsweise Lithiumaluminiumhydrid[6] (LiAlH4) oder Diboran. Die Reaktion wird in Diethylether durchgeführt, da das Produkt Berylliumhydrid nicht in Ether löslich ist und aus der Lösung ausfällt.

 \mathrm{2 \ Be(CH_3)_2 +  LiAlH_4 \rightarrow 2 \ BeH_2 + LiAl(CH_3)_4}

Ebenfalls möglich ist die Darstellung von Berylliumhydrid durch Thermolyse von Bis(tert-butyl)beryllium bei 210 °C:[6]

 \mathrm{ Be(C_4H_9)_2  \rightarrow BeH_2 + 2 \ H_2C\operatorname{=}C(CH_3)_2}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Berylliumhydrid ist eine feste, weiße, nichtflüchtige, hochpolymere Substanz, welche zwischen 205 und 250 °C[7] in ihre Elemente zerfällt. Es ist feuchtigkeits- und luftempfindlich und in den meisten organischen Lösungsmitteln unlöslich. In Wasser zersetzt es sich unter Bildung von Berylliumhydroxid.

\mathrm{BeH_2 + 2 \ H_2O \longrightarrow \ Be(OH)_2 + 2 \ H_2}

Berylliumhydrid bildet ein kettenförmiges Polymer aus, bei dem jeder Berylliumkern tetraedrisch von vier Wasserstoffen umgeben ist. Dabei bildet es eine ähnliche Struktur mit kovalenten Dreizentrenbindungen wie Aluminiumhydrid aus.

Räumliche Struktur von polymerem Berylliumhydrid


Verwendung[Bearbeiten]

Berylliumhydrid wird als Raketentreibstoff und als Moderator in Kernreaktoren eingesetzt.[1][8]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Kenneth A. Walsh: "Beryllium chemistry and processing", ASM International (2009). S. 121 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Carl L. Yaws: "Thermophysical Properties of Chemicals and Hydrocarbons", S. 298. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Holleman-Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie 102. Auflage, de Gruyter, Berlin, 2007.
  4. a b Nicht explizit in EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber dort mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Sammelbegriff „Berylliumverbindungen“; Eintrag aus der CLP-Verordnung zu Berylliumverbindungen in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 13. März 2011 (JavaScript erforderlich).
  5. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  6. a b  Georg Brauer: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band I, Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 890.
  7.  C. H. Bamford, C. F. H. Tipper: Reactions in the Solid State. Elsevier, 1980, ISBN 0444418075, S. 155 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  8. Dale L. Perry, Sidney L. Phillips: Handbook of inorganic compounds. CRC Press, 1995, ISBN 978-0-8493-8671-8, S. 62 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).