Betty Parsons

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Betty Parsons (* 31. Januar 1900 als Betty Bierne Pierson; † 23. Juli 1982 in New York City) war eine New Yorker Künstlerin und Galeristin, die wegen ihrer frühen Förderung der Abstrakten Expressionisten als „Mutter des Abstrakten Expressionismus“ bezeichnet wurde. Sie vertrat die Künstler Jackson Pollock, Mark Rothko, Clyfford Still, Barnett Newman, Hans Hofmann und Ad Reinhardt.[1]

Leben[Bearbeiten]

Als Tochter einer wohlhabenden Familie studierte sie Malerei in Paris. Sie schrieb sich in der „Académie de la Grande Chaumière“ ein und hatte Antoine Bourdelle, Alexander Archipenko und Ossip Zadkine als Lehrer. Einer ihrer Klassenkameraden war Alberto Giacometti. Zum Kreis ihrer Freunde gehörten Man Ray und Alexander Calder.[2]

Nachdem sie in der „Großen Depression“ ihr Geld verloren hatte, kehrte sie 1933 in die USA zurück und arbeitete vorübergehend als Kunstlehrerin in Kalifornien, 1935 ging sie nach New York, wo die „Midtown Galleries“ eine Ausstellung ihrer Bilder zeigte.

Betty Parsons Gallery[Bearbeiten]

Sie arbeitete als Angestellte und Direktorin verschiedener Galerien (Midtown, Sullivan, Wakefield Bookshop, Mortimer Brandt), bevor sie 1946 in der 57th Street in Manhattan ihre eigene Galerie mit Hilfe von vier Unterstützern, die jeweils 1.000 $ beisteuerten, eröffnete.[3] Nachdem Peggy Guggenheim ihre Museums-Galerie „Art of This Century“ 1947 wegen ihrer Rückkehr nach Europa geschlossen hatte, übernahm sie die abstrakten Expressionisten. Aufgrund ihrer engen Verbindungen zur intellektuellen Kunstszene New Yorks (Galeristen, Kunstkritiker, Kuratoren) erhielten die von ihr vertretenen Maler eine Plattform, die ihnen Anerkennung und ersten Ruhm einbrachten. Als ihr jedoch Rothko, Newman, Pollock und Still 1951 den Vorschlag machten, dass sie sich auf deren Vertretung und Vermarktung konzentrieren sollte, lehnte sie mit den Worten ab: „Ich liebe einen größeren Garten“ („I like a bigger garden“).[4] Nach und nach verließen die abstrakten Expressionisten danach ihre Galerie und schlossen Verträge mit stärker marktorientierten Galerien wie die von Sam Kootz und Sidney Janis.

Danach hat sie in ihrer Galerie noch vielen zeitgenössischen Künstlern – unter ihnen Robert Rauschenberg, Agnes Martin, Richard Tuttle und Ellsworth Kelly – ihre ersten Einzelausstellungen in New York geboten.[5] Die Galerie wurde 1982 geschlossen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Marcia Bystryn: Art Galleries as Gatekeepers: The Case of the Abstract Expressionists. In: Social Research, Jg. 45/1978, S. 390–408

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Smithsonian Portrait Gallery
  2. Betty Parsons Biography
  3. Marcia Bystryn: Art Galleries as Gatekeepers: The Case of the Abstract Expressionists. In: Social Research, Jg. 45/1978, S. 395.
  4. Marcia Bystryn: Art Galleries as Gatekeepers: The Case of the Abstract Expressionists. In: Social Research, Jg. 45/1978, S. 400.
  5. Betty Parsons Biography