Abstrakter Expressionismus

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Der abstrakte Expressionismus ist eine Kunstrichtung der modernen Malerei, vertreten in Nordamerika und Europa. Sie wird oft als Sammelbegriff für die abstrakte Kunst in den 1950-1960er Jahren benutzt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Charakteristik

Allen Ausprägungen des abstrakten Expressionismus war gemeinsam, dass das Gefühl, die Emotion und die Spontaneität wichtiger waren als Perfektion, Vernunft und Reglementierung. Die Darstellungsweise war abstrakt, teilweise auch abstrakt-figurativ. Die Maltechniken wurden variiert und der Farbauftrag auf den Malgrund wurde mit Pinseln, Behältern und Eimern vollzogen.

[Bearbeiten] Varianten und Strömungen

[Bearbeiten] Entwicklung

[Bearbeiten] Abstrakter Expressionismus in den USA

Der Zweite Weltkrieg, Hitlers Verfolgung der Juden und die Verdammung der modernen Kunst durch die Nationalsozialisten als "entartet", führte zu einer Immigrationswelle europäischer Künstler in die USA, vor allem nach New York. Dies hatte eine starke Beeinflussung zeitgenössischer amerikanischer Künstler zur Folge.

Dabei handelt es sich weniger um eine Stilrichtung als ein Konzept, Kunst in spontaner Weise und ohne die Beschränkung durch herkömmliche Formen auszuführen. Zu den führenden Kräften der Bewegung zählten Jackson Pollock, Willem de Kooning und Mark Rothko. Die surrealistische Haltung zur freien Schaffung hatte einen bedeutenden Einfluss auf die Anfänge des abstrakten Expressionismus.

Seine Wurzeln liegen im Werk des in Russland geborenen Malers Wassily Kandinsky, für dessen Bilder, welche nicht gegenständlich waren, dieser Begriff erstmals in den 1920er Jahren von A. H. Barr, dem damaligen Direktor des New Yorker Museum of Modern Art, verwendet wurde. Maler der europäischen Avantgarde, die während des Zweiten Weltkrieges nach New York kamen, darunter Max Ernst, Marcel Duchamp, Marc Chagall und Yves Tanguy, weckten bei amerikanischen Künstlern das Interesse für abstrakte Malerei und leiteten in den 1940er und 1950er Jahren den abstrakten Expressionismus in den USA ein.

Diese Generation der Künstler ist von einer tiefen Fortschrittskritik geprägt, vor allem durch die Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs und dem Abwurf der Atombombe auf Hiroshima. Bei Vertretern des Abstrakten Expressionismus wie Barnett Newman und Mark Rothko wird dies besonders deutlich.

[Bearbeiten] Europäische und US-amerikanische Künstler

[Bearbeiten] Zitate

Der jüdisch-deutsche Emigrant Hans Sahl war nach eigenen Angaben dabei, als der Begriff "Abstrakter Expressionismus" erfunden wurde: "Ich hatte ihre Anfänge in der Cedar Bar und im White Horse Inn kennengelernt, als mein Freund, der Bildhauer Peter Grippe, mich mit einigen jungen Leuten bekannt machte, die behaupteten, man müsse etwas Neues erfinden, etwas, das weder abstrakt noch expressionistisch wäre und doch beides zugleich. "Warum nicht abstrakter Expressionismus?" sagte ein stämmiger, etwas bedrohlich aussehender Mann, der Jackson Pollock hieß. Man prostete einander mit Bierflaschen zu. Das war kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Dann griffen die Kunsthändler die Idee auf, und der abstrakte Expressionismus eroberte die Welt." (Hans Sahl: Das Exil im Exil, Sammlung Luchterhand, 1994, S. 161)

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

  • Abstrakter Expressionismus - Barbara Hess - Köln 2005 - ISBN 3822829676
  • Abstrakter Expressionismus in Amerika. Lee Krasner, Elaine de Kooning u.a. - Austellungskatalog - ISBN 978-3-89422-097-6
  • Abstrakter Expressionismus/Informel: Individuum und Gruppe - Jennifer Kunstreich - ISBN 978-3-638-65589-7
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