Bienenstich

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschreibt das Gebäck mit dem Namen Bienenstich. Für den Stich einer Biene, siehe Insektenstich.
Bienenstich

Bienenstich ist ein traditioneller Blechkuchen aus Hefeteig mit einem Belag aus einer Fett-Zucker-Mandel-Masse, die beim Backen karamellisiert. Häufig wird er mit einer Vanille- oder Sahnecreme, aber auch Fettcreme gefüllt. Eine Variante ist der Bienenstich in Tortenform. Bienenstich gilt als ein Klassiker der deutschen Küche.[1]

Nach den Leitsätzen für feine Backwaren des Deutschen Lebensmittelbuchs muss der Anteil des Belags mindestens 20 % des Teiggewichts betragen; 30 % des Belags muss aus Ölsaaten bestehen. Für Mandel-Bienenstich dürfen nur Mandeln verwendet werden. Die Verarbeitung anderer Ölsamen, außer Walnüssen, Haselnüssen und Mandeln, muss deklariert werden.

Herstellung[Bearbeiten]

Grundlage ist ein süßer Hefeteig, der fingerdick auf einem Blech ausgerollt wird. Darauf wird vor dem Backen eine Masse aus gekochtem Zucker oder Honig, Fett und Ölsamen aufgebracht. Die Masse wird relativ heiß aufgetragen, da sie sonst nicht streichfähig ist. Die Industrie bietet vorgefertigte Granulate und Massen an, die nur noch mit Mandeln vermischt werden und leicht zu handhaben sind. Nach dem Backen und Auskühlen wird das Gebäck horizontal geteilt. Gefüllt wird Bienenstich mit Sahne, Buttercreme, Fettcreme oder einer Puddingmasse. Weit verbreitet ist eine Puddingcreme, der nach dem Kochen sofort Eischnee untergezogen wird. Da die Masse sehr locker ist, ist eine Form zum Füllen des Bodens notwendig. Daher wird die Decke vor dem Auftragen geteilt, weil sie sonst nicht schneidbar ist. Da die Füllung nicht ganz durcherhitzt wird, gilt Bienenstich als anfällig für Keime[2] und wird daher in lebensmittelhygienischen Experimenten als Probematerial verwendet.[3]

Namensherkunft[Bearbeiten]

Die Herkunft des Namens „Bienenstich“ ist unklar. Der Bäckerjungensage nach planten 1474 die Einwohner von Linz am Rhein einen Angriff auf ihre Nachbarstadt Andernach, da der Kaiser den Linzern den Rheinzoll entzogen und den Andernachern zugesprochen hatte. Am besagten Morgen jedoch gingen zwei Andernacher Bäckerlehrlinge die Stadtmauer entlang und naschten aus den dort hängenden Bienennestern. Als sie die Angreifer sahen, warfen sie die Nester nach ihnen, so dass die Linzer – von den Bienen gestochen – flüchten mussten. Zur Feier wurde ein besonderer Kuchen gebacken – der Bienenstich.

Sonstiges[Bearbeiten]

Eine Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts aus dem Jahr 1984 wurde als Bienenstichfall bekannt.[4][5]

Quellen[Bearbeiten]

  • IREKS-GmbH: IREKS-ABC der Bäckerei, Eigenverlag Kulmbach

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bienenstich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Bienenstich – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Food Service Nr. 3/2009, S. 120
  2. Lebensmittel Zeitung 15/1996, S. 30
  3. Kopplung von immunomagnetischer Separation und ELISA zum Schnellnachweis von Salmonellen in Lebensmitteln in Fleischwirtschaft 7/1996, S. 749
  4. Lebensmittel Zeitung, Ausgabe 25/2010, S. 32
  5. Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung 11/2010, S. 19