Linz am Rhein

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Linz am Rhein
Linz am Rhein
Deutschlandkarte, Position der Stadt Linz am Rhein hervorgehoben
50.5686111111117.283055555555690Koordinaten: 50° 34′ N, 7° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Neuwied
Verbandsgemeinde: Linz am Rhein
Höhe: 90 m ü. NHN
Fläche: 17,98 km²
Einwohner: 5858 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 326 Einwohner je km²
Postleitzahl: 53545
Vorwahl: 02644
Kfz-Kennzeichen: NR
Gemeindeschlüssel: 07 1 38 041
Stadtgliederung: 3 Stadtteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Schoppbüchel 5
53545 Linz am Rhein
Webpräsenz: www.linz.de
Stadtbürgermeister: Hans-Georg Faust
Lage der Stadt Linz am Rhein im Landkreis Neuwied
Neuwied Buchholz (Westerwald) Asbach (Westerwald) Windhagen Neustadt (Wied) Rheinbreitbach Unkel Bruchhausen (Landkreis Neuwied) Erpel Vettelschoß Linz am Rhein Kasbach-Ohlenberg Ockenfels Sankt Katharinen (Landkreis Neuwied) Dattenberg Leubsdorf (am Rhein) Bad Hönningen Rheinbrohl Hammerstein (am Rhein) Leutesdorf Isenburg (Westerwald) Kleinmaischeid Großmaischeid Stebach Marienhausen Dierdorf Oberdreis Woldert Rodenbach bei Puderbach Ratzert Niederwambach Steimel Döttesfeld Puderbach Dürrholz Hanroth Raubach Harschbach Niederhofen Dernbach (Landkreis Neuwied) Urbach (Westerwald) Linkenbach Breitscheid (Westerwald) Waldbreitbach Roßbach (Wied) Hausen (Wied) Datzeroth Niederbreitbach Hümmerich Oberhonnefeld-Gierend Oberraden Straßenhaus Kurtscheid Bonefeld Ehlscheid Rengsdorf Melsbach Hardert Anhausen Rüscheid Thalhausen Meinborn Nordrhein-Westfalen Landkreis Altenkirchen (Westerwald) Landkreis Ahrweiler Landkreis Mayen-Koblenz Koblenz Marienhausen WesterwaldkreisKarte
Über dieses Bild

Linz am Rhein ist eine Stadt im Landkreis Neuwied im Norden von Rheinland-Pfalz nahe der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Sie gehört der gleichnamigen Verbandsgemeinde an und ist deren Verwaltungssitz. Linz ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.[2] Die Stadt nennt sich selbst auch „Die Bunte Stadt am Rhein“.

Linz am Rhein aus nordwestlicher Richtung

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Linz liegt rechtsrheinisch am nördlichen Mittelrhein gegenüber der Ahrmündung, etwa auf halbem Weg zwischen Köln und Koblenz. Südöstlich erhebt sich der 174 m ü. NN hohe Kaiserberg. Die Stadt umfasst (innerhalb der geschlossenen Bebauung) Höhenlagen zwischen 55 m ü. NN und 160 m ü. NN. Nach Süden besteht entlang der Bundesstraße 42 ein fließender Übergang in den Ortsteil Wallen der Gemeinde Dattenberg. Naturräumlich lässt sich der am Rheinufer gelegene äußerste Westen des Stadtgebietes der Linz-Hönninger Talweitung zuordnen, ein wesentlich größerer und mittlerer Abschnitt den sog. Linzer Terrassen und der gesamte Norden und Osten dem Rheinwesterwälder Vulkanrücken.

Das Stadtgebiet erreicht auf der „Linzer Höhe“ mit dem Ortsteil Kretzhaus (kleinerer Teil zur Gemeinde Vettelschoß) den Westerwald. Weitere Stadtteile sind, neben dem Stadtkern im Rheintal, Roniger Hof und das an Erl (Gemeinde Kasbach-Ohlenberg) angrenzende Stuxhof. Das 1912 eingemeindete Linzhausen am nördlichen Ortseingang wird heute nicht mehr als Stadtteil empfunden. Wohnplätze der Stadt Linz am Rhein sind Berkenhof, Burg Ockenfels, Dickert, Gut Frühscheid, Peterhof, Schloß Rennenberg, Schmitzhöfe, Stuxhof und Wiesentaler Hof.[3] Alt Rennenberg I ist ein seit spätestens Ende der 1970er Jahre unbewohnter Wohnplatz.

Höchster Bodenpunkt des Stadtgebiets ist mit 431 m ü. NN der Meerberg (auch Düstemich), ein ehemals 448 m ü. NN hoher Berg, der von einem Basaltsteinbruch abgetragen wurde. Weitere, mittlerweile aber stillgelegte Basaltsteinbrüche befanden sich am 417 m ü. NN hohen Minderberg und am heute 411 m ü. NN hohen Hummelsberg (östlicher Teil zur Gemeinde St. Katharinen). Die Seitentäler des stark gegliederten Stadtgebietes werden unter anderem durch den Sternerbach, den Rennenberger Bach, den Losbach und den Alwiesbach gebildet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Stadt Linz am Rhein grenzt (im Uhrzeigersinn) an die Ortsgemeinden Erpel, Vettelschoß, Sankt Katharinen (Landkreis Neuwied), Dattenberg, über den Rhein an die Stadt Sinzig und die Stadt Remagen im Landkreis Ahrweiler sowie an die Ortsgemeinden Ockenfels und Kasbach-Ohlenberg.

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 701 mm. Die Niederschläge liegen im mittleren Drittel der in Deutschland erfassten Werte. An 40 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juli. Im Juli fallen zwei mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren mäßig. An 62 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte[Bearbeiten]

Eine im Jahr 1936 auf dem Hummelsberg bei Linz untersuchte Ringwallanlage, die nach Gensicke bei den Auseinandersetzungen zwischen den Kelten und Germanen entstanden sein dürfte, zeugt von einer Besiedlung des Linzer Raumes lange vor unserer Zeitrechnung.

Grabfunde im Stadtgebiet datieren aus der frühfränkischen Zeit. Durch Pippin den Älteren und den Mittleren erhielt das Kloster Nivelles neben Gütern in Rheinbrohl und Ariendorf auch Weinberge zu Wallen bei Linz. Im 8. Jahrhundert war Linz dann Mittelpunkt eines kleinen Untergaues, des Linzgaues, der 771 und 778 erwähnt wird.

Der Ort Linz findet im Jahre 874, als Lincesce oder Lincheste benannt, in einer Gründungsurkunde der Äbtissin des Stifts Gerresheim Reginbierg, Tochter des fränkischen Edelmanns Gerricus, seine erste urkundlich nachgewiesene Erwähnung. In der Zeit wurde vermutlich auch schon eine Kirche gebaut, weil Reginbierg nach der Urkunde Zehntrechte besaß und nach Karolingischem Recht nur dann ein Gutsbesitzer das Zehntrecht erhielt, wenn er in seinem Sprengel eine Kirche erbaut hatte.

Zwischen 1206 und 1214 entstand die Pfarrkirche St. Martin am damals höchsten Punkt des Ortes. Eine Vorgängerkirche am selben Ort wurde bei den Kämpfen zwischen Otto IV. und Philipp von Schwaben im Jahre 1198 zerstört. Beim Bau einer Fußbodenheizung im Zuge der Restaurierungsarbeiten stieß man im Jahre 1981 auf Grabstätten und Fundamentstücke der Vorgängerkirche.

Die für das Stadtbild wichtigste politische Entscheidung fiel im späten Mittelalter. Es war die Erhebung des Ortes Linz zur Stadt während der Regierungszeit des Kölner Erzbischofes Heinrich II. von Virneburg zwischen 1304 und 1332. Zu den Bürgern der Stadt Linz gehörten alle Einwohner des Kirchspiels Linz. Die außerhalb der zu dieser Zeit errichteten Stadtmauer lebenden Kirchspielsangehörigen wurden „auswendige Bürger“ genannt. Zum Kirchspiel Linz gehörten die Ortschaften Linzerhausen, Ockenfels, Kasbach (links des Bachs), Ohlenberg, Leubsdorf, Ariendorf (rechts des Bachs) sowie die später unter dem Namen Linzer Höhe zusammengefassten Dörfer Notscheid und Hargarten. Im Jahre 1365, kurz nach dem Erhalt der Stadtrechte, erfolgte der Bau der Burg Linz. 1391 brannte Linz bis auf ein Drittel ab. Die Stadt wurde im 14. Jahrhundert Hauptsitz des kurkölnischen Amtes Altenwied, im 15. Jahrhundert des neugebildeten Amtes Linz.[4] 1475 wurde Linz durch kaiserliche Truppen im Neusser Krieg belagert. Um 1517 erfolgte der Bau des Rathauses.

Die älteste urkundliche Nachricht über die Verpachtung der Fährrechte zwischen Linz und Kripp – datiert auf den 2. Mai 1443 – befindet sich im Linzer Stadtarchiv, denn die Fährgerechtsame war von Alters her im Linzer Besitz. Auch heute ist die Stadt Linz noch eine der Geschäftsführerinnen der Rheinfähre Linz–Kripp. In der Urkunde bestätigten der Pächter der Fährrechte, Jakob Schade, sowie seine Frau Katharina sowie die Nachkommen den Erbzins von 20 Mark, den sie wegen der Var zu Lynss an die Stadt Linz zu zahlen hatten, abgesichert durch ein Drittel ihres Besitzes.[5]

Das um 1700 zum Oberamt erhobene Amt Linz fiel 1803 mit dem Reichsdeputationshauptschluss an das Herzogtum Nassau-Usingen und ging 1806 im Zusammenhang mit der Bildung des Rheinbundes im Herzogtum Nassau auf. Die Stadt wurde anschließend Hauptsitz des nassauischen Amtes Linz. 1815 wurde Linz nach den auf dem Wiener Kongress geschlossenen Verträgen Teil des Königreichs Preußen und 1816 Hauptsitz der neugebildeten Bürgermeisterei Linz. Im gleichen Jahr wurde mit Einführung der preußischen Verwaltung der Kreis Linz gebildet, der jedoch seinen Verwaltungssitz in Erpel hatte. Er wurde bereits 1822 wieder aufgelöst; Linz gehörte nunmehr dem Kreis Neuwied in der neuen preußischen Rheinprovinz an. 1857 wurde Linz zur Stadt nach der Rheinischen Städteordnung erhoben.[6] 1885 zählten zur Stadt Linz am Rhein die Wohnplätze (Namen teilweise an aktuelle Schreibweise angepasst) Alt Rennenberg, Eichshard (Eichhard), Ginsterhahn, Jägerhaus, Kaiserberg, Klemenslust, Linzer Hammer, Meerberg, Neuhof, Neu Rennenberg, Schloß Rennenberg, Ronigerhof, Schafstall, Schmitzhof, Stern, Sternerhütte, Stuxhof und Waschberg (Hillenbrandsruhe).[7]

Stahlstich nach Tombleson um 1840

Der stärkste Wandel des Stadtbildes fand im 19. Jahrhundert statt. Bedingt durch finanzielle Engpässe der Stadt konnten einige Bauwerke nicht gehalten werden. Dieses zeigte sich besonders im Abriss der im Jahre 1462 eingeweihten Ratskapelle auf dem Marktplatz im Jahr 1818. Die Bürgerschaft empfand die Stadtbefestigung als überholt. Die rheinseitige Stadtmauer wurde 1861/1862 abgetragen, das Grabentor 1863, das Leetor 1879. Durch den Zuzug protestantischer Familien wurde der Bau einer evangelischen Kirche erforderlich. Zwischen 1863 und 1865 entstand die evangelische Kirche auf dem Gelände des ehemaligen Grabentores, zum Teil aus den Baumaterialien des abgetragenen Grabentors.

1858 legten in Linz die ersten Dampfschiffe an. 1870 erfolgte der Anschluss an das Eisenbahnnetz der Strecke Köln – Troisdorf – Neuwied – Niederlahnstein, der Bahnhof wurde gebaut. Die Strecke war zunächst eingleisig, ab 1883 wurde die Bahn in Linz wegen des Hochwassers auf Viadukte höher gelegt und zusätzlich zweigleisig ausgebaut. Am 1. Oktober 1912 wurde die Bahnstrecke Linz–Neustadt–Flammersfeld–Altenkirchen in Betrieb genommen. Wegen Brückensprengungen im Wiedtal durch die deutsche Wehrmacht war seit März 1945 der Zugverkehr zunächst nur noch bis Wiedmühle, später bis Mettelshahn, möglich. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor auch die Reststrecke mit zunehmender Motorisierung an Bedeutung. 1960 fuhr der letzte Personenzug nach Neustadt (Wied). Heute existiert von dieser Strecke nur noch der etwa 8 km lange Streckenabschnitt von Linz nach Kalenborn, der von Mai bis Oktober an Wochenenden und Feiertagen durch die Kasbachtalbahn befahren wird.

Bereits im Jahre 1912 war die bis dahin eigenständige Gemeinde Linzhausen am nördlichen Ortseingang der Stadt (ehemals auch Linzerhausen oder Hausen), mit einer Fläche von 0,33 km² die kleinste Gemeinde des Kreises, eingemeindet worden. Nach Inkrafttreten des Versailler Vertrags 1920 gehörte Linz zunächst zum unbesetzten Gebiet im Rheinland. Die Grenze zur 10-jährigen Besatzungszone verlief südlich von Linz bei Ariendorf über die Linzer Höhe. Infolge des Ruhrkampfs wurde Linz ab Februar 1923 als Teil des sog. „Einbruchsgebiets“ im südlichen Siegkreis und nördlichen Kreis Neuwied von französischen Truppen besetzt. Nach der Londoner Konferenz kam es am 17. November 1924 zur Räumung des Einbruchsgebiets durch die Besatzung.[8] Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Linz 1946 Teil des neugebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Jahre 1967 wurde die neugebaute katholische St. Marien-Kirche eingeweiht.

In den 1970er Jahren entstand der Stadtteil Roniger Hof drei Kilometer oberhalb der Stadt: 1976 wurden die ersten Häuser fertig gestellt, 1979 erfolgte die Inbetriebnahme des neuen Krankenhauses im neuen Stadtteil oberhalb von Linz.

Am 28. Mai 1984 stürzte ein Kampfflugzeug der niederländischen Luftwaffe unweit des Krankenhaus Linz in ein Mehrfamilienhaus. Der Pilot (Pieter „Gipsy“ Enzerink)[9] und eine Anwohnerin kamen dabei ums Leben. Zahlreiche Menschen wurden verletzt.[10]

Stadtansicht von der gegenüberliegenden Rheinseite in Kripp (2005)

Politik[Bearbeiten]

Blick auf das Rathaus vom Marktplatz aus

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat in Linz am Rhein besteht aus 22 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im Stadtrat:[11]

Wahl SPD CDU Grüne Linke FWG Gesamt
2014 6 10 2 1 3 22 Sitze
2009 5 12 1 1 3 22 Sitze
2004 6 13 1 2 22 Sitze
1999 7 13 0 2 22 Sitze
1994 6 11 1 4 22 Sitze
1989 6 7 8 21 Sitze
1984 3 8 10 21 Sitze
1979 11 10 21 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1812–1813: Engelbert Schwamborn
  • 1817–1820: Friedrich Adolph von Cocy
  • 1820–1842: Franz Kerp
  • 1842–1848: Franz Stephan Christmann
  • 1848–1851: Rudolf Jakob von Gerolt zur Leyen
  • 1851–1856: Hubert Hubaleck
  • 1856: Johann Schmitz
  • 1856–1871: Willibrord Thiesen
  • 1871–1910: Julius Lerner
  • 1910–1914: Hugo Menzel
  • 1914–1932: Paul Pieper
  • 1933: Eugen Mehliß
  • 1933: Rahms (Vorname unbekannt)
  • 1933–1938: Franz Weyand, zunächst NSDAP¹
  • 1939–1944: Paul Wiezorke
  • 1944–1945: Matthias Wagner
  • 1945: Franz-Josef Wuermeling, CDU
  • 1945–1947: Wilhelm Hoffmann
  • 1947–1948: Peter Frings CDU
  • 1948–1956: Wilhelm Hoffmann
  • 1956–1972: Leo Thönnissen, SPD
  • 1972–1974: Theo Lück, SPD
  • 1974–1979: Hans Breitenbach, CDU
  • 1979–1989: Theo Lück, erst SPD, ab 1984 FWG
  • 1989-2014: Adi Buchwald, CDU
  • seit 2014: Hans-Georg Faust
Burgplatz

¹ später aus der Partei ausgeschlossen und Amtsenthebung durch die NSDAP, wahrscheinlich wegen religiös motivierten Widerstandes

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Linz pflegt seit 1920 eine Partnerschaft mit dem österreichischen Linz an der Donau. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgten 1965 Marietta in Georgia, USA, sowie 1987 Pornic in Frankreich. Mit dem Ortsteil Linz der Gemeinde Schönfeld in Sachsen wurde ein Freundschaftsvertrag geschlossen.

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung lautet: „Unter silbernem Schildhaupt, darin ein durchgehendes schwarzes Balkenkreuz, in Rot ein goldener Schlüssel mit rechtsgewendetem Bart in Form eines Rechtecks aus mehrfach abgewinkelten Stegen und Vierpaßreite“. Die Stadt Linz führt als Besonderheit einen Renaissanceschild.

Das schwarze Kreuz deutet auf die Zugehörigkeit von Linz zum Erzstift Köln hin. Der Schlüssel ist das Attribut des Hl. Petrus, des Schutzpatrons der Kölner Kirche. Kreuz und Schlüssel erscheinen schon im ältesten Stadtsiegel von 1340. Das Stadtwappen ist rechtsgültig seit 1857 mit königlich-preußischer Genehmigung.

Rheintor (Feldseite)
Neutor (Feldseite)
Burg Ockenfels oberhalb des Ortes
Schloss Rennenberg

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wegen der vielen farbenprächtigen Bauwerke wird die Stadt oft als „Bunte Stadt am Rhein“ bezeichnet.

  • Historische Altstadt: viel Fachwerk, seit 1912 wieder freigelegt
  • Rathaus aus 1517–1527, Bau an Stelle eines Vorgängerbaues
  • Pfarrkirche St. Martin: Baubeginn 1206, Einweihung 1214, romanische und gotische Bauformen unregelmäßig, aber harmonisch in sich vereint, Wandmalereien aus dem 13. und 16. Jahrhundert, unter anderem eine Jakobs-Pilgerkrönung aus der Zeit um 1230, die neben einem romanischen Sandsteinrelief in Freiburg zu einer der ältesten und bedeutendsten im deutschsprachigen Raum gezählt wird (Quelle: Klaus Herbers, der Jakobskult in Süddeutschland)
  • St. Marien: 1967 erbaut, katholische Kirche mit bedeutendem Kölner Flügelaltar (1463)
  • ehemalige Kapuzinerklosterkirche: 1636–1645 erbaut, seit 1971 Stadthalle
  • Burg Linz des Kurfürsten von Köln: 1365 erbaut, mit einer Folterkammer aus der Ritterzeit
  • Römische Glashütte: mit Ausstellungs- und Verkaufsfläche, im Sommer ist auch ein Glasbläser vor Ort
  • Rheintor und Neutor: zwei historische Stadttore aus 1329 – früher Teil der inzwischen fast vollständig abgetragenen Befestigungsmauern. „Linzer Klapperjunge“: eine vor dem Neutor 1987 aufgestellte Bronzeskulptur. Die vorösterliche Ratschen-Tradition nehmen hier alljährlich etwa 200 Kinder und Jugendliche wahr. Am Rheintor sind die Markierungen der Hochwasserüberflutungen verzeichnet.
  • Linzer Pulverturm: auch dieser Turm ist noch erhalten
  • Sendeanlage des SWR: Sender für UKW und Fernsehen mit 156 Meter hohen abgespannten Stahlfachwerkmast und kleinem freistehenden Stahlturm
  • Burg Ockenfels: Ende des 15. Jahrhunderts zerstört, und in den 1920er-Jahren wieder errichtet; befindet sich oberhalb von Linz
  • Schloss Rennenberg: im Wald bei der Sterner Hütte, in schöner Parkanlage gelegen, nach 1992 in Privatbesitz restauriert
  • Denkmalzone Jüdischer Friedhof

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Linz am Rhein

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Der wichtigste Wirtschaftszweig in Linz ist der Tourismus. Früher spielte in Linz der Basaltabbau eine große Rolle.

Verkehr[Bearbeiten]

Blick auf Linz und das Rheintal mit der rechtsrheinischen Bahnstrecke Köln–Koblenz

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Linz liegt direkt an der Bundesstraße 42 und wenige Kilometer westlich der Bundesautobahn 3 mit der Anschlussstelle Bad Honnef/Linz. Die Autofähre Linz–Kripp bietet Anschluss an die linksrheinischen Bundesstraßen B 9 und B 266 sowie die Bundesautobahn 61 und verbindet Linz mit Remagen-Kripp, dem Ahrtal und der Eifel. Im Bundesverkehrswegeplan enthalten ist eine Rheinbrücke als Verbindung der B 42 und der B 9 (als Verlängerung der A 573), der diese Aufgabe in Zukunft zufallen könnten.[12]

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Der Linzer Bahnhof liegt an der rechtsrheinischen Bahnstrecke Köln–Koblenz. Er wird im Halbstundentakt angefahren und verbindet die Stadt im Stundentakt direkt mit dem Flughafen Köln/Bonn. Linz gehört dem Verkehrsverbund Rhein-Mosel an. Die seit 1999 von Linz nach Kalenborn verkehrende private Kasbachtalbahn ist nur in der Touristensaison in Betrieb.

Wanderwege[Bearbeiten]

Der Rheinsteig, der rechtsrheinische Fernwanderweg von Bonn nach Wiesbaden, führt auf der Etappe von Unkel nach Leubsdorf (16,7 km, 500 Höhenmeter) an der Burg Ockenfels vorbei und im Stadtgebiet mitten über den historischen Marktplatz.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

  • Franziskus-Krankenhaus Linz

Justiz[Bearbeiten]

Es gibt in Linz ein Notariat, eine Polizeiinspektion und das Amtsgericht Linz am Rhein. Bis 1970 gab es in Linz außerdem ein Gefängnis. In diesem wurde Else Peerenboom-Missong im August 1944 im Rahmen der „Aktion Gewitter“ in Schutzhaft genommen. 1962 wurde der Spiegelredakteur Conrad Ahlers zusammen mit seiner Frau in Linz inhaftiert. Das Gebäude dient heute als Wohnhaus und steht unter Denkmalschutz.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Gedenktafel für den enthaupteten Bürgermeister Augustin Castenholz

Persönlichkeiten, die in der Stadt gewirkt haben[Bearbeiten]

Anekdoten[Bearbeiten]

1474: Wie der Bienenstich erfunden wurde. (siehe Bäckerjungensage)

Literatur[Bearbeiten]

  • Dr. L. van Laak: Aus dem Werdegang der Stadt Linz/Rhein in Kurkölnischer Zeit Rhein- und Wied-Druckerei GmbH, Neuwied-Linz 1922.
  • Hans Peter Petri: 1100 Jahre Linz am Rhein, Linz 1974.
  • Anita und Anton Rings: Linz − Ein Stadtbild im Wandel, Linz 1984.
  • Anita und Anton Rings: Die ehemalige jüdische Gemeinde in Linz am Rhein, Linz 1992.
  • Adam C. Oellers: Linz am Rhein, Rhein. Kunststätten Heft 71, Neuss 1994, ISBN 978-3-88094-718-4.
  • Anita und Anton Rings: Häuser und Menschen in Linz, Linz 2002.
  • Herrmann Burghard, Cordula Kapser: Linz am Rhein. Die Geschichte der Stadt von der Frühzeit bis zur Gegenwart., Böhlau Verlag, Köln 2002 ISBN 3-412-06602-8.
  • Adalbert N. Schmitz: Dat och noch – Linzer Mundart, Wörterbuch Linzer Mundart-deutsch u. m.
  • Die schöne Jüdin, Roman aus dem kurkölnischen Linz von Pater Petrus Sinzig, (Hg.) Peter Adams 2004.
  • Denise Steger: 800 Jahre katholische Pfarrkirche St. Martin im Spiegel der Kunst, Linz 2006.
  • Alms-Hammerstein, Christiane und von der Dollen, Ingrid: Menschen in ihrer Zeit – Ehemalige Schüler des Linzer Gymnasiums, Linz 2006.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Linz am Rhein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 32 (PDF; 2,3 MB)
  4. Werner Büllesbach: Altenwied – Bürgermeistereien (Ämter) Asbach und Neustadt – Verbandsgemeinde Asbach. Über 800 Jahre politische Geschichte im Vorderen Westerwald. In: Heimat-Jahrbuch des Landkreises Neuwied 2007, S. 87–95.
  5. Hermann Josef Fuch: ’’Seit 550 Jahren ist die Rheinfähre Brücke zwischen Westerwald und Eifel. Die Fährgesellschaft Linz-Remagen besteht 75 Jahre’’, in: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1995, S. 68
  6. Regierungsbezirk Koblenz (Hrsg.): Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Koblenz. Jahrgang 1957, Buchdruckerei und Handlung des evangelischen Stiftes zu St. Martin, Koblenz 1857, S. 289
  7. Gemeindelexikon für das Königreich Preußen (PDF), Band XII Provinz Rheinland, Verlag des Königlich statistischen Bureaus (Hrsg.), 1888, Seite 38/39
  8. Dieter Lück: Rheinlandbesetzung. In: Nordrhein-Westfalen. Landesgeschichte im Lexikon, 1. Auflage, Patmos, Düsseldorf 1993, S. 341–343.
  9. http://www.the306sqn.com/F-16.html
  10. http://www.ff-bad-hoenningen.de/Chronik/Chronik.pdf
  11. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  12. Bundesverkehrswegeplan, Rheinland-Pfalz, S. 135, http://www.bmvbs.de/cae/servlet/contentblob/34280/publicationFile/968/rheinland-pfalz.pdf