Bigpoint
| Bigpoint GmbH | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 2002 |
| Sitz | Hamburg, |
| Leitung | Heiko Hubertz |
| Mitarbeiter | ca. 800 (2011) |
| Umsatz | 142,6 Mio. Euro (2011)[1] |
| Branche | Computerspiele |
| Produkte | Browser- und Online-Spiele |
| Website | www.bigpoint.net |
Die Bigpoint GmbH ist ein deutsches Software-Unternehmen, das sich auf Entwicklung und Vertrieb von Browser- und Online-Spielen spezialisiert hat. Nach eigenen Angaben gehört Bigpoint zu den größten Browserspiel-Herstellern der Welt und hat über 300 Millionen registrierte Spieler. Bigpoint ist mittlerweile mit über 800 Mitarbeitern eines der größten deutschen Computerspiele-Unternehmen und unterhält Büros in Hamburg, Berlin, Malta und São Paulo.[2][3]
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Bigpoint wurde 2002 von Heiko Hubertz als m.wire GmbH gegründet. Im April 2003 ging das erste eigene Browserspiel, der Eishockey-Manager „Icefighter“, ans Netz. Bis Ende 2004 wurden zwei weitere Spiele entwickelt und veröffentlicht, „F1Manager“ und der „Fussballmanager“. 2005 wurde das Unternehmen in e-sport GmbH umbenannt. Ebenfalls 2005 stieg die United Internet AG als Investor bei Bigpoint ein. 2006 wurden eine Million registrierte Benutzer erreicht.
Bis 2007 wuchs die Zahl der eigenen Spiele auf 22 an. Das Unternehmen wurde offiziell in Bigpoint GmbH umbenannt. Im selben Jahr gewann Bigpoint auch den OnlineStar. Im Juni 2008 übernahmen der Private-Equity-Fonds Peacock[4], der wiederum zum amerikanischen TV-Sender NBC Universal[5] gehört, und der britische Finanzinvestor GMT Communications Partners je 35 % an Bigpoint.[6][7] Die restlichen 30 % verblieben bei den Gründern. 2009 erreichte Bigpoint die Marke von 100 Millionen registrierten Spielern und beschäftigte über 240 Mitarbeiter. Als erstes Spielesoftware-Unternehmen gehörte Bigpoint im selben Jahr zu den Gewinnern des European Business Award.[8] Der Umsatz konnte im Jahr 2009 auf über 51 Millionen Euro gesteigert werden. 2008 hatte er noch bei 26 Millionen Euro gelegen.
2010 übernahm Bigpoint den insolventen deutschen Spieleentwickler Radon Labs, der zuletzt insbesondere durch die Computerspiele Das Schwarze Auge: Drakensang und Drakensang: Am Fluss der Zeit auf sich aufmerksam gemacht hatte.[9] Radon Labs wurde vollständig in das bereits bestehende Studio „Bigpoint Berlin“ integriert. Im selben Jahr wurde auch ein Büro im Silicon Valley bei San Francisco und eine weitere Niederlassung in São Paulo, Brasilien gegründet. Die Zahl der Angestellten stieg bis Ende 2010 auf über 600. Beim deutschen Entwicklerpreis 2010 gewann das Spiel Farmerama von Bigpoint den ersten Platz als „Bestes Browser-Game“, Bigpoint.com wurde zum „besten Gamingportal“ gewählt.[10] Auch einen Lara-Award konnte Bigpoint 2010 mit „Farmerama“ gewinnen.[11]
Im Januar 2011 übernahm Bigpoint die Planet Moon Studios aus San Francisco.[12] Ende Februar wurde bekannt, dass das Unternehmen eine strategische Partnerschaft mit Electronic Arts in der Vermarktung von Online-Spielen geschlossen hat.[13] Die beiden Investmentgesellschaften TA Associates und Summit Partners erwarben laut dpa Ende April 2011 für 350 Millionen Dollar eine Aktien-Mehrheit von 67 % des Unternehmens. Die ehemaligen Mehrheitseigentümer Peacock Equity Fund und GMT Communications bleiben mit 2,5 % beteiligt. Bigpoint-Chef Heiko Hubertz hält weiterhin einen Anteil von 30,5 %.[14][15] Im Mai 2011 beschäftigte Bigpoint nach eigenen Angaben rund 800 Mitarbeiter weltweit.
Anfang 2012 trübte sich das wirtschaftliche Umfeld für Browserspiele im Zuge einer Branchenkrise ein. Am 23. Oktober 2012 wurde bekannt, dass Bigpoint 80 Mitarbeiter am Unternehmenssitz in Hamburg entlassen wird. Das Studio in San Francisco wurde geschlossen.[16] Hier wurden 40 Mitarbeiter gekündigt. Firmenchef Heiko Hubertz wechselt an die Aufsichtsratsspitze.[17] Bereits zuvor hatte der wichtigste Konkurrent, Branchenprimus Zynga, eine Gewinnwarnung ausgesprochen und ebenfalls einen Jobabbau angekündigt.[18] Denkbar ist, dass insgesamt bis zu 200 Arbeitsplätze abgebaut werden.[19]
Verwendete Technologie [Bearbeiten]
Die Bigpoint-Spiele werden unter Verwendung von Web-Technologien wie PHP, Adobe Flash, Java und Unity entwickelt. Da die Spiele nicht auf den Rechnern der Spieler installiert werden müssen, erfolgt der Betrieb nach den Prinzipien von Software as a Service.
Von Bigpoint entwickelte Spiele [Bearbeiten]
|
Von Bigpoint veröffentlichte Spiele [Bearbeiten]
|
|
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bigpoint GmbH auf e-bundesanzeiger.de
- ↑ 3sat - Neues vom 20. Mai 2011: Erfolgreiche Browsergames
- ↑ c't 04/2010, S.86 Soziale Saat - Farmville, Mafia Wars & Co. – virtuelle Welten mit Suchtfaktor und dicken realen Umsätzen
- ↑ Peacock, GMT agree to majority buyout of Bigpoint, siliconindia news bureau, June 12, 2008.
- ↑ GMT and NBC Universal take over Bigpoint, Galaxynews.com June 9, 2008.
- ↑ Bigpoint’s Sale to NBC-GMT a Big Deal: Online gaming company fetches $110 million, signifying continued interest in the space from major media companies and ongoing consumer interest., By JONATHAN MARINO, Mergers & Acquisitions Report via mergersunleashed.com, June 9, 2008.
- ↑ Financial Times Deutschland: Bigpoint - im Spieleparadies
- ↑ Bigpoint gewinnt den Ruban d’Honneur beim European Business Award 2009
- ↑ Golem.de: Übernahme: Bigpoint rettet Radon Labs
- ↑ gamona.de - Deutscher Entwicklerpreis 2010: Blue Byte der große Gewinner des Abends
- ↑ "Bigpoint" gewinnt renommierten LARA Game Award
- ↑ Golem.de: Bigpoint übernimmt Entwickler der Planet Moon Studios
- ↑ Bigpoint vermarktet Spiele von Electronic Arts
- ↑ mediabiz.de vom 26. April 2011: US-Investoren übernehmen Bigpoint-Mehrheit
- ↑ Heise.de vom 26. April 2011: Investmentgesellschaften übernehmen Onlinespiele-Anbieter Bigpoint
- ↑ http://www.gamersglobal.de/news/60339/bigpoint-130-stellen-weg-hubertz-nicht-mehr-ceo-2-updl
- ↑ http://www.ftd.de/it-medien/medien-internet/:onlinespiele-branchenkrise-erfasst-bigpoint/70108584.html
- ↑ http://boerse.ard.de/meldungen/zynga-aktie-gewinnwarnung-facebook100.html
- ↑ http://www.next-gamer.de/news/geruchtekuche-bigpoint-heiko-hubertz-und-bis-zu-200-stellen-verloren/