Bill Drews

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Wilhelm Arnold Drews (* 11. Februar 1870 in Berlin; † 17. Februar 1938 ebenda),[1] genannt Bill Drews, war ein deutscher Jurist.

Leben[Bearbeiten]

Drews studierte Rechtswissenschaften an der Universität Göttingen, wo er sich dem Corps Bremensia anschloss. Von 1902 bis 1905 übte er das Amt des Landrates im preußischen Kreis Oschersleben (Bode) aus. 1905 kam er als Hilfsarbeiter in das preußische Preußische Innenministerium. 1911 wurde er für drei Jahre als Regierungspräsident nach Köslin geschickt. 1914 kam er wieder in das Innenministerium. Nach der verwaltungsjuristischer Tätigkeit dort, während der Drews u. a. für die Vorbereitung einer Verwaltungsreform verantwortlich war, bekleidete er von 1917 bis zur Novemberrevolution 1918 das Amt des preußischen Innenministers. 1921 wurde Drews Präsident des Preußischen Oberverwaltungsgerichts. 1927 erschien sein wegweisendes Lehrbuch zum preußischen Polizeirecht.

Als Präsident des Preußischen OVG und wichtiger Berater des Innenministeriums übte Bill Drews nachhaltigen Einfluss auf die Polizeireformpolitik Preußens während der Weimarer Republik aus. So gilt er als Schöpfer des Preußischen Polizeiverwaltungsgesetzes von 1931, das zum Vorbild aller heutigen Polizeigesetze wurde.[2]

Während der NS-Diktatur blieb Drews Präsident des Preußischen OVG. Unter seiner Ägide hielt der Gerichtshof an der Gesetzesbindung der Verwaltung fest. Allerdings ergingen eine Reihe von Entscheidungen, die über eine extensive Interpretation der polizeirechtlichen Generalklausel (§ 14 des Preußischen Polizeiverwaltungsgesetzes) die Eingriffsmöglichkeiten der Sicherheitsbehörden erheblich ausweiteten. Trotz dieser Anpassungsbereitschaft war Drews bis zu seinem Tod 1938 mehrfach Ziel heftiger Angriffe durch radikale NS-Juristen (u. a. Reinhard Höhn), die jegliches Festhalten am überlieferten Polizeirecht scharf bekämpften.[3] [4]

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging von Drews’ Werk aus der Zeit der Weimarer Republik eine nachhaltige Wirkung in der Polizeirechtslehre der Bundesrepublik aus.

Familie[Bearbeiten]

Sein Vater, der Justizrat und Notar Carl Friedrich Drews (1818–82), war der Rechtsbeistand Bismarcks.[5] Seine Mutter Louise (1831–1903) war die Tochter des Heinrich Kratz, Besitzer des Ritterguts Wintershagen in der Nähe der Sommerresidenz Bismarcks in Stolpmünde.

Schriften[Bearbeiten]

  • Bill Drews, Preußisches Polizeirecht. Allgemeiner Teil. Leitfaden für Verwaltungsbeamte. Heymann, Berlin 1927.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Christian Maus: Der ordentliche Professor und sein Gehalt. Die Rechtsstellung der juristischen Ordinarien an den Universitäten Berlin und Bonn zwischen 1810 und 1945 unter besonderer Berücksichtigung der Einkommensverhältnisse (=Bonner Schriften zur Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte Band 4) Göttingen 2012, zugleich Diss. Bonn 2012, S. 393.
  2. Stefan Naas, Die Entstehung des Preußischen Polizeiverwaltungsgesetzes von 1931. Ein Beitrag zur Geschichte des Polizeirechts in der Weimarer Republik, Tübingen 2003.
  3. Andreas Schwegel, Der Polizeibegriff im NS-Staat. Polizeirecht, juristische Publizistik und Judikative 1931-1944, Tübingen 2005.
  4. Martin Otto, „Selbstverwaltung ist kein ein für allemal feststehender Begriff“ – Zu den Veröffentlichungen von Bill Drews nach 1933, in: Archiv für Polizeigeschichte 2003, S. 20 ff.
  5. Deutsche Juristen-Zeitung, Jahrgang 19 (1914), Sp. 493.

Weblinks[Bearbeiten]