Bleak House

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Bleak House, Erstausgabe 1852

Bleak House ist der neunte Roman von Charles Dickens.

Der Roman, der in den 1820er Jahren spielt, erschien von März 1852 bis September 1853 in 20 Fortsetzungen. Jede Folge enthielt zwei Illustrationen von Phiz und kostete einen Shilling, die beiden letzten Folgen wurden zusammen veröffentlicht und kosteten zwei Shilling.

Die Rahmenhandlung bildet ein viele Jahre anhaltender Erbschaftsstreit Jarndyce gegen Jarndyce. Dickens erzählt hierbei die Geschichte vieler Menschen, die direkt und indirekt mit dem Fall verbunden sind. Dabei werden in den vielen Erzählsträngen die Personen und Geschichten immer mehr miteinander verwoben. Neben einem omnipräsenten Erzähler, erzählt auch Esther Summerson, eine der Hauptfiguren im Roman, Teile des Romans aus ihrer Sicht der Ich-Erzählung.

Bleak House ist einerseits ein Gesellschaftsroman, der das Leben vor allem der englischen Oberschicht sowie ihrer Beziehungen zur Mittel- und Unterschicht im 19. Jahrhundert charakterisiert, andererseits eine satirische Abrechnung mit dem englischen Rechtssystem, insbesondere dem Court of Chancery, der unter anderem Erbschaftsstreitigkeiten regelte. In den letzten Kapiteln enthält das Buch auch Elemente eines Kriminalromans.

Kurzinhalt[Bearbeiten]

Esther Summerson wächst als Kind bei Miss Barbery auf, ohne zu wissen, dass diese ihre Tante ist oder wer ihre Eltern sind; sie erfährt nur, dass ihre Mutter große Schande über sich gebracht habe. Nach dem Tod ihrer Tante wird Esther von John Jarndyce aufgenommen, einem reichen und wohltätigen Mitglied der Oberschicht, der einer der Beteiligten an dem erwähnten Erbschaftsstreit Jarndyce gegen Jarndyce ist. Sie arbeitet dort als Haushälterin von Bleak House sowie als Gesellschafterin von Ada Clare und deren entfernten Cousin Richard Carstone, zwei weiteren Beteiligten im Rechtsstreit um das Erbe im Jarndyce-Fall, die John Jarndyce als Vormund in Bleak House aufnimmt.

Gleichzeitig werden Sir Leicester und seine sehr viel jüngere Frau Lady Dedlock eingeführt, die bezüglich einer Grenzinterpretation einen Rechtsstreit führen, in dem sie von ihrem Familienanwalt Tulkinghorn vertreten werden. Es zeigt sich, dass Esther Summerson das Resultat einer vorehelichen Affäre von Lady Dedlock und diese somit ihre Mutter ist. Diese Tatsache muss aber natürlich unbedingt geheim bleiben, und so führt ihre Entdeckung u.a. durch den Anwalt Tulkinghorn zu dramatischen Verwicklungen, die schließlich im Tod von Tulkinghorn und Lady Dedlock kulminieren.

Inzwischen haben Ada und Richard (zunächst ohne Wissen ihres Vormunds John Jarndyce) geheiratet. Richard ist jedoch ein labiler Charakter, der sich mangels anderer Ziele im Leben auf selbstzerstörerische Weise in den Fall Jarndyce gegen Jarndyce vertieft und seine Lebensplanung völlig auf einen (für ihn und Ada) positiven Ausgang des Verfahrens aufbaut. Als er in einem Strudel aus Schulden, Krankheit und Selbstverachtung zu versinken droht, taucht ein neues, für ihn und Ada günstiges Testament auf. Er eilt mit seiner Frau zum Gericht, wo er in der Tat erfährt, dass das Verfahren Jarndyce gegen Jarndyce nach vielen Jahren endlich geschlossen wurde - allerdings nicht mit einem Urteil, sondern aufgrund der Feststellung, dass das zu verteilende Erbe inzwischen durch Gerichts- und Anwaltskosten aufgezehrt ist.

Nach Richards Tod wird Ada mit ihrem Sohn wieder von John Jarndyce in Bleak House aufgenommen. Dieser hatte zwischenzeitlich geplant, Esther Summerson zu heiraten. Er erkennt jedoch ihre Liebe zu Allan Woodcourt, gibt sie für diesen frei und schenkt beiden ein kleines Anwesen auf dem Land.

Übersetzungen ins Deutsche[Bearbeiten]

  • Bleakhaus. (Vollständige Ausgabe. In der Übertragung von Carl Kolb, durchgesehen von Anton Ritthaler. Mit den Illustrationen zur Erstausgabe von Halbot Knight Browne (Phiz).), München: Winkler Verlag 1977, ISBN 3-538-05031-7.

Literatur[Bearbeiten]

  • Björn Oellers: Krise und Integration der bürgerlichen Gesellschaft in Romanen von Charles Dickens. Kovacs, Hamburg 2010, ISBN 978-3-8300-5128-2.

Verfilmung[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]