Booser Doppelmaar

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Das Doppelmaar von Osten, gesehen vom Booser Eifelturm (2004)

Das Booser Doppelmaar besteht aus zwei verlandeten Maaren, die sich heute als flache Mulden im Gelände westlich der Ortschaft Boos abbilden. Die beiden Maare bildeten sich vor 10.150 bis 14.160 Jahren und gehören zum quartären Vulkanfeld der Vulkaneifel.

Die Maare[Bearbeiten]

Die beiden Maare bilden große, von Tuffwällen umgebene kreisrunde Kessel, die auf einer Westsüdwest-Ostnordost verlaufenden Linie liegen und so dem variszischen Streichen des Untergrunds folgen. Das westliche Maar hat einen Durchmesser von etwa 700 m und ist zwischen 30 und 60 m tief, das östliche ist zwischen 650 und 700 m groß und besitzt eine Tiefe von 50 bis 87 m. Die beiden Mulden sind sehr feucht, so dass es immer noch Stellen gibt, die dauerhaft eine Wasseroberfläche haben. Die Wasserflächen wurden früher als Fischweiher genutzt, die jedoch später verlandeten und als Wiesen und Äcker dienten. Heute befindet sich im westlichen Maar wieder ein Fischweiher. In der Umgebung der Maare finden sich Tuffgruben, in denen die beim Ausbruch der Maare entstanden vulkanischen Tuffe abgebaut wurden.

Die 152 ha des Gebiets stehen als eines der größten Naturschutzgebiete in Rheinland-Pfalz unter Naturschutz und sind Teil des Vulkanparks.

Entstehung und Gesteine[Bearbeiten]

Der Vulkanismus in der Eifel begann vor etwa 600.000 Jahren und führte zur Entstehung von zahlreichen Vulkanformen. Der wahrscheinlich letzte Ausbruch, der zur Bildung des Ulmener Maares führte, ist etwa 11.000 Jahre her. In diesem Zeitrahmen gehören die Booser Maare zu den jüngsten Bildungen der Vulkaneifel. Die an Gesteinen der Maare vorgenommenen Datierungen wie auch an organischem Material durchgeführten C14-Datierungen lassen nur für das östliche Maar eine Festlegung des Alters auf 14.160 Jahre vor heute zu. Die Tuffe, an denen ein Alter von 10.150 Jahren bestimmt wurde, konnten keinem der beiden Maare eindeutig zugeordnet werden.

Die Tuffe enthalten Basalt-Bomben mit Nebengestein und großen Olivin-Kristallen. Die Tuffe bestehen zum Teil nur aus magmatischen Kristallen (Kristalltuffe) und enthalten Bruchstücke von Wehrlit und Syenit. In die Tuffe sind an einigen Stellen Lavagänge eingedrungen. Im unmittelbaren Bereich des Booser Doppelmaars befinden sich insgesamt acht Schlackenvulkane, die mehr oder weniger gleichzeitig vor circa 35.000 Jahren entstanden sind.[1] Von einem dieser Vulkankegel ist ein Lavastrom nach Westen geflossen, der Strom erreichte das Tal der Nitz.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelm Meyer: Geologie der Eifel. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1986, ISBN 3-510-65127-8.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. DVG-Exkursion 2006 zum Booser Doppelmaar

Weblinks[Bearbeiten]

50.31256.9977777777778Koordinaten: 50° 18′ 45″ N, 6° 59′ 52″ O