Burg Aremberg

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Burg Aremberg
Aussichtsturm, 1854 aus Ruinengestein erbaut

Aussichtsturm, 1854 aus Ruinengestein erbaut

Entstehungszeit: 1166 erstmals erwähnt
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Graben-, Mauer-, Bastionsreste
Ständische Stellung: Adlige
Ort: Aremberg
Geographische Lage 50° 25′ 1,9″ N, 6° 48′ 51,2″ O50.4171944444446.8142222222222623.0Koordinaten: 50° 25′ 1,9″ N, 6° 48′ 51,2″ O
Höhe: 623 m ü. NHN
Burg Aremberg (Rheinland-Pfalz)
Burg Aremberg
Blick vom Sportplatz eines Schullandheimes nach Nordosten zum Berg Aremberg mit dem Dorf Aremberg
Aussichtsturm (Luftaufnahme; 2014)

Die Burg Aremberg bei Aremberg im rheinland-pfälzischen Landkreis Ahrweiler ist die Ruine einer mittelalterlichen Höhenburg auf dem Aremberg im Ahrgebirge (Eifel).

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Ruine liegt auf dem dicht bewaldeten Aremberg (623,8 m ü. NHN[1]), einem der größten tertiären Vulkane der Eifel, im Gebiet der Ortsgemeinde Aremberg. Das Dorf selbst befindet sich am Westhang des Berges, unterhalb der Bergkuppe.

Burganlage[Bearbeiten]

1166 wird sie zum ersten Mal erwähnt, damals noch unter dem Namen „Arberg“.[2] Im 12. Jahrhundert wurde auf dem Berg eine Burg errichtet, da diese Lage strategisch günstig war.

Die Burg Aremberg war Mittelpunkt der gleichnamigen reichsunmittelbaren Herrschaft Arenberg, deren Familie heute noch in Belgien und Südamerika blüht und ein großes Vermögen besitzt. Obschon die Herrschaft flächenmäßig sehr klein war, verstanden es zahlreiche Familienmitglieder, großen Einfluss am Wiener Hof auszuüben, sodass die Familie von Grafen zu Fürsten bis schließlich zu Herzögen aufstiegen. Die heute erhaltenen (spärlichen) Reste der Burg zeugen kaum noch von diesem Glanz.

Nach diesem sozialen Aufstieg wurde die Anlage in mehr als 18 Jahren zu seiner wehrhaften Festung mit gigantischen Ausmaßen erweitert, die um das Jahr 1670 den gesamten Aremberg bedeckte. Sie war so gewaltig, dass sie selbst von den Truppen Ludwig XIV. verschont blieben, die nicht wagten sie anzugreifen, da sie als uneinnehmbarer galt. Der Herzog entließ im Jahre 1679 nach dem Frieden von Nijmegen seine Garnisonstruppen, was sich als fatal erwies. Drei Jahre später wurde die Burg, nun nahezu schutzlos von französischen Truppen eingenommen. Die Franzosen planten die Festung weiter auszubauen und selbst zu nutzen. Doch kam es zu einem folgenschweren Unglück, als eine falsch angelegten Sprengung den Wasserhaushalt des Aremberg stark veränderte. Dadurch versiegten alle Brunnen der Burg. Daher verließen die Besatzer bereits nach einem Jahr diesen Standort wieder. Die Festung selbst machten sie durch groß angelegte Sprengungen unbrauchbar.

Schloss[Bearbeiten]

Um 1720 wird die Anlage von den Herzögen neu errichtet und zum Schloss umgebaut. Am 13. Oktober 1794 kam der nächst Rückschlag. Als Vorbote der französischen Revolutionstruppen forderte ein französischer Soldat die Einquartierung seines Generals, eines Kommissars und mehrerer Offiziere im Schloss. Daraufhin räumte herzogliche Familie das Anwesen und siedelte in die Niederlande um. Im Jahre 1803 schließlich kaufte Jean Gaspard Villmart das „Schloß auf dem Aremberg“ und ließ es 1809 abbrechen.[3] Aus allen Bauperioden sind Reste erhalten, so der Burggraben mit Mauer, Bastionen der Festung sowie zwölf Linden aus dem ehemaligen Schlossgarten.

Aussichtsturm[Bearbeiten]

Gottfried Kinkel besichtigte einige Jahre nach dem Abriss das Ruinenfeld und dieser Anblick, sowie die bittere Armut der Aremberger Bevölkerung erfüllten ihn mit Schmerz, denn aus der einst blühenden Ortschaft war ein armseliges Dorf geworden. Darüber berichtete er später in seinem Buch Die Ahr (1846). Im Jahre 1854 wurde auf dem Gelände der einstigen Burg ein Aussichtsturm errichtet, der nahe einer 623,0 m[1] hohen Bergstelle steht und aus Steinen der einstigen Burganlage besteht. Als Aussichtsturm kann er auf Grund des Baumwuchses bereits seit Jahrzehnten nicht mehr genutzt werden. Ebenso besteht das früher darin befindliche Museum nicht mehr. Der Turm ist heute verschlossen.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Gerold Rosenthal, Dechant Gerold Rosenthal im Auftrag der Kath. Kirchengemeinde St. Nikolaus Aremberg und der Gemeinde Aremberg (Hrsg.): Aremberg in Geschichte und Gegenwart. Gemeinde Aremberg, Aremberg 1987.
  •  Heinrich Neu: Das Herzogtum Aremberg. Geschichte eines Territoriums der Eifel. Volksblatt-Verlag, Euskirchen 1938.
  •  Peter Neu: Die Arenberger und das Arenberger Land, Verlag der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz/Veröffentlichungen der LAV, Bände 52,67,68. Koblenz 1989.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Kartendienst des Landschaftsinformationssystems der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz (Hinweise)
  2. Der Aremberg – sein zauberhafter Wald verhüllt eine große Geschichte. auf nordeifel.de, abgerufen am 1. Februar 2013.
  3. Die Geschichte von Schloß und Festung Aremberg. auf nordeifel.de, abgerufen am 1. Februar 2013.